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Linktipp: Von Badetoten & Rettungsschwimmern

21 Jul

In den Ferien poste ich interessante Links. Diesmal im Blog vom „Assistenzarzt“ mit dem Titel:

Zu viele Badetote durch Leichtsinn und Überschätzung“

Lesen & nachdenken!

http://assistenzarzt.wordpress.com/2013/07/21/zuviele-badetote-durch-leichtsinn-und-uberschatzung/

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#10 …eine geht noch.

12 Sep

Eine Woche. Aber dann reichts auch mit der anderen Schule.
Heute morgen stellte sich nämlich heraus, dass die Kollegin (deren Ersatzfrau ich bin) weiterhin krank ist.
Besonders „amüsant“ war auch, dass ich selbst beim Landratsamt anrufen musste um herauszufinden, wo ich arbeiten muss. Bei mir hat sich keiner selbst gemeldet – die Dame, die dafür zuständig ist, ist nämlich „auf einmal“ schwanger & hat Beschäftigungsverbot. Heißt: von einen Tag auf den anderen ist ihre Kollegin im LRA alleine & muss 35 Schulen beaufsichtigen. Gratulation.

Aber ganz ehrlich? Mein Mitleid hält sich in Grenzen – uns bemitleidet ja auch niemand.

Nun zu den weiteren News des Tages.

Zuerst: eine Buchempfehlung. Durch die vielen Probleme – beziehungsweise meine Hilflosigkeit bei Aussagen wie „Du hast mir nichts zu sagen“ – mit den 1.Klässlern bin ich auf die Idee gekommen, mir ein Buch zu diesem Thema zu bestellen. Meine Wahl fiel auf „Richtig reagieren bei Störungen im Schulalltag: Konkrete Maßnahmen, erprobte Handlungsmuster“ von Dietmar Lehmann-Schaufelberger. Besser hätte ich es nicht treffen können. Zwar sind 17,45€ für 127 Seiten nicht grade günstig, aber von nix kommt nix.
Besonders für meine noch vergleichsweise unerfahrenen Lehrer- bzw. Uni-Kollegen kann das Buch sehr hilfreich sein, weil es einem aufzeigt, wie man in bestimmten Situationen reagieren sollte. Für mich war es sehr aufschlussreich, weil es klar macht, dass nicht immer die Kinder, sondern oft auch eigene Aussagen & das eigene Verhalten zu Störungen führen.
So wird z.B. über Themen wie „Der stört schon wieder meinen Unterricht“ oder „Die machen einfach, was sie wollen“ vermittelt, was an manchen Situationen falsch läuft & wie man das verbessern kann. (Manchmal ist es nur die Wortwahl.)
Besonders amüsant fand ich, dass eine im Buch beschriebene Situation heute gleich aufgetreten ist. Dort hieß das Kapitel dazu: „WER war das? oder: Der Lehrer als Ermittler“.
Kurzer Auszug aus dem Text:
„Wusch – ein Stift kam im hohen Bogen von hinten durch das Klassenzimmer geflogen und landete vor der Tafel auf dem Boden“
^^
Okay, es war ein Radiergummi, aber der Rest passt. Die erste Frage vom Lehrer ist dann normalerweise gleich „Wer war das?“ – entweder man hat Glück und erfährt es, oder man wird zum „Ermittler“ und verstrickt sich in einem „Such-Spiel“. Bis letzte Woche hätte ich noch anders reagiert, diesmal vermischte ich 2 empfohlene Verhaltensweisen und machte 1. deutlich, dass ich es nicht okay finde, wenn Sachen herumgeworfen werden und nutzte 2. auch „entdramatisierenden“ Humor, indem ich sagte „…oder hat der Radiergummi Flügel bekommen?“ Damit ging es nicht mehr explizit darum, WER geworfen hat, sondern einfach darum, dass das Verhalten nicht in Ordnung ist. Dazu das Buch

Löse das Problem, nicht die Schuldfrage.
meint dazu ein japanisches Sprichwort.
Hat gut geklappt, war echt toll.

Auch der Hinweis, lieber positives Verhalten zu erwähnen/belohnen, anstatt ständig die Störer zu ermahnen, war für mich nützlich. Klar hatte ich davon schon im Studium gehört, aber man vergisst auch viel. Und ganz ehrlich? Es ist im ersten Moment einfacher zu sagen „Leander, leg den Stift weg & schau nach vorne“ und das Problem direkt anzusprechen.
Heute machte ich es andersrum. Ich sagte „Die Luna sitzt schon ganz toll da. Emilia auch. Sehr schön“… und irgendwie kehrte viel schneller Ruhe ein, weil die anderen auch gelobt werden wollten. Cool!

Der Autor hat mir auch gelernt, dass die Störer nur Aufmerksamkeit wollen. Die habe ich ihnen heute auch stückweise gegeben – wenn auch manchmal nur einen Blick der ihnen gezeigt hat „ich weiß, dass du da bist“. Lief echt gut.

Also, liebe Kolleginnen & Kollegen, die vielleicht auch nicht ganz sicher sind, wie sie in manchen Situationen reagieren sollen: Legt euch das Buch zu – es ist seinen Preis wert. Hier der Link 🙂

So, was war noch? Heute kam Leo (mit seinen 7 Jahren war er schon 6 Monate in der Psychiatrie & wurde nun auf Tabletten eingestellt) während der Hausaufgaben zu mir und schaute mich traurig an.
Ich: „Was ist denn los, Leo?“
Er: „Ich bin traurig.“ [umarmt mich]
Ich: „Warum denn? Hat das einen bestimmten Grund oder ists einfach so?“
Er: „Einfach so.“
…und dann standen wir bestimmt ne ganze Minute da & er hat mich einfach nur gedrückt. Ich ihn auch. Das arme Ding.

Beim Mittag schaute mich dann Daniel (Klasse 1) an und sagte: „Du bist scharf.“
Eigentlich könnte man sich davon ja geschmeichelt fühlen, aber so ganz sicher bin ich nicht. Letzte Woche rief er mir schon „Sie sind heiß!“ hinterher & freute sich dann darüber. Hm. Meine Mum sagt ja, dass da was nicht ganz stimmen kann bei ihm zuhause. Wenn er sowas einfach so raushaut. Keine Ahnung. Sowas hatte ich schonmal in Erfurt als ich noch meine Englisch-AG mit Klasse 1 & 2 hatte. Da kam auch ein kleiner Junge aus meinem Kurs an, nahm meine Hand, schaute zu mir nach oben und sagte: „Miss A., Sie sind wunderschön!“ 🙂

Naja. Mal sehn, was die Woche noch so bringt. Wie gesagt, ich muss darf nochmal an die andere Grundschule. Also werd ich vielleicht doch am Mittwoch fertig mit den ominösen Windanzeigern von letzter Woche. Olé, nochmal die wilden 9 Jungs 😉 Aber wird schon, das Buch hat mir echt nochmal nen Schub Sicherheit gegeben. Übrigens war es das erste Ratgeber-Buch, was ich mir wirklich komplett durchgelesen habe… und das soll schon was heißen 😉

So, das war’s für heute 🙂