Tag Archives: Probleme

Referendariat beendet – und nun?

1 Aug

Eigentlich wollte ich diese neue Rubrik ruhiger angehen lassen – aber mal wieder kam mir das Land Thüringen zuvor.

Worum geht es?
Mit dem 31.7.2013 beendete ein neuer Jahrgang Referendare bzw. Lehramtsanwärter die Ausbildung zu „echten Lehrern“. Das ist eine tolle Sache, endlich ist nach einer wirklich langen Zeit (4.5 Jahre Studium plus 1,5 Jahre Vorbereitungsdienst = 6 Jahre) der Moment gekommen, in dem wir uns im Schuldienst beweisen können. Überraschenderweise haben erstaunlich viele Lehramtsanwärter (LAA) in diesem Jahrgang eine Stelle angeboten bekommen – und auch dankend angenommen. „Vollzeit und unbefristet“ – ein absoluter Sechser im Lotto!

Neben all der Freude gibt es aber zunehmend auch Frust, denn mal wieder muss die Übergangszeit überstanden werden. Die sieht leider aus verschiedenen Gründen nicht gerade rosig aus.
Warum?
1. DAS GELD 
Ein Rechenbeispiel:
Als LAA ist man verbeamtet, d.h. man bekommt sein Geld im Voraus. Da der Vorbereitungsdienst am 31.7. endet, heißt das, dass am 30.6. zum letzten Mal Geld auf unsere Konten fließt – das Geld für Juli 2013. Die nächste Zahlung lässt dann aber lange auf sich warten – bis 30. September, genau gesagt.

Da fragt man sich: wieso dauert das so lange?

Ganz einfach! Die neuen Lehrer werden nicht übergangslos zum 1.August eingestellt, sondern erst zum Beginn der Vorbereitungswoche am 19.August. Heißt für uns: wir müssen 2 Wochen überbrücken. Nur wie? Und das Schönste: die Zeit vom 19.-31.August wird dann erst zusammen mit dem Gehalt vom September gezahlt. Wir sitzen also August und September auf dem Trockenen.

Probleme die sich daraus ergeben, sind die Folgenden:
2. DIE KRANKENVERSICHERUNG 
Wie kommen wir in eine gesetzliche Krankenversicherung? (durch die Verbeamtung war die private KV für uns LAA günstiger – nun sind wir aber keine Beamten mehr) Wer zahlt die, wenn wir 2 Wochen keinen Job haben? Wir selbst? Von welchem Geld?!
Eine Möglichkeit wäre es, Hartz4 zu beantragen (ALG I gibt es nicht, weil wir als Beamte nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlen mussten) – das Amt würde dann die Beiträge übernehmen.
Aber: wer wie ich mit seinem Freund zusammenwohnt oder ein bisschen Erspartes hat, wird für die 2 Wochen nicht viel bekommen – und wenn, dann eh erst verspätet. Bringt also nichts.
———————————————————-
Heute ist also Tag 1 nach dem Referendariat.
Ich bin arbeitslos und ohne Krankenversicherung.
2 Wochen lang.
Hallelujah!

———————————————————-

Nachtrag: 
Natürlich könnte ich mich in der Privaten weiterversichern. Kostet aber 150 €. Ich könnte auch die Kosten für die Gesetzliche tragen. Kostet 200€. Die habe ich aber nicht. Ich könnte mich auch bei nem Selbstständigen mitversichern lassen. Kenne aber keinen. Also „packe ich mich 2 Wochen in Watte“, wie Frau AOK gesagt hat und sehne den 19.8. herbei. 
Zum Thema „arbeitslos“ – meinen Plan mit Kunststofffabrik habe ich sausen lassen – hab für die Schule noch genug zu tun & vorzubereiten. Arbeitslos melden muss man sich wegen den beiden Wochen nicht – habe mich dazu informiert. 

Advertisements

Gruselig

2 Mrz

Ich hab nen Moment überlegt, ob ich jetzt diese Zeilen hier schreibe oder nicht. Wie die Reaktionen ausfallen werden, kann ich schon ahnen. Aber weil das hier ja prinzipiell mein „Tagebuch“ ist, muss auch das hier rein. Als hoffentlich einmalige Erinnerung. 

——————————

Ihr habt ja sicher mitbekommen, dass ich derzeit etwas an meiner Ernährung drehe. Früher täglich Kekse, Schokolade, Nudeln – seit letztem Montag nur Obst/Gemüse/Fleisch und wenig Kohlenhydrate. 

Leider war es gestern wohl ein bisschen ZU wenig (Joghurt, Möhren, Königsberger Klopse, Wasser)… 
Heute morgen suchte ich noch im Bett liegend nach einem schönen Frühstücksrezept mit wenig Kohlenhydraten. Ich fand eins für Eierkuchen und schwang mich fröhlich aus dem Bett, weil ich schon ziemlich hungrig war. In der Küche angekommen suchte ich mir die Zutaten zusammen, als mich plötzlich kotzeübel und schwummrig wurde. 
Also fix ins Bad gerannt. Kam aber nix. Dafür wurden meine Hände zittrig und ich konnte nicht mehr richtig zugreifen. Mein Kreislauf rebellierte kurz, sodass ich ne Weile auf dem Badezimmerfußboden lag, mit hochliegenden Beinen. Hmpf. 
Also fix Schatzi angerufen. Er natürlich besorgt gleich befohlen, sofort ein Stück Schokolade zu essen. Hab ich gemacht. Hat nicht mal sonderlich geschmeckt irgendwie. Komisch. 
Naja, dann gings wieder und ich machte mich daran, meine Zutaten zusammenzuschütten. Als die Eier drin waren, gings schonwieder los. Diesmal legte ich mich auf den Boden neben mein Bett. Wartete. Trank nen Schluck…und machte mich dann schleunigst daran, mein Rezept fertig zu stellen und was in den Bauch zu kriegen. 

Zum Glück rief meine Schwester an und lenkte mich dann 2 Stunden ab, sodass ich nebenbei aß und dann mit ihre quatschte. Ich glaub das war ganz gut, seitdem war nix mehr. 

Jepp. Jetzt dürft ihr schockiert sein. Ich war es auch. Trotzdem werd ich erstmal nix ändern, weil es mir derzeit ziemlich gut geht mit der allgemeinen Ernährung. Ich bin so ziemlich den ganzen Tag fit und wach – normalerweise liege ich samstags bis um 12 im Bett – heute stand ich 8:30 Uhr auf, einfach weil ich wach war und nicht mehr rumliegen wollte. 

Mein Fazit aus der ganzen Aktion heute: 
Ich brauch mehr Nahrung hier in der Wohnung und in der Schule, damit ich regelmäßig essen kann. Wenn ich das mache, funktioniert das System Low-Carb/Ernährungsumstellung sehr gut. Wenn ich es nicht mache, läuft es wohl so wie heute – und darauf hab ich keine Lust. Das war gruselig. 

In diesem Sinne: 
Gleicht gibts Dinner: Brokkoli-Hähnchen-Auflauf mit Mandelsplittern, Sauce Hollandaise, Sahne und Käsöö 🙂

Ps.: Wisst ihr, was meine Mutti und meine Mentorin vermuten? 
Ja genau, dass ich schwanger bin. Hahaha. Bin ich natürlich nicht, davon wüsste ich nämlich 😉

Pps.: Hier das Low-Carb Eierkuchenrezept
4 Eier
250g gemahlene Mandeln 
3 EL Mehl 
2 TL Zimt 
1 EL Zucker 
nach Belieben Milch
–> Low Carb heißt hier vor allem, dass das kohlenhydratreiche Mehl zu einem Großteil durch die Mandeln ersetzt wird, die sehr fett- und eiweißreich, aber kohlenhydratarm sind. 
Geschmeckt hat es anders, aber lecker. Werd ich mir nochmal machen 🙂 Der Zimt im Rezept ließ die Wohnung weihnachtlich riechen. Lecker! 

Ein Dank

21 Jan

Von meinem grausigen Morgen (Aufstehn. Duschen. Schnee schippen. Auto frei schaufeln. Losfahren. Rutschen. Schleichen. Aufgeben. Zurück fahren. Bürotag statt Schule.2 Tonnen Schnee schippen.) will ich heute gar nicht weiter berichten, sondern über etwas anderes.

Ich möchte mich bedanken.
Bei euch.
Und bei allen anderen auch.
Aber von vorne…

Freitag war kein schöner Tag für mich. Es war ein richtiger Dämpfer, mit dem ich nicht gerechnet habe & der mich wirklich unerwartet traf.
Im Nachhinein muss ich sagen: viele Dinge, die kritisiert wurden, waren berechtigt. Viele Dinge in meinem Entwurf hätten so nicht sein müssen.
Hauptproblem war, dass ich mich durch die Fächerverbindung, in der die Stunden liefen, verhaspelt habe.
Statt zwei einzelnen Entwürfen habe ich einen gemeinsamen geschrieben und mich dadurch verzettelt.
Das Fach Deutsch habe ich dadurch wirklich fast vollständig außen vor gelassen, was natürlich nicht hätte passieren dürfen.
Nicht, wenn man alles bedacht hat.
Ich glaube der mangelhafte Entwurf lag auch ein bisschen daran, dass ich langsam nen Laptop-Koller hatte.
Nach über einem Monat Schreibarbeit am PC für die Abschlussarbeit war meine Konzentration das Schriftliche betreffend einfach nicht mehr vorhanden. Irgendwann steht es einem bis zum Hals & dann geht nix mehr.
Durch das Schreiben habe ich mich gequält und so dann eben den Überblick verloren.
Sehe ich ein.

Jetzt zum eigentlichen Thema:
Es war wirklich toll, so viel Feedback von euch zu bekommen. Aufmunternde Worte, Tipps, Ideen und auch die Tatsache, dass es vielen von euch auch schon mal so gegangen ist – sowas baut wirklich auf und lässt einen das Ganze nicht mehr allzu eng sehen.
Dafür DANKE!
Es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die hinter einem stehen und einen unterstützen…sei es durch eine Mail, ein Youtube-Video, einen Kommentar oder eine SMS. Es ist alles angekommen und hat mir geholfen. Danke! 🙂

Nun, wie geht es nach dem Debakel weiter?
Schritt 1
Ich werde mir direkt nach diesem Artikel hier mal die wichtigsten Dinge (bzgl. Stundenplanung, Ziele etc.) zusammenfassen & ne kleine Übersicht erstellen. Die kommt dann direkt vor meine Nase, sprich: an die Wand hinter meinem Laptop, damit ich das immer im Blick habe.

Schritt 2
Ich werde in der nächsten Zeit gezielt komplette Ziele formulieren, die auf die einzelne Stunde passen und werde nach jeder Stunde  reflektieren – hat das Ziel auf meinen Inhalt gepasst? Konnten die Schüler es erfüllen? Was hätte ich anders machen müssen?

Schritt 3
Zu jedem neuen Thema werde ich eine kleine Sachanalyse vorbereiten, damit ICH weiß, wo der Schwerpunkt liegt und was wichtig ist für den Inhalt. Hier merke ich teilweise selbst, dass mir in manchen Bereichen (besonders in Deutsch) noch Grundlagenwissen fehlt. Insbesondere was die Fähigkeiten & Fertigkeiten angeht, die Schüler bei bestimmten Methoden haben müssen, damit es klappt – daran muss ich noch arbeiten, hier fehlt noch der Überblick.
Woran das liegt? Ich schieb das jetzt mal auf die Uni, solche Grundlagen hätten dort besprochen werden müssen. Statt Vorträge zum Thema Fibel zu halten… Aber das ist ein anderes Thema…


Schritt 4
Den Entwurf für die praktische Prüfung ernst nehmen. Oder sagen wir: ernster als den der 2. Lehrprobe. Ich habe schon einige Hinweise bekommen, was ich hätte besser machen können und wo der Fokus liegen muss. Daran werde ich beim nächsten Mal arbeiten, sodass mir dämliche Anfängerfehler wie dieses Mal nicht mehr passieren.

Ich denke mal, dass der Schlachtplan ganz sinnvoll ist und mir helfen wird.
Das Fachliche ist seit Beginn der Ausbildung ein Knackpunkt, an dem ich noch arbeiten muss. Ebenso wie die Ziele. Wobei ich bei letzterem schon Fortschritte gemacht habe. Wenn ich jetzt an Stundenplanungen sitze, schreibe ich mir automatisch schon auf, was ich erreichen will – wenn ich das noch genauer hinkriege, wird das mit den Zielen in der Prüfung dann auch klappen.

Heißt: ich arbeite an mir (wie immer) & dann wird das schon werden.

In diesem Sinne: DANKE für’s Rücken stärken und unterstützen,
Eure Frau A. 🙂
Ps.: Frage an euch:
Habt ihr vielleicht hilfreiche Literaturtipps, was fachliche Grundlagen angeht? Egal zu welchen Fächern. Über Hinweise würde ich mich freuen. Habe hier schon Kataloge von diversen Verlagen stehen, aber die preisen ja ALLES als supertoll und superhilfreich an. Woher nehmt ihr eure Fachwissen? 

Die 2. Lehrprobe

18 Jan

Ja, wo fang ich an. Schwierig, nach diesem Tag.
Heut stand die zweite Lehrprobe auf dem Programm. Darauf freute ich mich schon. Nicht auf die Lehrprobe mit 4 Gästen, aber auf die Stunde und auf das, was ich mit den Kindern vor hatte.
Ich unterrichtete wie geplant, ging auf ungeplante Zwischenfragen (souverän) ein, alles lief.
Am Ende wurde die Zeit knapp (weil ich zu viel in die Stunde gepackt hatte), sodass ich die Arbeit abbrach und die Weiterarbeit auf Montag verschob.
Soviel zur Kurzform.

Danach hatte ich wieder 40min Zeit, um „mir zur Stunde Gedanken zu machen“. Direkt im Anschluss, keine Pause, nix.
„Auf Wiedersehen“ zu den Kindern und dann gleich Auswertung, Auswertung.

Ich war vorbereitet, hatte mir die Reflexionsspinne in eine Tabelle umgearbeitet, um effizient auswerten zu können.
Ich fand Kritikpunkte, Problemstellen, analysierte Schülerarbeiten & schrieb Verbesserungsvorschläge auf.

Dann das Auswertungsgespräch.
Ich brachte alles an, was mir aufgefallen war, reflektierte, sagte was mir zur Stunde einfiel, machte Vorschläge.
Dann waren die Fachleiter dran.
Nach 3 Sätzen zu meiner ach-so-tollen Lehrerpersönlichkeit „(„Die Kinder lieben Sie!“) ging das Gemetzel los.
Der Entwurf? Miserabel!
Die Umsetzung? Oh Gott!
Der Lernzuwachs? Gab es nicht!
Die Reflexion? Unzureichend!
Die Zielformulierungen? Lachhaft!
Das Pensum? Zu hoch!
Die methodische Analyse? Murks!
Die Sachanalyse? Unvollständig!
und und und.
Also volle Breitseite, mitten ins Gesicht.
BÄM.

Ich saß da, hörte zu, biss mir LANGE LANGE LANGE auf die Zunge, lenkte mich mit Nase putzen ab.
Aber dann war das Maß voll & mir stiegen die Tränen in die Augen.

Wie blöd bin ich eigentlich?
Zu dämlich, Ziele zu formulieren.
Zu inkompetent zu erkennen, was die Schüler bewältigen müssen.
Zu was weiß ich nicht alles.

Aber: meine Lehrerpersönlichkeit ist toll.

Nur blöd, dass die nicht bewertet wird, sondern dass es so läuft:
„Frau A., Sie werden an Ihrem Entwurf gemessen!“

Dann ist es auch nicht wichtig, dass ich in der Stunde differenziert habe – es stand ja nicht im Entwurf.
„Wann ist Ihnen das denn eingefallen?!“
Das hatte ich die ganze Zeit geplant und nur vergessen, es aufzuschreiben.
„Das muss alles in den Entwurf. So geht das nicht!“

Puh. Und so ging das ungefähr anderthalb Stunden.
Dies war schlecht, das war noch schlechter. Das war zu viel, das war zu wenig.
Wirklich gut war nix… oh doch, mein Tafelbild, yeah! Und natürlich die Lehrerpersönlichkeit.

Kurz: Es war ganz schön heftig.
Vor allem, dass sich so an dem Entwurf festgeklammert wurde & alles schlecht geredet wurde.
Okay, ich sehe ein, ich habe wichtige Teile vergessen bzw. war mir deren Bedeutung nicht bewusst.
Ich war zu sehr auf HSK und die Ziele diesbezüglich fixiert.
Ich habe in Deutsch nicht deutlich genug auf die Lernwörter hingewiesen & nicht klar genug im Entwurf ausgearbeitet.
Okay.
Alles klar.
Aber ich habe auch selbstständig Fehler gefunden und schon geplant, wie es weiter gehen soll.
Ich habe gesehen, wo es Probleme gab und überlegt, wie man sie lösen könnte.
Ich habe differenziert.
Ich bin auf Zwischenfragen eingegangen.

Aber das war alles egal. Wirklich wurscht. Davon wurde rein GAR NICHTS erwähnt.
Nur drauf gehauen.

Jepp.
Dann durfte ich den Raum verlassen.
Rief heulend Schatzi an.
„Ach komm, das zählt doch eh nichts. Mach dich nicht so fertig! Ich hab dich trotzdem noch gern!“
Beruhigte mich einigermaßen.
Nach gefühlten 100 Stunden wurde ich dann reingebeten und mir die Noten eröffnet.

Ich zitiere:
„Also wenn das Ihre Prüfung gewesen wäre, wären Sie durchgefallen.“

BÄM.
Okay, nach dem Gespräch dachte ich mir schon, dass es nicht so prall war – gerade wegen des Entwurfes, aber…
Als dann die Noten kamen… Wow!

Die genauen Zahlen sag ich euch nicht, aber nur so viel: pro Fach wären 15 Punkte das Maximum gewesen.
Sprich: insgesamt hätte ich bei 2 Einsen mit Sternchen 30 Punkte sammeln können.
Was habe ich bekommen?
9 Punkte.
INS.GE.SAMT. 

Krass, oder?

Besonders schön finde ich hier noch, dass es DAMALS am Ende der 1. Lehrprobe von der selben Person noch hieß:
„Ich traue Ihnen durchaus zu, eine Einserkandidatin zu werden.“
Davon war heute nichts mehr zu sehen oder zu hören oder zu spüren.
Ich bin zur Fünferkandidatin mutiert.

Was ich schade finde an der ganzen Sache ist, dass die positiven Dinge kaum in die Wertung eingingen.
Der Entwurf war zentral, nicht meine Stunde.
Ich gebe zu, dass ich Fehler gemacht habe, ja.
Aber hätten sie den Entwurf nicht gehabt, wäre es nicht so schlimm ausgegangen.
Niemals!
Und das ist so… ätzend. Ebenso wie der Spruch: „Der Entwurf soll ja heute nicht mit in die Bewertung eingehen.“ Ha. Ha.

ABER: Schwamm drüber. Die Noten gehen nirgends ein… wobei: „Sie hinterlassen natürlich einen Eindruck“
Super.
Krieg ich ein Minus mehr auf meine Liste.

Ich bin sowieso gespannt, wie das Seminar mich/uns einschätzen wird. Das stelle ich mir sehr spannend vor.
Besonders die Begründungen… Zusammen mit dem Notenvorschlag der Schule wird das nämlich 40% meiner Endnote ausmachen.
DAS ist also wichtig. Lehrerpersönlichkeit und sowas.

Die „richtige“ praktische Prüfung zählt insgesamt dann „nur“ 20%. Kann einem trotzdem die Beine brechen.

Nun ja. Wie sagt man so schön: „Don’t look back in anger“.
Heißt: ich guck nach vorne & versuche, es beim nächsten Mal besser zu machen…und vor allem kleinschrittige und traumhaft schöne Ziele zu formulieren. Das wird bei mir immer als Problem gesehen. Meine Zielformulierung.
„Ihnen ist nicht klar, was Sie erreichen wollen. Und das merkt man.“ 

Hmmm… Klar weiß ich, was die Schüler am Ende können sollen. Es muss nur so verpackt werden, dass die Fachleiter es akzeptieren.
Und „WAS – WIE – WARUM“ ist auch nicht immer richtig. Es muss auch 100% passen und erfüllbar sein.
Mir fehlen da noch konkretere Vorgaben. Handfeste Dinge. Aber hier ist nicht der Ort, das zu besprechen, das muss ich woanders anbringen.

Meine Fazits des Tages: 
Was einen nicht umbringt, macht einen stärker.

Nächstes Mal – zur Prüfung, mit dann 6 Leuten hinten drinne – wird es besser werden.
Ich hab im letzten Jahr schon SO viel gelernt und es ist einfach ärgerlich, dass ich es jedes Mal durch diese blöde theoretische Planung verhaue.
Jedes Mal.
Es ist nie richtig.
Nie perfekt.
Nie passgenau.
Zum Haare raufen, echt.

Weiteres Problem: wenn „die“ kommen, versucht man immer, das was man begonnen hat abzuschließen. Es soll fertig werden. Meine Sache heute war aber kein Ding von 90 Minuten, das braucht länger. Ich hätte also weniger ansetzen sollen und das dann auf mehrere Stunden verteilen. Und dafür mehr und besser erklären sollen. Hätte ich normalerweise auch gemacht. Aber wie gesagt, sobald da jemand hockt, will man ja ein Ergebnis vorweisen.
Und in manchen Fällen führt das denn eben zu „Durchgefallen“.

Hm.
Egal.

Jetzt erstmal: WOCHENENDE!
In 4 Wochen sind Ferien.
Dann flieg ich nach London.
Und danach geht die heiße Prüfungsphase los.
Bis dahin hab ich die nächsten Wochen bisher NOCH keine größeren Termine, kann also endlich (seit November) mal wieder versuchen, mir einen Alltag aufzubauen, in dem ich nicht jeden Abend Entwürfe tippend vorm PC hänge.
Wird auch langsam Zeit.

In diesem Sinne:
Alles wird gut! Irgendwie, irgendwo, irgendwann.

Eure Frau A.

Ps.: Ich habe manchmal das Gefühl, dass das alles aus nem Grund passiert. Nämlich dem, dass ich euch von allen Facetten des Refs berichten kann. Und dazu gehört halt scheinbar auch mal ne versaute Prüfung.

Pps.: Falls hier Fachleiter jeglicher Studienseminare mitlesen: 
Mein Freund hat heute gesagt, dass dieses wirklich extreme Rumhacken heute vielleicht eine Retourkutsche ist, für meine Äußerungen bezüglich Studienseminar und Ausbildung hier im Blog. Und dass es vielleicht besser wäre, zu manchen Dingen öffentlich den Mund zu halten. 
Das werde ich natürlich NICHT tun. Ich habe eine Meinung und finde, es wäre sträflich, sich abzuducken, alles ohne murren auszuhalten und zu versuchen, irgendwie durch das System durchzukommen. 
Ich finde, dass es die Leute verdient haben, auch mal hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wie es abläuft und wo es Probleme gibt. 
Dabei sind meine Ausführungen nicht personenbezogen. Es geht um das System, in dem man zu einem umsichtigen, kompetenten, mitfühlenden, vorausschauendem, tollen Lehrer ausgebildet werden soll. Das System, dass einen in den 18 Monaten unter einen enormen Druck setzt, der einfach manchmal zu viel wird. 
Ich will hier niemanden angreifen oder lächerlich machen. Ich schreibe hier anonym über meine Erlebnisse und tausche mich mit anderen aus. 
Nicht mehr und nicht weniger. 
Und ich hoffe, dass dieses „Retourkutsche“-Ding nur ein sinnloser Gedanke war, in dem kein Fünkchen Wahrheit steckt. 
Alles andere wäre…gelinde gesagt…unverantwortlich. 

 

Aufgeben oder weiter machen?

18 Okt

Nein, keine Sorge – bei mir ist alles in Butter.
Das scheint aber eine Ausnahme zu sein – denn bei den anderen geht es gerade richtig rund.
Es gibt wirklich Referendare, die überlegen gerade, die ganze Sache abzubrechen.
Nach 4,5 Jahren Studium, dem Warten auf den Platz und den ersten 8 Monaten des Referendariats.
Kann das wirklich wahr sein?
Aufgeben?
Aber warum?

Hier ein Einblick in das Leben der Anderen…:

Nach den Sommerferien sollten wir von unserer Schule für 10-12 Unterrichtsstunden fest eingeplant sein. Im Stundenplan. Bedarfsdeckender Unterricht. Allein in der Klasse.
So wurden die meisten von uns auch eingeplant. Nur leider nicht so, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist.
Beispiel:
Wir werden in 4 Fächern ausgebildet: Deutsch, Mathe, HSK (Heimat-& Sachkunde) und dem Viertfach, bei mir ist das Werken ( bei anderen Sport, Musik, Kunst, Schulgarten etc.)
Die Stunden dazu sollten einigermaßen ausgeglichen verteilt sein, da ja alle entweder für die mündliche oder die praktische Prüfung relevant sind. Oder für die Abschlussarbeit.

Nun sieht das in manchen Schulen so aus:
– 4x Mathe
– 6x Kunst
– 2x Ethik

Fällt euch was auf?
Kein Deutsch.
Kein HSK.
…und Ethik ist NICHT ihr Viertfach. Nein. Sie muss es FACHFREMD unterrichten, hat keine Ahnung davon, keine Grundlagen, nichts.

Wie soll sie fit werden für Prüfungsstunden? Wie sicherer werden in D und HSK? Wie Erfahrungen sammeln? 
Naja.
Stattdessen hat sie sich in ihren Freistunden noch Lehrer gesucht, die sie EIN BISSCHEN D und HSK machen lassen. Damit sie wenigstens ETWAS von den Fächern mitbekommt. (Die unterscheiden sich nämlich massiv von Mathe)

Schlimm oder?!

…aber was noch viel schlimmer ist: Gespräche mit der Schulleitung führen ins Leere. Und Gespräche mit der Seminarleitung werden nicht gesucht.

Das hat auch nen Grund. In einem anderen Fall wurde nämlich Hilfe gesucht… und das führte zu noch mehr Problemen & zu absolut keiner Besserung. Im Gegenteil. Stattdessen wurde gesagt „Schreiben Sie sich die negativen Dinge auf die eine Seite – und versuchen Sie, diese Sachen positiv umzuformulieren.“ 

Hallo?
Wird es dadurch besser?
Ich denke nicht.
Sicher, in jeder schlechten Sache stecken auch positive Dinge (deswegen bin ich ja so ein positiver Mensch), aber… die Probleme lösen sich dadurch nicht. Und wenn man nicht mal von der höchsten Instanz Hilfe erwarten kann, ist das wirklich…schlimm.

…und diese Fälle sind keine Einzelfälle. Probleme mit Mentoren hier, fehlende Materialien da, ständig Hofaufsicht dort, keine freie Methodenwahl da… die Liste könnte ich noch ne Weile fortführen.
Sicher ergeben sich auch viele Probleme aus Gründen der Sympathie / Antipathie, aber dennoch sollte es für alles ne Lösung geben. Bei vielen wird es jedoch immer verfahrener… Wie gesagt: „Dann brech ich den Mist halt ab“ zu hören ist schon hart. Und von unseren Vorgängern habe ich auch schon erfahren, dass Leute abgebrochen haben.
Das ist schon krass.
Nach Studium, Wartezeit und Großteil des Ref plötzlich OHNE irgendwas da zu stehen.
Schlimm.

Wenn ich sowas höre bin ich wirklich froh, dass es mir nicht so geht. Dass ich nette Mentoren, eine verständnisvolle Schulleitung und eine tolle schulische Ausstattung habe. Echt. Dazu noch Rückhalt von Familie, Verständnis von Freunden, hin und wieder Trost von Schatzi. So geht das ganz gut.

Andere kriegen leider die volle Ladung Mist ab & müssen sich durchkämpfen ohne Ende.
Ich hoffe nur, dass sie an diesen Herausforderungen wachsen…und nicht zerbrechen.
Es wäre schade um ihre Persönlichkeit und ihr Talent.

Denkt mal darüber nach, liebe Schulen, Lehrer, Mentoren, Fachleiter und Verantwortliche in höheren Positionen.