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„Was braucht ein Referendar?“

13 Aug

…und was braucht er NICHT?! 😉

Da in letzter Zeit vermehrt – wohl durch den Beginn einer neuen Runde Referendariat – Suchanfragen dieser Art zum Blog führen, möchte ich den scheinbar vorhandenen Bedarf mal decken.

Also: Was braucht ein Referendar? 

Zunächst einmal: es ist ganz normal, dass man sich zu Ref-Beginn mit diversen Sachen eindecken will. „Oh Gott, ich brauche noch dies und das und jenes!“ – Ging mir genauso. Meine erste richtige „Lehrer“-Bestellung machte ich damals bei TIMETEX. Was ich mir genau bestellt habe, könnt ihr HIER nachlesen.
Aber was habe ich davon wirklich behalten und genutzt?
Häufig: Füller, Kuli, Timetex-Beutel, Kleber, Markierungs-Streifen, Klebemagnete
Selten: Knetkleber Elastofix
Nie: Referendar-Heft, Lehrer Werkzeug Box Profi

Eine Auflistung der Dinge, die ICH vor Ort habe, findet ihr HIER. Aber nicht erschrecken 😉

Viele Dinge, die man auf den ersten Blick toll findet, stellen sich dann in der Praxis als total sinnlos heraus. Das gilt für Bücher, genauso wie für Materialien, Hefte, Trallala.

Was braucht man nun wirklich? 
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1. Bücher / Zeitschriften
Verkneift es euch, Infobücher wie „Überleben im Referendariat“, „Kursbuch Referendariat“ etc. zu kaufen. Zumindest kurz bevor es losgeht – da bringt es euch sowieso nichts mehr, weil ihr in kürzester Zeit 1000 andere Sachen im Kopf haben werdet & das Buch nur in der Ecke verstaubt. Also dazu ein dickes: NEIN!
Stattdessen: Tauscht euch untereinander aus. Mit Refs die schon weiter sind, mit den anderen Refs aus eurem Jahrgang, egal. Das bringt wesentlich mehr als ein steriles Buch. 

Ein weiteres NEIN geht an diverse Grundschulzeitschriften. Im Ref habt ihr keine Zeit, die Dinger zu lesen – auch wenn sie toll sind, und auch wenn ihr sie günstiger kriegt!

Wozu ich JA sage, sind definitiv die Lehrerhandbücher/Handreichungen zu den Materialien mit denen ihr im Unterricht arbeitet. Dort findet ihr sinnvolle Ideen, Verknüpfungen und ggf. auch Zusatzmaterialien. Sicher nicht immer günstig, aber als Referendar bekommt man meist 50% Rabatt & kann sich die Sachen dann leisten.
Ein weiterer absoluter Gold-Tipp ist gerade für die Grundschule ein Account beim „Zaubereinmaleins“ – dort findet ihr auch hilfreiche Tipps und Ideen und könnt euch einiges an Material selbst herstellen, statt teuer zu kaufen. Voller Zugriff kostet EINMALIG 20€…und ist es definitiv wert, glaubt mir!

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2. Büromaterial 
Was man DEFINITIV haben sollte sind: 
Bleistift, Füller, Patronen, Kuli, Lineal, Rotstift, Tipp-Ex, Locher, Tacker, Drucker, Druckerpapier, Ersatzpatronen für den Drucker (geht schneller leer als man denkt!), Blöcke, Markierstifte, farbige Papiere, Ordner, Klarsichtfolien, Notizzettel, Klebestreifen, Laptop, Internetzugang, E-Mail-Postfach –
…und vor allem ORDNUNG in all diesen Sachen. Dazu habe ich mir HIER Gedanken gemacht – das „Magazin“ nutze ich heute fast täglich! Definitiv Gold wert!

Was man haben KANN, aber NICHT MUSS: 
Laminiergerät (Erhöht Wiederverwendbarkeit der Materialien)
Handhebelschere (Ich liebe sie – erleichtert das Schnippeln massiv!)
Doppelseitige IKEA-Bilderrahmen (z.B. für Gruppenarbeiten etc.)
Kisten, Boxen, Aufbewahrungen für Material
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…mehr ist es eigentlich (zumindest für mich) nicht. Ich denke, dass man die ganzen Sachen ruhig angehen, und sich nicht verrückt machen (lassen) sollte. Was man genau braucht, sieht man dann relativ schnell – und kann es sich dann besorgen. Sich im Voraus mit 1000 Sachen einzudecken beruhigt zwar ein bisschen das Gewissen, schont aber weder den Geldbeutel noch die Umwelt. 

Deshalb: ruhig bleiben, abwarten, Grundausrüstung besorgen und dann flexibel reagieren.

Liebe Grüße,
Frau A. (die auch VIEL ZU VIEL Sachen vor und im Ref gekauft hat…und jetzt den Fehler zu Beginn des „richtigen“ Lehrerlebens wieder macht 😉 )

Übrigens: was die Lehrertasche betrifft – ausprobieren ist da ganz wichtig. Ich würde mir nichts „einfach so“ kaufen, ohne es mal getestet zu haben. Der Rucksack aus meiner Timetex-Bestellung war z.B. unpraktisch für mich. Ich habe mich dann in meinem Kollegium umgeschaut und mich in die – absolut NICHT nach Lehrer aussehende – Tasche meiner Mentorin verliebt…und glücklicherweise eines der wenigen privat verkäuflichen (weil seit 10 Jahren nicht mehr in Produktion) Exemplare aus England importieren können. Es muss also nicht immer ne dicke Lehrertypische-Leder-Umhängetasche sein.

Bleibt euch einfach treu – nicht nur was die Tasche betrifft! 😉

Twitter. Oder: Meine Artikel des Tages

5 Aug

„Wo findest du nur immer diese ganzen Sachen?“ 
Das fragte mich Schatzi, als ich wiederholt lachend neben ihm auf der Couch saß, mich kringelte und ihm Nachrichten aus aller Welt vorlas. 
Die Antwort? Auf Twitter! 

Mir ist bewusst, dass vielen Menschen Twitter zwar namentlich, aber nicht praktisch bekannt ist. Gründe werden u.a. HIER benannt. 

Ich selbst bin schon eine ganze Zeit bei Twitter aktiv. Einerseits um auch dort die neusten Links zum Blog zu verbreiten, andererseits aber auch, weil ich mich dort irgendwie näher dran am Weltgeschehen empfinde. 
Ein gutes Beispiel sind da z.B. die Promi-News. Ich folge u.a. @tmz und @eonline, 2 großen Celebrity-News-Kanälen aus Amerika. Das was ich dort lese, landet in den deutschen Klatschblättern meist erst eine Woche später. Die deutschen Promiwebseiten brauchen für die Übersetzung mindestens einige Stunden, manchmal erscheinen die Infos auch erst Tage später. 

Selbiges gilt dann auch für Neuigkeiten im Weltgeschehen. Papstwahl, ESC, „royal baby“ und diverse andere Großereignisse lassen sich minutiös nachvollziehen. Fernsehsendungen gewinnen massiv an Spaßfaktor, wenn man die Tweets andere Leute zum Thema mitliest und eigene Kommentare abgibt. 

Und natürlich bekommt man auch direkt interessante, spannende, kritische und lustige Nachrichten sämtlicher Medien zu Gesicht, wenn man den „richtigen“ Leuten folgt. 

Deshalb heute meine Lacher-Artikel des Tages 🙂 

1. „Vierjähriger als Bürgermeister wiedergewählt“
http://www.welt.de/vermischtes/article118708357/Vierjaehriger-als-Buergermeister-wiedergewaehlt.html

2. „Londoner Kanalisation: 15-Tonnen-Fettklumpen entdeckt“
http://www.sueddeutsche.de/panorama/londoner-kanalisation-tonnen-fettklumpen-entdeckt-1.1739401

3. „Bewerbungen: 8 super kreative Beispiele aus der Webwelt“
http://t3n.de/news/bewerbung-online-kreativ-471573/

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! 
Macht euch keine Sorgen, wenn ihr mal bei Twitter vorbeischaut und es euch überfordert. Wer sich dafür interessiert findet im Netz viele Anleitungen und Hilfen (zum Beispiel DIESE) und kann sich dann langsam einarbeiten. 

Mich (& meine Tweets) findet ihr übrigens unter dem Namen [existiert nicht mehr] 😉 

Liebe Grüße und noch einen schönen Montag wünscht: 
Frau A, 🙂 

Erfahrungsaustausch

19 Jun

Nachdem ich u.a. von „Jettalein“ in den Kommentaren nette Anregungen erhalten habe, mache ich’s einfach mal offiziell: 

Welche Materialien findet ihr super für eine erste Klasse? 
Was eignet sich eurer Meinung nach für Ma/D/HSK?
Welche Tipps habt ihr? 

Ich würde mich freuen, wenn eine kleine Literatur & Materialsammlung zustande kommen würde – da hätten sicher einige was davon, nicht nur ich 😉 

Also: womit habt ihr gute Erfahrungen gemacht? 
Was sollte man beachten? 

Ich fang mal an: 
Das KLASSE2000-Projekt finde ich super. Themen wie Ernährung, Entspannung etc. werden dabei mit fertigen Unterrichtsentwürfen für Lehrer leicht durchführbar gemacht. Zusätzlich dazu kommt ein „Gesundheitsförderer“ in die Klassen und hält pro Schuljahr selbst 2-3 Unterrichtsstunden. Diese Impulse können dann von Lehrern aufgegriffen und fortgeführt werden. Dazu gibt es tolle durchdachte Materialien, auch für die Kinder. Das Ganze läuft (wenn gewünscht) über die komplette Grundschulzeit. 
Bedingung: die Kosten von 200€ pro Schuljahr/Klasse müssen (von einem Sponsor bzw. Paten) übernommen werden. Weitere Info’s findet ihr auf der Website.

Jetzt seid ihr dran!
Ich freu mich auf eure Beiträge! 
Liebe Grüße, 
Frau A. 

[Ich bin mir natürlich dessen bewusst, dass jede Klasse anders ist und andere Bedürfnisse hat – mir geht es um generelle Anregungen und Ideen.]

Ausprobiert: „Was würdest du ändern?“

4 Jun

So, nachdem ihr gestern intensiv diskutiert habt, habe ich eine Sache gleich mal ausprobiert.
Diesmal in meiner Matheklasse (in der ich die Schüler seit anderthalb Jahren kenne).

Situation:
Nach der Hofpause kamen erst zwei Mädchen, die sich über einen Schüler beschwerten. Kurz darauf kam ein weiteres weinendes Mädchen in die Klasse.
„Der Florian hat uns gehauen!“
„Der hat uns geschubst!“
Usw.

Er war nach einem kurzen Gespräch uneinsichtig und hatte auch keine richtige Lust auf Unterricht. Statt ihn gammeln zu lassen, dachte ich an eure Tipps und schrieb auf einen Zettel:

„Schreibe auf, was in der Hofpause passiert ist. Was würdest du ändern?“

Nach einem kurzen fragenden Blick machte er sich ans Werk.
Als Ergebnis stand dann da (ich verbessere jetzt mal die Fehler):

Ich habe mit meinen Freunden gespielt.

Ich wies ihn darauf hin, dass beim Spielen keiner weint. Dann erklärte er mir, dass es in der Umkleide passiert ist und fügte auf dem Blatt hinzu:

Im Umkleideraum hab ich Kinder umgeschubst.

Dann hielt er mir den Zettel hin. Ich deutete auf den zweiten meiner Sätze und sah, wie er überlegte & den Stift in die Hand nahm.

Keine Kinder umschubsen.

Das war dann sein Fazit.
Es folgte ein kurzes Gespräch dazu & dann ließ ich ihn die normalen Aufgaben weiter machen.

Mein Fazit:
Prinzipiell ne gute Sache. Durch den Zeitaufwand (ich muss mir ja auch überlegen, welche Fragen ich auf den Zettel schreibe, wo ich das Blatt herkriege etc.) wäre es vielleicht besser, sowas als Blanko-Vordruck immer dabei zu haben.
Und es macht definitiv mehr Sinn, wenn sie selbst den Fehler in ihrem Verhalten suchen und Alternativen überlegen. (Aber in der ersten Klasse von gestern wäre das nicht gegangen, allein von den Fähigkeiten schon nicht)
Zusätzlichen Druck/Schamfaktor könnte hier noch das Verlangen einer Unterschrift der Eltern zur Kenntnisnahme bringen. Wenn sie erstmal merken, dass ihr Verhalten an „Zuhause“ weitergeleitet wird, wird es vielleicht unterbunden. Mal abwarten 😉

Ich habe diese Methode nun in meine „Methodenkoffer“ aufgenommen und werde das im Fall der Fälle versuchen zu praktizieren.

DANKE für eure Ideen und die rege Diskussion gestern!

Liebe Grüße,
Frau A.

Ps.: Sowas steht im Lehrplan übrigens unter Selbstreflexion & schult daher sogar noch Selbst- und Sozialkompetenz. Das hätte ein gutes Ziel für nen Unterrichtsbesuch gegeben – wenn ich denn noch welche hätte… 😉

Pps.: Meine Formulierung finde ich im Nachhinein nicht ganz optimal. Hat zwar ihren Zweck erfüllt, aber gefällt mir noch nicht so. Habt ihr Ideen, wie man das besser schreiben könnte – im Hinblick auf einen Blanko-Bogen in dem z.B. nur 1. Was ist passiert? 2. Was hast du gemacht? 3. Was würdest du anders machen? steht. Wie würdet ihr das machen?

Erstklässler

3 Jun

Was kommt euch zuerst in den Sinn, wenn ihr den Begriff „Erstklässler“ hört?
Überlegt mal kurz.
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Wahrscheinlich solche Sachen wie:
– niedlich, süß, putzig, klein
– hilflos
– stolz

Als Lehrer denkt man dabei spontan an ganz andere Sachen.
Meine Assoziationen sind da z.B.:
– unselbstständig, hilfsbedürftig, laut
– hibbelig, nervös, aufgeregt
– brauchen viel Aufmerksamkeit, Anleitung, Anweisung

Jetzt werden manche sagen: „Ach komm, so schlimm wirds nicht sein!“
Stimmt. Wenn man in so einen wilden Haufen aus 23 Schülern erstmal ein System reingebracht hat, dann mag das Ganze seinen Chaoscharakter verlieren.
Bis man aber dort hin kommt, verliert man als Lehrer sicher viele viele Nerven.

Warum ich das schreibe?

Naja, ich hatte heute 2 Stunden Vertretung in der ersten Klasse. Da bin ich mit gemischten Gefühlen rein. Einerseits freute ich mich darauf, mal wieder Einser zu haben, andererseits eilt den diesjährigen ersten Klassen ein gewisser Ruf voraus.

Also plante ich einen schönen Einstieg, ein kleines Wettbewerbs-Motivationssystem, Bewegungspausen und Abwechslung ein. Das bringt aber alles nix, wenn schon zu Unterrichtsbeginn kaum Ruhe in den Haufen zu kriegen ist.

Irgendwann hatte ich sie dann zuhörbereit (leise und geheimnisvoll sprechen hilft hin und wieder), erklärte den Ablauf und dann ging’s los. Schade nur, dass sich 4 Jungs in der Klasse gegenseitig ablenkten (trotz weiter Entfernung zwischen ihren Bänken), sodass kaum Ruhe einkehren konnte. Permanentes Reinrufen, Geräusche machen, stören.

Als Konsequenz ließ ich 2 der Störer schreiben. Einen bestimmten Satz. Mehrfach auf einen Zettel. Dazu platzierte ich sie außerhalb des Klassenraumes (aber in Hörweite, keine Sorge). Als die beiden weg waren, war endlich wieder Unterricht möglich. Puh.

Dann kam die kleine Pause. Anweisung: kurz bewegen, Klo, wieder zurück kommen.
Kurz darauf fiel mir auf, dass 2 Plätze leer waren. Zwei Jungs fehlten. Also ließ ich die Klasse eine Aufgabe selbstständig lösen und machte mich auf die Suche im Schulhaus.
Nichts.
Wieder hoch in die Klasse, mit den Schülern gearbeitet, überlegt…und beschlossen, dass ich im Sekretariat Bescheid sagen muss. Also runter geflitzt (die Schüler waren brav) und unten im Büro gesehen, dass die Jungs dort an einem Tisch saßen und schrieben.

Was war passiert?

Sie haben in der Pause beschlossen, die Toiletten voller Klopapier zu stopfen – um sie im Idealfall wohl noch zu überfluten. Wäre nicht das erste Mal… Dabei machten sie aber so einen Terror (ich bekams nicht mit, weil ich im Klassenraum in einem anderen Stockwerk die anderen Schüler hatte), dass der Chef sie auf frischer Tat ertappte und gleich zu sich beorderte.
Puh. Da war ich erstmal beruhigt, weil ich ernsthaft Angst hatte, dass sie aus der Schule abgehauen sind. Da geht einem ganz schön die Pumpe, das sag ich euch. Aber: man kann nicht alle Schüler permanent beaufsichtigen – erst recht nicht auf dem Klo.

Nun ja. Die ersten beiden Stunden endeten dann damit, dass ich den Schülern ihre glorreiche Tat ins Hausaufgabenheft schrieb. Morgen werde ich noch die Klassenleiterin diesbezüglich informieren…aber ob das Früchte trägt ist fraglich… diese Jungs sind schon ganz schön heftig.

Glaub ihr nicht?
Na dann noch ein paar Anekdoten aus anderen Fächern.

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Sport. Ein Schüler benimmt sich daneben. Die Lehrerin macht ihm klar, dass im Sport nach ihren Regeln gespielt wird. Wer das nicht tut, muss sich Umziehen und darf nicht mehr mitmachen.

Reaktion?
Der Schüler sagt: „Und Tschüss!“ und geht sich umziehen.

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Kunst. Die Lehrerin ermahnt die Klasse mehrfach. Einige Schüler müssen Verhaltensregeln aufschreiben, weil sonst kein Unterricht möglich ist.
Ein Schüler freut sich darüber, denn er „Hat eh keinen Bock auf Kunst“ und schreibt lieber Regeln ab.
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Hallo?!
Also bei manchen Situationen greift man sich echt an den Kopf und fragt sich, wo man gelandet ist. Und da ist unsere Schule noch eine sehr gute, in der nur wenige Schüler solche Macken haben. Zu meiner Hortzeit habe ich schon härtere Fälle erlebt. Und trotzdem ist man jedes Mal wieder schockiert und fragt sich, was das soll.
Wieso sind manche Schüler so?
Waren wir auch so als Kinder?
Wird das noch schlimmer?

Sicherlich kann man nicht alle Kinder über einen Kamm scheren. Auslöser gibt es viele. Aber manchmal ist es echt schwer, darauf zu reagieren. Ich will nicht sagen, dass die Prügelstrafe wieder eingeführt werden sollte, aber…manchen Schülern würde so ein kleiner Klaps sicher gut tun.
Wenn sie grinsend vom Regeln schreiben zurück kommen merkt man ja, dass das nicht gefruchtet hat. Am nächsten Tag – oder sogar in der nächsten Stunde, geht das Drama dann weiter. Unterstützung vom Elternhaus? Meist Fehlanzeige.

Aber…ich will nicht schwarzmalen.
Es gibt auch tolle Kinder, die sich bemühen, mitarbeiten und anstrengen. Die am Ende der Stunde nach vorne kommen und sagen: „Ich freu mich schon auf die nächste Stunde mit dir!“ oder „Das hat Spaß gemacht, Frau A.!“. Schüler die dann bei der Aufsicht nicht von meiner Seite weichen und mir von ihren Hasen, Geschwistern oder Lieblingsspielen erzählen. Die mich anstrahlen und das Gefühl geben, etwas richtig gemacht zu haben.

Man darf das also alles nicht pauschalisieren. Es gibt solche und solche. Und alles hat seine Vor- und Nachteile. Was aber definitiv feststeht ist, dass man als Lehrer einer ersten Klasse sehr viel mehr Energie braucht, als in den anderen Klassenstufen. Da sind noch so viele Dinge unklar, dass die Schüler häufig Unterstützung brauchen…und mehr als 20 Kinder in eine erste Klasse zu stecken finde ich schon sehr bedenklich. Aber was sag ich da – da hat man eh keinen Einfluss drauf. Die Zahlen werden von oben festgelegt und basta.
Wenn im nächsten Schuljahr noch die Verweiler zurück gehen, sind in manchen Klassen dann 25 Schüler. Das ist ne ganze Menge für ne zweite Klasse.

Nun ja. Was hab ich heute gelernt?
Erste Klassen können sehr anstrengend sein, wenn Störenfriede ihr Ding durchziehen.
Störenfriede müssen ausgesondert werden, weil sonst kein Unterricht möglich ist.
Sanktionen bringen nur kurzfristig was.

[Kleiner Exkurs: an manchen Schulen gibt es Räume, in die Störer geschickt werden. Dort erledigen sie ihre Aufgaben unter Aufsicht eines Lehrers und dürfen dann danach wieder in die Klasse zurück. Find ich ne gute Sache – dann sind die erstmal aus dem Verkehr gezogen, der Unterricht kann weiter gehen & die Störer können sich runterfahren – im Idealfall. Natürlich braucht man dazu Lehrer, Stunden und einen Raum. Daran scheitert es an vielen Schulen…]

Morgen bin ich wieder in meiner ruhigen zweiten Klasse – das wird entspannt. Freu ich mich schon drauf. Und ich freu mich auch auf Mittwoch – da werde ich mal meine Kolleginnen aus dem Hort (in dem ich vor dem Ref gearbeitet habe) besuchen gehen. Die hab ich seit Januar 2012 nicht mehr gesehen. Bin gespannt was es Neues gibt und wie sich die Schüler entwickelt haben 🙂

In diesem Sinne: Adios Amigos!
Frau A.

Nachtrag:
Natürlich sind Strafen nicht die ideale Lösung, um mit schwierigen Schülern umzugehen. Man sollte versuchen mit Motivation, Ursachenforschung und einer großen Portion Verständnis an die Schüler heranzugehen.
Das würde und werde ich auch später einmal tun.
Im heutigen Fall war ich eine Vertretung in einer mir unbekannten ersten Klasse. Dass man da keine neuen Methoden oder Systeme einführen kann, ist mir klar. Ich habe Ideen, aber es ist nicht meine Klasse & nicht meine Aufgabe dort etwas umzukrempeln.
Deshalb: cool bleiben.
Das spiegelt nicht das dar, was ich später mal machen will. Ich bin mir der Alternativen bewusst, aber wie gesagt…es waren 90 Minuten.

Und: es waren 4 Störer – von denen schrieben 2 aufgrund ihres Toilettenverhaltens (vom Chef befohlen) und 2 aufgrund ihres Verhaltens im Unterricht. Themenbezogen und mit Gespräch nach der Stunde. War also kein leeres Blabla, sondern mit Reflexion.
Ich bin auf nächste Woche gespannt, da bin ich nochmal drin…bis dahin:
Ich freue mich, dass ihr so eifrig diskutiert & Vorschläge macht. Aber bedenkt auch die von mir geschilderten Rahmenbedingungen. 🙂

Heiße Phase

8 Mrz

So, die letzten 48h bis zu meiner persönlichen „Alles muss fertig sein“-Deadline am Sonntag 0:00 Uhr sind angebrochen. Die Abgabe der Entwürfe muss bis Montag 12:00 erfolgt sein – und da ich am Montag ganz normal Unterricht habe, muss Sonntag Abend schon alles stehen. 

Heißt: ich muss noch n bisschen ranklotzen, damit das dann alles passt.

Derzeit sitze ich an HSK und es geht egtl ganz gut voran. Ich weiß, was ich machen und erreichen will und kann das daher gut beschreiben. Bin bisher ganz zufrieden was das betrifft. 

Die Arbeitsblätter müssen noch ein bisschen umgebaut werden, aber das ist mehr eine Klicker und Kopierarbeit. Krieg ich hin. 

Für Deutsch steht außer der Planung in meinem Kopf noch nicht sonderlich viel. Weder die genauen Aufgaben, noch eine Sachanalyse, noch sonstwas ist fertig. Hier muss ich also noch viel tun – aber das werd ich schon geschaukelt kriegen. Die Sachanalyse zum Thema „Lernwörter“ schreckt mich derzeit noch n bisschen ab – deswegen erstmal in Ruhe HSK fertig machen und danach erst Deutsch. Da wirds übrigens verschiedene Angebote geben…also großer Materialaufwand zum Vorbereiten. Aber sowas mach ich ja gern 😉 Wenn die Kinder dann da sitzen und emsig an ihren Aufgaben arbeiten, hat sich der ganze Aufwand ja gelohnt. Und wenn sie statt Zan dann endlich Zahn schreiben erst Recht 😉 

In diesem Sinne: weiter gehts! 
Das Ende ist noch nicht in Sicht, aber ich weiß, dass es naht 😉 

Ps.: 
Es wird in HSK das Gruppenpuzzle werden (ich kann mir das Kopfschütteln bei einigen von euch jetzt richtig gut vorstellen)
Aber ich werde es in dieser Stunde nicht so bezeichnen und auch kein bisschen von dieser Methode reden. Das ist ja nur das Wissen im Hintergrund. Vordergründig machen sie das, was sie schon gut können… Signalwörter markieren, Steckbrief ausfüllen, andere informieren – wenn das fachlich Gruppenpuzzle heißt, von mir aus – die Kinder muss und werde ich mit sowas ja (noch) nicht belasten. 🙂 

Zweifel

5 Mrz

Ich habe Zweifel und das gefällt mir nicht. 
Nachdem ich hier und u.a. bei Facebook geschrieben hatte, dass ich vorhabe ein Gruppenpuzzle zur Prüfung zu machen haben sich gleich mehrere Leute bei mir gemeldet, dir mir DRINGEND davon abgeraten haben. 
Die Gründe dafür (Zeit? Unbekannte Methode?) verstehe ich, kann sie aber auch widerlegen – im Endeffekt ist das Gruppenpuzzle ja nur die Aneinanderreihung von bereits bekannten Methoden wie Einzelarbeit (Text lesen, markieren), Gruppenarbeit (gemeinsam ausfüllen) und Präsentation der Ergebnisse. 
Andererseits habe ich in der Planung den Inhalt schon so verschoben, dass er auf ein Puzzle mit 4 Gruppenmitgliedern passen kann. Heißt: statt der eigentlich ausreichenden 3 Zahnarten (Schneide-, Eck-, Backenzahn) habe ich die Backzähne fachlich korrekt aufgeteilt in Backenzähne (die nach den Eckzähnen kommen, 2 Höcker) und Mahlzähne mit 4 Höckern (ganz hinten). 
Naja, jetzt zweifle ich, ob das alles so hinhauen kann in den 45 Minuten. 
Bescheuert, nachdem ich das ganze Material etc. schon erstellt habe. 

Arghs!!!!

Außerdem hab ich von ner Freundin erfahren, dass ihre Prüfung heute nicht so toll lief. Anwesend dabei war auch wieder die besagte Person aus dem Studienseminar, die bei mir letztes Mal auch „gut drauf“ war – offensichtlich war das heute zum Leidwesen meiner Freundin auch der Fall. 
Heißt: irgendwie hab ich jetzt doch ein mulmiges Gefühl im Bauch, auch wenn ich das eigentlich vermeiden wollte. 

Mist! 

Also: Was tun? Alles umschmeißen, neues Konzept machen? Wie kann ich die 3 Zahnarten und ihre Funktion am schlausten behandeln? Geh ich lieber komplett auf Nummer Sicher und mach was ganz lapidares? Bankreihenweise Texte zu den Zähnen lesen, raussuchen, besprechen und gut? 

Das nervt mich jetzt schon ein bisschen irgendwie. 

Deutsch ist relativ risikoarm, da mach ich diverse Angebote zum Üben – das sollte passen. Geplant ist dazu aber noch nichts. Hoffentlich läuft mir nicht die Zeit davon und am Ende steh ich dumm da. Am Sonntag Abend muss ALLES fertig sein, damit ich’s Montag abgeben kann….arghs! Dafür gibts morgen wieder nen erhöhten Stressfaktor, weil ich heute nicht in die Seminarstadt gefahren bin, sondern von zuhause aus erstmal DIESE Woche fertig durchplane, damit ich mich dann komplett auf die Prüfung konzentrieren kann. Heißt: Der Wecker wird morgen 4:55 klingeln, Abfahrt 5:30 und Ankunft Zuhause gegen 19:30… Yippieh. 

Ich kanns kaum erwarten, wenn diese Phase rum ist. Das alles gefällt mir grad gar nicht. 

In diesem Sinne: durchhalten! 
Frau A. 

Linktipp

15 Feb

Nachdem ich im Studienseminar auf einen Flyer gestoßen bin & eben noch ne Mail von dort bei mir ankam möchte ich euch auf die Seite:

http://www.forrefs.de/

aufmerksam machen.
„For Refs“ –> Für Referendare, ne?! 😉

War gerade dort & finde, dass man da einige interessante Sachen nachlesen und sich informieren kann.
Auch für „fertige“ Lehrer in der sogenannten „Dritten Ausbildungsphase“ ist was dabei.

Inwiefern euch die Seite weiterhilft dürft ihr selbst ausprobieren – ich finds ganz nett! Besonders die weiterführenden Links & Literaturtipps unter den Artikeln animieren zum weiter lesen.

Also viel Spaß beim Stöbern dort!

Kurz zu mir: ich glaube mein Körper ist sich noch unsicher ob es nun krank werden will oder nicht. Hitzewallungen & Kopfschmerzen sind schon da – ich hoffe aber, dass ich noch 4 Wochen durchhalte und die Prüfung FIT hinter mich bringen kann.
In meinem Kollegium grassiert auch die Krankheit – die meisten werden die Ferien wohl zum auskurieren nutzen. Das ist echt typisch Lehrer – zur Schulzeit fit sein (oder so tun) & in den Ferien flach liegen.

Naja, ich hoffe dass nach den Ferien alle gesund & munter zurück sind – die erste OP-Kandidatin steht bei uns schon fest. Heißt: nach den Ferien muss ne Weile vertreten werden. Oder DARF, denn das heißt für mich, dass ich in den zweiten Klassen übernehme, während meine Mentorinnen die Kollegin vertreten. Find ich ne gute Idee 🙂

Mal sehn wies wird.

Jetzt wird erstmal der Ferienmodus aktiviert. Ausruhen. Nichts tun. Traumhaft 🙂

In diesem Sinne: Adios Amigos,
Frau A. 🙂

150.000

10 Feb

150.000. 
Einhundertfünfzigtausend.

Eine ganz schön große Zahl. 
Leider habe ich das nicht in Form von Euros im Lotto gewonnen. Das wäre auch ne schöne Sache…aber trotzdem gefällt mir die Zahl gerade sehr gut. 
Warum? 
Naja, im Laufe der nächsten Woche (ich schätze mal am Dienstag) werden wir diese Zahl knacken. 
WIR? 
Naja, eher IHR, denn ihr seid ja für die Klickzahlen verantwortlich. 
Jedes Mal, wenn einer von euch auf meine Seite geht, zählt der Zähler nebenbei still und heimlich mit, springt mit jedem gelesenen Artikel eine Zahl weiter…und so kommt es, dass in den 18 Monaten, die der Blog inzwischen besteht schon fast 150.000 Klicks getätigt wurden. 
Verrückt! 
Verrückt, aber auch irgendwie schön weil ich durch Feedback hier und da merke, dass euch das wirklich interessiert und dass ihr mir durch eure Tipps weiter helfen wollt. 
Das ist klasse 🙂 

Ich bin von Freunden letztens mal gefragt worden, ob ich den Blog auch nach dem Referendariat weiter führen will. Immerhin sei ja dann der steinige Weg so ziemlich beendet. 
Hm.
Finde ich nicht. Ich glaube, nach dem Ref geht’s erst richtig los. Zwar ist dann dieser kontrollierte Rahmen nicht mehr drum rum, dafür steigt die Stundenzahl auf mehr als das Doppelte von Jetzt und ich werde allein für alles verantwortlich sein. 
Heißt für mich: Der Weg wird weiter steinig bleiben & somit wird mir das „Material“ (Erfahrungen, Ideen, Wünsche, Gemecker) für den Blog sicher noch lange nicht ausgehen. 

Mal sehen, in welche Klickzahlen-Sphären wir noch vordringen werden. Der Januar war mit 25.000 Klicks ja schon astronomisch hoch und wird wahrscheinlich lange nicht einholbar sein. 
Aber darum geht es ja gar nicht. Ich schreibe, um meinen „Kram“ loszuwerden und inzwischen auch ein bisschen, um euch über dies und das zu informieren. Ich werde oft gefragt, wie ich die Zeit finde, mich neben Schule, Studienseminar und Fahrerei noch um das Schreiben zu kümmern… Dazu kann ich nur sagen: das ist für mich wie Freizeit, Hobby, Spaß. Ich freue mich, wenn ich meinen Gedankenwust geordnet hier abgelegt habe und mich dann mit freiem Kopf um andere Sachen kümmern kann. Jemand hat das mal als „Psychohygiene“ bezeichnet. Das trifft es ganz gut, denke ich. 😉 

In diesem Sinne: auf eine weitere schöne Blogzeit mit vielen interessanten Einblicken – sowohl für euch, als auch für mich. 

Danke, dass ihr einen Teil eurer Zeit damit verbringt, hier zu lesen und zu kommentieren – das freut mich wirklich sehr! 🙂 

In diesem Sinne: habt noch einen schönen Sonntag, 
Frau A. 

Ps.: Ich will euch ja nicht neidisch machen, aber mein Freund steht grad in der Küche und macht ECHTE Thüringer Klöße. Aus Kartoffeln. Ohne Kloßteig und den ganzen schleimigen Klimmbimm. Nach nem alten Familienrezept – das wird superlecker! Dazu Rouladen und dunkle Soße… Hmmmm…
Ich glaube, ich muss ihm doch nen Antrag machen 😉 

Tipp des Tages: TOLSBY

6 Feb

TOLSBY ist eigentlich ein Bilderrahmen mit Fuß. Ein beidseitig bestückbarer Bilderrahmen. Aus stabilem Kunststoff.

Durch einen Hinweis im Zaubereinmaleins-Forum habe ich mich nun auch mit den Dingern eingedeckt.

Warum?
Sie sind super vielseitig einsetzbar. Die beiden naheliegendsten Verwendungszwecke sind für mich:
– als Bilderrahmen 😉
– zur Beschriftung / Ordnung von Stationen & Angeboten.
So könnte man z.B. auf die Vorderseite den Arbeitsauftrag schreiben…und auf der Rückseite die Lösung bereitstellen. Der Inhalt lässt sich auch ganz leicht austauschen – einfach rausschieben & fertig. Easy!

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, ich werde das demnächst mal live in der Schule ausprobieren.

Hier nun die Eckdaten:
Wo? Bei IKEA. Abteilung Bilder
Was? TOLSBY Bilderrahmen
Kostet? 0,99€
Farben? Derzeit: weiß, Orange, rot, Blau

Zum Schluss noch Beispielfotos (hab jetzt nur fix 2 alte Falschdrucke zurechtgeschnibbelt zum zeigen).

Vorderseite:

20130206-223937.jpg

Rückseite:

20130206-223958.jpg

Produktzettel:

20130206-224019.jpg

Vielleicht gefällt euch die Idee ja auch – ich finds klasse 🙂

Liebe Grüße,
Frau A. 🙂

Ps.: Das ist auch ein bisschen spektakulärer, als meine alte Aufsteller-Erfindung 😉