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2 Jahre „Der steinige Weg“

22 Aug

Mein Blog hat Geburtstag!
Er wird 2 Jahre alt.

2 Jahre, in denen ihr beinahe täglich meinen Weg verfolgen konntet. Ihr habt Höhen erlebt, aber auch Tiefen. Probleme, aber auch Lösungen.

2 Jahre, in denen ich von einer Übergangs-Erzieherin zur Referendarin und nun zur Lehrerin wurde.

Ein Geburtstag ist eigentlich etwas schönes, freudiges, feiernswertes…aber dieser Geburtstag ist anders, denn: es wird der letzte sein.
Meinen eigenen steinigen Weg, den man gehen muss um Lehrerin zu werden, habe ich hier in den letzten beiden Jahren niedergeschrieben. Nun bin ich Lehrerin, an meinem Ziel angekommen – und der Weg hat ein Ende gefunden.
Natürlich ist die Zeit als Junglehrerin nicht minder steinig und turbulent – dennoch muss ich hier eine Linie ziehen und einen Abschluss finden…einerseits persönlich, andererseits auch beruflich. Mein Blog zieht inzwischen weite Kreise, ich bin nicht mehr so privat wie gedacht…und im Interesse meiner Tätigkeit, meiner Schüler, Eltern & Kollegen habe ich daher beschlossen, meinen Blog an dieser Stelle zu beenden.

Wie ihr euch sicher denken könnt, ist das kein leichter Schritt für mich. Wenn es jemanden schmerzt, dann am meisten mich – aber es ist ein notwendiger und richtiger Schritt, um meine Arbeit als Lehrerin zu unterstützen.
Oft kann man nicht so anonym bleiben, wie man gerne möchte und müsste – und das ist nicht gut, auch wenn ich mir nicht vorwerfen kann, jemals negativ über Personen geschrieben zu haben.

Meine letzten Zeilen möchte ich nutzen, um mich bei meinen Lesern für zwei wundervolle Jahre zu bedanken. Von wenigen Klicks pro Woche am Anfang, zu meist über 1000 Klicks pro Tag am Ende – ich danke euch für jeden einzelnen, weil er mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Danken möchte ich auch allen, die nicht nur gelesen, sondern auch kommentiert haben. Euer Lob, eure Kritik, eure Anregungen, Erfahrungen und Ideen haben mir in vielen Dingen geholfen, mich inspiriert, bestätigt oder zum nachdenken gebracht.
Danke!
Viele von euch sind mir ans Herz gewachsen und werden mir fehlen. Vielleicht hält der ein oder andere Kontakt ja auch…

Was bleibt vom steinigen Weg?
Alle 370 verfassten Artikel, alle 2293 Kommentare, über 317.000 Aufrufe meines Leben der letzten beiden Jahre.
Ich werde auch hin und wieder vorbeischauen, um Kommentare freizuschalten oder zu beantworten. Mehr wird aber nicht mehr passieren.

An dieser Stelle möchte ich auch allen danken, die mich im „echten“ Leben auf meinem Weg begleitet haben – egal ob sie jemals über diese Seite stolpern werden oder nicht. Danke an meine Erzieherkollegen, meine Mit-LAAs, meine Fachleiter, die Seminarleitung des Studienseminars, meine Kollegen in der Ausbildungsschule, meinen Ex-Chef, alle Hausmeister, Sekretärinnen und Essensfrauen. Ich danke euch von Herzen für alles! Für jedes Lächeln, jede Aufmunterung, jede Umarmung, jeden Scherz. DANKE!

An alle Referendare und Studenten, die das hier lesen werden:
Ja, Lehrer zu werden ist keine leichte Sache. Man benötigt Ausdauer, Fleiß, Mut, Liebe zu Kindern, eine hohe Frustrationsgrenze, Kraft und vieles mehr. Der Weg ist und bleibt steinig, doch es lohnt sich, ihn zu gehn. Glaubt an euch, bleibt kritisch und haltet durch! Ihr werdet euch in vielen Artikeln wiederfinden, in denen ich zwischen Freude, Stolz, Wut, Ärger, Trauer und Zweifel stand – und dennoch: ich hab’s geschafft!

Ganz zum Schluss noch ein kleiner Appell an die Jugend & die jung Gebliebenen:
Lasst euch nicht klein halten, tauscht euch aus, redet über Probleme und macht sie ÖFFENTLICH. Nutzt die Gewerkschaften (tlv und GEW), sie verleihen euren Stimmen mehr Stärke, brauchen aber Informationen über Missstände von der Basis. Engagiert euch! Sowas ist wichtig – wenn man positive Veränderungen in unserem Schulsystem erreichen will.

…und auch wenn ich noch ewig weiter schreiben könnte, damit dieser Artikel nie endet, muss es dann doch irgendwann soweit sein & ich muss mich – unter dicken Tränen – verabschieden.
„Der steinige Weg“ war ein Blick in meinen Kopf und mein Herz. …und auch wenn mein Herz sehr daran hängt, – der Kopf hat gesiegt.

Ich danke euch und freue mich, dass ihr alle so lange Teil meines Lebens sein wolltet.

Und zum allerletzten Mal sende ich:

Liebe Grüße,
Eure Frau A. – wie Abschied!

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Abschied nehmen – Teil 1

7 Jul

So, die große Abschiedswoche beginnt morgen & ich stimme mich ein, indem ich mich materiell von einigen unnötigen Dingen entledige.

Wie wahrscheinlich alle Frauen habe auch ich viel zu viele Klamotten. Und viel zu viele Dinge, die ich gar nicht (mehr) anziehe.

Weil ich ab August genug andere Sachen im Kopf haben werde, sollte mich der Griff in den Schrank dann bitte ent- statt belasten.

Deshalb: ausmisten.

Nach stundenlanger Arbeit kann ich nun ein neues Ordnungssystem, mehr Übersicht und Struktur vorweisen.

Highlight:
Mir fiel mein altes Gürtelablagesystem wieder in die Hände. Es ist schon faszinierend, was man alles mal schön und toll fand.
Der schwarz-goldene Gürtel stammt z.B. aus meiner Zeit als Thekenchefin in einer Disco, Stichwort „Gold Party“ 😉

Der weiße Gürtel mit den schwarzen Sternen gefällt mir heute noch – war aber ein Fehlkauf, weil er mir viel zu lang ist. Falls jemand Interesse hat… 😉

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Naja. Das Aussortieren ging ziemlich leicht und schmerzlos. Zu sehr hat mich das Schrank-Chaos genervt.

Ergebnis:

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Weitere anstehende Abschiede:
– meine Klassen (Freitag)
– meine Kollegen (übernächster Dienstag)
– mein Chaos-Arbeitszimmer (in den Ferien)

Eine interessante letzte Woche steht nun noch an. Montag gehts z.B. mit den 4. Klassen auf Exkursion nach Erfurt…und auch sonst wird’s nicht langweilig werden 😉

Liebe Grüße & noch nen schönen Sonntag,
Frau A. wie Ausmisten 🙂

Letzter Arbeitstag im Hort

30 Jan

…und es war: wie immer.
Ich hab ganz normal auf die Kids aufgepasst, ganz normal mit ihnen geredet, ihnen beim Mittagessen aufgepasst & sie verabschiedet. Alles wie immer.
Bin mir nicht sicher, ob ich mir das anders vorgestellt hatte (immerhin gab es zur Verabschiedung von meiner Freundin in Erfurt ein Schulkonzert und 287 Geschenke) – aber ich denke, es war schon gut so.
Wirklich traurig war ich zu keiner Sekunde – die Kinder wussten fast alle nicht von meinem letzten Tag, und meine Kollegen seh ich am Mittwoch Abend nochmal – da gehen wir gemütlich italienisch essen.

Also: ein Tag wie immer – mit dem Unterschied, dass ich am Ende meinen Schlüssel abgegeben &  meine Wasserflasche endgültig eingepackt habe. Dann bin ich gegangen… und stand vor einer verschlossenen Tür. Normalerweise hab ich mir die immer aufgeschlossen & bin gegangen – dieses Mal stand ich davor & kam nicht raus, ohne Schlüssel.

Also musste ich wie jeder „normale“ Besucher die Schule durch die öffentlichen Ausgänge verlassen – DAS war dann doch ein komisches Gefühl. Aber naja, das Leben geht weiter – muss ja 🙂

Jetzt freue ich mich auf morgen (Friseur & AOK), auf übermorgen (Verbeamtung & Treffen mit meinem Direktor) und dann sehn wir weiter… Alles wird gut! 🙂

Liebe Grüße!