Linktipp: Von Badetoten & Rettungsschwimmern

21 Jul

In den Ferien poste ich interessante Links. Diesmal im Blog vom „Assistenzarzt“ mit dem Titel:

Zu viele Badetote durch Leichtsinn und Überschätzung“

Lesen & nachdenken!

http://assistenzarzt.wordpress.com/2013/07/21/zuviele-badetote-durch-leichtsinn-und-uberschatzung/

Schwimmbadgeschichten

19 Jul

Heute im Schwimmbad.

Zwei etwa 10-jährige Jungs suchen einen Platz, um ihre Pommes zu essen.
Sie laufen supercool über die Wiese, schauen sich um.
Der eine dann: „Ey Alter, ich weiß wo wir uns hinsetzen…aufs Schaukelpferd!“

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Tipps für den Deutschunterricht

18 Jul

Gerade im Netz gefunden – vieles ist bekannt, aber Klaus Dautel fasst wertvolle Hinweise und gute Ideen nochmal konzentriert zusammen.
Gedacht ist das Ganze insbesondere fürs Gymnasium, aber auch ich als Grundschullehrerin finde den Artikel interessant.

Viel Spaß beim Lesen!

http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/dautel/mtph7.html

Die Schlüssel, bitte.

16 Jul

Heute Mittag war es nach 2 Tagen Arbeitseinsatz in der „alten“ Schule soweit – die Schlüssel mussten abgegeben werden. Obwohl der heutige Abschied eigentlich kurz & schmerzlos war, liefen ein paar Tränchen. 

Das Referendariat ist jetzt wirklich um. 
Ab jetzt bin ich allein für alles verantwortlich. 
Für einen Raum, eine Klasse, Elterngespräche… 

Und weil vieles nur was wird, wenn man es selbst in die Hand nimmt, bin ich heute kurzerhand schonmal an meine neue Schule gefahren. Dort traf ich zufällig auf „meine“ zukünftige Horterzieherin, sprich: die Erzieherin meiner zukünftigen Klasse. Sie macht nen netten Eindruck und ist ungefähr einen Meter größer als ich 😉 

Dann ging’s nach oben in „meinen“ Raum – und ich war erstmal ein bisschen ernüchtert. In meiner Erinnerung war er irgendwie schöner. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Tische als Tafel standen, der Fußboden saudreckig war und sich keine Deko mehr an den Wänden befand. 
Dann fiel mir die Tafel auf. Na gut, wohl eher das Täfelchen. Eine normale Tafel hat quadratische Außenseiten, mit je einem Meter Breite. Also besteht eine Tafel praktisch aus 1m – 2m – 1m-Stücken. 
Die Tafel in meinem Raum ist gerade mal 70cm breit an den Außenseiten. (70 – 140 -70) Das ist ganz schön viel Platz (1,20m), der dann bei der Arbeit fehlt. Aber naja, kann man nix machen. 
Es fehlen noch viele Dinge, Ablagen für die Schüler, Regale etc…und auch allgemein ist der Raum ein bisschen abgewohnt. 

Ich hoffe, dass ich da noch einiges machen kann, um den Raum angenehm zu gestalten. Heute haben wir erstmal ein paar Tische gerückt, der Rest passiert dann in der Vorbereitungswoche – mit hoffentlich sauberem Boden… 

Um zum Thema zurück zu kommen: nachdem ich heute Mittag meinen „alten“ Schlüssel abgegeben habe, habe ich heute spontan gleich meine „neuen“ Schlüssel erhalten – so blieb mein Schlüsselband nicht lange leer. 

Weitere Pläne: Ferien machen. 
Heißt: in nächster Zeit gibt es weniger Artikel, ich mach mal ne Pause. 
Spätestens bei den Vorbereitungen fürs neue Schuljahr lasse ich wieder was von mir hören. 

Bis dahin: schöne Ferien & liebe Grüße, 
Frau A. 

Abschied nehmen unter Tränen

12 Jul

Mein eigentlicher Abschied begann schon gestern Abend, als ich für jeden Kollegen in der Schule eine Karte mit persönlichem Dank und Wünschen für die Zukunft formulierte. 
Einige Karten fielen mir leicht, bei anderen flossen Tränen. 

Auch heute in der Schule war ich SEHR nah am Wasser gebaut, einfach weil mir bewusst wurde, dass ich viele Dinge gerade zum letzten Mal tue. Als ich bei den wilden Einsern aussprach, dass dies meine letzte Unterrichtsstunde in meiner Schule ist, flossen die ersten Tränchen. Die Einser waren fasziniert und schockiert zugleich – und ich erlebte sie zum ersten Mal vollständig LEISE. 😉 Im Rest der Stunde konnte ich noch mal zeigen, dass ich in den letzten Monaten etwas gelernt habe – ich schaffte es, die wilde Meute (ich übertreibe nicht) zur Ruhe zu bringen, mit ihnen zu arbeiten und sogar an ihre Moral zu appellieren. All das wesentlich ruhiger als noch in den Vertretungsstunden zuvor. Meine Mentorin schaute kurz rein und resümmierte später: „Hut ab!“ – das war ein schöner Abschluss für mich. 

Bei der Verabschiedung vor der gesamten Schule schniefte ich schon bevor ich beim Schulleiter ankam. Ging nicht anders. Alle Augen waren auf mich gerichtet. Einige flüsterten: „Nicht weinen, Frau A.!“. Stille. Mein Chef fasste die letzten Monate zusammen, erklärte, dass ich im nächsten Schuljahr nicht mehr da sein werde, überreichte ein Geschenk & überließ mir dann das Wort. Mein Dank ging an Kollegen mit Tränen in den Augen, meine Klassen in denen ich unterrichtet habe und ganz besonders an eine Schülerin, die mir während der Hofaufsicht immer zur Seite stand. Ich hätte noch länger reden können, aber die 4. Klassen standen schon mit ihrem Abschlussprogramm in den Startlöchern – das war ganz anders als im letzten Schuljahr, aber dennoch sehr schön! 

Dann wurde es nochmal schlimm. Der Abschied in meinen beiden Klassen stand an. Zuerst ging ich in meine Matheklasse. Alle wollten nochmal gedrückt und geknuddelt werden, es bildete sich eine Traube um mich herum…irre. Ich überreichte mein Geschenk und verabschiedete mich von ihnen. Durchatmen. 

Dann ging es in meiner „Hauptklasse“. Viele gemeinsame Stunden haben wir miteinander verbracht, gelacht, und geärgert, gestritten, vertragen, gelernt.
Die Zeugnisse wurden von meiner Mentorin überreicht, dann kam „der traurige Teil“, wie die Kinder sagten. Alle Augen wieder auf mich. Nach nicht mal 2 Worten meiner Mentorin flossen schon die Tränen. Und zwar nicht nur bei mir – fast alle der 22 kleinen Geschöpfe saßen da und rangen mit sich. Ihre Augen füllten sich…und dann wurde richtig sehr geweint. Manche konnten sich kaum noch beruhigen…es war wirklich sehr emotional und auch schlimm. Sie sind mir irgendwie ans Herz gewachsen, wir haben viel voneinander gelernt – und nun werden wir uns ne ganze Weile nicht mehr sehn. 

Zum Schluss gabs noch tolle Geschenke. Jedes Kind hatte sich etwas für mich überlegt. Geschrieben, gemalt, gedichtet. Bilder, Geschichten, Steckbriefe, kleine Andenken…einfach nur schön! Leider kann ich euch das nicht zeigen, weil überall mein Name drauf steht, aber glaubt mir: zuckersüß! 

Sätze des Tages:
„Wir werden Sie vermissen“
„Bitte gehn Sie nicht!“
„Wann sehen wir uns wieder?“
„Kommst du am ersten Schultag zu uns?“
„Es war schön mit Ihnen!“
und und und…

Mein Fazit?
Ich glaube, dass ich in meiner Schule alles richtig gemacht habe. Ich durfte in ein tolles Kollegium hereinwachsen, mich frei entwickeln und viel mitnehmen aus dieser Zeit. Ich habe viel von meinen Mentorinnen und auch den Kindern gelernt. Es ist schade, dass das Ende nun gekommen ist, aber ich fühle mich gestärkt und motiviert, um den weiteren Weg gehen zu können. 

Deshalb geht mein Dank heute besonders an meine lieben Kollegen und meine Schulleitung – ihr werdet mir fehlen! 

Und eins möchte ich noch festhalten:
Den größten Beitrag zu meiner Entwicklung hatte meine D/HSK-Mentorin. Viele Stunden haben wir gemeinsam gesessen, geplant, verworfen, differenziert, geredet – und alle das immer zielgerichtet, konsequent, ehrlich und konstruktiv. Ich bin froh und stolz, dass ich sie an meiner Seite hatte und mich immer auf sie verlassen konnte – ein super Vorbild, nicht nur für mich als Lehrerin, sondern auch für die Kinder.
Wir feierten zusammen Geburtstag, wanderten durch Wälder und hatten wirklich viel Spaß – Sie wird mir fehlen und ich wünsche mir, dass ich irgendwann auch mal eine so tolle Lehrerin wie sie sein werde.
Deshalb: Vielen Dank, meine Gute! 🙂 

Nüsschen

11 Jul

Heute morgen im Schwimmbad. 
Die Kinder ziehen sich mehr oder weniger ohne Scham draußen um. 
Gute Laune.
Ein Eichhörnchen flitzt über die saftig grüne Wiese. 
Max flitzt hinterher, tanzt und freut sich. 
Sarah ruft ihm hinterher: „Max, vielleicht sucht es deine kleinen Nüsschen!“
Sie kichert. 
Er lacht. 
Ich, mit gespielter Empörung über diese offensichtlich zweideutige Aussage: 
„Also Saaaraaaaah…“
Sie lacht nochmal. 
Ich grinse und rolle die Augen. 
Sarah: „Aber Frau A., der Max hat dort letztes Jahr wirklich Nüsschen vergraben!“

Ups. 
Merke: Manche Zweideutigkeiten existieren nur in MEINEM Kopf, nicht in dem der Kinder. 😉

Zonk!

9 Jul

Ich hab heute den Zonk! 
[HIER der Sound, HIER die Sendung, wers nicht mehr kennt: hinter einem der 3 Tore war der ZONK, sprich: die Niete.]
Die hab ich heute. 
Einfach, weil ich mich in unserer LAA-Facebookgruppe rechtfertigen sollte, warum ich morgen nicht zur Abschlussveranstaltung gehe & dann eben mal meine Meinung gesagt habe.

Offensichtlich ist das einigen sauer aufgestoßen (meine Wortwahl war aber auch nicht allzu damenhaft). 
Auszug (sinngemäß):
„Da muss Miss „Ich mach das freiwillig“ mal an ihrem Selbstbild arbeiten“
„Jeder ist ersetzbar.“
„Das denkst du also von uns“
„Schönes Leben noch – wir werden uns eh nie wieder sehen“

Prima. 
Nach diverse nicht gerade freundlichen Nachrichten meiner „Freunde“ über Mail, Facebook und WhatsApp muss ich sagen: 
Ich fühle mich bestärkt in meiner Entscheidung – gerade weil mir die Kommentare gezeigt haben, dass mein Eindruck richtig ist. Keine Wertschätzung. Beleidigungen, wenn ich nicht tue, was von mir erwartet wird. Beschimpfungen.
Nein, danke. 
Schluss, aus, Feierabend.
Fetter Haken an die Studienseminarzeit & die damit verbundenen wunderlichen Gestalten. 

Natürlich werden mir die wichtigsten Personen erhalten bleiben – sofern sie es denn wollen. In Kontakt steht man doch über Telefon, SMS, WhatsApp, Facebook etc. Dazu brauche ich kein Seminar und keine Abschlussveranstaltung. Und wenn es wirklich Freunde sind, dann verstehen sie auch, dass ich dort nicht auftauchen kann und will. 
Vielleicht habe ich mich im letzten Artikel zu diesem Thema falsch ausgedrückt. 
Das „Zeichen“ setze ich für mich. 
Dafür, dass das rum ist. 
Dass ich es geschafft habe. 
Dass es weiter geht. 
Dafür, dass ICH frei entscheiden kann, was ich tun will. 

Und eben weil ich frei entscheiden kann & will, werde ich morgen nicht dort erscheinen. 

Wenn ich so darüber nachdenke, hat das fast schon ein System bei mir…
Bachelorabschluss 2009:
Stundenlange Zeremonie, 4 Sekunden über die Bühne laufen (während der Name von Leuten nach mir genannt wurde, musste ja alles schnell schnell gehen), danach wieder ewig warten bis alles durch war. Für ein Blatt Papier und eine Rose. Unter hunderten anderen im Sekundentakt.
Feierlich? Emotional? Fehlanzeige. 

Masterabschluss 2011: 
Um uns die Qual von 2009 zu ersparen (Zeremonie hin oder her: man kanns auch übertreiben), entschieden Mutti und ich auf dem Weg nach Erfurt spontan, lieber in die Stadt bummeln zu gehen, anstatt im Audimax stundenlang zu sitzen. 
Hat uns nicht geschadet & war mit Sicherheit wesentlich besser als ne Zeremonie. 

Ich habe auch keine Jugendweihe gemacht, weil ich der Meinung war, dass ich keine Fete und keine Verkleidung (ja, das war meine Wortwahl damals) brauche, um „Erwachsen“ zu sein. Bei der Jugendweihe meiner Schwester ein paar Jahre später fand ich lediglich das fehlende Geld auf meinem Konto schade – aber sollte das Anreiz sein, den Zirkus mitzumachen?!
Wahrscheinlich habe ich eine grundlegende Abneigung gegen diese traditionellen, rituellen, aufgezwungenen Veranstaltungen. 

Und nun?
Bin ich ein schlechter Mensch, nur weil ich auch diesen Abschluss sausen lasse? 
Ich denke nicht. 
Ich werde ab sofort nur noch das tun, was gut für MICH ist und nicht, was die anderen von mir erwarten. Ebenso werde ich meine Erwartungen an meine Umwelt runterschrauben. Wer keine Erwartungen hat, kann auch nicht enttäuscht werden. 
Ganz einfaches Prinzip. 

Morgen werde ich mich um alle liegengebliebenen Bürotätigkeiten kümmern. Monatsberichte für’s Studienseminar, Lohnsteuerkarte vom Finanzamt besorgen, Reisekostenabrechung für Berlin, Arztkostenabrechnung, Kündigung private Krankenversicherung, Kümmern um gesetzliche KV, Abschiedsgeschenke, Ausfüllen von Unterlagen für meine neue Personalakte und und und. 
Ich glaube, der Tag ist morgen DAMIT besser verbracht, als heulend vor Glückseligkeit im Studienseminar Brötchen essend den letzten 18 Monaten zu huldigen. 

In diesem Sinne: durchatmen und standhaft bleiben! 🙂 
Man darf auch mal egoistisch sein!

Ps.: Wie ich zwischen den Beschimpfungszeilen erfahren habe, war von meinen Freunden ein kleines Dankeschön für mich geplant. Dadurch wird die Wut auf meine Abwesenheit noch potenziert. Ebenso durch das Verlassen unserer LAA-Gruppe bei Facebook. Offensichtlich existiert sie nicht mehr, wenn der Gruppengründer (ja, ich mal wieder) sie verlässt, um nicht weiter beschimpft zu werden. Aber: wird sich sicher jemand finden, der den Wiederaufbau übernimmt…oder auch nicht 😉 

Kultur on Tour

8 Jul

Exkursion nach Erfurt stand heute auf dem Programm. Zwei vierte Klassen, 2 Lehrer, eine Erzieherin, ich.

Während meine größte Sorge mal wieder „hoffentlich kotzt keiner“ war, stellte sich etwas ganz anderes als problematisch heraus… Der Busfahrer!

Ein sympathischer, älterer Herr, graues Haar, flotte Sprüche auf den Lippen, alles prima.
Kurz nach der Abfahrt wurden dann aber die Fetenhits und sämtliche rote Pferde, Gummiboote, Zwiebeln auf dem Kopf und Pokerfaces auf voller Lautstärke abgespielt.
Die Kinder hatten Spaß und tanzten förmlich auf ihren Sitzen. Der Busfahrer machte die Musik stückweise aus, um in den vollen Gesangesgenuss der Kinder zu kommen. Wahnsinn. Es war wie in einer Kinderdisco.

Blöd nur, dass man sich bei nicht-gesanglichen Dingen (z.B. bei Unterhaltungen) regelrecht anschreien musste.
Fazit: Musik leiser, Spaß blieb.

Der Erfurt-Besuch an sich war wie immer sehr schön. Für mich nicht unbedingt zielgerichtet genug (inhaltlich), aber die „Notenzeit ist ja rum“ und wir „sind hier zum genießen“…es sei ihnen gegönnt!

Highlight des Tages:
Eines unserer Kinder war der Meinung, in den Kinderpool der ega springen zu müssen. Prinzipiell kein Problem, wenn man wie alle anderen Wechselsachen dabei hat.
Aber…das hatte unser Kind nicht. Das fiel ihm natürlich erst auf, als sich alle anderen umzogen und abtrockneten.
Also was tun?
Klar, Regencape kaufen (bei 27 Grad) & darauf auf der Heimfahrt gemütlich Platz nehmen.

Hallelujah! Ich sag ja – es wird nie langweilig! 😉

Abschied nehmen – Teil 1

7 Jul

So, die große Abschiedswoche beginnt morgen & ich stimme mich ein, indem ich mich materiell von einigen unnötigen Dingen entledige.

Wie wahrscheinlich alle Frauen habe auch ich viel zu viele Klamotten. Und viel zu viele Dinge, die ich gar nicht (mehr) anziehe.

Weil ich ab August genug andere Sachen im Kopf haben werde, sollte mich der Griff in den Schrank dann bitte ent- statt belasten.

Deshalb: ausmisten.

Nach stundenlanger Arbeit kann ich nun ein neues Ordnungssystem, mehr Übersicht und Struktur vorweisen.

Highlight:
Mir fiel mein altes Gürtelablagesystem wieder in die Hände. Es ist schon faszinierend, was man alles mal schön und toll fand.
Der schwarz-goldene Gürtel stammt z.B. aus meiner Zeit als Thekenchefin in einer Disco, Stichwort „Gold Party“ 😉

Der weiße Gürtel mit den schwarzen Sternen gefällt mir heute noch – war aber ein Fehlkauf, weil er mir viel zu lang ist. Falls jemand Interesse hat… 😉

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Naja. Das Aussortieren ging ziemlich leicht und schmerzlos. Zu sehr hat mich das Schrank-Chaos genervt.

Ergebnis:

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Weitere anstehende Abschiede:
– meine Klassen (Freitag)
– meine Kollegen (übernächster Dienstag)
– mein Chaos-Arbeitszimmer (in den Ferien)

Eine interessante letzte Woche steht nun noch an. Montag gehts z.B. mit den 4. Klassen auf Exkursion nach Erfurt…und auch sonst wird’s nicht langweilig werden 😉

Liebe Grüße & noch nen schönen Sonntag,
Frau A. wie Ausmisten 🙂

Lebensfreude adé?

3 Jul

Heute war irgendwie komisch. Abgesehen davon, dass ich mich zum heutigen Seminar gezwungen fühlte (längere Geschichte) fühlte ich mich nicht so richtig wohl in meiner Haut. 
Das liegt sicherlich auch an dem Zwiespalt, in dem ich mich gerade befinde: 

Schlucke ich allen Ärger, alle Demütigungen, alle Enttäuschungen, alle Undankbarkeit und alle Rückschläge der letzten Monate runter und gehe nächste Woche zur Seminarabschlussveranstaltung? 

ODER

Zeige ich meinen Ärger, meine Wut und meine Unzufriedenheit, indem ich das letzte Seminar einfach nicht besuche? 

Die Meinungen dazu sind in meinem Umfeld geteilt. Skeptische Blicke habe ich bisher von allen Personen geerntet, denen ich von meinem „Boykott“-Vorhaben erzählt habe. Nach meiner Argumentation (u.a. „Soll ich wirklich einen auf Friede, Freude, Eierkuchen machen, während da Leute sitzen, die mich verletzt haben?“ oder „Ich hab NIE von irgendjemand ein DANKE für meine Arbeit gehört“) scheiden sich die Geister. 
Ein Teil sagt: „Hab dich nicht so! Zieh das noch durch! Zeig Stärke!“
Ein anderer Teil sagt: „Wem würdest du denn fehlen? Spar dir das einfach!“

Hm. Ich tendiere gerade SEHR zum fern bleiben. Nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern einfach, um ein Zeichen zu setzen. Wofür?
– dass NICHT alles Friede, Freude, Eierkuchen ist
– dass die anderen LAA Mal sehen wie es ist, wenn man sich auf jmd verlässt – und der dann nicht kommt oder Wort hält

…Und auch in gewisser Weise, um mich selbst zu schützen. 
Ich finde, ich habe ich den letzten Monaten genug geheult. Und das waren keine Freudentränen. Im Gegenteil. Bittere Tränen aus Wut, Verzweiflung, Unverständnis und Ärger sind geflossen. Und das steckt alles noch in mir. Das sind Dinge, die ich NIE NIE NIE vergessen werde und die mich geprägt haben. 
Soll ich mich dann wirklich dort hinsetzen, gemütlich mit all denen brunchen und mir das Ende scheinbar vergolden? 

Wer jetzt einwerfen will: „Sonst kriegst du dein Zeugnis aber nicht!“ dem sei gesagt: ich würde es eh nicht kriegen, weil das Ref offiziell bis 31.7. geht – erst dann gibt es das Zeugnis. 

Naja. Welche Auswüchse das Gegrübel gerade hat, musste ich heute an den Reaktionen von zwei mir sehr wichtigen Personen sehen. Besonders getroffen hat mich die Aussage meiner Gastmutti: 
„Du hast dich verändert. Wo ist deine Lebensfreude hin?“
BAM. 
Das hat gesessen. Und wenn ich mich heute im Spiegel anschaue, weiß ich, was sie meint. Heute guckt mich kein verschmitztes Grinsen an. Heute sehe ich keine Regung. Keine Emotionen. Vielleicht ist das auch nur so ein typischer Frauen-„Ich find mich hässlich“-Tag, aber…sie hat Recht. Irgendwas hat sich verändert. 
Bin ich ernster geworden? 
Erwachsener?
Verbitterter?
Was ist das?
Fest steht für mich: ich muss eine Entscheidung treffen, sonst frisst mich das noch auf. Mein Kopf sagt NEIN, mein Körper sagt NEIN…und nur ein winzig kleiner Flecken Herz sagt: Da sind noch Leute, denen DU danke sagen solltest. Leute, die dich weiter gebracht haben, zu dir gestanden haben, an dich geglaubt haben. 

Die Frage ist: wird es den ganzen Schmerz und die Wut wert sein, dort nochmal aufzutauchen? Was würdet ihr tun? Ihr habt die letzten 18 Monate verfolgt, ihr kennt meine Geschichte. Wie würdet ihr entscheiden?