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„Was braucht ein Referendar?“

13 Aug

…und was braucht er NICHT?! 😉

Da in letzter Zeit vermehrt – wohl durch den Beginn einer neuen Runde Referendariat – Suchanfragen dieser Art zum Blog führen, möchte ich den scheinbar vorhandenen Bedarf mal decken.

Also: Was braucht ein Referendar? 

Zunächst einmal: es ist ganz normal, dass man sich zu Ref-Beginn mit diversen Sachen eindecken will. „Oh Gott, ich brauche noch dies und das und jenes!“ – Ging mir genauso. Meine erste richtige „Lehrer“-Bestellung machte ich damals bei TIMETEX. Was ich mir genau bestellt habe, könnt ihr HIER nachlesen.
Aber was habe ich davon wirklich behalten und genutzt?
Häufig: Füller, Kuli, Timetex-Beutel, Kleber, Markierungs-Streifen, Klebemagnete
Selten: Knetkleber Elastofix
Nie: Referendar-Heft, Lehrer Werkzeug Box Profi

Eine Auflistung der Dinge, die ICH vor Ort habe, findet ihr HIER. Aber nicht erschrecken 😉

Viele Dinge, die man auf den ersten Blick toll findet, stellen sich dann in der Praxis als total sinnlos heraus. Das gilt für Bücher, genauso wie für Materialien, Hefte, Trallala.

Was braucht man nun wirklich? 
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1. Bücher / Zeitschriften
Verkneift es euch, Infobücher wie „Überleben im Referendariat“, „Kursbuch Referendariat“ etc. zu kaufen. Zumindest kurz bevor es losgeht – da bringt es euch sowieso nichts mehr, weil ihr in kürzester Zeit 1000 andere Sachen im Kopf haben werdet & das Buch nur in der Ecke verstaubt. Also dazu ein dickes: NEIN!
Stattdessen: Tauscht euch untereinander aus. Mit Refs die schon weiter sind, mit den anderen Refs aus eurem Jahrgang, egal. Das bringt wesentlich mehr als ein steriles Buch. 

Ein weiteres NEIN geht an diverse Grundschulzeitschriften. Im Ref habt ihr keine Zeit, die Dinger zu lesen – auch wenn sie toll sind, und auch wenn ihr sie günstiger kriegt!

Wozu ich JA sage, sind definitiv die Lehrerhandbücher/Handreichungen zu den Materialien mit denen ihr im Unterricht arbeitet. Dort findet ihr sinnvolle Ideen, Verknüpfungen und ggf. auch Zusatzmaterialien. Sicher nicht immer günstig, aber als Referendar bekommt man meist 50% Rabatt & kann sich die Sachen dann leisten.
Ein weiterer absoluter Gold-Tipp ist gerade für die Grundschule ein Account beim „Zaubereinmaleins“ – dort findet ihr auch hilfreiche Tipps und Ideen und könnt euch einiges an Material selbst herstellen, statt teuer zu kaufen. Voller Zugriff kostet EINMALIG 20€…und ist es definitiv wert, glaubt mir!

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2. Büromaterial 
Was man DEFINITIV haben sollte sind: 
Bleistift, Füller, Patronen, Kuli, Lineal, Rotstift, Tipp-Ex, Locher, Tacker, Drucker, Druckerpapier, Ersatzpatronen für den Drucker (geht schneller leer als man denkt!), Blöcke, Markierstifte, farbige Papiere, Ordner, Klarsichtfolien, Notizzettel, Klebestreifen, Laptop, Internetzugang, E-Mail-Postfach –
…und vor allem ORDNUNG in all diesen Sachen. Dazu habe ich mir HIER Gedanken gemacht – das „Magazin“ nutze ich heute fast täglich! Definitiv Gold wert!

Was man haben KANN, aber NICHT MUSS: 
Laminiergerät (Erhöht Wiederverwendbarkeit der Materialien)
Handhebelschere (Ich liebe sie – erleichtert das Schnippeln massiv!)
Doppelseitige IKEA-Bilderrahmen (z.B. für Gruppenarbeiten etc.)
Kisten, Boxen, Aufbewahrungen für Material
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…mehr ist es eigentlich (zumindest für mich) nicht. Ich denke, dass man die ganzen Sachen ruhig angehen, und sich nicht verrückt machen (lassen) sollte. Was man genau braucht, sieht man dann relativ schnell – und kann es sich dann besorgen. Sich im Voraus mit 1000 Sachen einzudecken beruhigt zwar ein bisschen das Gewissen, schont aber weder den Geldbeutel noch die Umwelt. 

Deshalb: ruhig bleiben, abwarten, Grundausrüstung besorgen und dann flexibel reagieren.

Liebe Grüße,
Frau A. (die auch VIEL ZU VIEL Sachen vor und im Ref gekauft hat…und jetzt den Fehler zu Beginn des „richtigen“ Lehrerlebens wieder macht 😉 )

Übrigens: was die Lehrertasche betrifft – ausprobieren ist da ganz wichtig. Ich würde mir nichts „einfach so“ kaufen, ohne es mal getestet zu haben. Der Rucksack aus meiner Timetex-Bestellung war z.B. unpraktisch für mich. Ich habe mich dann in meinem Kollegium umgeschaut und mich in die – absolut NICHT nach Lehrer aussehende – Tasche meiner Mentorin verliebt…und glücklicherweise eines der wenigen privat verkäuflichen (weil seit 10 Jahren nicht mehr in Produktion) Exemplare aus England importieren können. Es muss also nicht immer ne dicke Lehrertypische-Leder-Umhängetasche sein.

Bleibt euch einfach treu – nicht nur was die Tasche betrifft! 😉

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Tipp des Tages: Namensetiketten

7 Aug

Dass ich in meiner Ausbildungsschule viel gelernt habe, sieht man an meiner heutigen Tätigkeit: Namensschilder machen! 
…und zwar diesmal nicht aufwändig handschriftlich, sondern ganz einfach am PC. 
Warum?
1. weil es wesentlich schneller geht
2. weil es sauberer ist 
3. weil es was hermacht 😉

In meiner Ausbildungsschule hat das die Sekretärin übernommen. Die Lehrer mussten nur sagen, wie viele Sätze sie von den Namen benötigen. Da ich davon ausgehe, dass es so einen tollen Service in meiner neuen Schule nicht gibt, übernehme ich diese Aufgabe einfach selbst! 🙂 

Man braucht dazu: 
– Namen der Schüler 
– bedruckbare Etiketten
– Drucker
– Word 

Meine Etiketten sind von „Pripa“, bestellt bei Amazon. Es gibt viele unterschiedliche Größen, aber ich habe mich für DIESE hier entschieden. 

Ablauf: 
– Neues Dokument öffnen
– oben auf SENDUNGEN klicken
– dann links auf ETIKETTEN
– es öffnet sich ein Fenster – dort auf OPTIONEN
– bei Etikettenhersteller „ANDERE“ auswählen
– auf NEUES ETIKETT drücken
– dort dann die Etiketten-Daten eingeben (Höhe, Breite, Anzahl – siehe Verpackung)
bestätigen
– im „Umschläge und Etiketten“-Fenster (ohne bei Adresse etwas einzugeben) auf NEUES DOKUMENT
Tipp: Wenn ihr einen Bogen haben wollt, der NUR mit eurem Namen (Adresse, was auch immer) bedruckt ist, könnt ihr das bei Adresse angeben – dann steht das automatisch auf allen Etiketten. Wollt ihr einzelne Namen eingeben lasst es weg – sonst müsst ihr’s dann eh wieder rauslöschen 😉 

Dann müsste sich die Tabelle (mit gestrichelten Linien) öffnen und ihr könnt die Namen (oder was auch immer) eintragen. 

WICHTIG: Beim Drucken dann nicht vergessen, auch das Etikettenpapier einzulegen 😉 

Liebe Grüße und viel Spaß beim Ausprobieren wünscht: 
Frau A. (die jetzt auch eigene Namenskleberchen hat!)

Wo soll ich anfangen?

6 Aug

Die Hälfte der Ferien ist rum. Der „richtige“ Urlaub mit Wegfahren etc. auch vorbei. Der Freund wieder an der Arbeit…und auch ich muss mir langsam überlegen, wie das nächste Schuljahr so aussehen soll. 

Abgesehen davon, dass noch VIELE VIELE Fragen offen sind (z.B. Welche Fächer werde ich unterrichten? In welchen Klassenstufen?) kann ich mich noch nicht wirklich auf eine inhaltliche Planung einlassen. Stattdessen stöbere ich durch Materialien, bestelle schonmal neue Druckerpatronen und belese mich zu Themen wie Klassenraumgestaltung, Buchstabenwegen etc. 

Alles in allem: CHAOS! 

Die nächsten 3 Wochen sehen so aus, dass ich…
1. mein Arbeitszimmer fertig machen muss.
Dort stehen noch Kisten, Ordner und Materialien herum, die einsortiert werden müssen. Nachdem alte Möbel sperrmüllbedingt endlich verschwunden, und neue Möbel den Weg zu mir gefunden haben (Bilder werden folgen wenn alles fertig ist), muss auch eine neue Ordnung geschaffen werden. Trotz meiner relativ kurzen Zeit im „aktiven“ Dienst hat sich schon einiges angesammelt – Wahnsinn! 

2. Materialien vorbereiten muss
Dazu müsste ich aber GENAU wissen, welche Bücher, Arbeitshefte etc. für die Schüler bestellt worden sind. Da ich das nicht weiß (und auch bis zur Vorbereitungswoche wohl nicht rausfinden werde), gestaltet sich das äußerst schwierig. 
Einige grundlegende Dinge hat die Schule ja schon besorgt (nicht unbedingt zu meiner Zufriedenheit…), ob das alle ist, weiß ich aber nicht. Allgemeine Sachen lassen sich sicher schon vorbereiten, aber…falls noch Hefte fehlen oder ich mir z.B. den Druckschriftlehrgang selbst aussuchen (& bestellen) muss, sollte ich das egtl wissen. Nun ja…

3. Klassenraumgestaltung überlegen
Beim letzten Besuch in „meinem“ Klassenzimmer habe ich bereits die Tische gestellt (vorerst frontal, alles andere wird sich entwickeln), aber der Rest ist noch kahl & leblos…und vor allem ohne Aufbewahrungsflächen für die Materialien der Kinder. In allen anderen Räumen gibt es Ablagefächer und großzügige Regale – nur bei mir nicht. Das muss ich definitiv klären – aber wohl auch erst in der Vorbereitungswoche. Schiebt sich also auch noch nach hinten. 

4. Elternabend vorbereiten 
DAS wird noch ein interessantes Thema werden. Der erste richtige Elternabend. Angst habe ich davor eigentlich nicht. Im Gegenteil. Ich freue mich drauf, bin aber auch auf die Reaktionen der Eltern gespannt, wenn da eine noch sehr junge Lehrerin steht. 😉 Da muss ich mir eben noch überlegen, was ich alles sagen will, zu welchen Themen ich informieren möchte, dann muss der Elternsprecher gewählt werden etc. Spannendes Thema! 

Dennoch: ich weiß gerade nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Prioritäten fallen mir diesmal irgendwie schwer, weil viele Dinge noch ungeklärt sind und auch in den nächsten anderthalb Wochen nicht geklärt werden können. Schwierig. 

Aber: wird schon werden! 😉 

Erste-Hilfe-Kurs: Teil 1

3 Aug

Um mich optimal auf die mir bevorstehenden neuen Aufgaben vorzubereiten (und um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten) muss ich an einem 2-tägigen Kurs teilnehmen, der mich fit machen soll in Sachen Erste Hilfe. 

An 2 Samstagen wird dazu ein Berg von Wissen von 8-14 Uhr in meinen Kopf gepustet. 

Heute ging’s los. In einem vergleichsweise kleinen Trüppchen (6 Personen) wurden wir von unserem Kursleiter begrüßt. Als pensionierter Sportlehrer („Ich bin weit über 70!“) verfügte er sowohl über das notwendige Wissen, als auch über eine nicht überhörbare Stimme – einschlafen wäre nicht möglich gewesen. 

Aber: das Bedürfnis hatte ich auch nicht. Im Gegenteil. Ich kam mir heute vor wie ein wissbegieriger Schwamm. Meinen ersten (und letzten) Kurs hatte ich vor mehr als 7 Jahren als Voraussetzung für den Führerschein gemacht – lange her, viel vergessen…und laut Kursleiter hat sich seitdem auch EINIGES verändert. 

Also saß ich heute morgen mit Block und Stift bewaffnet dort und lauschte den Ausführungen. Wie es sich für einen guten Lehrer gehört, folgte nach theoretischen Erläuterungen meist sofort die praktische Umsetzung.  Ich durfte u.a. das Bewusstsein meiner Partnerin überprüfen (am Arm berühren, „Hallo, können Sie mich hören?“ – Zum Glück reagierte sie gleich 😉 Es war wirklich interessant, verschiedene Dinge wieder mal zu hören und auszuprobieren. 

Der Grundtenor war eigentlich immer: wenn man weiß, was man tun muss, dann kann man es schnell und richtig machen & hat so wenig Arbeit wie möglich mit dem Verletzten. Wenn man weiß, was man zu tun hat, kann man selbst auch ruhiger bleiben, als wenn man völligst neben sich versuchen will, zu helfen. 

Neben der Bewusstseinsprüfung ging es heute auch um die anderen Lebenszeichen (Atmung, Bewegung, Puls, Temperatur), Lagerungen und Griffe (Stabile Seitenlage, Oberkörper/Beine hoch lagern, Herzdruckmassage, „lebensrettender Handgriff“). Wir sprachen über Knochenbrüche, Verbrennungen, Erfrierungen und natürlich auch darüber, wie man einen NOTRUF richtig absetzt. 

Entgegen meiner Erinnerung ist nämlich nicht zwangsweise notwendig zu sagen, WER man selbst ist. Dieses W hatte ich noch im Kopf. Stattdessen steht das 5. W für WARTEN auf Rückfragen. 
Würdet ihr aus dem Kopf alle 5 W’s für einen Notruf zusammen kriegen? (*Auflösung am Ende des Artikels) 

Interessant fand ich auch, warum er die Zahlen 
1
10
100
im Zusammenhang mit der Absperrung von Unfallstellen an die Tafel schrieb. Die 100 war mir klar – 100m entfernt muss das Warndreieck aufgestellt werden (bei Kurven, Bergkuppen, Autobahnen gerne auch noch weiter weg). 
Aber 10 und 1?!
Wisst ihrs?! (**Auflösung am Ende)

Im Allgemeinen fand ich den Kurs heute sehr informativ und vor allem anschaulich. Ich (als Lehrerin) konnte einiges an seinem Unterrichtsaufbau & seiner Methodik erkennen und fand, dass er (trotz über 10 Jahren in Rente) noch einen wahnsinnig tollen Job gemacht hat. Wie er selbst sagte: „Es ist schön, auch nach der Zeit im Schuldienst noch Menschen etwas beibringen zu können!“ – und das merkte man ihm auch an. Ich konnte ihn mir förmlich vor einer Schulklasse vorstellen – streng, fordernd, aber auch sehr positiv und wohlwollend. Eben ein richtiger Lehrer. 

Interessant waren aber auch die anderen Kursteilnehmer. Wie ein Mini-Querschnitt durch eine Klasse – und das bei nur 6 Personen. Ich selbst würde mich heute als die Streberin einordnen (mit Block & Stift im Anschlag und immer als Testobjekt vorne). Dann gab es noch „die Schöne Blonde“, den Klassenkasper, den Coolen, den anderen Streber und natürlich auch einen lustlosen genervten Typen, dessen nuschelnde Antworten man kaum verstehen konnte. Nächstes Mal setze ich mich ganz hinten hin, damit ich das Szenario noch ein bisschen weiter studieren kann. Ich beobachte meinen Mitmenschen ja gerne 😉 

Nächsten Samstag geht’s um den Sani-Kasten, Druckverbände, Herzdruckmassage (praktisch), viele andere Dinge…und natürlich eine kleine Prüfung, in der wir unser Wissen und Können beweisen müssen 😉 

Ich freu mich schon drauf, weil es es ne gute Sache ist, sein Wissen wieder aufzufrischen und über bestimmte Dinge nochmal genauer nachzudenken. 

Deshalb mein Appell an euch: auch wenn ihr keine Lehrer seid (die müssen in Thüringen solche Kurse alle 2 Jahre besuchen) – es lohnt sich. Wenn man wirklich mal in eine Unfallsituation kommen sollte, als Erster bei einem Verletzten ankommt – dann kann das Wissen aus einem solchen Kurs wirklich Leben retten. 

Kosten? Wenn man es selbst zahlen muss: 35€, aber meist zahlen das die Arbeitgeber, bzw. die Berufsgenossenschaft. 

Definitiv wertvoll investierte Zeit! 

In diesem Sinne: schönen Abend noch und bis demnächst!
Frau A. 

Hier wie versprochen noch die Auflösungen zu den Fragen: 
* WO geschah es? WAS ist passiert? WIE VIELE Verletzte? WELCHE Verletzungen? WARTEN auf Rückfragen!

**
10 (Meter entfernt von der Unfallstelle beim Helfen den eigenen Wagen abstellen – damit Rettungskräfte näher ran können)
1 (Meter auf der Fahrbahn das Warndreieck positionieren – also nicht am Straßenrand, sondern AUF der Fahrbahn.)

Kultur on Tour

8 Jul

Exkursion nach Erfurt stand heute auf dem Programm. Zwei vierte Klassen, 2 Lehrer, eine Erzieherin, ich.

Während meine größte Sorge mal wieder „hoffentlich kotzt keiner“ war, stellte sich etwas ganz anderes als problematisch heraus… Der Busfahrer!

Ein sympathischer, älterer Herr, graues Haar, flotte Sprüche auf den Lippen, alles prima.
Kurz nach der Abfahrt wurden dann aber die Fetenhits und sämtliche rote Pferde, Gummiboote, Zwiebeln auf dem Kopf und Pokerfaces auf voller Lautstärke abgespielt.
Die Kinder hatten Spaß und tanzten förmlich auf ihren Sitzen. Der Busfahrer machte die Musik stückweise aus, um in den vollen Gesangesgenuss der Kinder zu kommen. Wahnsinn. Es war wie in einer Kinderdisco.

Blöd nur, dass man sich bei nicht-gesanglichen Dingen (z.B. bei Unterhaltungen) regelrecht anschreien musste.
Fazit: Musik leiser, Spaß blieb.

Der Erfurt-Besuch an sich war wie immer sehr schön. Für mich nicht unbedingt zielgerichtet genug (inhaltlich), aber die „Notenzeit ist ja rum“ und wir „sind hier zum genießen“…es sei ihnen gegönnt!

Highlight des Tages:
Eines unserer Kinder war der Meinung, in den Kinderpool der ega springen zu müssen. Prinzipiell kein Problem, wenn man wie alle anderen Wechselsachen dabei hat.
Aber…das hatte unser Kind nicht. Das fiel ihm natürlich erst auf, als sich alle anderen umzogen und abtrockneten.
Also was tun?
Klar, Regencape kaufen (bei 27 Grad) & darauf auf der Heimfahrt gemütlich Platz nehmen.

Hallelujah! Ich sag ja – es wird nie langweilig! 😉

„Bitte tragen Sie das heutige Datum ein!“

2 Jul

So förmlich gab ich heute zu Beginn meiner Mathestunde Anweisungen.

Legen Sie Ihr Matheheft bereit!
Unterstreichen Sie das Wort Übung!
Schreiben Sie nur das Ergebnis auf!
Lesen Sie die Lösungen vor!

Keine Ahnung wieso ich das gemacht habe, aber…anstatt stur zu rechnen schienen die Kinder total Spaß daran zu haben. Beim ebenso förmlichen Verlesen der Aufgaben wurde kurz gekichert, gerechnet, geschrieben & das wieder von vorn.
War echt lustig irgendwie.

Dann war heute „Der Würfel“ dran – als erster geometrischer Körper. Zur Begriffsklärung dürfte jeder mal seinen eigenen Körper anfassen (welch ein Gelächter!) bis wir zu den geometrischen Körpern kamen. Dann wurde der Würfel auf Flächen, Ecken & Kanten hin untersucht. Besonders die Anzahl der Kanten war gar nicht so leicht herauszufinden. Von 7-24 waren alle möglichen Ergebnisse dabei – trotz einem Steckwürfel als Realie pro Kind.
Egal, alles wurde aufgeklärt & dann wurde noch etwas aus Würfeln gebaut.

Hach, irgendwie hat der Tag heute richtig Spaß gemacht. Der lockere Einstieg wirkte sich positiv auf die Stimmung aus, sogar die Gruppenarbeit klappte bei fast allen.

Sehr gut! Ich freu mich schon auf die letzten anderthalb Wochen. Es stehen noch einige schöne Dinge an, bevor ich TSCHÜSS sagen muss.

Das TSCHÜSS sagen wird nicht so schön, aber ich gehe motiviert, gestärkt, inspiriert und zufrieden – was kanns besseres geben?!

In diesem Sinne: Always look on the bright side of life! 🙂

Fataler Fehler

1 Jul

Auf dem Heimweg von der Schule halte ich manchmal zum Einkaufen bei LIDL an. Irgendwie gefällts mir da.

Nachdem ich erfolgreich sämtliche Süßigkeiten hinter mir gelassen hatte, kam ich in die Werbungs-Angebotszone…Blöcke, Stifte, Radiergummi, Bücher, Hefte, alles.
Meine Alarmglocken schrillten zwar, aber…zu spät. Der Jäger & Sammlertrieb der Lehrerin in mir war geweckt & ließ mich alles mögliche in den (viel zu tiefen) Einkaufswagen befördern.
Besonders fatal: die kleinen Bücher & Hefte (Mandalas, Konzentrationsübungen etc.)

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Ihr seht: die Hölle.
Gerade für mich Anfängerin, die gerne zu Beginn schon eine kleine Klassenbibliothek hätte…schlimm.
An der Kasse müsste ich dann laut lachen, als mir ein Betrag von 83€ genannt wurde. Dann schüttelte ich den Kopf und verfrachtete alles im Kofferraum.
Das sah dann so aus:

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Nun ja. Um andere vor einem ähnlichen Kaufrausch zu schützen, postete ich bei Facebook in der Gruppe „Der steinige Weg“ das obige Kofferraumbild und warnte mit den Worten:
Fataler Fehler. Geht auf keinen Fall zu LIDL. AUF KEINEN FALL!!!“

Was passiert?
Keine 2 Stunden später erreichen mich über WhatsApp Bilder wie dieses hier:

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Oder bei Facebook Nachrichten wie „Mein Konto und ich hassen dich“
Oder
Ich hab mich jetzt auch eingedeckt.“

Können die alle nicht lesen?! 😉

Nun ja. So ist das eben. Ich werde ab sofort auch akribisch damit beginnen, Zettel aufzuheben für die Steuererklärung. Sonst bin ich nach einem Schuljahr wohl pleite 😉

Liebe Grüße,
Miss Shoppingqueen 😉

Ps.: Geht auf keinen Fall zu LIDL!!!!

Schulgarten…

17 Jun

Wer A sagt, muss auch B sagen.
Oder:
Wer Werken unterrichtet, muss auch Schulgarten machen.

Gerade für mich Pflanzenblindfisch (zur Erinnerung: ich habe RASEN in meine Balkonkästen gepflanzt) wird das eine große Herausforderung werden.

Also was tut man?
Natürlich in der aktuellen Schule den Schulgartenunterricht verfolgen. Heute waren die zweiten Klassen dran. Unkraut zupfen in der prallen Sonne.

Was habe ich gelernt?
– Schulgartensachen anziehen
– Werkzeuge besprechen
– Arbeit demonstrieren
– Arbeiten lassen
– Aufräumen
– zur Belohnung Radieschen frisch aus dem Beet holen & die Kinder essen lassen

Klingt simpel, oder?!

Den Stundenaufbau finde ich nicht sonderlich schwierig – mir macht eher mein mangelndes Fachwissen Sorgen.

Woher weiß ich, wann ich was pflanzen (lassen) muss?
Wann muss ich was ernten?
Wie werden die Pflanzen gepflegt?
Und und und.

Deshalb brauche ich jetzt eure Hilfe:
Kennt ihr gute Schulgarten-Bücher, mit denen Anfänger wie ich was anfangen können? Es muss zur Arbeit im Schulgarten passen, also welche Pflanzen eignen sich etc.

Bei Amazon gibt es „Schulgarten planen und anlegen […]“ – das klingt interessant, hat super Bewertungen – aber gibt’s nirgendwo mehr 😦

Kennt ihr gute Alternativen?!

Liebe Grüße,
Frau A.

Ps.: Motiviert wie ich nach der Schulgartenstunde war habe ich von 17:30 bis 19:30 im Garten von Schatzis Oma Unkraut gezupft (bzw ausgehebelt) und Beete gelockert. Hat Spaß gemacht (vor allem mit kurzer Hose & Bikini bei Sonnenschein) – und die Schwielen und Blasen an den Händen werde ich auch überleben 😉

Pps.:
[Hintergrundwissen: für Schulgarten und Werken ist je eine Wochenstunde eingeplant. Da das keinen Sinn macht, werden die Fächer meist epochal unterrichtet, d.h. Schulgarten mit 2h im Frühling und Herbst, Werken in Sommer und Winter – grob gesagt]

Ausprobiert: „Was würdest du ändern?“

4 Jun

So, nachdem ihr gestern intensiv diskutiert habt, habe ich eine Sache gleich mal ausprobiert.
Diesmal in meiner Matheklasse (in der ich die Schüler seit anderthalb Jahren kenne).

Situation:
Nach der Hofpause kamen erst zwei Mädchen, die sich über einen Schüler beschwerten. Kurz darauf kam ein weiteres weinendes Mädchen in die Klasse.
„Der Florian hat uns gehauen!“
„Der hat uns geschubst!“
Usw.

Er war nach einem kurzen Gespräch uneinsichtig und hatte auch keine richtige Lust auf Unterricht. Statt ihn gammeln zu lassen, dachte ich an eure Tipps und schrieb auf einen Zettel:

„Schreibe auf, was in der Hofpause passiert ist. Was würdest du ändern?“

Nach einem kurzen fragenden Blick machte er sich ans Werk.
Als Ergebnis stand dann da (ich verbessere jetzt mal die Fehler):

Ich habe mit meinen Freunden gespielt.

Ich wies ihn darauf hin, dass beim Spielen keiner weint. Dann erklärte er mir, dass es in der Umkleide passiert ist und fügte auf dem Blatt hinzu:

Im Umkleideraum hab ich Kinder umgeschubst.

Dann hielt er mir den Zettel hin. Ich deutete auf den zweiten meiner Sätze und sah, wie er überlegte & den Stift in die Hand nahm.

Keine Kinder umschubsen.

Das war dann sein Fazit.
Es folgte ein kurzes Gespräch dazu & dann ließ ich ihn die normalen Aufgaben weiter machen.

Mein Fazit:
Prinzipiell ne gute Sache. Durch den Zeitaufwand (ich muss mir ja auch überlegen, welche Fragen ich auf den Zettel schreibe, wo ich das Blatt herkriege etc.) wäre es vielleicht besser, sowas als Blanko-Vordruck immer dabei zu haben.
Und es macht definitiv mehr Sinn, wenn sie selbst den Fehler in ihrem Verhalten suchen und Alternativen überlegen. (Aber in der ersten Klasse von gestern wäre das nicht gegangen, allein von den Fähigkeiten schon nicht)
Zusätzlichen Druck/Schamfaktor könnte hier noch das Verlangen einer Unterschrift der Eltern zur Kenntnisnahme bringen. Wenn sie erstmal merken, dass ihr Verhalten an „Zuhause“ weitergeleitet wird, wird es vielleicht unterbunden. Mal abwarten 😉

Ich habe diese Methode nun in meine „Methodenkoffer“ aufgenommen und werde das im Fall der Fälle versuchen zu praktizieren.

DANKE für eure Ideen und die rege Diskussion gestern!

Liebe Grüße,
Frau A.

Ps.: Sowas steht im Lehrplan übrigens unter Selbstreflexion & schult daher sogar noch Selbst- und Sozialkompetenz. Das hätte ein gutes Ziel für nen Unterrichtsbesuch gegeben – wenn ich denn noch welche hätte… 😉

Pps.: Meine Formulierung finde ich im Nachhinein nicht ganz optimal. Hat zwar ihren Zweck erfüllt, aber gefällt mir noch nicht so. Habt ihr Ideen, wie man das besser schreiben könnte – im Hinblick auf einen Blanko-Bogen in dem z.B. nur 1. Was ist passiert? 2. Was hast du gemacht? 3. Was würdest du anders machen? steht. Wie würdet ihr das machen?

Der Schulfotograf kommt!

31 Mai

… Gut, das ist nicht ganz richtig… Er war nämlich schon gestern da und verursachte Chaos. Schulfotografen haben nämlich die Angewohnheit, sich nicht unbedingt an festgelegte Zeiten und Termine zu halten. So wurden spontan Stunden umgeplant, der Tagesablauf verschoben… Und trotzdem hat es nicht wirklich gepasst.

Okay, für mich ist auch ein Foto rausgesprungen und ich bin das letzte Mal gemeinsam mit meiner Klasse und Lieblingsmentorin auf einem Bild, aber trotzdem war der Tag ganz schön chaotisch. Sicher, der Fotograf kann nichts dafür wenn manche Dinge länger dauern. Damit habe ich auch gar kein Problem. Ein Problem habe ich aber damit, dass dieser Fotograf den Schülern Versprechen macht (ein gemeinsames Foto mit Ihren Freunden) und ihnen sagt, dass sie am nächsten Tag vier Euro mitbringen sollen und um acht pünktlich zum Fotografieren bereitstehen sollen.

Was passiert also heute?!
Die Schüler sind schon in der ersten Stunde ganz aufgeregt und fragen ständig „Frau A, können wir um acht zum Fotografen gehen?“
Natürlich habe ich das bejaht, denn sie waren schon sehr aufgeregt und freuten sich sehr darauf. Also schicke ich sie pünktlich los. Nach nicht einmal 2 Minuten kamen sie jedoch wieder. Der Fotograf hatte noch keine Zeit und versprach Ihnen, sie dann für die Fotos zum passenden Zeitpunkt abzuholen. Natürlich waren die Schüler etwas skeptisch, weil der Fotograf ja „gar nicht weiß wo wir sind“. Damit hatten sie natürlich Recht. Deshalb schicke ich in regelmäßigen Abständen einen Schüler los, um die Lage zu checken und herauszufinden wann Zeit für diese speziellen Fotos ist.

Sie kamen aber jedes Mal wieder zurück mit derselben Aussage… „Der Fotograf holt uns dann ab.“ Was mich dabei so ärgert ist die Tatsache, dass die Schüler den kompletten Schultag nervös, aufgeregt und hibbelig waren. Und da es sich nicht nur um einen oder zwei Schüler handelte, betraf es fast die halbe Klasse. Die Schüler waren nervös, hörten ständig ein Klopfen an der Tür (Auch wenn es gar nicht vorhanden war) und fragten häufig, wann es denn endlich soweit sei.

Dazu kam die Tatsache, dass die Musiklehrerin der Klasse auch mit ihrer eigenen Klasse zum fotografieren musste. Dass sich das mit der Musikstunde meinen zweiten Klasse überschnitt, hatte natürlich niemand bedacht. Ich konnte aber aufgrund meines Stundenplans (Mathe in der anderen Klasse) nicht dortbleiben und Schüler beaufsichtigen. Also gab ich ihnen eine spezielle Aufgabe, sagt ihnen, dass ich von Ihnen erwarte dass sie das leise und ohne Streit auskommen und begab mich in meine Matheklasse. Natürlich konnte ich mich nicht so gut konzentrieren, weil ich genau weiß dass die andere Klasse sich nicht immer so verhalten kann, wie es eigentlich gewünscht ist. Also ließ ich den Klassenraum meiner Matheklasse offen um die andere Klasse ggf. zu hören.
Zwei Mal wanderte ich zwischen den Klassenräumen hin und her um nach dem Rechten zu sehen. Das war sowohl für meine Matheklasse, als auch für mich nicht gerade optimal. Okay, ich hatte spontan eine Aufgabe für die Matheklasse gewählt, die sie auch selbstständig lösen konnten, sodass es eigentlich kein Problem war mal kurz zu verschwinden. Dennoch sollte es eigentlich nicht so sein.

Nun ja, was hat die ganze Aktion also gebracht?!
Der Fotograf kam natürlich nicht, die Schüler waren ganzen Tag aufgeregt und nervös und konnten sich kaum auf den Unterricht konzentrieren. Selbst Bewegungspausen, Lieder und andere Spielereien konnten die Schüler nicht dazu bringen, dem Unterricht vollständig zu folgen. Demnach war die Lautstärke und die Aufmerksamkeit nicht so, wie es normalerweise ist und sein sollte.

Meine Planung für den heutigen Tag war wirklich toll, aber so richtig ist das nicht rüber gekommen, weil die Schüler eben mit anderen Dingen ihren Köpfen beschäftigt waren. Meine Stimmung war dann natürlich auch nicht die beste, weil ich die Schüler permanent ermahnen und maßregeln musste. Das ist eigentlich nicht meine Art und ich mag es nicht zu schimpfen, aber es war heute sehr oft notwendig.

Sogar den von Schülern und auch mir geliebten Wochenabschlusskreis hätte ich beinah nicht durchführen können. Statt unseres Sitzkreises (den ich die Schüler auch einen nehmen ließ, funktionierte aber nicht) ließ ich sie an ihren Tischen selbst einschätzen, wie die Woche gelaufen ist.

Was bleibt für mich von diesem Tag? Manchmal hilft selbst die beste Planung nichts, weil unvorhergesehene Dinge einem einfach einen Strich durch die Rechnung machen. Zuerst war ich etwas angesäuert wegen mir, aber inzwischen denke ich, dass weder die Schüler noch ich etwas für diesen etwas chaotischer Tag konnten.
Die Situation war nun einmal so und nächste Woche wird es sicher wieder besser laufen.

In diesem Sinne: ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße, Frau A.

Ps.: Mein Tag begann heute übrigens damit, dass ich auf einem Waldweg (geteert, nehme ich immer als Abkürzung) etliche Meter bei strömendem Regen in der Dämmerung rückwärts fahren & wenden musste, weil ein Baum auf die Straße gestürzt war. Es folgte ein kilometerlanger Umweg. Auf sowas kann man frühs echt verzichten!