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Tipp des Tages: Namensetiketten

7 Aug

Dass ich in meiner Ausbildungsschule viel gelernt habe, sieht man an meiner heutigen Tätigkeit: Namensschilder machen! 
…und zwar diesmal nicht aufwändig handschriftlich, sondern ganz einfach am PC. 
Warum?
1. weil es wesentlich schneller geht
2. weil es sauberer ist 
3. weil es was hermacht 😉

In meiner Ausbildungsschule hat das die Sekretärin übernommen. Die Lehrer mussten nur sagen, wie viele Sätze sie von den Namen benötigen. Da ich davon ausgehe, dass es so einen tollen Service in meiner neuen Schule nicht gibt, übernehme ich diese Aufgabe einfach selbst! 🙂 

Man braucht dazu: 
– Namen der Schüler 
– bedruckbare Etiketten
– Drucker
– Word 

Meine Etiketten sind von „Pripa“, bestellt bei Amazon. Es gibt viele unterschiedliche Größen, aber ich habe mich für DIESE hier entschieden. 

Ablauf: 
– Neues Dokument öffnen
– oben auf SENDUNGEN klicken
– dann links auf ETIKETTEN
– es öffnet sich ein Fenster – dort auf OPTIONEN
– bei Etikettenhersteller „ANDERE“ auswählen
– auf NEUES ETIKETT drücken
– dort dann die Etiketten-Daten eingeben (Höhe, Breite, Anzahl – siehe Verpackung)
bestätigen
– im „Umschläge und Etiketten“-Fenster (ohne bei Adresse etwas einzugeben) auf NEUES DOKUMENT
Tipp: Wenn ihr einen Bogen haben wollt, der NUR mit eurem Namen (Adresse, was auch immer) bedruckt ist, könnt ihr das bei Adresse angeben – dann steht das automatisch auf allen Etiketten. Wollt ihr einzelne Namen eingeben lasst es weg – sonst müsst ihr’s dann eh wieder rauslöschen 😉 

Dann müsste sich die Tabelle (mit gestrichelten Linien) öffnen und ihr könnt die Namen (oder was auch immer) eintragen. 

WICHTIG: Beim Drucken dann nicht vergessen, auch das Etikettenpapier einzulegen 😉 

Liebe Grüße und viel Spaß beim Ausprobieren wünscht: 
Frau A. (die jetzt auch eigene Namenskleberchen hat!)

Diskussion: Hausaufgaben – ja oder nein?

30 Jul

Mir wurde gerade von einer Freundin ein Link geschickt – es geht mal wieder um die Diskussion, ob Hausaufgaben beibehalten oder abgeschafft werden sollten.

Hier der Link:

http://www.bild.de/politik/inland/schueler/abschaffen-debatte-deutschland-31588210.bild.html

Irgendwie verstehe ich beide Perspektiven.
Und wenn gerade am Gymnasium nach 8-9 Stunden Unterricht nochmal ca. 2 Stunden Hausaufgaben gemacht werden müssen, dann ist das schon ne große Belastung.
Bei mir sind oft Tränen geflossen, weil mein Kopf einfach überlastet war mit dem Umfang. (Gell, Papa?!) ich hatte aber das Glück. dass ich bei Bedarf jmd hatte, der mir helfen konnte – das hat aber nicht jeder…
Die im Artikel beschriebene Organisationsform finde ich gut, kann aber nur durch das Engagement der Schulleitung & Planer umgesetzt werden – und wenn auch ein Umdenken in den Köpfen der Lehrer geschieht.

Andererseits sind die Hausaufgaben in vielen Familien der einzige Berührungspunkt zwischen Kind, Eltern und Schule. Fallen sie weg, fällt auch das wichtige Thema „Schule“ in den Gesprächen zuhause weg – und die Eltern haben keinen Anlass mehr, sich mit den Aufgaben und schulischen Problemen ihrer Kinder auseinanderzusetzen.

Also mein Kurzfazit: Es muss einen Mittelweg geben. Zu viele Hausaufgaben stressen definitiv, sollten also reduziert werden. In Stoßzeiten am Gym standen Hausaufgaben in Mathe, Deutsch, Englisch und Biologie für den Folgetag an – nachdem man 16:30 aus der Schule nach Hause kam. Gerade in den weiterführenden Schulen könnte sich besser abgesprochen werden – HA für 2 Fächer könnten doch reichen, oder?!

In der Grundschule sieht das schon ein bisschen anders aus. Bei uns wurde täglich eine Mathe- und eine Deutschhausaufgabe aufgegeben. Fertig. Hin und wieder gab es kleine Zusatzaufgaben, wie „Bringe ein Bild von dir als Baby mit“, aber generell beschränken sich die HA auf diese Fächer – und werden von fast allen Schülern (außer den Nicht-Hortkindern) in der Schule erledigt. Einzig die HA von Freitag zu Montag wird unter Aufsicht der Eltern zuhause erledigt – was ich aus o.g. Gründen auch richtig & wichtig finde.
Der Umfang entspricht in etwa den Zeitangaben aus dem Artikel.

Nun zu euch
:
Was ist eure Meinung zu Hausaufgaben? Bist du als Elternteil genervt davon?
An die Lehrer: sprecht ihr euch ab mit den Kollegen oder kocht jeder sein eigenes Süppchen? Könntet ihr euch vorstellen auf HA zu verzichten?

Bin auf eure Meinungen gespannt!

Liebe Grüße,
Frau A.

Kultur on Tour

8 Jul

Exkursion nach Erfurt stand heute auf dem Programm. Zwei vierte Klassen, 2 Lehrer, eine Erzieherin, ich.

Während meine größte Sorge mal wieder „hoffentlich kotzt keiner“ war, stellte sich etwas ganz anderes als problematisch heraus… Der Busfahrer!

Ein sympathischer, älterer Herr, graues Haar, flotte Sprüche auf den Lippen, alles prima.
Kurz nach der Abfahrt wurden dann aber die Fetenhits und sämtliche rote Pferde, Gummiboote, Zwiebeln auf dem Kopf und Pokerfaces auf voller Lautstärke abgespielt.
Die Kinder hatten Spaß und tanzten förmlich auf ihren Sitzen. Der Busfahrer machte die Musik stückweise aus, um in den vollen Gesangesgenuss der Kinder zu kommen. Wahnsinn. Es war wie in einer Kinderdisco.

Blöd nur, dass man sich bei nicht-gesanglichen Dingen (z.B. bei Unterhaltungen) regelrecht anschreien musste.
Fazit: Musik leiser, Spaß blieb.

Der Erfurt-Besuch an sich war wie immer sehr schön. Für mich nicht unbedingt zielgerichtet genug (inhaltlich), aber die „Notenzeit ist ja rum“ und wir „sind hier zum genießen“…es sei ihnen gegönnt!

Highlight des Tages:
Eines unserer Kinder war der Meinung, in den Kinderpool der ega springen zu müssen. Prinzipiell kein Problem, wenn man wie alle anderen Wechselsachen dabei hat.
Aber…das hatte unser Kind nicht. Das fiel ihm natürlich erst auf, als sich alle anderen umzogen und abtrockneten.
Also was tun?
Klar, Regencape kaufen (bei 27 Grad) & darauf auf der Heimfahrt gemütlich Platz nehmen.

Hallelujah! Ich sag ja – es wird nie langweilig! 😉

Ausprobiert: „Was würdest du ändern?“

4 Jun

So, nachdem ihr gestern intensiv diskutiert habt, habe ich eine Sache gleich mal ausprobiert.
Diesmal in meiner Matheklasse (in der ich die Schüler seit anderthalb Jahren kenne).

Situation:
Nach der Hofpause kamen erst zwei Mädchen, die sich über einen Schüler beschwerten. Kurz darauf kam ein weiteres weinendes Mädchen in die Klasse.
„Der Florian hat uns gehauen!“
„Der hat uns geschubst!“
Usw.

Er war nach einem kurzen Gespräch uneinsichtig und hatte auch keine richtige Lust auf Unterricht. Statt ihn gammeln zu lassen, dachte ich an eure Tipps und schrieb auf einen Zettel:

„Schreibe auf, was in der Hofpause passiert ist. Was würdest du ändern?“

Nach einem kurzen fragenden Blick machte er sich ans Werk.
Als Ergebnis stand dann da (ich verbessere jetzt mal die Fehler):

Ich habe mit meinen Freunden gespielt.

Ich wies ihn darauf hin, dass beim Spielen keiner weint. Dann erklärte er mir, dass es in der Umkleide passiert ist und fügte auf dem Blatt hinzu:

Im Umkleideraum hab ich Kinder umgeschubst.

Dann hielt er mir den Zettel hin. Ich deutete auf den zweiten meiner Sätze und sah, wie er überlegte & den Stift in die Hand nahm.

Keine Kinder umschubsen.

Das war dann sein Fazit.
Es folgte ein kurzes Gespräch dazu & dann ließ ich ihn die normalen Aufgaben weiter machen.

Mein Fazit:
Prinzipiell ne gute Sache. Durch den Zeitaufwand (ich muss mir ja auch überlegen, welche Fragen ich auf den Zettel schreibe, wo ich das Blatt herkriege etc.) wäre es vielleicht besser, sowas als Blanko-Vordruck immer dabei zu haben.
Und es macht definitiv mehr Sinn, wenn sie selbst den Fehler in ihrem Verhalten suchen und Alternativen überlegen. (Aber in der ersten Klasse von gestern wäre das nicht gegangen, allein von den Fähigkeiten schon nicht)
Zusätzlichen Druck/Schamfaktor könnte hier noch das Verlangen einer Unterschrift der Eltern zur Kenntnisnahme bringen. Wenn sie erstmal merken, dass ihr Verhalten an „Zuhause“ weitergeleitet wird, wird es vielleicht unterbunden. Mal abwarten 😉

Ich habe diese Methode nun in meine „Methodenkoffer“ aufgenommen und werde das im Fall der Fälle versuchen zu praktizieren.

DANKE für eure Ideen und die rege Diskussion gestern!

Liebe Grüße,
Frau A.

Ps.: Sowas steht im Lehrplan übrigens unter Selbstreflexion & schult daher sogar noch Selbst- und Sozialkompetenz. Das hätte ein gutes Ziel für nen Unterrichtsbesuch gegeben – wenn ich denn noch welche hätte… 😉

Pps.: Meine Formulierung finde ich im Nachhinein nicht ganz optimal. Hat zwar ihren Zweck erfüllt, aber gefällt mir noch nicht so. Habt ihr Ideen, wie man das besser schreiben könnte – im Hinblick auf einen Blanko-Bogen in dem z.B. nur 1. Was ist passiert? 2. Was hast du gemacht? 3. Was würdest du anders machen? steht. Wie würdet ihr das machen?

Basteltipp oder Lacher des Tages

26 Mai

…falls jemand Lust zum Basteln hat:

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Quelle: Twitter (@outerspace_girl)

Freuden des Lehrer-Seins

14 Mai

Heute gibt’s ne kleine Anekdote, die mein Herz erfreut hat. Ich hatte sogar fast ein kleines Freudentränchen im Auge.

Aber von vorn.

Gestern führte ich in Mathe die Malfolge 8 ein.
Dabei erzählte ich den Schülern von der Lieblingsaufgabe meiner Mutti. Die ist nämlich 7×8=56, eine der Aufgaben, die im Allgemeinen zu den schwerer einprägsamen gehören.
Nachdem mir meine Mutti das als Kind erzählt hatte, habe ich mir das Ergebnis natürlich besonders gut eingeprägt.
Die Kinder hörten gespannt meinem kleinen Exkurs zu, dann wurde weiter geübt.

Heute hospitierte ich bei meiner Mathementorin. Sie begann mit dem klassischen Kopfrechnen, stehend mit Reinrufen der Ergebnisse. Als am Ende noch 5 Schüler standen, stellte sie die Aufgabe aller Aufgaben.

„Was ist 7×8?“

Und die schwächste Schülerin der Klasse brauchte nicht mal ne halbe Sekunde um inbrünstig und sicher 56 zu rufen.

Meine Mentorin machte große Augen (sie wusste ja nix von meiner Geschichte). Damit hatte sie nicht gerechnet.

Dann setzte sich die Kleine langsam und drehte sich dabei ganz stolz grinsend zu mir um. Ihr Blick war einfach unvergesslich.

In solchen Momenten liebe ich meinen Job noch ein bisschen mehr.

Eins nach dem Anderen

13 Mai

Das ist momentan die Devise.
Also Stück für Stück alles abarbeiten und über Erfolge freuen.

Heute:
– diverse Termine mit Mentoren gemacht
– im Bastelladen nachgehakt bzgl. Material für meine AG
– Mathe-Skript für die Mündliche fertig gemacht
– Wäsche gewaschen
– eingekauft

Reicht doch, oder?!
Was passiert, wenn ich zu viel in meinen Kopf lade, habe ich heute morgen nämlich gesehen.

Da saß ich nämlich gemütlich in meiner Deutschklasse & hospitierte, als plötzlich die Tür auf ging.

Ein Mädchen aus der Matheklasse schaute rein und fragte:
„Ist die Frau A. hier?“

Ich machte mich bemerkbar.

„Sie haben uns wohl vergessen?!“

Ich war immernoch irritiert.

„Wir haben doch jetzt Mathe!!!“

Dann machte es Klick.
Ich hatte meinen Stundenplan aus Prüfungsvorbereitungsgründen verändert und Montag ist der einzige Tag, an dem ich schon zur zweiten Stunde in meiner Matheklasse bin.

Das hatte ich aber verrrafft. Besonders weil ich mich gefreut hatte, meine andere Mentorin beim Einführen von „Division mit Rest“ zu hospitieren. Das iPad war schon im Anschlag, die Überschrift getippt…und dann das.

Ups. Voll peinlich.

Ich packte zusammen, flitzte hinter in die Klasse und dann ging’s rucki zucki los…die Kinder fandens witzig.
Ganz so schlimm war’s nicht, weil ich trotzdem alles geschafft habe (aufwändiges Tafelbild adé!). Dann muss man eben effizienter arbeiten…und ich war froh, dass ich so gut vorbereitet war und sofort umschalten konnte von gucken auf unterrichten…

Trotzdem: sowas passiert mir nicht nochmal!

In diesem Sinne…eins nach dem anderen! 🙂

Kinder, Kinder…

2 Mai

Heute mal wieder ein paar Anekdoten aus der Schule.

Heute wurde gelacht!
Wir hatten heute in Deutsch den folgenden Text:

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In den wurden dann Adjektive eingesetzt:

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Und dann kam das Lustige: aus diesem Text sollte mithilfe der gegenteiligen Adjektive ein „Unsinnstext“ entstehen…die Kinder haben sich gekringelt vor Lachen 😉

Heute wurde geweint!
…nur aus total sinnlosen Gründen. Ein Mädchen hatte während Mathe unterm Tisch rumgefummelt. Kurze Ermahnung. 20 Sekunden später heult sie Rotz & Wasser. Es stellt sich raus: sie hat mit einem Stift ein MINIMALE Kerbe in den Korb unterm Tisch geritzt. Kaum sichtbar. Unabsichtlich.
…aber sie schien Mega Angst zu haben. Nicht vor mir, sondern wahrscheinlich vor der Reaktion ihrer eigentlichen Lehrerin. Beruhigen war nur schwer möglich, aber ich hab’s dann hingekriegt.

Heute wurden die Eltern angerufen!
Nicht wegen Ärger, sondern aus gesundheitlichen Gründen. Echt gruselig, wenn ein Kind neben einem steht, dem fast das Herz aus der Brust springt. Hoffentlich nix Ernstes!

Heute wurde geschrieben!
…und zwar Straftext. Wer sich nicht benehmen kann, andere verprügelt, auf die Nase haut & dann nicht mal einsichtig ist und sich entschuldigt – der muss schreiben. Inwiefern das pädagogisch wertvoll ist, mag ich nicht zu beurteilen. Aber offensichtlich scheint sie ihren Fehler erkannt zu haben:

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Nun ja. Eben hab ich noch nen Kuchen gebacken – der Liebste hat morgen Geburtstag. Mal sehn ob’s schmeckt, ich werde berichten.

Kopfschütteln des Tages:
Die Leute auf dem Schulamt sind nicht in der Lage, bei Google Maps meinen (mehrmals in Deutschland vorkommenden) Wohnort mit PLZ einzugeben. Stattdessen krieg ich dann nen Brief, dass meine Fahrtzeiten in der Reisekostenabrechnung nicht hinhauen…uar!!!

Whatever.
Morgen Schule, Samstag Schule (fragt nicht) und in exakt 3 Wochen schon die Mündliche. Gemacht ist noch nicht viel, grobe Planung der Einsprechthemen steht – aber ich hab keinen Schimmer, was ich alles lernen soll. Und vor allem WANN!

Aber: wird schon werden. Ist immer irgendwie geworden. 😉

Sweet Nothing

4 Apr

Das ist das, was ich in den Ferien getan habe: nichts.
Und es ist herrlich.
Kein Wecker, keine Termine, kein Schreibtisch, nichts.
Aufwachen, Essen, Rumliegen, Lesen, sinnlosen Mist im TV gucken.
Wow.

Echt schön. Aber irgendwie auch erschreckend, wie einfach man nen kompletten Tag mit nichts-tun rumkriegen kann… Und wie leicht man mit Sendungen im TV den Tag verplempert…

Momentan entspreche ich völlig dem Klischee, was der Großteil der Bevölkerung von Lehrern hat. Absolut faul in den Ferien. Hab ich bei „Spiegel Online“ mal wieder nachgelesen. Dort gibt es gerade die „Faktencheck“-Reihe, in der Schul-Klischees getestet / analysiert werden. Am Ende soll es eine 5-teilige Reihe werden, momentan gibt es die ersten 3 Teile der „Schul-Klischees im Faktencheck“: 

Teil 1: Lehrer haben es leicht – oder doch nicht?

Teil 2: Lehrer werden lohnt sich – oder?

Teil 3: Kleine Klassen lernen besser – oder doch nicht?

Dabei sind die Artikel schonmal ganz interessant. Noch interessanter sind aber die vielen vielen Kommentare, die zu den Artikeln abgelassen werden. Hier trifft man immer wieder auf ein Phänomen, welches unter dem Namen „Lehrer-Bashing“ gerade wieder topaktuell ist. Es wird einfach von allen Seiten draufgehauen. Nur weil alle irgendwann mal in der Schule waren, maßen sie sich an, über Schule und die Arbeit der Lehrer zu urteilen.
Besonders schön finde ich immer solche Kommentare:

„Lehrer müssen sich nicht vorbereiten – die kommen ohne Vorbereitung in die Schule, erzählen 45min was und verschwinden wieder.“

Was erwarten die Leute eigentlich? Dass man für jede Stunde ein 10-seitiges Skript mitbringt, durch das die Schüler und Eltern die genaue Stundenplanung des Lehrers nachvollziehen können? Geht’s noch? Solange in der Stunde bei den Schülern was ankommt, ist es schnurzegal ob er mit viel, wenig oder keiner (offensichtlichen) Vorbereitung den Raum betritt. Vorbereiten tut man sich als Lehrer IMMER. Arghs.

„Skifreizeiten, Klassenfahrten…Lehrer haben auch während der Schulzeit noch solche tollen Freizeitmöglichkeiten und können dabei bezahlt Urlaub machen…“

Ähm. Ich weiß nicht, was an 3-5 Tagen 24h Verantwortung tragen für ne komplette Klasse Urlaub sein soll. Hier sieht man wieder, dass die Leute das nur aus IHRER Sicht sehen. Aus Schülersicht mag das oft wie Urlaub aussehen. Da hat man ja auch nur sein EIGENES Wohl im Blick. Aber als Lehrer? Nee – da ist man Aufsichtsperson, Streitschlichter etc. pp. für 24 Schüler – und das dann meist noch auf EIGENE Kosten. Als WÄRE es Urlaub. Ist. es. aber. nicht.

…ach, ich könnte noch ne Weile weitere tolle Sachen raussuchen und mich drüber aufregen. Aber es bringt sowieso nichts. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen bezüglich Schule gemacht, jeder hat sein eigenes Bild auf Schule – und es ändert sich nach dem Verlassen nicht mehr.
Dabei hat sich so viel geändert in den letzten Jahren. Zumindest an einigen Stellen. Grundschule entspricht zum Beispiel nicht mehr dem, was Grundschule zu meiner Grundschulzeit noch war. Da gab es sowas wie Differenzierung kaum. Entweder man kam mit – oder eben nicht. Dann musste man eben auf ne andere Schule und fertig. Gruppenarbeit? Gruppentische? Soziales Lernen? Nö. Vielleicht allerhöchstens mal ne kleine Arbeit mit dem Banknachbar…Lernpartnerschaften oder sowas gabs nicht.
Sowas wird heute ganz anders gehandhabt.
Das habe ich selbst aber auch erst erfahren, nachdem ich im Studium wieder an einer Schule unterwegs war.

Heißt: es ist nicht mehr wie „damals“.

Aber wie gesagt, aufregen bringt nichts. Dadurch wird es nicht besser oder anders.
Die Lehrer, mit denen ich über dieses Thema geredet habe, sind sich einig:

1. Man muss sich diesbezüglich ein dickes Fell wachsen lassen.
2. Entweder solche Sprüche ignorieren ODER
3. einfach kontern

Wenn das Lehrer sein so einfach ist, man so reich wird und ständig frei und Ferien hat – warum werden dann nicht einfach alle Lehrer? 😉

Nun ja. Trotz allem ist es erschreckend, was manche Menschen zum Thema Schule und Lehrer zu äußern haben. Wie sich dieses Bild entwickelt und weitergetragen wird. Und dabei kann ich nicht mal meine eigene Familie ausschließen. Sogar meine Mutti sagte früher Sachen wie:
„Meine Freundin arbeitet 25 Stunden als Lehrerin und verdient so viel wie ich, die mindestens 40 Stunden arbeitet.“

Das ist ja mein Lieblingsklischee. Lehrer nach der Anzahl ihrer „Stunden“ zu beurteilen. Da hilft es nicht mal, wenn ich ihr sage, dass diese Stundenzahl nur die UNTERRICHTS-Stunden sind. Nicht die reguläre Arbeitszeit. Einfach nur die Anzahl der Stunden, in denen man VOR der Klasse steht und unterrichtet.
Natürlich klingen da 25 und 27 Stunden nach sehr wenig.
Aber nur, wenn man die Augen verschließt und glauben will, dass „Lehrer Sein“ aus „vor der Klasse stehen und reden“ besteht.
Tut es leider nicht.
Nach der Schule geht die Arbeit erst richtig los. Man reflektiert, man plant, man stellt Material her, macht Kopiervorlagen, wählt Methoden aus etc pp.
Und zwar: ZUHAUSE.

Das ist das nächste Ding. Ich würde meine Arbeit lieber IN der Schule verrichten. Frühs hin, bis Mittags unterrichten – und danach an einem eigenen Arbeitsplatz den weiteren Unterricht planen, Sachen vorbereiten…und dann von mir aus 16:30 nach Hause gehen.
Das wäre völlig okay für mich, weil ich dann Feierabend hätte und ein Privatleben.

Leider ist dem nicht so. Nach Schulschluss tobt in den meisten Klassenräumen in Thüringen die wilde Horde der Hortkinder, die sich mangels eigener Horträume dort die Zeit vertreiben müssen. Eigene Lehrerarbeitsplätze gibt es nicht. Und wer jetzt das Lehrerzimmer als Ort der Stille zum Arbeiten anpreisen will…der war noch nie in einem Lehrerzimmer 😉

Nun ja…was nicht ist, kann ja noch werden.
Also liebes Thüringen, liebes TMBWK, liebe Verantwortlichen: wenn ihr noch Ideen zur Verbesserung braucht: ich stehe euch gerne dafür zur Verfügung 😉

Solange lasse ich noch ein bisschen mein „Fell“ wachsen und frage euch: 

– Wie kontert ihr, wenn euch solche Klischees vorgeworfen werden? 
– Was ist eurer „Lieblings“-Klischee?
– Was würdet ihr verändern – wenn ihr könntet? 

Liebe & entspannte Grüße von der Couch,

Frau A.

Ps.: HIER zum Schluss noch ein interessanter Link, der diverse Kommentare bezüglich „Lehrer-Bashing“ inhaltlich etwas bündelt.

Pps.: HIER noch der Link zu einem Video zum Thema Lehrer-Klischees 😉

Gesunde Ernährung

7 Feb

Gesunde Ernährung – das ist gerade das Thema in der zweiten Klasse. Eine Sache, die man sehr schön anschaulich gestalten kann & mit der man großen Einfluss auf die Kinder und ihr Denken hat.

Positiv für uns ist, dass unsere Klasse am Projekt „Klasse2000“ teilnimmt. Heißt: in regelmäßigen Abständen kommt eine sogenannte „Gesundheitsförderin“ zu uns, hält eine Stunde zu einem bestimmten Thema und geht dann wieder. Das schöne daran ist: die Stunden sind richtig toll aufgearbeitet & gelingen eigentlich immer!
In den Zeiten, in denen die Frau nicht da ist, sind die Lehrer am Zug & können inhaltlich an bestimmten Themen arbeiten. Dazu gibt es eine Lehrerhandreichung, in der komplett ausgearbeitete Stunden enthalten sind, inkl. Vorbereitung, Elternbriefen, Material etc. Echt cool!

Nun ja. Ich habe u.a. heute eine solche „KLARO-Stunde“ gehalten. Ein Stückchen davon möchte ich euch nicht vorenthalten, weil ich es echt toll fand.

Heute stand u.a. ein Obst & Gemüsequiz auf dem Plan. Dazu hatte ich eine große Tabelle an der Tafel vorbereitet:

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Die Schüler sollten also ihr Wissen & Können in den Kategorien Hören, Sehen, Schmecken & Fühlen beweisen.

Dazu habe ich die Klassen bankreihenweise aufgeteilt:

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Die Zahlen in den Feldern stehen für unterschiedlich schwere Aufgaben & gleichzeitig die erreichbaren Punkte. Die Aufgaben der Kategorien sind wie folgt:
Hören = etwas durch ein Worträtsel erraten.
Sehen= ein Bild wird langsam aufgedeckt & muss erkannt werden.
Schmecken = eine Kostprobe am Geschmack erkennen.
Fühlen = etwas in einem Beutel erfühlen.

Ablauf:
1. eine Gruppe wählt eine Aufgabe, z.B. „Hören 80“.
2. Ich lese die zugehörige Rätselfrage vor. (Z.B. „Ich wachse im Weinberg, kann Grün oder blau sein & aus mir macht man Getränke. Wer bin ich?“)
3. die Gruppe darf sich beraten, nennt dann die Lösung.
4.
Richtig: Punkte eintragen an Tafel
Falsch: Frage darf von der nächsten Gruppe beantwortet werden
5. Das passende Bild wird auf die Zahl gehangen, die Aufgabe ist gelöst.
6. die nächste Gruppe, usw.

Am Ende sieht das dann so aus:

20130207-143152.jpg

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(Ist gleich noch ein bisschen Mathe mit drin 😉 )

Danach ließ ich die Schüler einzeln vor kommen & je eine Karte entweder Obst oder Gemüse zuordnen. Ohne dass ich bei falschen Zuordnungen einschritt.
Ergebnis:

20130207-143337.jpg
Danach durften sich die Schüler dazu äußern, wir korrigierten falsche Angaben & dann war dieser Stundenteil schon rum.

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Dauer: etwa 40min
Material:
– laminierte Bildkarten mit Magnet (selbst hergestellt, Bilder von Google)
– passendes Obst & Gemüse (zum Schmecken geschnibbelt, zum Fühlen komplett – ca 7€ Kosten)
Spaßfaktor: hoch
Strafe (ggf.): Punktabzug

Mir hat das Spaß gemacht & den Kindern glaube ich auch. Der Teller mit Apfelstückchen war im Anschluss im Nu verputzt 😉

Also: danke an „Klasse 2000“ für die Idee 🙂

Zum Schluss noch mein Tageshighlight:
Heute durften die Kinder in Ethik (wie gewohnt) von ihrer Woche erzählen, was schön war, was nicht etc.
Eine Schülerin sagte:
„Ich habe mich über die Mathestunde heute mit der Frau A. gefreut, da durften wir mit dem Datum rechnen.“
Thihi.
Hatte heute so nen Spontaneinfall & ließ die Kinder am Stundenanfang aus „7.2.2013“ selbstständig Aufgaben bilden. Bei den Schwachen kam dann eben 7+2=9 raus, die Stärkeren bildeten richtig lange Kettenaufgaben mit bis zu 7 Summanden – war cool. 🙂

Nebenbei hospitierte mich meine VfA, die mich auf ein Problem aufmerksam machen wollte, dessen ich mir schon LANGE bewusst bin – wozu ich aber nichts sagen bzw. kaum was ändern kann. Bin ja nicht die Klassenleiterin. Morgen ist die Auswertung der Stunde & da werde ich das auch nochmal ansprechen. Geht um Hilfsmittel für Schüler. Expliziter werde ich vorerst nicht, vll ergibt sich das ein andermal.

Für heute bin ich erstmal zufrieden. Hab noch 2 Tonnen Obst & Gemüse hier & werde mich dann wohl ausnahmsweise mal gesund ernähren. Die Unterrichtseinheit hat also auch für mich was Gutes 😉

In diesem Sinne: Adios Amigos!
Frau A. 😉