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Lehrprobe To-Go

6 Jun

So, nachdem ich die erste benotete Lehrprobe rum habe, wurden heute im Seminar von ein paar Leuten nähere Infos gewünscht.
Also los geht´s:

1. Die Vorbereitung
Für die Lehrprobe wird eine umfassende schriftliche Vorbereitung gewünscht. Dafür sind feste Vorgaben einzuhalten (die mit Sicherheit von STS zu STS anders sind. Ich gehe jetzt von unserem STS aus…)
Zuerst natürlich das festgelegte Deckblatt inkl. Ort, Zeit, Stundenthema, Prüfern etc.
Danach (ohne Inhaltsverzeichnis):

1 Sachanalyse. 
1.1 Inhalt
1.2 Didaktik
1.3 Didaktische Reduktion
2 Einordnung der Stunde im Unterrichtsvorhaben
3 Lernbedingungen
4 Didaktisch- methodischer Kommentar
5 Ziele der Stunde
6 Verlaufsplanung
7 Literaturverzeichnis
8 Anhang
[9 Erklärung]

Die Erklärung bzgl. Eigenständigkeit gehört laut Angabe meiner Prüferinnen nur bei der RICHTIGEN Prüfung rein & ist in der Lehrprobe nicht notwendig (deshalb in Klammern).

Zur Sachanalyse:
– die relevanten fachlichen Grundlagen, die auf diese Stunde zutreffen darlegen (mit wissenschaftlichen Quellen & Definitionen… wie an der Uni eben.)
– die benutzten Methoden UND Sozialformen müssen ebenfalls definiert werden (selbst Partnerarbeit soweit ich weiß…)

In den Lernbedingungen müssen nicht zwangsweise alle erlangten Informationen auftreten, sonder nur das, was für die Stunde relevant ist.
Beispiel: Du willst Partnerarbeit machen. Ein auffälliges Kind arbeitet nur mit einem einzigen Schüler gerne zusammen, unter Zwang verweigert er sich oder flippt aus.
SOWAS müsste erwähnt werden. Oder auch mögliche Problemkinder.
So hatte ich z.B. in meiner Werkenstunde einen Schüler, der SEHR viel Aufmerksamkeit braucht & sonst stört. Also steht in meiner Planung, dass ich ihn bei praktischen Übungen (wie Arbeitstechniken zeigen, vorlesen etc.) evtl. öfter drannehmen werde, als andere. Das alles als OPTION – ob es wirklich zutrifft in der Stunde weiß man ja nicht. Aber so wissen die Hospitierenden schon, auf wen sie evtl. Acht geben müssen.

Die Ziele der Stunde müssen wirklich eindeutig und klar formuliert werden. Hilfreich ist hierbei der Lehrplan, an den man seine Formulierungen anlehnen und orientieren kann. Es muss in der Planung nachgewiesen werden, wo/wie man an den festgelegten Zielen arbeitet (sonst bräuchte man sie nicht setzen, wenn man nicht an ihnen arbeitet…).
DAS ist für mich selbst noch am schwierigsten. Ziele passgenau zu formulieren.

WICHTIG für den schriftlichen Entwurf der Lehrprobe:
Die ABGABE ist am Werktag vor der Lehrprobe bis spätestens 12:00 mittags. Sie muss mit Zeitangabe und Unterschrift quittiert werden. Abgegeben werden 2 Exemplare (1x Schulleitung, 1x VfA).

Und noch was: 2x die PERSÖNLICHEN Lernziele (die man sonst nur bei den Unterrichtsbesuchen ausfüllen muss) mitbringen, und die eigenen Stundenziele festlegen.
(für die Nicht-LAAs unter euch: Nicht nur für die Schüler werden Ziele festgelegt, sondern auch für uns. Also auf WAS will ich bei mir selbst in dieser Stunde achten? Ich habe z.B. als Ziel gesetzt, die Selbsteinschätzungsmethode einzuführen und am Ende auszuwerten. Warum? Weil das für mich was Neues war, was ich ausprobieren wollte. NACH der Stunde muss ich selbst Anmerkungen dazu eintragen & DANN schreibt auch die Fachleiterin noch ihren Senf dazu. Ist wirklich mal ganz interessant!)

2. Der Tag der Lehrprobe
Ich habe vorher schon die Stühle für meine Gäste bereitgestellt & jedem den Entwurf auf den Stuhl gelegt.
Danach gings los,
Ablauf:
– Halten der Prüfungsstunden 
Tipp: Einfach alle Gäste ignorieren. Die waren für mich nicht anwesend, ich hab sie nicht mal gesehen. Wenn man sie anguckt, wird man eh nur nervös, weil sie mit Sicherheit NICHT freundlich, sondern kritisch schauen werden. Das ist ihr Job. Es wird sicher niemand mit „Daumen hoch“ drin sitzen und dich anfeuern. Also: ausblenden!
40 Minuten Auswertungszeit (Allein)
Die beginnen gleich im Anschluss an die Prüfungsstunden. Was habe ich in der Zeit gemacht?
Ich habe mir zu den folgenden Dingen Notizen gemacht:
> Allgemeiner Eindruck: Wie lief die Stunde? Bin ich zufrieden? Was war gut?
> Änderungen: Wo habe ich die Stunde im Verlauf spontan abgeändert? Warum?
> Reserven: Wo lagen Knackpunkte? Warum lief das gut & das andere schlecht? Wie könnte man das verbessern? Welche Angebote machten Probleme? Warum?
> Stundenziele: Wurden sie erreicht? Warum nicht? Wie hätte man anders formulieren können?
> Meine persönl. Lernziele: Konnte ich sie umsetzen? Wie? Verbesserungsmöglichkeiten?

Sieht ganz schön viel aus, aber wenn man die Stunden frisch gehalten hat, hat man ja immer Ansatzpunkte bei denen man sich denkt „Wieso lief das nicht so?“ oder „Warum hat der plötzlich das Schleifbrett genommen?“ oder „Welchen Aspekt habe ich beim Erklären vergessen?“… lauter solche Dinge…

Ich habe versucht, das ein bisschen zu ordnen, damit ich im
– anschließenden Gespräch einen kleinen roten Faden hatte (und nicht allzu verwirrt wirkte 😉 )
Das Gespräch selbst soll pro gehaltener Stunde MAXIMAL 60 Minuten dauern.
Ablauf:
– Erst redet der LAA (eben über die Dinge, die er sich zum jeweiligen Fach notiert hat.)
– Danach stellt die Fachleiterin Fragen bzgl. Inhalt, Verständnis etc. Alles Dinge, die man locker begründen kann, weil man ja die Stunde geplant und durchdacht hat. Halb so schlimm…
– Dann kommt das BERATUNGSGESPRÄCH. Das gibt es in der Form NUR in den Lehrproben. Bei der praktischen Prüfung später kommen nur die ersten beiden Anstriche & dann sofort die Note.
HIER wurde ich dann aber beraten, mir wurden Tipps gegeben (z.B. dass die Wiederholung sich auf das Stundenthema beziehen kann / sollte) usw.

Also dient es wirklich mehr der Beratung und Hilfe. Auch der schriftliche Entwurf wurde bei mir thematisiert (war ja klar…*g*).

DANACH kommt der spannende Teil.
– die Benotung
Dazu musste ich 5-10min den Raum verlassen, während die anwesenden Personen (Schulleiter/VfA, Fachleiterin, Seminarleitung, fachbegl. Lehrerin) über die Note entschieden haben.
Die wurde mir dann ohne DSDS-artige Umschweife sowohl in Punktzahl, als auch Note mit kurzer Begründung mitgeteilt.
Danach musste ich beides auf einem Blatt unterschreiben.

Jupps.

3. Nachbearbeitung
Innerhalb von 3 Tagen wird vom Studienseminar eine schriftliche Reflexion der Lehrprobe erwartet.
Also: was habe ich aus dem Beratungsgespräch und dem Unterricht mitgenommen? Was würde ich anders machen?
Nochmal als Fixierung dessen, was besprochen wurde.
Soweit ich weiß, kommt das zusammen mit der Bewertung in unsere Akte.
UMFANG war bei mir pro Fach etwa eine Seite. Mir persönlich reicht das, wenn jemand mehr schreiben will: von mir aus 😉 Ich fasse mich generell lieber kurz.

Ich glaube, das war’s.
Wenn jemand noch Fragen hat – einfach unten kommentieren, oder in der Gruppe bei Facebook [rechts auf „Gefällt mir“ klicken] in die Kommentare schreiben.
Wenn ich euch helfen kann, mach ich das doch gerne.

In diesem Sinne: liebe Grüße & noch nen schönen Abend 🙂

Ps.: Und behaltet immer im Kopf: das Ding HEISST nur BENOTETE Lehrprobe.
JA, es gibt eine Note – aber die geht NIRGENDWO mit ein. Also selbst wenns nur 7 Punkte werden – das hat nix zu bedeuten 🙂  

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Paradox

5 Jun

Es gibt Stunden, die bereitet man akribisch vor. Plant jeden kleinsten Schritt, ja manchmal sogar jedes Wort. Und es geht total in die Hose.

Dann gibt es Stunden, da denkt man sich: „Mut zur Lücke“ – und es wird glänzend.

Schon eigenartig.

Heute hatte ich den zweiten Fall.
Wir waren mit den Kids aus beiden ersten Klassen in die Turnhalle marschiert (10min Fußweg), um uns dort mit den Kindergarten-Kindern (den zukünftigen Erstklässlern) zu treffen und lustige sportliche Spiele zu machen. Dabei war ich auf dem Weg alleine für die wilde 1. Klasse zuständig. Das klappte erstaunlicherweise richtig gut, neben den üblichen Ermahnungen „Flott über die Straße“, „Keine Lücken lassen.“, „Schaut nach vorne!“ funktionierte es. Auch in der Sporthalle wars ziemlich cool. Meine beiden Kolleginnen aus der 1. Klasse und die KiGa-Erzieherinnen der Kindergartenkinder stellten sich kurz vor (ich war auch dran) und dann dachte sich jeder von uns Erwachsenen eine Erwärmungsübung aus. Bei Frau A. gab’s kräftiges Popowackeln (inkl. Gelächter) – danach war ich für 2 Stationen zuständig:
1. Rollbretter = ein Schüler sitzt auf dem Rollbrett, ein anderer zieht ihn im Slalom um Kegel.
2. Schwingen am Seil oder wie ich die Kinder begrüßt habe: „Herzlich Willkommen an der Lianen und Affen Station. Hier könnt ihr mal richtig abhängen“ 😉 Kam gut an, so ein bisschen Klimbim.
Interessant war, wie unterschiedlich die „Kleinen“ aus dem KiGa und unsere „Großen“ schon sind.

Nun ja. Danach gings zurück und die berühmte „OAR KEIN BOCK“ Ergänzungsstunde stand an. Bekanntermaßen haben die Kids da absolut keine Lust drauf & scheuen sich auch nicht, das zu sagen. Normalerweise quälen sie sich durch die 45min und sind froh, wenn es rum ist.

Heute aber… lief das anders.
Nach der Rückkehr aus der Turnhalle mussten sie sich erstmal umziehen, Jacken aus, Hausschuhe an, Straßenschuhe wegräumen. In den 5 Minuten kamen mindestens 5 Kinder an, die sich über jmd anderen beschweren wollten.
„Der hat mich getreten.“
„Die hat mir ins Ohr gebrüllt.“
„Der hat mich gehauen.“
„Der hat meinen Schuh weggeschmissen
„Die ärgert mich.“

Normalerweise kläre ich das dann, aber meine Antwort war diesmal: „Das besprechen wir gleich oben.“ 

Im Klassenraum angekommen (nach kurzer Trinkpause für die Kids) legte ich meine leicht verärgerte Stimme auf & hatte sofort die Aufmerksamkeit. So kennen sie mich nicht. Ich versuchs immer im Guten, aber diesmal war das Maß voll. Gut war auch, dass die Klassenlehrerin nicht da war & ich das diesmal lösen konnte.
Hier mein Text (so ähnlich lief das ab):
„So, 3 Dinge. (angezeigt mit den Fingern)
1. Die Augen und Ohren sind hier vorne bei mir.
2. Habe ich mich sehr gefreut, dass das so gut geklappt hat in die Turnhalle. Ihr habt super mitgemacht und sogar den Kleinen geholfen, das war toll. Dafür gibt es ein großes Lob von mir.
Das 3. ist aber nicht so schön. Alleine in der Umkleide unten kamen gerade 5 Kinder zu mir, sie sich über andere beschwert haben. Fünf! [in diesem Moment kam die Klassenlehrerin in den Raum.] Da wird an den Haaren gezogen, geschubst, gedrängelt, gespritzt, geworfen. Das muss alles nicht sein. Wir wollen hier gemeinsam gut zusammen arbeiten und etwas lernen. Da passt das nicht, wenn man sich weh tut und ärgert. Behandelt die anderen immer nur so, wie ihr auch behandelt werden wollt. Und ich glaube nicht, dass ihr umhergeschubst werden möchtet, oder? [betretene Gesichter].
Was mir auch nicht gefällt ist, dass ihr jeden Dienstag meckert, wenn es um die Ergänzungsstunde geht. Das ist ganz normaler Unterricht, der in eurem Stundenplan steht. Da gibt es nichts zu meckern. Und ich versuche jedes Mal, etwas Schönes mit euch zu machen was Spaß macht. Das klappt aber nur, wenn ihr auch mitmacht und euch anstrengt. Die Stunde gehört zu eurem Dienstag dazu und da will ich kein Gemecker mehr drüber hören, okay? 
Totenstille. Ein paar Kinder nicken.
Meine Klassenlehrerin nur kurz: „Ist ja interessant, dass ich das mal mitbekomme.“ Dann ging sie wieder.

Naja. Der Unterricht danach lief dann wirklich erste Sahne. Wir haben die Reimwörter an der Tafel wiederholt, in Schreibschrift m und mm geschrieben, in der Fibel gelesen und eine Aufgabe gelöst und am Ende war sogar noch Zeit dafür, den Kids etwas vorzulesen aus einem Piratenbuch.

…und das alles fast ohne Zwischenfälle. Wahnsinn.
Schon eigenartig, wie das manchmal läuft. Heute hatte ich nur die 3 Dinge (Reimwörter, Fibel, mm) auf meinem Zettel stehn, keine Zeitplanung, keine Zielorientierung – und es lief trotzdem. Verrückt…

Nun ja: Mittwoch & Donnerstag steht Studienseminar an, da muss ich noch was vorbereiten, aber erstmal Mittagschlaf. Ich bin jeden Tag total platt wenn ich nach Hause komme… aber wie hat schon Hilbert Meyer gesagt:

Der Mittagschlaf des Referendars ist heilig!

In diesem Sinne: AMEN & Gute Nacht! 😉

Merke: Geschichten gehen immer.

15 Mai

…sogar in der 5. Stunde bei der wilden 1. Klasse…und sogar, nachdem man sich erst 15min mit dem Schreibkurs abgemüht hat…und sogar mit 3 GANZ unlusthaften Gesichtern an den Tischen.

Da muss mein einfach ein Mädchen vor holen, was sein Buch kurz vorstellt, etwas vorliest…und es wird leise.
Gut wäre es natürlich, wenn das Mädchen so gut lesen würde, dass es alle verstehen.
Ist dem nicht so, kann auch gerne die Lehrerin (in dem Fall: ich) übernehmen.
Das habe ich auch getan.

Und siehe da: es war mucksmäuschenstill. Traumhaft leise. Wunderschön.
Am liebsten hätte ich gar nicht mehr aufgehört zu lesen.
Musste ich aber.
Weil die Kinder lachten.
…über die einbeinigen grünen Monster von einem außerirdischen Planeten, die immer heimlich die Socken aus unseren Waschmaschinen klauen….weil sie doch sonst nen kalten lila Fuß bekommen. 😉

Aber es war echt erstaunlich, wie schnell die Lautstärke runter & die Konzentration hoch ging.
Nächstes Mal lese ich die Geschichte weiter vor – ich will ja auch wissen, wie es weiter geht. 😉

Für heute muss ich aber noch die Reflexion vom Unterrichtsbesuch gestern schreiben. Für beide Fächer etwa je eine Seite. Abzugeben nach 3 Tagen. Da ich aber dann keine Zeit mehr habe (LONDON! <3), mache ich das heute noch fertig. Dann hab ich das weg & kann mich auf den Unterrichtsbesuch nächste Woche konzentrieren.
Die Planung habe ich heute mit meiner Mentorin (D/HSK) gemacht – ich glaube, das könnte ganz cool werden, wenn alles glatt läuft. 🙂

Ich werde auf jeden Fall berichten. Für morgen steht ja wieder Studienseminar an. Diesmal die Themen: „Division“ (Ma) und „Prävention von sexuellem Missbrauch“ (HSK). In ersteres muss ich mich nochmal einlesen. Ich kann das zwar, aber WIE man das vermittelt, weiß ich auch nicht. Noch nicht 😉

Also: heute Abend noch viel zu tun.
Deshalb ein freudiges: Adios Amigos! 🙂

Werken: Leiter & Nichtleiter

22 Apr

So, zu später Stunde (es ist kurz vor 11) noch einen kleinen Einblick ins LAA (LehrAmtsAnwärter)-Leben.

Weil die Grobplanung vor den Ferien schon stand, fiel mir erst heute morgen auf, dass ich für die Kinder in der 4. Klasse noch gar kein Arbeitsblatt gemacht habe, damit sie ihre Vermutungen eintragen konnten. Ich hätte zwar ne Freundin nach nem AB fragen können, aber ich mach sowas lieber selbst.

Aber von Anfang an.

Morgen steht eine Doppelstunde Werken auf dem Programm.
Klasse: 4.
Schüler: 16 [sofern niemand ausfällt, sonst werdens 22]
Unterrichtseinheit: Strom.
Thema: Leiter und Isolatoren

Grobplanung: 
1. Starten werde ich mit einer Impulsfrage á la:
„Wieso kann ich dieses Kabel anfassen, ohne einen Stromschlag zu bekommen?“ 
2. Nach dem anschließenden Gespräch dürfen die Kids auf dem (von mir selbst gemachten) Arbeitsblatt ihre Vermutungen eintragen, ob bestimmte Materialien Strom leiten oder nicht. [Anschauungsmaterial: die verschiedenen Materialien in einer Kiste]

DANACH [und das ist wichtig, denn sonst machen sie ERST das Experiment & passen ihre Vermutungen dann den Ergebnissen an – sie sind clever!]

3. dürfen sie den Stromkreis aufbauen und ihre Vermutungen überprüfen.
4. Was fällt auf?

DANACH darf der Merksatz von der Tafel abgeschrieben werden
(vorher ist der natürlich innendrin verborgen – wäre ja gelacht!)

Zusatzaufgabe für die ganz Flotten:
a) „Wo findet man im Alltag Isolatoren?“ (absichtlich ohne quantitative Angabe, mal sehen wie viele Beispiele sie finden)
b) Weitere Materialien auf ihre Leitfähigkeit überprüfen (deshalb in der Tabelle 4 freie Zeilen)

Das AB sieht dann also wie folgt aus:
Bild

Übrigens: dass die Zeilen in der Tabelle abwechselnd farbig markiert sind, basiert auf Erfahrungswerten. Die Kids verrutschen leicht in den Zeilen & dann ist alles durcheinander. Die Farben vereinfachen das Ganze ein wenig 🙂

Jupps. Das wars dazu. Mal sehen, wie’s laufen wird… aber auf Werken freue ich mich irgendwie immer. Werken fetzt 🙂

Ich muss jetzt ab ins Bett, der Wecker klingelt morgen wieder um bezaubernde 5 Uhr.
In diesem Sinne: Gute Nacht!  

Ps.: Falls jemand Interesse an dem Arbeitsblatt haben sollte… Ich bin per Mail unter bambooos@web.de erreichbar 😉 

Und, wie waren die Ferien?

1 Nov

So, 2 Wochen Herbstferien sind rum in Thüringen.
Woche 1 an „meiner“ Schule war ganz in Ordnung, die Kinder liefen in der Spur, unsere Aktivitäten (Kino, Ausflug, Basteln) sind gut angekommen… und dass die Öffnungszeiten statt bis 17 nur bis 16 Uhr waren, fand ich auch gut (musste ja 3x bis zum Schluss bleiben…)
Das Ergebnis beim Basteln sah übrigens so aus:

<– den hab ich gemacht.
Bei den Kindern sah das dann eher so aus:

Und in der Gesamtheit:

…wobei ich zugeben muss, dass die Kinder mehrere „Beine“ machen sollten – mein Alien ist eine Ausnahme mit den Armen. 😉

————–

In der zweiten Woche musste ich ja – wie mit Grauen angekündigt – wieder als Urlaubsvertretung an die Schule, die mir im September so sehr die Nerven geraubt hat…
Und wie immer, wenn man vor etwas richtig Bammel hat, war es gar nicht so schlimm. Zuerst war ich von meiner Kollegin überrascht. Sie wurde mir in Erzählungen als „richtiges Mannsweib“ beschrieben… vorgefunden habe ich aber eine wahnsinnig nette, lustige und herzliche Frau, der die Arbeit mit den Kindern Spaß macht und die viele meiner Ansichten teilt. Das war schonmal super!

Auch der Ferienplan war um einiges liebevoller und herzlicher gestaltet als der, in „meiner“ Schule (wobei ich sagen muss: ich hatte mit den Plänen nix zu tun, das machen die jeweiligen HoKo’s, also Chefs). Da gab es für jeden Tag einen kleinen Reim, eine Übersicht über die Sachen, die mitgebracht werden müssen und ein lustiges Bildchen, z.B.

Die Kritzeleien da links sind unsere Arbeitszeiten – hauen aber nicht hin, weil man vieles eben nicht  wirklich planen kann. Zum Beispiel den Ausflug am Freitag…

Nachdem ich kurz vor Arbeitsbeginn noch Kartoffeln besorgen & kochen musste, ging es um 10 los Richtung Stausee. Dort war ich bei meinem letzten Besuch in der Schule schonmal (damals auch an meinem letzten Tag – ich erinnere mich noch sehr gut an die Würge-Aktion und den Sturz in den See…). Nun ja. Diesmal sollte es aber noch ein Stück weiter gehen zu einem kleinen Häuschen mit Feuerstelle… Es war echt schön mit den Kids zu wandern, mit ihnen zu quatschen, die Langsamen anzutreiben und in die Welt zu gucken…

(Bei Natur-Fotos ärgere ich mich immer ein bisschen, weil sie einfach NIE NIE NIE darstellen können, wie schön es wirklich an einem Ort war.)
Jedenfalls war es dort sehr schön!

Am Hüttchen angekommen wurden dann fleißig Geschirr, Würstchen, Brötchen, Kartoffeln etc. aus den Rücksäcken der Kinder geholt.

Merke: Die Kinder tragen & helfen bei Ausflügen sehr gerne – man kann sie also ruhig als „Packesel“ einspannen.

Aber ein Hinweis: Kleine Mädchen aus Klasse 1 bitte nur mit nem kleinen Päckchen Quark beladen – ein Sack Kartoffeln ist unpassend! (Und NEIN, das habe ich nicht ausprobiert!)

Die Jungs waren echt fleißig & sehr motiviert, so viel Holz wie möglich für unser Feuer zu sammeln… haben sie auch echt gut hinbekommen…

Und, was ich noch dazu gelernt habe:

Stöcke, auf denen man etwas anspießt & ins Feuer hält, sollten frisch vom Baum / Strauch sein – da verbrennen sie nicht so leicht!

DAS wiederum hab ich ausprobiert, weil ich als einzige nen „alten“ Stock genommen hatte – und mein Würstchen äußerst schnell im Feuer gelandet ist 😉

Fazit: Würstchen lassen sich super grillen… sogar dünne Knacker! Yummi! Auch die Kartoffeln waren super lecker mit Kräuterquark… (und eigentlich hab ich immer nen großen Bogen drum gemacht, mysteriös!).
Einzig die MARSHMELLOWS werde ich auch in Zukunft (bei Bedarf) roh verzehren… so schleimig, glitschig, weich aus dem Feuer schmecken die einfach nicht.

Um auf die Arbeitszeiten zurück zu kommen: Statt 13:30 waren wir erst 14:30 zurück. (wie gut, dass ich manchen Eltern gesagt habe, dass wir spätestens halb 2 wieder da sind – steht ja so auf meinem Einsatzplan… HAHA). Insgesamt haben sich in der einen Woche damit 5 Überstunden angesammelt – die lassen sich wunderbar mit meinen 5 noch vorhandenen Minusstunden verrechnen (mal sehn, ob meine Chefin das nachher auch so sieht. lol)

—————-

Schlusswort:

In der „anderen“ Schule war es echt angenehm und absolut unanstrengend. Bin mir noch unsicher, ob es an den Ferien gelegen hat… Aber: meine Kollegin dort hat berichtet, dass die Kinder allgemein inzwischen ruhiger geworden sind (auch meine „bösen“ Erstklässler…)

Ich gebe zu: Hab sogar kurz überlegt, vielleicht doch an die Schule zu wechseln.
[Hintergrund: Vor ca. 2 Wochen kam eine Anfrage vom LRA, ob ich mir vorstellen könnte, dort hin zu wechseln… Meine Antwort war klar & ohne zu Zögern: „Auf keinen Fall!“]
Inzwischen würde ich es gar nicht mehr so schlimm finden… Dort sind bessere Bedingungen für die Kinder, weniger Schüler, nette Kolleginnen… Hmmm…

Aber egal. Ich bleib jetzt dort, wo ich bin & basta!

Wenn ich so drüber nachdenke (& Glück habe), dann sind es ja vielleicht… vielleicht nur noch Nov, Dez & Jan… und dann gibts vielleicht vielleicht eine Stelle im Vorbereitungsdienst & mein Weg in Richtung Lehrerin kann endlich weiter gehn.

Hoffen wir mal das Beste, oder?!

In diesem Sinne: Habt nen schönen Tag!

 

#15 Drei-Wochen-Fazit

25 Sep

Nun, da das Ende meiner Krankheitsvertretungszeit gekommen ist & ich wieder an „meine“ Schule zurück kann, gibts nen Bericht über das, was ich gelernt habe in der Zeit.

Wichtigste Lektion: Alles wird gut. 
So schwierig es auch manchmal sein mag. Egal wie ungerecht, gemein und hinterlistig die Kinder manchmal sind – man findet immer Wege & Mittel, um mit ihrem Verhalten zurecht zu kommen und entsprechende Konsequenzen, um ihnen ihre Fehler bewusst zu machen.

Für mich persönlich sahen diese Strategien in den letzten Wochen so aus:
– Ruhe durch Aussicht auf Belohnung (durch Bonbons, Fahrzeuge, Schlüsseldienst)
– Tischdienst als Möglichkeit, rumsauenden Kindern bewusst zu machen, dass sich ihre Sauerei nicht von selbst weg macht
– Androhung eines Elterngesprächs / eines Eintrags ins Hausaufgabenheft
– wirklich mit den Eltern reden / Eintrag machen
– Konsequenzen bei Fehlverhalten: Strafbank, Fahrzeugverbot, Reinigungsarbeiten, Strafarbeit
– …

Frau Ah’s Merksatz:
Es ist wirklich wichtig ist, sich ein großes Repertoire an Handlungsmöglichkeiten zu schaffen,
um im Konfliktfall schnell & richtig reagieren zu können.

Manchmal ist es einfach nicht möglich, lange zu überlegen was man denn nun mit Kind X macht, weil es Kind Y geschlagen hat. Von daher: die letzten 3 Wochen waren schon ne gute Schule für mich persönlich, um mich dahingehend weiterzubilden.

Aber selbst dann, wenn man denkt, dass einem so schnell nichts mehr umhauen kann – kann man noch überrascht werden. So geschehen an meinem „letzten“ Tag.
Wir waren wandern. 18 Kinder. Meine Kollegin & ich. Auf dem Heimweg (ich lief ganz hinten um die langsamen Kinder n bisschen zu animieren 😉 ) kam meine Kollegin zu mir & sagte: „Claudius hat Mella gewürgt. Unmöglich, dieser Kerl.“
Ich dachte ja, ich höre nicht richtig. Also bin ich zu Mella gelaufen (die sich den kompletten Heimweg den Hals gehalten hat) und hab nachgefragt. Und wirklich. Sie hatte ihn nur auf was Wichtiges hingewiesen & dann hat er sie gewürgt bis sie fast keine Luft mehr bekommen hat. Puh.
Was macht man denn da?

Zuerst habe ich die Kinder informiert, dass sie sowas IMMER melden sollen, (Das passiert nämlich nicht oft, weil viele große Angst vor ihm haben.) weil sonst nichts passieren wird. Wenn keiner etwas sagt, dann wissen Lehrer / Erzieher nicht über das brutale Verhalten Bescheid & es wird sich nichts ändern.
Ich denke mal, dass ihnen das n bisschen die Augen geöffnet hat – hoffentlich.
Schüler wie Claudius sind für eine „normale“ Schule einfach nicht tragbar. Nicht mal unbedingt wegen der Lerneinstellung (er will gute Noten & benimmt sich im Unterricht), aber wegen des Sozialverhaltens. Es kann nicht sein, dass der Junge ständig andere Kinder anschreit, schubst, stört, belästigt & noch würgt – und das ohne Konsequenzen. Warum? Naja, ich sag mal so… die Mutter hält die Hände über ihr Kind. (was ich prinzipiell gut finde – nur nicht, wenn andere Kinder dadurch gefährdet werden).

Naja. Ich schließe hiermit das Kapitel „Krankheitsvertretung“ ab & hoffe, dass ich für den Rest der Zeit bei „meinen“ Schülern & Kollegen in „meiner“ Schule bleiben kann. Sicher war es gut, mal andere Luft zu schnuppern & andere (extremere) Kinder kennenzulernen – aber wenn man weiß, dass man nur „kurz“ bleibt, weiß man auch, dass man nichts verändern kann. Das ist eben anders, wenn ich an „meiner“ Schule bin. Da kann man wirklich an / mit den Kindern arbeiten.

Jupps. Soviel zum Thema Selbstreflektion, hat euch bestimmt gelangweilt, aber muss ja auch mal was dazu gesagt werden 😉 lol.

Liebste Grüße & schönen Sonntag noch!