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Ein Dank

21 Jan

Von meinem grausigen Morgen (Aufstehn. Duschen. Schnee schippen. Auto frei schaufeln. Losfahren. Rutschen. Schleichen. Aufgeben. Zurück fahren. Bürotag statt Schule.2 Tonnen Schnee schippen.) will ich heute gar nicht weiter berichten, sondern über etwas anderes.

Ich möchte mich bedanken.
Bei euch.
Und bei allen anderen auch.
Aber von vorne…

Freitag war kein schöner Tag für mich. Es war ein richtiger Dämpfer, mit dem ich nicht gerechnet habe & der mich wirklich unerwartet traf.
Im Nachhinein muss ich sagen: viele Dinge, die kritisiert wurden, waren berechtigt. Viele Dinge in meinem Entwurf hätten so nicht sein müssen.
Hauptproblem war, dass ich mich durch die Fächerverbindung, in der die Stunden liefen, verhaspelt habe.
Statt zwei einzelnen Entwürfen habe ich einen gemeinsamen geschrieben und mich dadurch verzettelt.
Das Fach Deutsch habe ich dadurch wirklich fast vollständig außen vor gelassen, was natürlich nicht hätte passieren dürfen.
Nicht, wenn man alles bedacht hat.
Ich glaube der mangelhafte Entwurf lag auch ein bisschen daran, dass ich langsam nen Laptop-Koller hatte.
Nach über einem Monat Schreibarbeit am PC für die Abschlussarbeit war meine Konzentration das Schriftliche betreffend einfach nicht mehr vorhanden. Irgendwann steht es einem bis zum Hals & dann geht nix mehr.
Durch das Schreiben habe ich mich gequält und so dann eben den Überblick verloren.
Sehe ich ein.

Jetzt zum eigentlichen Thema:
Es war wirklich toll, so viel Feedback von euch zu bekommen. Aufmunternde Worte, Tipps, Ideen und auch die Tatsache, dass es vielen von euch auch schon mal so gegangen ist – sowas baut wirklich auf und lässt einen das Ganze nicht mehr allzu eng sehen.
Dafür DANKE!
Es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die hinter einem stehen und einen unterstützen…sei es durch eine Mail, ein Youtube-Video, einen Kommentar oder eine SMS. Es ist alles angekommen und hat mir geholfen. Danke! 🙂

Nun, wie geht es nach dem Debakel weiter?
Schritt 1
Ich werde mir direkt nach diesem Artikel hier mal die wichtigsten Dinge (bzgl. Stundenplanung, Ziele etc.) zusammenfassen & ne kleine Übersicht erstellen. Die kommt dann direkt vor meine Nase, sprich: an die Wand hinter meinem Laptop, damit ich das immer im Blick habe.

Schritt 2
Ich werde in der nächsten Zeit gezielt komplette Ziele formulieren, die auf die einzelne Stunde passen und werde nach jeder Stunde  reflektieren – hat das Ziel auf meinen Inhalt gepasst? Konnten die Schüler es erfüllen? Was hätte ich anders machen müssen?

Schritt 3
Zu jedem neuen Thema werde ich eine kleine Sachanalyse vorbereiten, damit ICH weiß, wo der Schwerpunkt liegt und was wichtig ist für den Inhalt. Hier merke ich teilweise selbst, dass mir in manchen Bereichen (besonders in Deutsch) noch Grundlagenwissen fehlt. Insbesondere was die Fähigkeiten & Fertigkeiten angeht, die Schüler bei bestimmten Methoden haben müssen, damit es klappt – daran muss ich noch arbeiten, hier fehlt noch der Überblick.
Woran das liegt? Ich schieb das jetzt mal auf die Uni, solche Grundlagen hätten dort besprochen werden müssen. Statt Vorträge zum Thema Fibel zu halten… Aber das ist ein anderes Thema…


Schritt 4
Den Entwurf für die praktische Prüfung ernst nehmen. Oder sagen wir: ernster als den der 2. Lehrprobe. Ich habe schon einige Hinweise bekommen, was ich hätte besser machen können und wo der Fokus liegen muss. Daran werde ich beim nächsten Mal arbeiten, sodass mir dämliche Anfängerfehler wie dieses Mal nicht mehr passieren.

Ich denke mal, dass der Schlachtplan ganz sinnvoll ist und mir helfen wird.
Das Fachliche ist seit Beginn der Ausbildung ein Knackpunkt, an dem ich noch arbeiten muss. Ebenso wie die Ziele. Wobei ich bei letzterem schon Fortschritte gemacht habe. Wenn ich jetzt an Stundenplanungen sitze, schreibe ich mir automatisch schon auf, was ich erreichen will – wenn ich das noch genauer hinkriege, wird das mit den Zielen in der Prüfung dann auch klappen.

Heißt: ich arbeite an mir (wie immer) & dann wird das schon werden.

In diesem Sinne: DANKE für’s Rücken stärken und unterstützen,
Eure Frau A. 🙂
Ps.: Frage an euch:
Habt ihr vielleicht hilfreiche Literaturtipps, was fachliche Grundlagen angeht? Egal zu welchen Fächern. Über Hinweise würde ich mich freuen. Habe hier schon Kataloge von diversen Verlagen stehen, aber die preisen ja ALLES als supertoll und superhilfreich an. Woher nehmt ihr eure Fachwissen? 

Die 2. Lehrprobe

18 Jan

Ja, wo fang ich an. Schwierig, nach diesem Tag.
Heut stand die zweite Lehrprobe auf dem Programm. Darauf freute ich mich schon. Nicht auf die Lehrprobe mit 4 Gästen, aber auf die Stunde und auf das, was ich mit den Kindern vor hatte.
Ich unterrichtete wie geplant, ging auf ungeplante Zwischenfragen (souverän) ein, alles lief.
Am Ende wurde die Zeit knapp (weil ich zu viel in die Stunde gepackt hatte), sodass ich die Arbeit abbrach und die Weiterarbeit auf Montag verschob.
Soviel zur Kurzform.

Danach hatte ich wieder 40min Zeit, um „mir zur Stunde Gedanken zu machen“. Direkt im Anschluss, keine Pause, nix.
„Auf Wiedersehen“ zu den Kindern und dann gleich Auswertung, Auswertung.

Ich war vorbereitet, hatte mir die Reflexionsspinne in eine Tabelle umgearbeitet, um effizient auswerten zu können.
Ich fand Kritikpunkte, Problemstellen, analysierte Schülerarbeiten & schrieb Verbesserungsvorschläge auf.

Dann das Auswertungsgespräch.
Ich brachte alles an, was mir aufgefallen war, reflektierte, sagte was mir zur Stunde einfiel, machte Vorschläge.
Dann waren die Fachleiter dran.
Nach 3 Sätzen zu meiner ach-so-tollen Lehrerpersönlichkeit „(„Die Kinder lieben Sie!“) ging das Gemetzel los.
Der Entwurf? Miserabel!
Die Umsetzung? Oh Gott!
Der Lernzuwachs? Gab es nicht!
Die Reflexion? Unzureichend!
Die Zielformulierungen? Lachhaft!
Das Pensum? Zu hoch!
Die methodische Analyse? Murks!
Die Sachanalyse? Unvollständig!
und und und.
Also volle Breitseite, mitten ins Gesicht.
BÄM.

Ich saß da, hörte zu, biss mir LANGE LANGE LANGE auf die Zunge, lenkte mich mit Nase putzen ab.
Aber dann war das Maß voll & mir stiegen die Tränen in die Augen.

Wie blöd bin ich eigentlich?
Zu dämlich, Ziele zu formulieren.
Zu inkompetent zu erkennen, was die Schüler bewältigen müssen.
Zu was weiß ich nicht alles.

Aber: meine Lehrerpersönlichkeit ist toll.

Nur blöd, dass die nicht bewertet wird, sondern dass es so läuft:
„Frau A., Sie werden an Ihrem Entwurf gemessen!“

Dann ist es auch nicht wichtig, dass ich in der Stunde differenziert habe – es stand ja nicht im Entwurf.
„Wann ist Ihnen das denn eingefallen?!“
Das hatte ich die ganze Zeit geplant und nur vergessen, es aufzuschreiben.
„Das muss alles in den Entwurf. So geht das nicht!“

Puh. Und so ging das ungefähr anderthalb Stunden.
Dies war schlecht, das war noch schlechter. Das war zu viel, das war zu wenig.
Wirklich gut war nix… oh doch, mein Tafelbild, yeah! Und natürlich die Lehrerpersönlichkeit.

Kurz: Es war ganz schön heftig.
Vor allem, dass sich so an dem Entwurf festgeklammert wurde & alles schlecht geredet wurde.
Okay, ich sehe ein, ich habe wichtige Teile vergessen bzw. war mir deren Bedeutung nicht bewusst.
Ich war zu sehr auf HSK und die Ziele diesbezüglich fixiert.
Ich habe in Deutsch nicht deutlich genug auf die Lernwörter hingewiesen & nicht klar genug im Entwurf ausgearbeitet.
Okay.
Alles klar.
Aber ich habe auch selbstständig Fehler gefunden und schon geplant, wie es weiter gehen soll.
Ich habe gesehen, wo es Probleme gab und überlegt, wie man sie lösen könnte.
Ich habe differenziert.
Ich bin auf Zwischenfragen eingegangen.

Aber das war alles egal. Wirklich wurscht. Davon wurde rein GAR NICHTS erwähnt.
Nur drauf gehauen.

Jepp.
Dann durfte ich den Raum verlassen.
Rief heulend Schatzi an.
„Ach komm, das zählt doch eh nichts. Mach dich nicht so fertig! Ich hab dich trotzdem noch gern!“
Beruhigte mich einigermaßen.
Nach gefühlten 100 Stunden wurde ich dann reingebeten und mir die Noten eröffnet.

Ich zitiere:
„Also wenn das Ihre Prüfung gewesen wäre, wären Sie durchgefallen.“

BÄM.
Okay, nach dem Gespräch dachte ich mir schon, dass es nicht so prall war – gerade wegen des Entwurfes, aber…
Als dann die Noten kamen… Wow!

Die genauen Zahlen sag ich euch nicht, aber nur so viel: pro Fach wären 15 Punkte das Maximum gewesen.
Sprich: insgesamt hätte ich bei 2 Einsen mit Sternchen 30 Punkte sammeln können.
Was habe ich bekommen?
9 Punkte.
INS.GE.SAMT. 

Krass, oder?

Besonders schön finde ich hier noch, dass es DAMALS am Ende der 1. Lehrprobe von der selben Person noch hieß:
„Ich traue Ihnen durchaus zu, eine Einserkandidatin zu werden.“
Davon war heute nichts mehr zu sehen oder zu hören oder zu spüren.
Ich bin zur Fünferkandidatin mutiert.

Was ich schade finde an der ganzen Sache ist, dass die positiven Dinge kaum in die Wertung eingingen.
Der Entwurf war zentral, nicht meine Stunde.
Ich gebe zu, dass ich Fehler gemacht habe, ja.
Aber hätten sie den Entwurf nicht gehabt, wäre es nicht so schlimm ausgegangen.
Niemals!
Und das ist so… ätzend. Ebenso wie der Spruch: „Der Entwurf soll ja heute nicht mit in die Bewertung eingehen.“ Ha. Ha.

ABER: Schwamm drüber. Die Noten gehen nirgends ein… wobei: „Sie hinterlassen natürlich einen Eindruck“
Super.
Krieg ich ein Minus mehr auf meine Liste.

Ich bin sowieso gespannt, wie das Seminar mich/uns einschätzen wird. Das stelle ich mir sehr spannend vor.
Besonders die Begründungen… Zusammen mit dem Notenvorschlag der Schule wird das nämlich 40% meiner Endnote ausmachen.
DAS ist also wichtig. Lehrerpersönlichkeit und sowas.

Die „richtige“ praktische Prüfung zählt insgesamt dann „nur“ 20%. Kann einem trotzdem die Beine brechen.

Nun ja. Wie sagt man so schön: „Don’t look back in anger“.
Heißt: ich guck nach vorne & versuche, es beim nächsten Mal besser zu machen…und vor allem kleinschrittige und traumhaft schöne Ziele zu formulieren. Das wird bei mir immer als Problem gesehen. Meine Zielformulierung.
„Ihnen ist nicht klar, was Sie erreichen wollen. Und das merkt man.“ 

Hmmm… Klar weiß ich, was die Schüler am Ende können sollen. Es muss nur so verpackt werden, dass die Fachleiter es akzeptieren.
Und „WAS – WIE – WARUM“ ist auch nicht immer richtig. Es muss auch 100% passen und erfüllbar sein.
Mir fehlen da noch konkretere Vorgaben. Handfeste Dinge. Aber hier ist nicht der Ort, das zu besprechen, das muss ich woanders anbringen.

Meine Fazits des Tages: 
Was einen nicht umbringt, macht einen stärker.

Nächstes Mal – zur Prüfung, mit dann 6 Leuten hinten drinne – wird es besser werden.
Ich hab im letzten Jahr schon SO viel gelernt und es ist einfach ärgerlich, dass ich es jedes Mal durch diese blöde theoretische Planung verhaue.
Jedes Mal.
Es ist nie richtig.
Nie perfekt.
Nie passgenau.
Zum Haare raufen, echt.

Weiteres Problem: wenn „die“ kommen, versucht man immer, das was man begonnen hat abzuschließen. Es soll fertig werden. Meine Sache heute war aber kein Ding von 90 Minuten, das braucht länger. Ich hätte also weniger ansetzen sollen und das dann auf mehrere Stunden verteilen. Und dafür mehr und besser erklären sollen. Hätte ich normalerweise auch gemacht. Aber wie gesagt, sobald da jemand hockt, will man ja ein Ergebnis vorweisen.
Und in manchen Fällen führt das denn eben zu „Durchgefallen“.

Hm.
Egal.

Jetzt erstmal: WOCHENENDE!
In 4 Wochen sind Ferien.
Dann flieg ich nach London.
Und danach geht die heiße Prüfungsphase los.
Bis dahin hab ich die nächsten Wochen bisher NOCH keine größeren Termine, kann also endlich (seit November) mal wieder versuchen, mir einen Alltag aufzubauen, in dem ich nicht jeden Abend Entwürfe tippend vorm PC hänge.
Wird auch langsam Zeit.

In diesem Sinne:
Alles wird gut! Irgendwie, irgendwo, irgendwann.

Eure Frau A.

Ps.: Ich habe manchmal das Gefühl, dass das alles aus nem Grund passiert. Nämlich dem, dass ich euch von allen Facetten des Refs berichten kann. Und dazu gehört halt scheinbar auch mal ne versaute Prüfung.

Pps.: Falls hier Fachleiter jeglicher Studienseminare mitlesen: 
Mein Freund hat heute gesagt, dass dieses wirklich extreme Rumhacken heute vielleicht eine Retourkutsche ist, für meine Äußerungen bezüglich Studienseminar und Ausbildung hier im Blog. Und dass es vielleicht besser wäre, zu manchen Dingen öffentlich den Mund zu halten. 
Das werde ich natürlich NICHT tun. Ich habe eine Meinung und finde, es wäre sträflich, sich abzuducken, alles ohne murren auszuhalten und zu versuchen, irgendwie durch das System durchzukommen. 
Ich finde, dass es die Leute verdient haben, auch mal hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wie es abläuft und wo es Probleme gibt. 
Dabei sind meine Ausführungen nicht personenbezogen. Es geht um das System, in dem man zu einem umsichtigen, kompetenten, mitfühlenden, vorausschauendem, tollen Lehrer ausgebildet werden soll. Das System, dass einen in den 18 Monaten unter einen enormen Druck setzt, der einfach manchmal zu viel wird. 
Ich will hier niemanden angreifen oder lächerlich machen. Ich schreibe hier anonym über meine Erlebnisse und tausche mich mit anderen aus. 
Nicht mehr und nicht weniger. 
Und ich hoffe, dass dieses „Retourkutsche“-Ding nur ein sinnloser Gedanke war, in dem kein Fünkchen Wahrheit steckt. 
Alles andere wäre…gelinde gesagt…unverantwortlich. 

 

Anleitung: Aufsteller einfach & schnell

17 Jan

Die Lehrprobenvorbereitungen sind fast fertig – noch schnippeln hier, ordnen da, aber prinzipiell ist alles okay.

Habe mir gerade überlegt, wie ich die 16 Teile des Lapbooks übersichtlich trennen & anordnen kann auf dem Materialtisch. Auf laminieren & Schnulli hatte ich grad keine Lust, also dachte ich kurz nach 😉

Dabei hatte ich nen Geistesblitz & faltete mir kleine Aufsteller mit Zahlen, die dem Materialplan entsprechen.

Material:
– Papierstreifen (Reste vom Zurechtschneiden von ABs gehen)

Zeitaufwand:
– 10 Sekunden pro Streifen 😉

Gestaltung:
– flexibel

Ergebnis:

20130117-175311.jpg

Anleitung:

20130117-175421.jpg

Kurzanleitung:
Papierstreifen 2 Mal in die selbe Richtung falten. Aufstellen. Fertig.

Wichtig: das erste gefaltete Teilstück muss etwas kürzer sein als Teil 2, sonst steht der Aufsteller sehr gerade & man sieht die Beschriftung nicht so gut.

Jepp, das war’s schon.
Das hat sicher schon mal jemand vor mir erfunden, aber ich dachte ich teile das mal mit euch. Direkt aus meinem Hirn 🙂
Wenn’s mal schnell gehen und nicht übermäßig gestaltet sein muss, geht auch mal sowas, denke ich 😉

Liebe Grüße,
Frau A. 🙂

Lehrprobe To-Go

6 Jun

So, nachdem ich die erste benotete Lehrprobe rum habe, wurden heute im Seminar von ein paar Leuten nähere Infos gewünscht.
Also los geht´s:

1. Die Vorbereitung
Für die Lehrprobe wird eine umfassende schriftliche Vorbereitung gewünscht. Dafür sind feste Vorgaben einzuhalten (die mit Sicherheit von STS zu STS anders sind. Ich gehe jetzt von unserem STS aus…)
Zuerst natürlich das festgelegte Deckblatt inkl. Ort, Zeit, Stundenthema, Prüfern etc.
Danach (ohne Inhaltsverzeichnis):

1 Sachanalyse. 
1.1 Inhalt
1.2 Didaktik
1.3 Didaktische Reduktion
2 Einordnung der Stunde im Unterrichtsvorhaben
3 Lernbedingungen
4 Didaktisch- methodischer Kommentar
5 Ziele der Stunde
6 Verlaufsplanung
7 Literaturverzeichnis
8 Anhang
[9 Erklärung]

Die Erklärung bzgl. Eigenständigkeit gehört laut Angabe meiner Prüferinnen nur bei der RICHTIGEN Prüfung rein & ist in der Lehrprobe nicht notwendig (deshalb in Klammern).

Zur Sachanalyse:
– die relevanten fachlichen Grundlagen, die auf diese Stunde zutreffen darlegen (mit wissenschaftlichen Quellen & Definitionen… wie an der Uni eben.)
– die benutzten Methoden UND Sozialformen müssen ebenfalls definiert werden (selbst Partnerarbeit soweit ich weiß…)

In den Lernbedingungen müssen nicht zwangsweise alle erlangten Informationen auftreten, sonder nur das, was für die Stunde relevant ist.
Beispiel: Du willst Partnerarbeit machen. Ein auffälliges Kind arbeitet nur mit einem einzigen Schüler gerne zusammen, unter Zwang verweigert er sich oder flippt aus.
SOWAS müsste erwähnt werden. Oder auch mögliche Problemkinder.
So hatte ich z.B. in meiner Werkenstunde einen Schüler, der SEHR viel Aufmerksamkeit braucht & sonst stört. Also steht in meiner Planung, dass ich ihn bei praktischen Übungen (wie Arbeitstechniken zeigen, vorlesen etc.) evtl. öfter drannehmen werde, als andere. Das alles als OPTION – ob es wirklich zutrifft in der Stunde weiß man ja nicht. Aber so wissen die Hospitierenden schon, auf wen sie evtl. Acht geben müssen.

Die Ziele der Stunde müssen wirklich eindeutig und klar formuliert werden. Hilfreich ist hierbei der Lehrplan, an den man seine Formulierungen anlehnen und orientieren kann. Es muss in der Planung nachgewiesen werden, wo/wie man an den festgelegten Zielen arbeitet (sonst bräuchte man sie nicht setzen, wenn man nicht an ihnen arbeitet…).
DAS ist für mich selbst noch am schwierigsten. Ziele passgenau zu formulieren.

WICHTIG für den schriftlichen Entwurf der Lehrprobe:
Die ABGABE ist am Werktag vor der Lehrprobe bis spätestens 12:00 mittags. Sie muss mit Zeitangabe und Unterschrift quittiert werden. Abgegeben werden 2 Exemplare (1x Schulleitung, 1x VfA).

Und noch was: 2x die PERSÖNLICHEN Lernziele (die man sonst nur bei den Unterrichtsbesuchen ausfüllen muss) mitbringen, und die eigenen Stundenziele festlegen.
(für die Nicht-LAAs unter euch: Nicht nur für die Schüler werden Ziele festgelegt, sondern auch für uns. Also auf WAS will ich bei mir selbst in dieser Stunde achten? Ich habe z.B. als Ziel gesetzt, die Selbsteinschätzungsmethode einzuführen und am Ende auszuwerten. Warum? Weil das für mich was Neues war, was ich ausprobieren wollte. NACH der Stunde muss ich selbst Anmerkungen dazu eintragen & DANN schreibt auch die Fachleiterin noch ihren Senf dazu. Ist wirklich mal ganz interessant!)

2. Der Tag der Lehrprobe
Ich habe vorher schon die Stühle für meine Gäste bereitgestellt & jedem den Entwurf auf den Stuhl gelegt.
Danach gings los,
Ablauf:
– Halten der Prüfungsstunden 
Tipp: Einfach alle Gäste ignorieren. Die waren für mich nicht anwesend, ich hab sie nicht mal gesehen. Wenn man sie anguckt, wird man eh nur nervös, weil sie mit Sicherheit NICHT freundlich, sondern kritisch schauen werden. Das ist ihr Job. Es wird sicher niemand mit „Daumen hoch“ drin sitzen und dich anfeuern. Also: ausblenden!
40 Minuten Auswertungszeit (Allein)
Die beginnen gleich im Anschluss an die Prüfungsstunden. Was habe ich in der Zeit gemacht?
Ich habe mir zu den folgenden Dingen Notizen gemacht:
> Allgemeiner Eindruck: Wie lief die Stunde? Bin ich zufrieden? Was war gut?
> Änderungen: Wo habe ich die Stunde im Verlauf spontan abgeändert? Warum?
> Reserven: Wo lagen Knackpunkte? Warum lief das gut & das andere schlecht? Wie könnte man das verbessern? Welche Angebote machten Probleme? Warum?
> Stundenziele: Wurden sie erreicht? Warum nicht? Wie hätte man anders formulieren können?
> Meine persönl. Lernziele: Konnte ich sie umsetzen? Wie? Verbesserungsmöglichkeiten?

Sieht ganz schön viel aus, aber wenn man die Stunden frisch gehalten hat, hat man ja immer Ansatzpunkte bei denen man sich denkt „Wieso lief das nicht so?“ oder „Warum hat der plötzlich das Schleifbrett genommen?“ oder „Welchen Aspekt habe ich beim Erklären vergessen?“… lauter solche Dinge…

Ich habe versucht, das ein bisschen zu ordnen, damit ich im
– anschließenden Gespräch einen kleinen roten Faden hatte (und nicht allzu verwirrt wirkte 😉 )
Das Gespräch selbst soll pro gehaltener Stunde MAXIMAL 60 Minuten dauern.
Ablauf:
– Erst redet der LAA (eben über die Dinge, die er sich zum jeweiligen Fach notiert hat.)
– Danach stellt die Fachleiterin Fragen bzgl. Inhalt, Verständnis etc. Alles Dinge, die man locker begründen kann, weil man ja die Stunde geplant und durchdacht hat. Halb so schlimm…
– Dann kommt das BERATUNGSGESPRÄCH. Das gibt es in der Form NUR in den Lehrproben. Bei der praktischen Prüfung später kommen nur die ersten beiden Anstriche & dann sofort die Note.
HIER wurde ich dann aber beraten, mir wurden Tipps gegeben (z.B. dass die Wiederholung sich auf das Stundenthema beziehen kann / sollte) usw.

Also dient es wirklich mehr der Beratung und Hilfe. Auch der schriftliche Entwurf wurde bei mir thematisiert (war ja klar…*g*).

DANACH kommt der spannende Teil.
– die Benotung
Dazu musste ich 5-10min den Raum verlassen, während die anwesenden Personen (Schulleiter/VfA, Fachleiterin, Seminarleitung, fachbegl. Lehrerin) über die Note entschieden haben.
Die wurde mir dann ohne DSDS-artige Umschweife sowohl in Punktzahl, als auch Note mit kurzer Begründung mitgeteilt.
Danach musste ich beides auf einem Blatt unterschreiben.

Jupps.

3. Nachbearbeitung
Innerhalb von 3 Tagen wird vom Studienseminar eine schriftliche Reflexion der Lehrprobe erwartet.
Also: was habe ich aus dem Beratungsgespräch und dem Unterricht mitgenommen? Was würde ich anders machen?
Nochmal als Fixierung dessen, was besprochen wurde.
Soweit ich weiß, kommt das zusammen mit der Bewertung in unsere Akte.
UMFANG war bei mir pro Fach etwa eine Seite. Mir persönlich reicht das, wenn jemand mehr schreiben will: von mir aus 😉 Ich fasse mich generell lieber kurz.

Ich glaube, das war’s.
Wenn jemand noch Fragen hat – einfach unten kommentieren, oder in der Gruppe bei Facebook [rechts auf „Gefällt mir“ klicken] in die Kommentare schreiben.
Wenn ich euch helfen kann, mach ich das doch gerne.

In diesem Sinne: liebe Grüße & noch nen schönen Abend 🙂

Ps.: Und behaltet immer im Kopf: das Ding HEISST nur BENOTETE Lehrprobe.
JA, es gibt eine Note – aber die geht NIRGENDWO mit ein. Also selbst wenns nur 7 Punkte werden – das hat nix zu bedeuten 🙂  

1. Lehrprobe: Mein Fazit.

4 Jun

Heute war es also soweit. 4.6.2012 – meine erste Lehrprobe. 
Die Vorbereitungen habe ich ja gestern schon beschrieben, heute ging’s ans Eingemachte 😉

Mathe
Die Stunde lief ganz gut, die Kids waren im Sitzkreis n bisschen unruhig, gearbeitet haben sie aber gut.
NEU heute: Am Stundenende sollten sich die Kids selbst einschätzen, ob sie sich an die Arbeitsregel (Flüsterton) gehalten haben. Dazu hatte ich ja  für jedes Kind ein magnetisches Namenskärtchen geschrieben & laminiert.
Die Selbsteinschätzung war wirklich interessant – manche Kinder, die ganz leise gearbeitet haben, haben sich beim mittleren Smiley gesetzt. Ganz anders, als ich sie eingeschätzt habe. Auch die Frage: „Warum hast du dich dort eingeordnet?“ war interessant. Sie haben wirklich gut reflektiert, warum sie wo standen. War gut! 🙂

Fazit: 
– die Erwärmung / Wdhlg. für die anstehenden Angebote nutzen (Zählübungen passen nicht zum Zehnerübergang)
– die Angebote besser den Anforderungen zuordnen
– den Fragestuhl anders positionieren
– Zielformulierungen überarbeiten
– Methoden in die Sachanalyse einbringen
…und noch ein paar Sachen mehr.

ABER: Prinzipiell war die Stunde gut, der Umgang mit den Kindern toll, die Vorbereitung super, die Angebote passend.

Note?
Hm… na gut, ich sag’s euch: Ich habe 12 Punkte bekommen. Das entspricht einer 2 (wenn ich mich nicht täusche sogar einer 2+)
–> Cool! 🙂

Danach gings weiter mit ner Doppelstunde Werken.
Das angesetzte Pensum war hoch. Methodische Reihe, Feinsäge erklären, Anreißen mit Schablonen,  Stahlmaßstab und Anschlagwinkel, Gestaltung, Fügen… einiges. Dass das nicht ganz machbar war, war mir von vornherein schon klar. Trotzdem habe ich versucht, die Kinder zu animieren – wobei… die mussten nicht animiert werden, die haben von Natur aus richtig Lust auf Werken & die Arbeit.
Geschafft haben wir’s trotzdem nicht. Am Stundenende hatten zwar fast alle geklebt, aber die Gestaltung war nur in Ansätzen vorhanden. Die Bewertungskriterien / Auswertung waren dann natürlich nicht wirklich machbar. Das werde ich aber nächsten Montag nachschieben – da kriegen die Kids nochmal 45min für Gestaltung etc. Und dann wird nochmal über alles gesprochen. Mal ganz ohne Besuch, Aufsicht und Zeitdruck. Da freu ich mich schon drauf.

Reserven in Werken:
– Zielformulierungen (haha, wie immer – ob ich das jemals lernen werde?!)
–  Umgang mit der Feinsäge (prinzipiell habe ichs richtig erklärt, nur einen Doofi-Fehler gemacht. Da fehlt noch Kompetenz)
…und noch ein paar andere Sachen. Wäre zu ausführlich an dieser Stelle.

Note? 11 Punkte. Also auch eine 2 🙂

Mein persönliches Tagesfazit also:
1. Angst vor der Lehrprobe zu haben ist unbegründet.
Die Leute, die da zu Besuch kommen sind ALLE nur da, um zu helfen und Tipps zu geben. Ich bin weder angefeindet, noch zerlegt, noch fertig gemacht worden. Im Gegenteil. Ich habe viel gelernt, über mich, meinen Unterricht und Dinge, die nützlich sind.

2. Planungen nach dem vorgegebenen Schema machen
Ich habe nämlich (absichtlich) 2 verschiedene inhaltliche Abläufe abgegeben und es ist tatsächlich aufgefallen. (Hehe, nicht nur ich wurde getestet, ich HABE auch getestet…hehehe). Wie gesagt: am Schema festhalten.

3. Die Bedenkzeit nach den Stunden nutzen
Nach den gehaltenen Stunden hat man 40min Zeit, um die Stunden zu überdenken, Arbeitsergebnisse der Kinder anzuschauen und sich Gedanken zu machen. Habe ich meine Ziele erreicht? Was kann ich besser machen? Was habe ich verändert?
Eigentlich wollte ich die Zeit zum Essen nutzen (ein kleiner Grießpudding halb 8 reicht nicht bis Mittags…), aber ich habe dann wirklich komplett gesessen, überlegt und geschrieben.
Fand ich für die Auswertung danach SEHR nützlich, weil ich dann aussagekräftig war. (das war auch die Schwierigkeit in D/HSK: 5min nach Stundenende ohne Aufzeichnungen zu reflektieren ist echt schwierig. Kein Wunder dass man da heulen muss… 😉 )

4. Schriftlicher Entwurf
Laut den beiden Damen, die mich heute besucht haben, darf man auch Vorder- und Rückseite bedrucken bei den Entwürfen. Also Papier sparen (wenigstens ne Kleinigkeit, wo man sparen kann. Im Mai habe ich 370€ vertankt…).

Joar. Wenn mir noch was einfällt, sag ich Bescheid.
Achso, zeitlicher Ablauf…
Meine Stunden gingen insgesamt von 8:20 bis 11:15. Die Gespräche gingen um 12 los, je Unterrichtsstunde sind maximal  60min Auswertung eingeplant. Da haben wir uns auch gut dran gehalten. Gegen 14:15 Uhr war Feierabend.
Also wenn ich so drüber nachdenke: 6 Stunden Dauerbeobachtung – schon verrückt!

Aber für die, denen es noch bevorsteht: macht euch nicht verrückt. Wir sind noch in der Ausbildung, wir KÖNNEN noch gar nicht alles perfekt machen können und wissen. Fehler sind total normal und auch gut, solange man aus ihnen lernt (immer schön mitschreiben in der Auswertung!).
Deswegen bin ich mit meinen beiden Zweien auch sehr zufrieden. Die Mängel waren berechtigt und werden beim nächsten Mal verbessert und dann hat die Dame vom Studienseminar vielleicht irgendwann Recht.
Sie hat nämlich gegen Ende gesagt:

Ich traue Ihnen durchaus zu, eine Einser-Kandidatin zu werden.

Thihihihihi… 😀

In diesem Sinne: Alles gut, weiter geht’s! 🙂

1. Lehrprobe: Letzte Vorbereitungen

3 Jun

So, heute habe ich mich an den letzten „kleinen“ Teil der Vorbereitungen gesetzt: die Materialien.
Auf meiner To-Do-Liste stand nur:
– Namensliste erstellen
– Angebotskarten schreiben
– Schablonen machen
–  Malvorlagen machen
Klingt jetzt nicht gerade viel. Ist es auch nicht.
Aber mir fielen zwischendrin noch ungefähr 1000 Sachen ein, die auch noch nötig sind.
Ich will euch jetzt nicht aufhalten, sondern euch das Ergebnis präsentieren.

Für 90 Minuten Werken, hier AUSZUGSWEISE die nötigen Materialien.
Anmerkung: da ist kein Schnulli-Spielerei-Krams dabei, das brauche ich wirklich alles:
Bild

Von links nach rechts:
5x Schriftl. Planung (je 18 Seiten)
2x Beispiel Kantenhocker
3x neugestaltete Tafelbilder
1x Skizze zum Anreißen des Klötzchens
9x Schablone für schweres Motiv
8x Schablone für leichtes Motiv
16x Schablone für Bein
1x Kurzplanung für mich
1x Hinweise bzgl. Arbeitsschritte für mich
1x Gartenzwerg echt
4x Bilder von Gartenzwergen
je 6x gemalte Vorlagen Mann leicht, Mann schwer, Frau leicht, Frau schwer

Jupps. Alles selbst hergestellt, gemalt, geschnitten, gescannt, durchdacht.
Wahnsinn.
In der Schule ist dazu noch vorbereitet: 8x Sperrholzplatten, 16 Sägebrettchen, 8 Schraubstöcke, 8 Sägeladen,16x Sperrholzreste, 8 Leisten, 8 Feinsägen, 16 Laubsägen, 4x Holzleim, 8 Anschlagwinkel, 8 Stahlmaßstäbe, der Rest des Tafelbildes inkl. Anschrift, Beispielzeichnungen und und und.

Daneben sieht die Mathe-Vorbereitung schon fast mickrig aus:

Bild

Erläuterung: (v.l.n.r.)

– 5x Schriftl. Entwurf (je 13 Seiten)
– 6x verschiedene Angebote, inhaltlich differenziert nach leicht / mittel / schwer (an den Farben erkennbar). Auf der Rückseite der Karteikarte findet sich die Lösung für das jeweilige Angebot.
– 1x Namensliste zum Abhaken der erledigten Angebote.
^^
…auch hier: der Großteil ist schon in der Schule, z.B. die 21 einzeln laminierten und doppelt ausgeschnittenen Namenskärtchen, mit je einem kleinen Klebemagneten hinten drauf. Oder der Rest des Tafelbildes…

Naja, ich hoffe mal, dass ich wirklich nichts vergessen habe.
Fachlich werd ichs schon hinkriegen denke ich. Problematisch wird garantiert wieder meine schriftliche Vorbereitung… aber ist die nicht eigentlich hinfällig, wenn man die Stunde trotzdem meistert?

Ich lasse mich einfach mal vom morgigen Tag überraschen.

Drückt mir die Daumen, Showtime ist von 8:20 – 11:15 Uhr. 🙂