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Twitter. Oder: Meine Artikel des Tages

5 Aug

„Wo findest du nur immer diese ganzen Sachen?“ 
Das fragte mich Schatzi, als ich wiederholt lachend neben ihm auf der Couch saß, mich kringelte und ihm Nachrichten aus aller Welt vorlas. 
Die Antwort? Auf Twitter! 

Mir ist bewusst, dass vielen Menschen Twitter zwar namentlich, aber nicht praktisch bekannt ist. Gründe werden u.a. HIER benannt. 

Ich selbst bin schon eine ganze Zeit bei Twitter aktiv. Einerseits um auch dort die neusten Links zum Blog zu verbreiten, andererseits aber auch, weil ich mich dort irgendwie näher dran am Weltgeschehen empfinde. 
Ein gutes Beispiel sind da z.B. die Promi-News. Ich folge u.a. @tmz und @eonline, 2 großen Celebrity-News-Kanälen aus Amerika. Das was ich dort lese, landet in den deutschen Klatschblättern meist erst eine Woche später. Die deutschen Promiwebseiten brauchen für die Übersetzung mindestens einige Stunden, manchmal erscheinen die Infos auch erst Tage später. 

Selbiges gilt dann auch für Neuigkeiten im Weltgeschehen. Papstwahl, ESC, „royal baby“ und diverse andere Großereignisse lassen sich minutiös nachvollziehen. Fernsehsendungen gewinnen massiv an Spaßfaktor, wenn man die Tweets andere Leute zum Thema mitliest und eigene Kommentare abgibt. 

Und natürlich bekommt man auch direkt interessante, spannende, kritische und lustige Nachrichten sämtlicher Medien zu Gesicht, wenn man den „richtigen“ Leuten folgt. 

Deshalb heute meine Lacher-Artikel des Tages 🙂 

1. „Vierjähriger als Bürgermeister wiedergewählt“
http://www.welt.de/vermischtes/article118708357/Vierjaehriger-als-Buergermeister-wiedergewaehlt.html

2. „Londoner Kanalisation: 15-Tonnen-Fettklumpen entdeckt“
http://www.sueddeutsche.de/panorama/londoner-kanalisation-tonnen-fettklumpen-entdeckt-1.1739401

3. „Bewerbungen: 8 super kreative Beispiele aus der Webwelt“
http://t3n.de/news/bewerbung-online-kreativ-471573/

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! 
Macht euch keine Sorgen, wenn ihr mal bei Twitter vorbeischaut und es euch überfordert. Wer sich dafür interessiert findet im Netz viele Anleitungen und Hilfen (zum Beispiel DIESE) und kann sich dann langsam einarbeiten. 

Mich (& meine Tweets) findet ihr übrigens unter dem Namen [existiert nicht mehr] 😉 

Liebe Grüße und noch einen schönen Montag wünscht: 
Frau A, 🙂 

Vollste Zustimmung

6 Mai

Da es heute nichts besonders erwähnenswertes gibt und alles gut lief, möchte ich euch zu einem Artikel weiterleiten, dem ich vollstens zustimmen kann.

Er ist in der Süddeutschen Zeitung erschienen und trägt den Titel
„Referendare – der Willkür der Ausbilder ausgeliefert“

Ich finde interessant, dass es offensichtlich in allen Bundesländern und Schulformen eine ähnliche Wahrnehmung bezüglich des Referendariats gibt. Insbesondere hinsichtlich der negativen Seiten 😉

Aber lest mal selbst.

Liebe Grüße,
Frau A.

Zum Artikel: Hier entlang!

Sweet Nothing

4 Apr

Das ist das, was ich in den Ferien getan habe: nichts.
Und es ist herrlich.
Kein Wecker, keine Termine, kein Schreibtisch, nichts.
Aufwachen, Essen, Rumliegen, Lesen, sinnlosen Mist im TV gucken.
Wow.

Echt schön. Aber irgendwie auch erschreckend, wie einfach man nen kompletten Tag mit nichts-tun rumkriegen kann… Und wie leicht man mit Sendungen im TV den Tag verplempert…

Momentan entspreche ich völlig dem Klischee, was der Großteil der Bevölkerung von Lehrern hat. Absolut faul in den Ferien. Hab ich bei „Spiegel Online“ mal wieder nachgelesen. Dort gibt es gerade die „Faktencheck“-Reihe, in der Schul-Klischees getestet / analysiert werden. Am Ende soll es eine 5-teilige Reihe werden, momentan gibt es die ersten 3 Teile der „Schul-Klischees im Faktencheck“: 

Teil 1: Lehrer haben es leicht – oder doch nicht?

Teil 2: Lehrer werden lohnt sich – oder?

Teil 3: Kleine Klassen lernen besser – oder doch nicht?

Dabei sind die Artikel schonmal ganz interessant. Noch interessanter sind aber die vielen vielen Kommentare, die zu den Artikeln abgelassen werden. Hier trifft man immer wieder auf ein Phänomen, welches unter dem Namen „Lehrer-Bashing“ gerade wieder topaktuell ist. Es wird einfach von allen Seiten draufgehauen. Nur weil alle irgendwann mal in der Schule waren, maßen sie sich an, über Schule und die Arbeit der Lehrer zu urteilen.
Besonders schön finde ich immer solche Kommentare:

„Lehrer müssen sich nicht vorbereiten – die kommen ohne Vorbereitung in die Schule, erzählen 45min was und verschwinden wieder.“

Was erwarten die Leute eigentlich? Dass man für jede Stunde ein 10-seitiges Skript mitbringt, durch das die Schüler und Eltern die genaue Stundenplanung des Lehrers nachvollziehen können? Geht’s noch? Solange in der Stunde bei den Schülern was ankommt, ist es schnurzegal ob er mit viel, wenig oder keiner (offensichtlichen) Vorbereitung den Raum betritt. Vorbereiten tut man sich als Lehrer IMMER. Arghs.

„Skifreizeiten, Klassenfahrten…Lehrer haben auch während der Schulzeit noch solche tollen Freizeitmöglichkeiten und können dabei bezahlt Urlaub machen…“

Ähm. Ich weiß nicht, was an 3-5 Tagen 24h Verantwortung tragen für ne komplette Klasse Urlaub sein soll. Hier sieht man wieder, dass die Leute das nur aus IHRER Sicht sehen. Aus Schülersicht mag das oft wie Urlaub aussehen. Da hat man ja auch nur sein EIGENES Wohl im Blick. Aber als Lehrer? Nee – da ist man Aufsichtsperson, Streitschlichter etc. pp. für 24 Schüler – und das dann meist noch auf EIGENE Kosten. Als WÄRE es Urlaub. Ist. es. aber. nicht.

…ach, ich könnte noch ne Weile weitere tolle Sachen raussuchen und mich drüber aufregen. Aber es bringt sowieso nichts. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen bezüglich Schule gemacht, jeder hat sein eigenes Bild auf Schule – und es ändert sich nach dem Verlassen nicht mehr.
Dabei hat sich so viel geändert in den letzten Jahren. Zumindest an einigen Stellen. Grundschule entspricht zum Beispiel nicht mehr dem, was Grundschule zu meiner Grundschulzeit noch war. Da gab es sowas wie Differenzierung kaum. Entweder man kam mit – oder eben nicht. Dann musste man eben auf ne andere Schule und fertig. Gruppenarbeit? Gruppentische? Soziales Lernen? Nö. Vielleicht allerhöchstens mal ne kleine Arbeit mit dem Banknachbar…Lernpartnerschaften oder sowas gabs nicht.
Sowas wird heute ganz anders gehandhabt.
Das habe ich selbst aber auch erst erfahren, nachdem ich im Studium wieder an einer Schule unterwegs war.

Heißt: es ist nicht mehr wie „damals“.

Aber wie gesagt, aufregen bringt nichts. Dadurch wird es nicht besser oder anders.
Die Lehrer, mit denen ich über dieses Thema geredet habe, sind sich einig:

1. Man muss sich diesbezüglich ein dickes Fell wachsen lassen.
2. Entweder solche Sprüche ignorieren ODER
3. einfach kontern

Wenn das Lehrer sein so einfach ist, man so reich wird und ständig frei und Ferien hat – warum werden dann nicht einfach alle Lehrer? 😉

Nun ja. Trotz allem ist es erschreckend, was manche Menschen zum Thema Schule und Lehrer zu äußern haben. Wie sich dieses Bild entwickelt und weitergetragen wird. Und dabei kann ich nicht mal meine eigene Familie ausschließen. Sogar meine Mutti sagte früher Sachen wie:
„Meine Freundin arbeitet 25 Stunden als Lehrerin und verdient so viel wie ich, die mindestens 40 Stunden arbeitet.“

Das ist ja mein Lieblingsklischee. Lehrer nach der Anzahl ihrer „Stunden“ zu beurteilen. Da hilft es nicht mal, wenn ich ihr sage, dass diese Stundenzahl nur die UNTERRICHTS-Stunden sind. Nicht die reguläre Arbeitszeit. Einfach nur die Anzahl der Stunden, in denen man VOR der Klasse steht und unterrichtet.
Natürlich klingen da 25 und 27 Stunden nach sehr wenig.
Aber nur, wenn man die Augen verschließt und glauben will, dass „Lehrer Sein“ aus „vor der Klasse stehen und reden“ besteht.
Tut es leider nicht.
Nach der Schule geht die Arbeit erst richtig los. Man reflektiert, man plant, man stellt Material her, macht Kopiervorlagen, wählt Methoden aus etc pp.
Und zwar: ZUHAUSE.

Das ist das nächste Ding. Ich würde meine Arbeit lieber IN der Schule verrichten. Frühs hin, bis Mittags unterrichten – und danach an einem eigenen Arbeitsplatz den weiteren Unterricht planen, Sachen vorbereiten…und dann von mir aus 16:30 nach Hause gehen.
Das wäre völlig okay für mich, weil ich dann Feierabend hätte und ein Privatleben.

Leider ist dem nicht so. Nach Schulschluss tobt in den meisten Klassenräumen in Thüringen die wilde Horde der Hortkinder, die sich mangels eigener Horträume dort die Zeit vertreiben müssen. Eigene Lehrerarbeitsplätze gibt es nicht. Und wer jetzt das Lehrerzimmer als Ort der Stille zum Arbeiten anpreisen will…der war noch nie in einem Lehrerzimmer 😉

Nun ja…was nicht ist, kann ja noch werden.
Also liebes Thüringen, liebes TMBWK, liebe Verantwortlichen: wenn ihr noch Ideen zur Verbesserung braucht: ich stehe euch gerne dafür zur Verfügung 😉

Solange lasse ich noch ein bisschen mein „Fell“ wachsen und frage euch: 

– Wie kontert ihr, wenn euch solche Klischees vorgeworfen werden? 
– Was ist eurer „Lieblings“-Klischee?
– Was würdet ihr verändern – wenn ihr könntet? 

Liebe & entspannte Grüße von der Couch,

Frau A.

Ps.: HIER zum Schluss noch ein interessanter Link, der diverse Kommentare bezüglich „Lehrer-Bashing“ inhaltlich etwas bündelt.

Pps.: HIER noch der Link zu einem Video zum Thema Lehrer-Klischees 😉

Metaphorisch

30 Jan

Heute nur kurz (bevor mein Schädel explodiert – was für eine Horror-Fahrt!).

Also seid ihr jetzt gefragt.
Im Seminar mussten wir heute diesen Satz vervollständigen:

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Was würdet ihr dazu schreiben?
Meine Auflösung gibt’s morgen. Erstmal seid ihr dran.

Los geht’s:
Lehrer zu sein ist für mich wie…

Bild zum Sonntag

21 Okt

Dazu muss man – glaube ich – nichts mehr sagen, oder?
Ein Fundstück bei Facebook:

20121021-153050.jpg

In diesem Sinne: schönen Sonntag
(& denen, die wie ich ab sofort Ferien haben: schöne Ferien!
& den anderen: viel Spaß in der nächsten Runde Schule!)

Eure Frau A. 🙂

Die Sache mit der Anonymität.

17 Sep

Nachdem ich viele von euch am Freitag sicher mit verwunderten Blicken zurückgelassen habe, möchte ich heute ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.
Dazu muss ich aber etwas ausholen.

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich angefangen, hier im Blog öffentlich Tagebuch zu schreiben. Die Gründe habe ich bereits HIER erläutert. Nun ist es ja so, dass anfangs kaum Leute mitlesen, weil niemand davon weiß. Also erzählt man es Freunden, postet den neusten Artikel auf Facebook und kommentiert in anderen Blogs, um irgendwie an Leser (und somit Meinungen zum Thema) zu kommen. Für Freunde & Facebook ist man nicht anonym, dort wissen die Leute wer diese Texte hier wirklich schreibt.
Das finde ich auch nicht weiter schlimm, weil alles hier Dinge sind, die ich auch meinen „realen“ Freunden bei nem Treffen erzählen würde. [inzwischen wissen viele aber schon durch den Blog Bescheid…]

Nun ja. Irgendwann wächst und gedeiht der Blog, das Schreiben wird zu einem alltäglichen Ritual, man denkt nicht weiter drüber nach. Es kommen immer mehr Leser hinzu. Inzwischen wurde mein Freund sogar beim Zahnarzt auf mich & den Blog angesprochen… Verrückt.

Der Leserkreis hat sich im Februar 2012 mit dem Beginn meines Referendariats um eine weitere Person vergrößert – meinen Schulleiter. Jetzt stellt ihr euch sicher die Frage: „Wieso das? Dann kann sie ja gar nicht über ihn schreiben…“. Stimmt. Will ich aber auch gar nicht. Ich habe ihn gefragt, weil ich mir nicht sicher war, wie das rechtlich aussieht. Darf ich überhaupt über die Schule schreiben? Ich bekam sein Okay & seitdem liest er mit. Hallo Chef! 😉

Das war bis vor kurzem auch kein Problem.
Irgendwann kamen allerdings kleine Spitzen á la „Ich weiß über 2 Urlaube genau Bescheid. Meinen & den von Frau A.“ – und das in der Dienstberatung. Meine Kolleginnen drehten sich verwundert um, manche fragten später, was das heißen soll. Hmpf. Erklärungsnot. Auch Aussagen wie „Das weiß ich schon. Aber du kommst nie drauf woher“ führten Kolleginnen auf meine Spur, wenn ich die Einzige war, die etwas noch hätte wissen können.
Letzteres führte am Freitag dazu, dass mich eine Kollegin im Schulhaus suchte & fragte, ob ich „irgendwo“ was veröffentliche oder schreibe oder ob ich dem Chef was erzählt hätte. Ich war total baff, weil ich absolut nicht wusste, was ich dazu sagen sollte. Nun ja. Mein Schulleiter hatte DIESEN Artikel gelesen und eine Erzählung ihrerseits mit „Das weiß ich schon“ kommentiert. Ihr stellte sich dann die Frage: WOHER?!

Da stand ich nun am Freitag & musste mich aus dem Nichts rechtfertigen. Was gar nicht so leicht ist, wenn die Kolleginnen dem Internet nicht allzu viel abgewinnen, von Blogs keinen Schimmer haben, schonmal schlechte Erfahrungen gemacht haben und auch sonst dem Veröffentlichen von Dingen kritisch gegenüber stehen.
Ich versuchte dann, die Situation etwas abzukühlen und sagte, dass ich nichts Schlimmes schreiben würde (tu ich ja auch nicht!), dass alles anonym ist (ist es für 90% der Leser ja auch) und dass sie sich keinen Kopf machen brauche. Dann las ich ihr den Abschnitt vor, in dem es um die Situation aus dem Lehrerzimmer ging (wer nochmal nachliest wird sehen: das war ein absolut positiver Artikel) und sie akzeptierte es & war beruhigt.

Trotzdem habe ich irgendwie Angst, dass diese Sache, also dieses Aus-Dem-Nichts-Bloßstellen, das Verhältnis untereinander schädigen kann. Das Bewusstsein „Die schreibt irgendwo was über mich“, ohne zu wissen was/wie/wo ist sicherlich kein gutes. Vor allem weil ich so spontan kaum die Möglichkeit hatte, das Thema umfassend zu erläutern.

…und ehrlich gesagt hätte es ja auch gar nicht so weit kommen brauchen.
Das sah mein Schulleiter heute in einem kurzen Gespräch glücklicherweise auch ein.

Seinen Standpunkt: „Das kann doch jeder im Internet lesen, also kann ich auch drüber sprechen.“ verstehe ich durchaus.
^^
Das stimmt prinzipiell ja auch. Aber wenn das die Leute, die es betrifft, nicht wissen – dann lesen sie das auch nicht mit und wissen nicht, was er und andere schon über ihren Tag wissen könnten.
Versteht ihr mich? 😉

Nun ja. Fazit des Tages:
– ab sofort keine Kommentare mehr seitens Schulleitung.
– in der nächsten Dienstberatung lege ich die Karten auf den Tisch und gebe (leider!) einen Teil meiner Anonymität auf. Zumindest an meiner Schule. Manche wissen es eh schon & ich will Halbwissen vermeiden.

Prinzipiell finde ich das auch gar nicht schlimm, wenn meine Kolleginnen mitlesen würden. Sie sind ja nicht das Thema des Blogs. Es geht ja um meine Entwicklung und meine Erfahrungen. Trotzdem habe ich Angst, dass sie sich mir gegenüber dann anders verhalten könnten. Naja.

Ich bin wirklich froh, dass ich das Thema heute (wenn auch nur kurz) ansprechen konnte. Die letzte Nacht habe ich schlaflos & mit Bauchschmerzen verbracht und mir ging`s wirklich nicht gut bei der ganzen Sache. Man spricht ja nicht jeden Tag seinen Chef auf ein sensibles Thema an. Aber ich freue mich, dass er meinen Blickpunkt versteht und meinen Wunsch auf „weniger Kommentare“ akzeptiert. Yo. Soviel dazu.

Jetzt meine Frage an euch: 
– Wie anonym seid ihr? Wer weiß von euren Blogs? Wem würdet ihr davon erzählen?
– Würdet ihr euch auch im Kollegium outen?
– Was haltet ihr vom anonymen Schreiben?

Ich freue mich auf eure Kommentare und hoffe auf eine interessante Diskussion – es ist schon irgendwie ein schwieriges Thema, oder?!

Allein im Dunkeln

7 Jul

Für heute stand neben Ausschlafen auch eine Feier auf dem Programm. Ein befreundetes Pärchen feierte Geburtstag & die Geburt von Baby Nr. 2. Ein schöner Anlass, nette Leute, schöne Umgebung.

Und trotzdem habe ich mich schon 2 Mal im Auto verschanzt. Offensichtlich sind Menschenmengen gerade nichts für mich. Oder 10 schreiend-spielende Kinder. Oder pubertierende Achtklässler die mich mit „Frau Lehrerin“ ansprechen. Oder Gespräche über Wechseljahre. Naja.

Ich glaube der wahre Grund für mein Verschwinden ist, dass ich das alles hier gerade gar nicht haben will. Ich will, dass meine Stunden für den Unterrichtsbesuch am Dienstag fertig sind. Ich will den blöden Vortrag fürs Studienseminar machen. Ich will die Miete überweisen. Kurz: ich hab tausend Sachen Zuhause im Arbeitszimmer zu tun.

Warum ich dann immernoch hier bin?
Wegen Schatzi. Weil er sich auf die Fete gefreut hat. Weil er „mal wieder mit mir weg wollte“. Weil wir schon länger nicht mehr zusammen weg waren….und er freut sich wirklich darüber, hier zu sein. Mal was zu trinken mit seinem Kumpel & zu quatschen.

Ich kenne & mag die Leute auch alle, aber irgendwie…irgendwie fühle ich mich fehl am Platz. Ich fühle mich, als würde ich Zeit verschwenden, indem ich hier sitze & dem Gelächter zuhöre. Ich sollte gerade woanders sein. Ich sollte planen, ausarbeiten, Drucken, laminieren & schnippeln.

…und wenn ich dann noch von nem Bankangestellten mit Bürozeiten & Ferrari vor der Tür höre: „Ach Grundschule. Da musst du ja zum Glück nichts vorbereiten. Buch auf & los.“ – da möchte ich am liebsten ganz laut schreien.
Klar, woher soll er wissen, welche Gedanken sich ein Lehrer bei den Unterrichtsstunden macht? Woher soll er wissen, dass sich Arbeitsblätter & Materialien nicht selbst erstellen?Woher soll er wissen, dass ich neben „Lehrerin“ derzeit auch noch Schülerin & unter Dauerbeobachtung bin?
…und trotzdem ist es wahnsinnig ätzend sowas zu hören. Und zu sehen, wie er angetrunken im Garten seiner Villa seinen Vodka-Martini schlürft. Zu wissen, dass er am Montag wieder von 9-16 arbeitet & sich dann mit seiner kleinen Familie nen Bunten macht. Und zu wissen, dass ich nie ne fette Villa & nen Ferrari haben werde (wobei ich beides nicht erstrebenswert finde…kleines Häuschen & mein Opel reichen mir).

Naja. Da frage ich mich manchmal, welchen Wert man als Lehrer in unserer Gesellschaft eigentlich hat. Ich denke, ich bin mehr als „Buch auf & los.“. Viel mehr…nur ob das irgendwann nochmal in der Welt ankommt, wage ich zu bezweifeln.

So. Ich bin jetzt ruhig. Meine letzten paar Akku-Prozente verwende ich zum News lesen. Und dann hoffe ich, dass Schatzi irgendwann genug Spaß hatte & ich nach Hause fahren kann. Wieder 30min im Auto. Juchu.

In diesem Sinne – adios Amigos. Hoffentlich habt ihr mehr Spass & weniger Stress im Kopf als ich. Aber das musste mal raus.

Irrsinn in Thüringen

25 Jun

Was löst das folgende Bild bei euch aus?

20120625-160746.jpg

Bei mir: Kopfschütteln.

Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus den Ausbildungsplatzhöchstzahlen des TMBWK für den Beginn des Vorbereitungsdienstes im August 2012.

1. Grund fürs Kopfschütteln:
Können die IMMERNOCH nicht rechnen? Jedes Jahr aufs neue stimmt die Gesamtzahl der Plätze für die GS nicht mit der Summe der einzelnen Zahlen überein.
Naja…

2. Grund:
Anscheinend hat Thüringen IMMERNOCH nicht begriffen, was es sich selbst mit diesen mickrigen Zahlen antut.
Beispiel Sport:
Allein an der Uni Erfurt haben dieses Jahr über 20 Leute mit Nebenfach Sport abgeschlossen. Der Großteil davon will am liebsten in Thüringen bleiben.
Bei nur 6 Plätzen (und das noch OHNE Bewerber aus anderen Bundesländern/Härtefälle etc mitzurechnen) werden also mindestens 14 gut & teuer ausgebildete Sportlehrer unser schönes Land verlassen.
…und das allein im Mangelfach Sport.

Irrsinn. Ganz einfach Irrsinn.

Mir könnte das alles ja egal sein – ich hab ja ne Stelle. Aber in ein paar Jahren bin ich dann in ner Schule & buckel mich kaputt, weil keine Lehrer mehr nachkommen oder wie?

Erhöhung der Einstellungszahlen – schön und gut – aber wenn es nach mir ginge, dann müsste eine Referendariatsstelle DIREKT nach dem Studium zugesichert werden. Damit der Theoriekram aus dem Studium nicht (wie bei mir) ein Jahr lang verstaubt & vergessen wird. Damit man (motiviert wie man da nunmal gerade ist) gleich voller Kraft seine Ideen umsetzen & einbringen kann. Damit man schon beim Studienbeginn ein bisschen mehr Sicherheit für die Zukunft hat. Damit die ganze Lehrerausbildung besser verzahnt werden kann….

Es liegt echt noch SO vieles im Argen, da dreht sich einem der Kopf, wenn man darüber nachdenkt.

Übrigens: Ich mecker nicht nur, ich tu auch was. Obwohl mir das Wort „Politik“ oder „Verbände“ oder „Gewerkschaften“ immer ein Dorn im Auge war – ich engagier mich jetzt auch offiziell für uns (Jung)-Lehrer.
Wie genau kann ich durch meine Anonymität hier leider nicht breittreten, aber: ich versuche, etwas zu ändern.

Schön wäre es, wenn das mehr tun würden. Es gibt wirklich kaum junge Lehrer, die ihren Hintern hochkriegen und den Mund auf machen. Das ist schade. Denn was man mit dem „Aufbegehren“ möglich ist, hat ja Matschies Zugeständnis bzgl der Einstellungszahlen von Lehrern gezeigt.

Da aufzuhören wäre falsch. Es muss sich noch VIEL mehr tun in unserem Land.

Also: wenn ihr Probleme habt, wütend oder unzufrieden seid: macht das öffentlich. Wendet euch an Verbände wie den tlv (oder von mir aus auch die GEW)- die nehmen sich der Probleme an & kämpfen auch. Alleine ist man zu schwach – in der Masse können wir was erreichen!

Aber das Wichtigste ist: traut euch & habt keine Angst vor den Folgen – schlimmer als jetzt kann es kaum werden!

Ein Berg voll Arbeit.

30 Apr

…der hat sich aufgehäuft und sieht so aus:

Monatsbericht schreiben ✔
Fahrkostenabrechnung für die letzten 3 Monate machen (ih.)
Portfolioaufträge für Mittwoch fertig machen (wäh.)
Stundenplanung für Donnerstag (uff.)
– nicht so viel aus dem Fenster in die Sonne gucken. (hmpf)

Der Monatsbericht macht zum Glück nicht SO viel Arbeit, weil ich in der Schule ne separate Liste führe, in der ich jeden Tag dokumentiere, bei welcher Klasse/welchem Lehrer/in welchem Fach ich war. Das hilft immens, wenn das Studienseminar den Monatsbericht (bis zum 3. Werktag des Folgemonats) haben will.

Die Fahrtkostenabrechung macht nach den neusten Informationen (KLICK!) nicht mehr wirklich Sinn.
Ich zitiere mal kurz aus der Mitteilung vom tlv:

Bei Fahrten der Lehramtsanwärter zu den Ausbildungsveranstaltungen der Staatlichen Studienseminare handelt es sich jedoch nicht um Dienstreisen i. S. d. § 2 Abs. 1 Satz des ThürRKG. Eine Dienstreise wird in § 2 dem Thüringer Reisekostengesetz definiert als „Reise zur Erledigung von Dienstgeschäften außerhalb des Dienstortes …“.

…und weil wir keinen wirklichen Dienstauftrag haben, gibts auch keine Erstattung. (wenn ich das richtig verstanden habe.)
Manchmal frag ich mich, wie „die“ sich das vorstellen… Man kriegt n bisschen Geld, muss (wie ich) zum Studienseminar einmal komplett durch Thüringen fahren (eine Strecke: 170km) und darf das alles noch selbst bezahlen. Hätte ich keine günstige Unterkunft dort, müsste ich bei 2-tägigen Veranstaltungen also 4x fahren…oder mir ein Zimmer nehmen.
Wer bezahlt das? Na klar, wir!
[Nebenbei: zur Schule fahre ich auch täglich insgesamt 110km – dafür krieg ich auch keinen Cent. Warum auch?! Ich kann doch froh sein, überhaupt ne Stelle bekommen zu haben… *hust*] 

Ist schon ne verrückte Welt.
Mich stört ja nicht mal das umhergefahre – mich stört diese Selbstverständlichkeit, mit der man durchs komplette Bundesland geschickt wird, alles selbst bezahlt & dann noch schief angeguckt wird, wenn man mal gähnt (aufstehen um 5,  Abfahrt um 6, dann 2:20h Fahrt, dann 8h Seminar aka. Informationsüberflutung, dann 2:20h zurück – also so gegen 19:30 Uhr endlich Ruhe. Ach nee, Haushalt & Vorbereitung für den nächsten Tag, klar.). 

Nun ja. Wie könnte mans besser machen? (die Frage stelle ich mir nach jeder Stunde auch)

– LAAs auf Studienseminare in ihrer Nähe verteilen
…und wenn dann eben mehr Leute z.B. nach Erfurt wollen, dann muss eben mehr Personal in Erfurt bereitgestellt werden, oder nicht?!
…und wenn mehr Räume benötigt werden, wird sich doch wohl in der 200.000 Einwohner Stadt noch ein Raum für 20 Mann finden lassen – oder nicht?!
…und wenn dafür zu wenig Geld da ist, muss der BILDUNGSminister eben welches dafür locker machen, oder nicht?!

– LAAs Schulen in ihrer Nähe zuweisen
Ich bin nämlich nicht die Einzige, der es so geht. Die jeden Tag um 5 raus muss, weil noch ne Stunde Fahrt zur Arbeit ansteht. Klar, wir sind nicht die einzigen, die pendeln müssen – aber wäre es nicht im Sinne von uns allen, wenn die LAAs ihre Zeit nicht auf der Autobahn/Landstraße, sondern beim Nachdenken über gute Stunden/Ziele/Materialien verbringen würden?!
Das sind jeden Tag knapp 2 Stunden, die sowohl Zeit als auch Ressourcen (Ja, Sprit. Heute übrigens für knapp 70€ vollgetankt. Und ich fahre Corsa, nicht Porsche.) verschwenden.

Muss das sein?! 

Wenn diese beiden Sachen erfüllt wären, müssten wir uns ja gar keinen Kopf über sowas machen. Da würden wir unsere 15-20min zur Schule fahren und vll n bisschen länger ans Studienseminar – aber wenn man JEDE Woche knapp 800km fahren (und die auch noch bezahlen) muss – da fragt man sich echt, ob das noch ne Relation hat.

Inzwischen geht ein gutes DRITTEL von meinem Lohn für Sprit drauf. Nur Sprit, nicht Versicherung, Raten usw. Nur-für-Sprit. Dann noch ein Batzen für Miete, Nebenkosten etc… und dann braucht man auch noch Arbeitsmaterialien, Bücher, (Schreiblern)-Hefte etc. pp.
Und ganz am Ende dann natürlich auch noch Essen & was zu trinken. Klar.

Wirklich „gut“ leben tut man also als LAA nicht wirklich.
Aber wen interessiert das schon?!
.

.

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Ps.: Nein, ich bin kein Wutbürger. Das sind nur alles Dinge, die man beheben könnte, würde es jemanden interessieren. Da es aber keinen interessiert, werde ich wohl oder übel eines Tages in die Politik wechseln müssen – damit wenigstens zwei Leute (neben mir noch Katharina Weber, die die Petition ins Leben gerufen hat) sich für das engagieren, was uns junge Lehrer in Thüringen betrifft.
Ansonsten bewegt sich ja leider nichts & niemand.
Leider.

Teacher-Meme

3 Mrz

Im Netz kursieren ja momentan sogenannte „Meme’s“, unter anderem auch welche, die sich mit dem „Teacher“ [wer nicht so gut Englisch kann: das heißt Lehrer 😉 ) beschäftigen. Was ein Meme ist, kann man HIER nachlesen.

Ich habe hier mal mein Eigenes erstellt, bitteschön 😉
Aber Achtung: Ironie!
Bild

Wem’s gefällt, der darfs gerne teilen & verbreiten 😉

Ach ja, die Fotos stammen natürlich von Google, hab keinerlei Rechte daran.

Schönes Restwochenende!