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Glücksgefühle

22 Mrz

Heute war ich mal draußen in der Wildbahn, Essen kaufen, Medizin holen… – und beim Vorbeifahren an meiner „alten“ Schule bog ich spontan ab, um kurz mal „Hallo“ zu sagen.
Also parkte ich (mein neues Auto kennt da ja noch keiner) und lief auf das Tor zu. Die Schule war schon vorbei und von Klasse 2 bis 4 waren alle draußen auf dem Hof.
Dann erspähte mich jemand, und es ging los:
„Frau Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah…“
Dann stürzten gefühlte 200 Kinder auf mich los, es bildete sich ein richtige Traube um mich, alle wollten mich drücken und geknuddelt werden. Mein Einspruch und sogar mein Hustenanfall war ihnen schnuppe.
„Wir haben Sie soooooo vermisst“
„Bleiben Sie jetzt für immer hier?“
„Warum sind Sie wieder da?“
„Sie waren aber lange weg.“
„Es ist so schön, dass Sie wieder da sind.“
„Sie sehen aber krank aus.“
^^
Nur eine Auswahl der vielen Reaktionen die es gab, garniert von strahlenden Gesichtern – es war toll.

Auch meine Kolleginnen freuten sich, wollten die üblichen Sachen wissen und brachten mich auf den neusten Stand.
Das alles zwar mit Schal und Jacke, aber unter strahlend blauem Himmel mit Sonnenschein. Traumhaft!

Schön war auch, dass immernoch Kinder zu mir kamen und mich um Erlaubnis fragten:
„Frau A., darf ich mal aufs Klo?“
„Frau A., darf ich meinen Papierflieger rein bringen?“
„Tschüss Frau A., meine Oma holt mich.“
Irgendwie schön, dass man für die Kids immernoch ne Respektperson darstellt… und noch schöner, dass sie mich nicht vergessen haben – 7 Wochen sind für Kinder ja ne halbe Ewigkeit.

Mit ganz viel Glücksgefühlen, Freude und Medizin im Gepäck bin ich also wieder nach Hause gedüst. Schön!

Zum Schluss noch ein Gesundheitsupdate:
Es wird! Nächste Woche bin ich auf jeden Fall wieder fit & einsatzbereit. Die „Zuhause“-Zeit habe ich u.a. genutzt, um mir Bücher zu besorgen (zum Vorlesen, ich freu mich schon total auf meine Ergänzungsstunde nächste Woche in Klasse 1) – und auch so hab ich mir ein paar organisatorische Gedanken gemacht – es gibt ja viel zu erledigen und zu machen.

Wird Zeit, dass ich wieder in die Schule komme – ich freu mich drauf! 🙂

So, und nu PC aus, Pro7 an – heute ist Umstyling bei GNTM – das muss ich sehn 😀
(Jaja, ich bin ein Mädchen…)

Liebe Grüße!

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Kunst in der Grundschule – mit Zewa Wisch&Weg ;)

16 Dez

Ich glaube, das wird langsam ne richtige Ratgeber-Reihe hier 😉

Aber von Anfang an. Diese Woche durfte ich mal wieder spontan unterrichten. Mehrere Lehrerinnen sind krank. Die Erzieher dürfen   müssen vertreten. Das passt nicht immer in den Zeitplan.

Das lief dann ungefähr so:

Ich komme rein. Kurz vor Arbeitsbeginn. Meine Chefin ist ganz aufgelöst & sitzt vor nem Berg Papierbögen, malt mit Schablonen Sachen aus, schnibbelt rum:

„Gut, dass du da bist!“
„Na das ist doch mal ein Empfang ;)“
„Kannst du mir nen Gefallen tun? Ich muss noch die Sachen für die 1.Klässler fertig vorbereiten. Kannst du bitte meine Vertretungsstunde in der 4. Klasse übernehmen?“
„Klar, wann?“
.
.
.
„In 10 Minuten“

Ähm… okay 😉  [Sogar wenn es SO kurzfristig ist, freue ich mich drüber, zu unterrichten – das fetzt!]

Eigentlich hätten sie Schulgarten gehabt. Meine Chefin schlug dann (aufgrund des miesen Wetters) aber eine Deutschstunde vor. Nachschlagübung im Wörterbuch, mit Adjektiven, Verben und Substantiven aus der Natur.

Okay, kurz kleines Konzept überlegt…und hoch marschiert in die Klasse.

Dort fand ich vor:

1.) Die Klassenlehrerin im Türrahmen, gerade am gehen.
2.) 20 Schüler
3.) 5 Tische
4.) 20 Farbkästen, Zeitungen, Wasserbecher, Pinsel

„Die haben schon ne Aufgabe, das Bild fertig machen und dann aufräumen. Und dann hab ich nochn paar Suchsel hingelegt. Keine Ahnung ob die reichen.“

…und weg war sie.

Okay, also dann: KUNST! 😀

Material:

– Zewa-Rolle
– Papier
– Farbkasten, Pinsel

Ablauf:

1. Papier schön nass machen
2. Zewa in Stücke reißen und aufs Papier legen
3. auf das Zewa mit bunten Farben drübermalen
(an der Tafel standen als Farben rot, gelb, orange, grün, lila)

Das sah dann so aus:

…und in der Gesamtheit vor der Tafel:

4. Nach dem Trocknen werden die Zewa-Stücke wieder abgezogen und dann sieht das wie folgt aus: 

Nett, oder?

Daraus kann man auch super Karten machen oder anderweitige Weihnachtsgeschenke 😉

————–
Übrigens: 
Aufräumen kann bei den Kids ganz schön lang dauern. Wenn dann noch kein Waschbecken im Raum ist und die Schüler über nen ziemlich langen Gang müssen, dann sind Farbspritzer im Flur nicht vermeidbar.
Als Lehrer muss man aber nicht sauber machen – das kriegen die Kinder ganz gut selber hin… denn: wer Dreck macht, macht ihn auch wieder weg!
————-
Übrigens 2 haben die Suchsel nicht gereicht.
Die, die keins mehr bekommen haben, durften dann die Nachschlag-Übung machen – mit Adventsbegriffen 😉
Die Freude war entsprechend „groß“ 😉

————–
Übrigens 3:
Ich hasse hasse hasse das Wort „Suchsel“. Allein wie man es schreibt, ist es schon hässlich.
Klar, Raten = Rätsel. Suchen = Suchsel… aber… nee… ich werde dieses Wort nie nie nie im Unterricht benutzen. Irgend eine passende Alternative wird mir schon einfallen… Wörter-Such-Feld oder so. Aber keinesfalls SUCHSEL. Das geht gar nicht.

Ha, ich nenne es einfach Such-Rätsel. Oder Wörter-Rätsel. Oder… Habt ihr Ideen? 😉

Etwas fehlt

14 Dez

So, ich sitze mal wieder in der 4. Klasse und passe auf, dass alle ihre Wochenhausaufgaben erledigen.

Hinter mir ist die Tafel. Voller toller Angebote (10 Stück), die die Kinder in dieser Woche schaffen sollen. Geschichten, Gedichte, Rechenmandalas, Satzglieder… Am liebsten würde ich mit ihnen drauf los arbeiten, aber… das ist ja nicht mein Job.
Also sitze ich hier, beobachte sie beim Rechnen, ermahne hier & da, verwarne wegen eines Handys…und schweige größtenteils. Eigentlich überhaupt nicht meine Art, aber mehr gibt es ja nicht zu tun.

In 15 Minuten geht’s runter zum Mittagessen. Da wird meine Stimme wieder benötigt. Laut, kräftig und mit leicht bösem Unterton – wer nett ermahnt, ermahnt doppelt, zumindest beim Essen.

Danach dürfen sie bis zur Hofpause spielen. Wieder kaum was zu sagen, außer Stimmung runterkochen, für Frieden sorgen, zum spielen animieren. Vielleicht ne Runde „SkipBo“ oder „4 gewinnt“ spielen.

Später wieder Aufsicht, ein paar Kinder knuddeln, mit ihnen quatschen.

Alles in allem schon okay. Aber etwas fehlt mir. Klingt vielleicht blöd, aber: ich würde gerne unterrichten. Etwas beibringen. Erziehen. Bilden.

Drückt mir die Daumen, dass Mitte Januar ne Zusage fürs Referendariat kommt. Keine Ahnung wie die Chancen stehen. Keine Ahnung wo ich hin kommen werde. Keine Ahnung.

Manchmal beneide ich unsere Elterngeneration dafür, dass so vieles vorbestimmt und klar war.
Schule. Ausbildung. Job. Hochzeit. Kinder. Fertig.
So leicht ist das heute irgendwie nicht mehr. Schade.

So, gleich ist’s um 11, die Kinder müssen einpacken, Stühle hoch stellen, Jacken mitnehmen – ich bin Ansagerin & Aufpasserin, juchu.

Dabei wäre ich so gerne Lehrerin.

Regen

2 Dez

Der Blick aufs Thermometer heute: Yeah, 11 Grad 🙂

Der Blick zum Himmel: Och nö, graue Plörre 😦

Der Weg zur Arbeit: um 12 scheint keiner unterwegs zu sein. Cool.

Schleicher vor mir. Spritzt mir ständig die Scheibe dreckig. Pfui.

Die Ankunft an der Arbeit: noch halb die Jacke an. „Ach übrigens, du musst jetzt immer den 1. Bus machen“

[Bus machen heißt: die Buskinder vom Schulgelände rechtzeitig zur Haltestelle schicken]

Die Arbeit: Draußen stehen mit Mütze auf. Sau windig. Nieselregen.

Kurz vorm 2. Bus (14:00) rein. Es schüttet wie aus Kübeln.

„Übernimm du mal die Buskinder. Kannst unten in den Hortraum gehn. Wir gehn hoch.“

Bäm. 25 Kinder. Spielend. Laut. Verrückt. Hort eben.

10 vor 2: „Alle Kinder räumen ihre Spielsachen weg & ziehen ihre Jacken an. KEINER geht raus!“

5 vor 2. Nur noch 3 Kinder stehen im Flur. Alle anderen sind rausgerannt. Es schüttet immernoch.

Mantel an. Kapuze auf. Und raus zum Tor.

Ordentliche Ansage: „HEEEEEY! Ihr geht SOFORT wieder ein! Wer hat euch erlaubt raus zu gehn? Habt ihr keine Ohren?“ etp pp.

Ich bin der Chef. Sie gehorchen.

Die Kinder trotten wieder zurück ins Schulhaus. Bleiben drin im Flur stehen.

Stille.

Nochmal Ärger von mir. Diesmal mit Begründung (je länger sinnlos draußen bei Regen, desto nasser. Je nasser, desto schneller krank.)

Zweiter Abmarsch der Kinder. Diesmal erlaubt & ohne mich. Immernoch Kopfschüttelnd.

14:02. Ich gehe hoch zu den anderen. Klasse 3+4 in einem Raum. Spiele mit Mark & Jack „Close the Box“ (Würfelspiel). Lustig.

Hannes aus der 4 spielt mal wieder verrückt. Schicke ihn „zur Strafe“ in die 1. Klasse zum spielen. Und für ihn ist das wirklich ne Strafe…

14:30. Mal rüber in die Klasse 1, gucken was da so geht.

„Ah, kommst grade rechtzeitig. Spiel ma für mich weiter, ich muss ma runter.“ Ay ay, Chefin.

Nach n paar Runden Skip-Bo. SIEG!

14:55. Runter in den Hortraum. Tasse wegbringen. Sachen anziehn.

15:02. Feierabend.

—-
Eigentlich schreibe ich ja nicht so depressiv, aber das Wetter zieht einen schon runter.
Regen nervt!

Last Christmas…

1 Dez

Ja, heute war’s bei mir soweit… nicht nur das erste Türchen wurde geöffnet (übrigens: Ferrero Rondnoir – gar nicht mal so schlecht das Ding, vll n bisschen krümelig, aber naja) sondern:
12:17 Uhr lief für mich das 1. Mal in diesem Jahr „Last Christmas“ im Radio – bin mir nicht sicher, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht. Aber es war auf jeden Fall nicht allzu schlimm.

Ans letzte Weihnachten kann ich mich sowieso nicht mehr wirklich erinnern – wobei… da war ich noch Studentin, dachte im nächsten Jahr klappts mit der Ref-Stelle…und konnte jeden Tag in Erfurt auf den fantastischen Weihnachtsmarkt gehn, Glüüüühwein! 🙂

Egal.

Hab heute auf Arbeit festgestellt, dass man in meiner Position leicht schizophren werden könnte – jeden Tag springe ich für jemand anderen ein, weil immer jemand nen Arzttermin hat. Heißt: jeden Tag ne neue Klasse bei den Hausaufgaben, beim Essen & aufm Hof. Aber das geht schon.

Gestern durfte ich vertreten & war schon sehr gespannt drauf – schließlich sollte ich in die kribbelig-aufgeregt-brutale 2a. Die Klasse, in der es sowohl absolute Lahmärsche Trantüten, hochintelligente Streber Schüler, als auch wilde Auf die Fresse Rummsmädels gibt. Da wird nicht groß diskutiert, da wird die Brille von der Nase gezerrt, verbogen & in den Dreck geschmissen – hell yeah!

Jedenfalls standen sie schon in Reih & Glied, als ich sie auf dem Schulhof in Empfang genommen hab. Beim Mittagessen lief alles super. Dann gings zurück in den Klassenraum. Hausaufgabenzeit.

Meine Ansage:

Ihr wisst ja noch gar nicht, wie das bei mir läuft.
Aaaaalso:
Wer stört oder Unsinn macht, kriegt nen Strich an der Tafel.
Wer 3 Striche hat, legt mir sein Hausaufgabenheft vor.

Stille.

.

.

.

Große Augen.

.

.

.

Dann senkten sich die Köpfe & es wurde gearbeitet… Traumhaft! 😀
Und ich musste wirklich kein einziges Kind anschreiben, nicht mal ermahnen… es war SO herrlich!

Später dann draußen aufm Hof, meine Kolleginnen grinsend: „Und, wie wars?!“

Ich:

Lief super!

…also DIESE Überlebensstrategie ist meiner Meinung nach echt Gold wert 🙂
Ich liebe mein Striche-System!

Uh, es prickelt! ;)

30 Nov

So, die Weihnachtszeit naht, draußen ist es kalt & ungemütlich – was liegt da näher, als mit den Kindern zu basteln?
Diesmal wurde „geprickelt“, auch bekannt als „Zierstechen“ (sagt Google)

Hier mal der Ablauf in Bildform:

1. Die Sterne ausmalen.
(ich hab sie nur umrandet, kann man machen, wie man will)

So macht’s ein Grundschulkind 😉 Schöööön bunt!

 

2. Prickeln! 

Dazu nimmt man ne Prickelnadel, Prickelfilz & sticht die kleinen schwarzen Pünktchen durch.
Solche Sets gibts bei Amazon für 2,99€ – Schnäppchen! Prickelvorlagen findet man leicht bei Onkel Google.

3. Falten 

Die Rückseite sieht dann so aus wie hier:

Schöner Nebeneffekt: Wenn man etwas ausgelassen hat, kann man das auf der Rückseite leicht sehen – und sowas kommt vor! 😉

4. Kleben!

…und zwar immer jeweils die beiden unteren Ecken zusammen. Am Ende bleibt eine Falz übrig, Kleber drauf & der Stern schließt sich.
Im Licht sieht es dann so aus:

 

5. Teelicht rein, Licht aus…und fertig! 😀

…schön, oder?!

————————————————–

Und jetzt noch eine kleine Anekdote aus der Schule:
Meine Kollegin hat mit ihren 1.Klässlern Window Color gemacht, schöne kleine Weihnachtskugeln, die sie mit nem Tannenzweig & Deko verschönert hat. Guckt:


Dazu kommt ein Schüler, schaut sie mit großen Augen an und sagt:

„Kann ich auch so ein Osterei machen?“

Bitte was?! Teil 2

23 Nov

Ich hatte ja gestern von dem Schüler berichtet, der sich mir gegenüber fraglich verhalten hat.

Vorhin komme ich in die Schule, kann nicht mal mein Brötchen auspacken, sondern werde gleich zur Klassenlehrerin geschickt um über den Vorfall zu berichten… (ich hatte gestern meinen Kolleginnen davon erzählt & offenbar war das heute morgen auch Thema…)

Naja, ich geh hoch, klopfe, setze mich neben die Lehrerin & passe den Kindern noch ein bisschen beim Rechnen auf. Nebenbei erzählt mir die Lehrerin, dass der Junge glaubt, n Überflieger zu sein – obwohl das intelligenztechnisch nicht der Fall ist (jaja, die liebe Erziehung…). Und dass er SIE vor ein paar Wochen nachgeäfft, die Augen verdreht & sich verweigert hat.
Sprich: Vorgeschichte ist vorhanden.

Nun ja. Pausenklingeln. Alle dürfen raus, außer er.
Dann gehts los. Die Lehrerin befragt ihn nach dem Vorfall gestern. Er sagt, dass er nur nen Witz gemacht hat. Erzählt aber nur bis zu der Stelle, an der ich ihn nach dem Sinn eines Radiergummis befrage.

„was war dann?“ fragt Frau P.
„nix“

….uh, GANZ falsche Antwort.

Dann erzähle ich meine Version der Story. Frau P. schließt mit einem Appell, einem Anschiss & der Androhung eines Elterngesprächs.

Der Junge drückt auf die Tränendrüse. Und weint.
Dann muss er sich bei mir entschuldigen & darf nach draußen zur Pause.

Mitleid?

Ganz ehrlich?

Null!
…manche Sachen & Verhaltensweisen sollte man nicht einreißen lassen – und dazu gehören Überheblichkeit & Arroganz auf jeden Fall!

——–
So, das war der Live-Bericht aus der Schule. Meine Aufsicht ist vorbei, jetzt gehts mit 25 Viertklässlern zum Mittag & dann raus. Olé!

Bitte WAS?!

22 Nov

Da meine Kollegin heute nen Termin hatte, musste ich ihre 3. Klasse & ein paar Viertklässler übernehmen. Kein Problem. Die Kids haben brav ihre Hausaufgaben gemacht, diesmal:

Klasse 3: im 5-Minuten-Heft; 4 Aufgabenblöcke zum Thema Addition & Subtraktion.
Klasse 4: im Arbeitsheft Deutsch: Wörter mit Pf / pf

—————-

Klasse 4: war ja eigentlich ne leichte Aufgabe. Da waren Bilder von nem Apfel, ner Vase, ner Pflaume etc pp.
Aufgabe war, NUR die Wörter, die mit PF geschrieben werden, aufzuschreiben & die Mehrzahl zu bilden.
Sprich:

die Pflaume – die Pflaumen, der Apfel – die Äpfel, …

Dann kamen zwei Jungs vor. Alles soweit richtig, dann stieß ich aber auf ein Wort, was mir unbekannt war.
Das Bild dazu war in etwa dieses:

In der Lösung der Jungs stand dazu
einmal:

die Pflacken

und

die Pflaken

…muss ich dazu noch was sagen?!

—-

Nun ja, kommen wir zu Klasse 3:

Die Mathe-Aufgaben waren in Form von Tabellen, weshalb nicht wirklich Platz war für Korrekturen.

Deshalb meine Ansage:

Schreibt mit Bleistift wenn ihr euch nicht sicher seid, dann könnt ihr’s wieder wegradieren.

Beim Korrigieren fiel mir dann auf, dass Addition ganz gut klappt, Subtraktion (Minus) eher weniger.

Lösungen:

483 – 465 = 312
???

Naja egal.

Dann kam ein Junge vor zu mir, fertig mit den Hausaufgaben. Ich guck mir alles durch. Markiere die Fehler. „Nochmal!“

5 Minuten später kommt er wieder vor. Hat die falschen Ergebnisse durchgestrichen & daneben die „neuen“ (auch nicht besseren) geschrieben.

Hier unser Gespräch:

„Wieso hast du die Ergebnisse nicht wegradiert?“
Weiß nicht.
„Na wozu hast du denn einen Radiergummi?“

— und dann guckt er mich an, mit seinem Kopf 50cm von meinem weg, Augenkontakt und sagt:

„Also zum durch die Klasse werfen, andere Kinder beschmeißen & zum ausm Fenster werfen“

Ich – erstmal total perplex, weil das egtl ein total lieber unauffälliger Junge ist.

„Willst du dich mit mir anlegen?“

Und da sagt dieser kleine freche Bengel:

Ja!

Boaaaaar – ich dachte ich hör nicht richtig… Aber ich weiß ja, dass ICH die bin, die am längeren Hebel sitzt…
Deshalb war meine letzte Frage:

„Willst du mir dein Hausaufgabenheft vor legen?“

ZACK, war er wieder ganz zahm… sowas!

Kürbisse schnitzen…und so!

27 Okt

Heute stand also auf dem Programm:

Kürbisse dick und rund, bekommen einen Gruselmund.
Machen wir darin ein Kerzenfeuer, werden sie zum Ungeheuer.

Soweit dazu! Heute morgen kamen also die Eltern mit in den Hortraum (im Keller) und schleppen MEGA-Kürbisse mit.
Gegen 9 sah das dann so aus:

Man sieht: alle Größen vorhanden… sogar ganz kleine Zierkürbisse [da haben sichs manche n bisschen einfach gemacht *g*]

Nun ja… nach über einer Stunde schnitzen und UNZÄHLIGEN „Frau Aaaaaaaaaaaa!!!“ / „Frau Eeeeeeeeeeeeees!!!“ „Wir brauchen Hiiiilfeeee!“ waren wir dann fertig.
Der Fußboden war ein Schlachtfeld… Kürbismatsch, Kürbiskerne & Schmodderflüssigkeit…

Aber:

Und (ich hab sie extra alle in meine Richtung gedreht… höhö):

Nach gelungener Arbeit durften die Kids dann ne Runde im Turnraum ausflippen…

———————-
Wir kommen nun zu meinem Lieblingsmoment dieses Tages.

Zwei Jungs kommen zu mir gelaufen.
Johannes hat die Augen so voll mit Tränen, dass er wahrscheinlich gar nicht mehr richtig sehen kann.
Lucas wettert rum: „Er hat mich aber die ganze Zeit geärgert, der war voll gemein zu mir!!!!“
Ich: „Was ist denn eigentlich passiert?“

[ich habe – wie immer – mit spucken & schlagen gerechnet, aber dann sagte Johannes:]

„Der Lukas hat mir meinen Wackelzahn rausgerissen!“

Feierabend-Fettnapf

20 Okt

So, heute mal wieder was aus dem Arbeitsalltag.
Diese Woche hatte ich Montag & Dienstag Schlussdienst, d.h. ich musste da bleiben bis alle Kinder abgeholt wurden. Die Letzte muss natürlich immer noch ein paar Sachen machen (aus Sicherheitsgründen & so…).

Dazu gehören:
– alle Stühle hochstellen (30 Stück)
– alle Rollos runter (2 Stück)
– Schultür abschließen
– großes Hoftor abschließen
– kleines Hoftor abschließen
Und, GANZ wichtig: Stecker rausziehn.

Was die Stühle angeht: das lasse ich meistens die letzten 2 – 3 Kinder machen. Die können sich auch mal ein bisschen betätigen… Für den Rest bin ich dann verantwortlich wenn alle weg sind. Klappt auch immer ganz gut (okay, manche Türen kann man nur abschließen, indem man kräftig mit der Hüfte dagegen wammst – bisher ohne blaue Flecken, olé).

Hm. Den letzten Punkt hatte ich am Montag vergessen, weswegen ich Dienstag drauf hingewiesen wurde, doch den Stecker von Kaffeemaschine & Wasserkocher zu ziehn.
„Jupps, mach ich heute.“
Ganz vorbildlich hab ich dann auch 16:10 Uhr –  [Anmerkung: Wir haben in den Ferien nur bis 16 Uhr geöffnet *hust*] nachdem die letzten beiden Kids weg waren – Rollos runter, alle Stecker raus, Licht aus etc pp. Ich will mir ja nicht nachsagen lassen, dass ich meine Arbeit nicht ordentlich mache, ne?

Nun ja.
Gestern kam ich dann um 8 Uhr in den Hortraum & wurde von meiner Kollegin begrüßt.
Hier unser Gespräch:

„Du hast es aber richtig Ernst genommen mit den Steckern gestern, wa?“
– Wieso?
„Naja, du hast auch den Kühlschrankstecker gezogen.“
– Quatsch, echt?
„Yo. Der war heute morgen komplett abgetaut.“
– Ähm… [übelst losgelacht] … ihr habt doch gesagt ich soll die Stecker ziehn… 😉
„Naja, ich hatte gestern schon die richtigen gezogen, hättest gar nichts mehr machen brauchen.“
– [immernoch am Lachen]
„Du bist ne Nuss…“
– Hm, ja… gewöhn dich schonmal dran 😉

Ich muss immernoch lachen wenn ich dran denk. Muahahahaha… man stelle sich vor, es hätte sich gestern früh ein Kind verletzt… dann hätten wir gar keinen eisgekühlten Kühlakku ausm Schrank zaubern können, sondern nur ein warmes labbriges Etwas… Und alles nur, weil Frau A. den falschen Stecker gezogen hat…

Nun ja.

Ein bisschen Spaß muss sein. 😉