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Diskussion: Hausaufgaben – ja oder nein?

30 Jul

Mir wurde gerade von einer Freundin ein Link geschickt – es geht mal wieder um die Diskussion, ob Hausaufgaben beibehalten oder abgeschafft werden sollten.

Hier der Link:

http://www.bild.de/politik/inland/schueler/abschaffen-debatte-deutschland-31588210.bild.html

Irgendwie verstehe ich beide Perspektiven.
Und wenn gerade am Gymnasium nach 8-9 Stunden Unterricht nochmal ca. 2 Stunden Hausaufgaben gemacht werden müssen, dann ist das schon ne große Belastung.
Bei mir sind oft Tränen geflossen, weil mein Kopf einfach überlastet war mit dem Umfang. (Gell, Papa?!) ich hatte aber das Glück. dass ich bei Bedarf jmd hatte, der mir helfen konnte – das hat aber nicht jeder…
Die im Artikel beschriebene Organisationsform finde ich gut, kann aber nur durch das Engagement der Schulleitung & Planer umgesetzt werden – und wenn auch ein Umdenken in den Köpfen der Lehrer geschieht.

Andererseits sind die Hausaufgaben in vielen Familien der einzige Berührungspunkt zwischen Kind, Eltern und Schule. Fallen sie weg, fällt auch das wichtige Thema „Schule“ in den Gesprächen zuhause weg – und die Eltern haben keinen Anlass mehr, sich mit den Aufgaben und schulischen Problemen ihrer Kinder auseinanderzusetzen.

Also mein Kurzfazit: Es muss einen Mittelweg geben. Zu viele Hausaufgaben stressen definitiv, sollten also reduziert werden. In Stoßzeiten am Gym standen Hausaufgaben in Mathe, Deutsch, Englisch und Biologie für den Folgetag an – nachdem man 16:30 aus der Schule nach Hause kam. Gerade in den weiterführenden Schulen könnte sich besser abgesprochen werden – HA für 2 Fächer könnten doch reichen, oder?!

In der Grundschule sieht das schon ein bisschen anders aus. Bei uns wurde täglich eine Mathe- und eine Deutschhausaufgabe aufgegeben. Fertig. Hin und wieder gab es kleine Zusatzaufgaben, wie „Bringe ein Bild von dir als Baby mit“, aber generell beschränken sich die HA auf diese Fächer – und werden von fast allen Schülern (außer den Nicht-Hortkindern) in der Schule erledigt. Einzig die HA von Freitag zu Montag wird unter Aufsicht der Eltern zuhause erledigt – was ich aus o.g. Gründen auch richtig & wichtig finde.
Der Umfang entspricht in etwa den Zeitangaben aus dem Artikel.

Nun zu euch
:
Was ist eure Meinung zu Hausaufgaben? Bist du als Elternteil genervt davon?
An die Lehrer: sprecht ihr euch ab mit den Kollegen oder kocht jeder sein eigenes Süppchen? Könntet ihr euch vorstellen auf HA zu verzichten?

Bin auf eure Meinungen gespannt!

Liebe Grüße,
Frau A.

Wer hat noch keins…?

13 Nov

Heute mal eine Sache, die wohl jeder Lehrer kennt. Und die wohl jeden Lehrer nervt.
Man möchte mit dem Unterricht beginnen, teilt Materialien aus (oder lässt austeilen) und am Ende bleiben immer mindestens 3 Hefte übrig. Warum? Weil kein Name drin steht. Weil der Umschlag fehlt. Weil man sie nicht zuordnen kann.
ODER: ein Heft fehlt, obwohl der Schüler es GANZ SICHER in die Ablage gelegt hat und es BESTIMMT nicht irgendwo zuhause rumschludert.

Dann steht man vor der Klasse und muss a) die Hefte willkürlich verteilen oder b) den Unterricht so umplanen, dass auch die heftlosen Kinder mitmachen können. („Schau mit dem Nachbar ins Heft“ geht eben nicht immer) So geht wertvolle Unterrichtszeit verloren, die am Ende wieder fehlt, um über wichtige Dinge zu reden oder um die Stunde schön abzurunden.

Und warum?

Weil die Eltern am Schuljahresbeginn nicht in der Lage sind, den Kindern Umschläge für Bücher und Hefte zu kaufen und – jetzt kommt der richtig schwere Part – diese mit dem Namen ihres Kindes zu beschriften.

Jetzt mal ehrlich: ist das wirklich so schwer? Uns Lehrern würde ja sogar der Vorname reichen.

Aber nein. Nichts. Da kann man schon froh sein, wenn wenigstens an nen Umschlag gedacht wurde…

Und was besonders schade ist: die Kinder können in den meisten Fällen ja nicht mal was dafür. Stattdessen müssen sie dann drunter leiden, dass sie nicht ordentlich mitarbeiten können. Dass die anderen Schüler mit dem Kopf schütteln, weil schon wieder ein Heft fehlt. Und dass man als Lehrer auch irgendwie missmutig wird, wenn über 2 Monate nach Schuljahresbeginn immernoch nachgefragt, gesucht und improvisiert werden muss.

Und falls jetzt Eltern sagen, dass das zu aufwändig ist…:

Liebe Eltern,
wir Lehrer haben Ihren Kindern schon in sämtliche Bücher die Namen eingetragen, ihn auf Karten vermerkt und noch zusätzliche Zettel ausgefüllt, nur damit ihr Kind die Bücher bekommen kann.
Und nein, nicht nur für IHR Kind, sondern auch für 22 weitere.
Haben Sie doch bitte Erbarmen und tragen ihren Kindern wenigstens in Arbeits- und Übungshefte den Namen ein.
Wir wären Ihnen dafür sehr dankbar!

Natürlich wird dieser Ruf in den Weiten des Internet verhallen und keinen Einfluss auf das Verhalten von Eltern haben.
Vielleicht aber auch doch.

Deshalb abschließend noch ein Hinweis an alle Eltern (& die, die es werden wollen):
Wenn Lehrer vor/zu Schuljahresbeginn Zettel ausgeben, auf denen steht, was genau benötigt wird – besorgen sie es bitte einfach.
Besorgen sie es, schützen sie es mit einem Umschlag (wie stark, hängt von Ihrem Kind ab) und beschriften Sie diese Arbeitsmaterialien.
Wer ganz sicher gehen will, tut dies auch noch bei Stiften, Linealen, Scheren und sonstigem Arbeitsmaterial… denn wir Lehrer können uns nicht die Scheren und Füller von allen Kindern merken.
Unsere Aufgabe ist eigentlich, Wissen zu vermitteln – nicht, den Kindern ihre Sachen hinterherzuräumen und Dinge zu erledigen, für die eigentlich die Eltern zuständig wären. Und Hefte und Stifte sind davon ja noch das geringste Übel, wenn ich sehe, dass Schulpersonal Kindern die Essensbestellungen ausfüllen will, weil die Eltern nicht in der Lage dazu sind & die Kinder hungern müssen…
Aber naja…

In diesem Sinne: schönen Tag noch 😉
Frau A.

Frage an euch: 
Bin ich frech, wenn ich sowas schreibe? Oder habe ich Recht? Wie seht ihr das? 

Guter Start!

5 Nov

Heute war ein guter Tag. Gemeinsam aufstehen mit dem Liebsten, zusammen im Bad fertig machen, Abschiedskuss, Fahrt zur Schule (komisch, dass es so hell ist – damit hatte ich nicht gerechnet) – dort noch fix in den Hortraum von Klasse 1 geschlichen und aus Lego nen Anhänger gebaut (für die Werkenstunde – Anschauung ist alles!).

Dann ging es auch schon los. Noch vor dem Klassenraum kamen mir Schüler entgegen. „Frau A., ich hab dir Bücher mitgebracht!“ „Frau A., die Lotta hat ein Geschenk für dich!“ Okay, erstmal rein in den Raum. Dort kamen gleich mehrere Kinder auf mich zu, umarmten mich freudig & strahlten – so hab ich das gern. Dann kam Lotta auf mich zu & überreichte mir ein Geschenk. MIR! Ich wusste gar nicht so recht warum, aber freute mich. Ein selbstgestalteter Teelichthalter aus Glas mit Elektro-Teelicht drin – cool!
Meine Mentorin & die Horterzieherin bekamen auch eins 🙂
(es stellte sich dann heraus, dass die Kleine Geburtstag hatte… auch schön, am eigenen Geburtstag Geschenke VERTEILEN!)

Nun ja. Nachdem ich eine Stunde bei meiner Mentorin hospitiert hatte, war ich dran. Thema Thermometer. War vor den Ferien schonmal kurz dran, aber da habe ich die Kinder ein wenig überfordert. Ablesen erfordert Übung, und das war heute auch unser Ziel. Nach dem Einstieg über ein Rätsel (sinngemäß: Herr Celsius hat es erfunden. Es besteht aus bestimmten Teilen. Die Zahlen Null und 100 spielen eine wichtige Rolle. Es zeigt an, wie warm oder kalt etwas ist. ) kamen die Kinder auf die Lösung. Dann sind wir schrittweise die Hinweise durchgegangen, haben die Teile des Thermometers beschriftet, über Gefrier-und Siedepunkt gesprochen und dann mithilfe von Zahlenstrahlen das Ablesen von Zahlen geübt (Partnerarbeit). Funktionierte wirklich gut. Auch das Ablesen der Temperaturen auf den gezeichneten Thermometern war dann kein Problem mehr. Am Stundenende beauftragte ich noch vier Schüler, einen Forscherauftrag zu morgen zu erledigen. Bin schon gespannt, ob sie es wirklich gemacht haben und welche Ergebnisse dabei herausgekommen sind. Dazu aber morgen mehr. 😉

Das Tafelbild sah in etwa so aus (wurde natürlich schrittweise aufgebaut):

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(Dort wo das X unter den Thermometern steht, hätten Minusgrade abgelesen werden sollen – das machen wir dann morgen separat)
Die Thermometer stammen aus einem Arbeitsblatt im Internet, die Kinder hatten das AB, und ich die vergrößerten Thermometer (einfach rauskopiert, vergrößert, laminiert, fertig) an der Tafel.

Yo. Danach ging’s an die Werkenstunde, über die ich mir gestern stundenlang den Kopf zerbrochen hatte. Den Einstieg nutzte ich, um noch einmal die verschiedenen Bauteile zu wiederholen. Das war auch nötig, da die letzte Modellbau-Stunde noch vor den Ferien war und ich dabei nicht anwesend war.
Dann folgte die Motivation, indem ich den Kindern eine (fiktive) Geschichte vom Wochenende erzählte. Sinngemäß „Ich war am Wochenende bei einer Freundin. Dort haben wir die letzten Äpfel von den Bäumen geerntet. Habt ihr eine Idee, wie man so viele Äpfel vom Baum in die Scheune bekommen kann?!“
Von Korb über Sack bis zur Schubkarre waren alle Ideen dabei. Auch die von mir favorisierte Antwort „mit einem Anhänger“ kam vor. Puh! 😉
Danach zeigte ich verschiedene Ausführungen von einachsigen Anhängern (meine heute morgen eilig ausgedruckten Bilder hab ich natürlich vergessen zu nutzen) und ließ die Gemeinsamkeiten aufzählen.
— ich spule jetzt mal vorwärts —

Jedenfalls waren die Kinder Top motiviert, ich musste kaum helfen und ALLE schafften die Vorgabe. Viele montierten noch zusätzlich einen Rahmen, „damit die Äpfel nicht herausfallen“ oder einen Ständer, „damit der Anhänger gerade steht“. Sie wurden richtig kreativ. Manche Jungs verpassten ihrem Anhänger sogar Rückleuchten (aus Schrauben)…zum Schießen! 😉
Am Ende wurden die Anhänger verglichen, Mankos festgestellt, Hinweise gegeben und die bedeutsamen Stellen herausgestellt. Die Kinder waren zufrieden – ich auch – und machten sich an die Demontage. Die gehört im Modellbau nämlich auch dazu…am Ende muss das Modell wieder zerlegt werden, damit andere Kinder ebenso damit arbeiten können. Interessanterweise geschah das ohne Murren – faszinierend!

Bilder? Klar!
Mein Modell:

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Beispiele von einachsigen Anhängern:

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…und eine kleine Zusammenfassung (rechts unten die Rücklichter):

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Fazit: zufrieden. Sehr! Ich freu mich schon auf die Modellbau-Stunde nächste Woche. Da steigt das Niveau & es kommt der Aspekt Bewertungskriterien dazu – wird spannend!

Einzig doofe Sache: zwar sind die meisten körperlichen Beschwerden weg, dafür hat sich mein Körper (wie prophezeit) was Neues ausgedacht: Augenzucken. Rechts. Olé!

Naja, wird auch wieder verschwinden 😉

Jetzt gönne ich mir meinen Mittagschlaf & dann fasse ich die Werken-Erkenntnisse des Tages für die Abschlussarbeit in Worte.

Liebe Grüße,
Frau A. wie „Ach, ist Schule toll!“

Mysterium Eltern, Teil 2

15 Okt

Vor langer langer Zeit hatte ich mich schon einmal dem Thema Eltern gewidmet, dabei ging es um die Kleiderwahl für ihre Kinder. Zwischendurch tauchen immer wieder kleinere Episoden auf, in denen ich von Begegnungen berichtete.

Heute ist es mal wieder soweit.

2 Geschichten aus dem Bereich „Geht gar nicht…“. 
Los geht´s!

Geschichte 1:
Letzte Woche kam die Sekretärin auf mich zu und fragte, ob eine Schülerin heute da sei. Ich sagte, dass ich nicht sicher sei, aber ich mal schauen würde. Worum es denn ginge? „Um die Essenszettel. Sie hat ihren immernoch nicht abgegeben.“ Okay. Also machte ich mich auf die Suche nach der Kleinen, fand sie und fragte sie nach dem Zettel.

Hier ihre Antwort:

„Die Mama hat den Zettel noch nicht ausgefüllt. Die liegt den ganzen Tag nur auf der Couch und macht nichts. Gar nichts. Und mein Papa kommt erst am Freitag wieder.“

Dabei stiegen ihr Tränen in die Augen & ich musste sie erstmal beruhigen, bevor ich die Sache (ansatzweise) klären konnte.

Geschichte 2: 
Ebenfalls letzte Woche haben wir Steckbriefe zu den verschiedenen Bäumen erstellt. Einen haben wir gemeinsam gemacht, ein anderer (nach Wahl) war die Hausaufgabe übers Wochenende. Heute wurden die Arbeiten verglichen, bestaunt und bewundert.

Ein Schüler kam zu mir, zeigte mir ALLE 4 fertigen Bäume und sagte leicht schockiert:

„Frau A., guck mal. Das hat meine Mama gestern gemacht als ich geschlafen habe.“

Dann zeigte er mir seinen Hefter, mit allen 4 fertigen Bäumen. Daneben die Infos und geforderten Kriterien. Alles in „SEINER“ Schrift.

Ich: „Und das hat wirklich deine Mama gemacht?“
Er: „Ja, als ich geschlafen habe.“
Ich: „Und warum macht sie das?“
Er: „Ich weiß es nicht, Frau A.“

Ihm war das sichtlich unangenehm, weil er ja nun keinen Baum mehr selbst machen konnte. Obwohl er gerne wollte. Hatte Mutti ja schon alles erledigt.

Heute also zwei typische Fälle von den beiden Extremen: Übereifer und Vernachlässigung.

Und das ist leider kein Einzelfall.

Übereifer…
Ich verstehe wirklich, wenn Eltern ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen wollen. Das ist verständlich, man will sein Kind ja nicht an den Dingen verzweifeln sehn (wobei ich mir das nicht vorstellen kann, wir stellen keine unmenschlichen HAs…)

Aber Sachen IN KINDERHANDSCHRIFT fälschen (sie hat ihren Sohn wirklich fast 1:1 kopiert, und das ist bei seiner Schrift nicht leicht) finde ich wirklich krass. Wie kommt man zu sowas?

Helfen und Vorsagen sind 2 völlig verschiedene Dinge (habe ich im Studienseminar gelernt, ha!). Und es bringt den Kindern doch absolut GAR NICHTS, wenn man ihnen die Hausaufgaben macht.
Manchmal denke ich, dass Eltern den Sinn von Hausaufgaben nicht verstehen. Es geht nicht um Perfektion. Es geht ums Üben. Darum zu sehen, wo man noch Probleme hat – und DAS zum Üben aufzugreifen und dort weiter zu machen. Hausaufgaben sind nicht da, um die Lehrer glücklich zu machen. Im Gegenteil. Sie sollten den Kindern zeigen „das kann ich schon“ und „das klappt noch nicht so gut.“ Nicht mehr und nicht weniger.

Sicher gibt es manchmal Bastel-Hausaufgaben, die aufwändiger sind. Oder Sammelaktionen. Da ist es selbstverständlich, dass jemand die Kinder unterstützt.

Aber in der Form, wie ich das heute (wiederholt bei diesem Schüler) sehen musste… geht gar nicht!!!

Und was die Vernachlässigung angeht…
Bei solchen Kinderaussagen läuft mir regelmäßig ein Schauer über den Rücken. Kann es wirklich sein, dass Eltern/Mütter/Väter nur zuhause auf der Couch liegen & sich nicht um die Kinder scheren? Dass nicht mal ein popeliger Essenszettel (ankreuzen & fertig) rechtzeitig ausgefüllt wird, um dem Kind eine warme Mahlzeit am Tag zu gewährleisten? Ist sowas zu viel verlangt?

Manchmal frage ich mich wirklich, was sich manche Menschen denken, wenn sie ein Kind in die Welt setzen.
„Juchu, das Kind bringt uns 184 € mehr im Monat?!“
„Endlich was Süßes zum Rumzeigen?“
„Oma & Opa werden sich schon drum kümmern?“
„Mein Schlägerfreund ändert sich bestimmt, wenn das Kind da ist?“

Schlimm. Echt schlimm.

Mein Standpunkt zum Thema Kinder:
Ich mach erstmal in Ruhe mein Referendariat fertig, arbeite mindestens ein Jahr und dann kann gerne Nachwuchs kommen. Ich schätze mal, dass ich dann 27 sein werde. Finde ich okay. Und wirklich anders geht das bei einer Ausbildungszeit von über 6 Jahren einfach nicht. Zumindest nicht für mich, die ihrem Kind dann auch ein sicheres, schönes und ordentliches Zuhause bieten möchte. Neben Studium oder Ref würde ich das nicht stemmen können und wollen. Sicher, es gibt immer Wege & Mittel, aber ich würde Schwangerschaft & Elternzeit gerne genießen und keine faulen Kompromisse machen.

Wieso sich andere Menschen solche Gedanken nicht machen, werde ich wohl nie verstehen.
Klar ist es nicht leicht, Kinder zu haben. Aber dessen sollte man sich vorher bewusst sein.
Klar kann ich mich nicht zu 100% hineinversetzen in die Situation. Aber ich habe Freunde mit Kindern und kriege was das betrifft viel mit. Und haben einen HEIDENS-Respekt vor der Aufgabe. Keine Frage.

Trotzdem: erst nachdenken, dann Kinder machen.

Deshalb schließe ich heute mal mit einem Zitat von Goethe:

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“

Meine Eltern konnten mir – auch wenn es nicht immer einfach war – beides geben, dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
Aber das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht auch irgendwann einmal erzählen werde…

In diesem Sinne: Tschüss!

Ps.: Und natürlich noch die obligatorische Frage an euch:
Welche Erlebnisse habt ihr mit Eltern? Was war das krasseste bisher? Wie würdet ihr in den beiden Fällen jetzt vorgehen?

Übung macht den Meister

28 Jun

Denn:

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Deswegen hab ich heute ein bisschen schreiben geübt. Muss man ja, wenn man es den Kindern richtig zeigen will.

Meine Deutsch-Mentorin hat mir dazu einen Klassiker geschenkt. Von 1992. Volk & Wissen.

Hier ein Ergebnis:

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Finde ich vom Aufbau her sinnvoller als den Schreibkurs, den unsere Erstklässler aktuell bearbeiten…aber da hat man ja kaum Einfluss.

Das war’s schon von mir heute – die Verdopplungsstunde lief (trotz Müdigkeit) gut.
Die Kinder:

Das ist ja ne coole Mathestunde!

Ist klar, wenn man ihnen ne eigene Spiegelfliese zum Arbeiten gibt 😉
Morgen steht Halbieren an, mal sehn wie das läuft 😉

So, jetzt wird für Deutschland mitgefiebert, mal sehn ob’s klappt 🙂

Privater Ferienhort

13 Apr

Meine Tagesaufgabe heute:
Auf Schatzis kleine Schwester aufpassen, von 9-16 Uhr. Sie ist jetzt 8, in der zweiten Klasse und soll über die Ferien einen Steckbrief zu einem Frühblüher nach Wahl machen.

So viel zur Theorie.

Nachdem wir das Futter im Vogelhaus aufgefüllt hatten, fiel ihr das besagte
Freundebuch in die Hände.
Ich sagte mal gar nix dazu und ließ sie blättern.

Sie liest den Eintrag der Besitzerin.
Bei Berufswunsch bleibt sie hängen.
„Was heisst das?“
Physiotherapeutin.
„Aha. “
Weißt du was das ist?
„Klar, die massiert einem die Füße!“
😉

Herrlich!

Danach machten wir uns an die Arbeit. Steckbrief. Tulpe. Nach ihrem Wunsch am Laptop.
Also kurz erklärt, wie man schreibt, auf was man achten muss & dann habe ich sie tippen lassen.
Die AutoKorrektur erweist sich für die Kleinen echt als hilfreich – sie sehen, dass etwas falsch ist und man muss selbst kaum eingreifen. Cool! (abgesehen davon wollte sie es alleine machen, ich durfte nur ab&zu mal gucken)

Das Ergebnis „unserer“ Arbeit:

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Im Endeffekt habe ich nur auf ihre Anweisung die beiden Bilder eingefügt und die Schrift fett gemacht. Mehr nicht.
Auf die Idee, ein Ausmalbild drauf zu machen & es echt auszumalen ist auch sie gekommen.

Naja. Jetzt war sie so fasziniert von den Ausmalbildern, dass sie am PC welche ausmalen wollte. Dazu gibts ganz nette Sachen online.

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Einfach „Ausmalbilder online“ eingeben und fertig 🙂

Eben fiel uns ein, dass wir noch ein bisschen Multiplikation üben sollen. Da hat der Mildenberger Verlag online was zu bieten.
Gerade macht sie ein Memoryspiel, bei dem man sich die Malfolgen vorher aussuchen kann. Nett!

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Man kann wahlweise gegen den PC oder gegen nen Freund antreten.
In der ersten Runde stand es 7:1 für den PC, mit Motivation hat sie gerade unter lautem „Yeah!!!“ ein Unentschieden erreicht. So wies jetzt aussieht, macht sie ihn platt 😉

(und ich stelle gerade fest, dass ihr Gedächtnis anscheinend besser ist als meins…hmpf…und das mit 24…)

Nun ja. Was steht noch an in den nächsten 3 Stunden?
– Mittag essen
– Enten füttern & spazieren
– Bücher aussuchen & lesen

Ihren NintendoDS hat sie in der Küche liegen gelassen und wenn sie nach TV fragen sollte, sag ich er ist kaputt. Heute gehts mal um Bildung! 😉

Soviel zum Zwischenbericht bis jetzt. Vielleicht gibts später mehr, sie haut ja einen Knaller nach dem anderen raus hier…

Eben, im Duell mit dem PC: „Du unverschämtes Ding!“

…to be continued…

Knobelaufgabe für euch!

11 Jan

So, mal zwischendurch was für euch zum Knobeln – rechnen meine Viertklässler auch gerade.

Kriegt ihrs hin?

Lösungsvorschläge bitte in den Kommentaren oder bei Facebook posten 😉

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Von Achterbahnen und Hasentunneln…

4 Jan

Heute. Hausaufgaben in der 4. Klasse – endlich mal wieder!
Aufgabe in Kurzform: Vorschläge machen, was mit dem Spendenbeitrag von 500 € für den Schulhof investiert werden soll.
Natürlich mit begründeter Antwort.


Linus saß da. Den Kopf in die Hand gestützt. Blick zur Decke.
Ich: „Na, schon fertig, Linus?“
„Nee.“
„Warum denn nicht? Hast du ein Problem?“
„Ich weiß nicht, was ich schreiben soll.“
„Na guck dir den Schulhof doch mal an. Fehlt da vielleicht irgendwas?“
„Ja, ne Tischtennisplatte.“
[Ich hab kurz gestutzt und sagte dann:]
„Aber da ist doch schon eine Tischtennisplatte.“
„Hm.“
„Guck, dort.“
„Ja, aber ich dachte, die ist gar nicht da.“
„Warum denn nicht?“
„Naja, weil die nicht ausgemalt ist.“
^^
Meeeeeine Güte 😉
Naja, die Antworten auf die Fragen waren auch nicht übel.


Begründung: Weil es Spaß macht. Soso 😉


Das hier fand ich auch gut…Eine Achterbahn auf dem Schulhof… Dazu noch ne Rutsche und ein Hasentunnel 😉
Irgendwie putzig auf was sie so kommen – für 500 Euro… wenn die wüssten, dass alleine 2 popelige Roller für sie so viel kosten…

Übrigens: morgen darf ich mal wieder unterrichten. Es fehlen 2 (!!) Lehrer und die Direktorin (die ebenfalls unterrichtet). Heißt: eine Stunde SCHULGARTEN für mich 🙂 …und Klasse 4.
Ihr werdet euch jetzt fragen: Schulgarten? Im Winter?
Und ich sage euch: Yo!
Unterrichten werde ich es trotzdem nicht.
1., weil kein Plan vorliegt, was gemacht werden soll und
2., weil meine Chefin gesagt hat: „Mach einfach irgendwas, was noch fehlt.“

Okay, mach ich.
Was dabei rauskommt? Morgen mehr! 😉

Last Christmas…

1 Dez

Ja, heute war’s bei mir soweit… nicht nur das erste Türchen wurde geöffnet (übrigens: Ferrero Rondnoir – gar nicht mal so schlecht das Ding, vll n bisschen krümelig, aber naja) sondern:
12:17 Uhr lief für mich das 1. Mal in diesem Jahr „Last Christmas“ im Radio – bin mir nicht sicher, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht. Aber es war auf jeden Fall nicht allzu schlimm.

Ans letzte Weihnachten kann ich mich sowieso nicht mehr wirklich erinnern – wobei… da war ich noch Studentin, dachte im nächsten Jahr klappts mit der Ref-Stelle…und konnte jeden Tag in Erfurt auf den fantastischen Weihnachtsmarkt gehn, Glüüüühwein! 🙂

Egal.

Hab heute auf Arbeit festgestellt, dass man in meiner Position leicht schizophren werden könnte – jeden Tag springe ich für jemand anderen ein, weil immer jemand nen Arzttermin hat. Heißt: jeden Tag ne neue Klasse bei den Hausaufgaben, beim Essen & aufm Hof. Aber das geht schon.

Gestern durfte ich vertreten & war schon sehr gespannt drauf – schließlich sollte ich in die kribbelig-aufgeregt-brutale 2a. Die Klasse, in der es sowohl absolute Lahmärsche Trantüten, hochintelligente Streber Schüler, als auch wilde Auf die Fresse Rummsmädels gibt. Da wird nicht groß diskutiert, da wird die Brille von der Nase gezerrt, verbogen & in den Dreck geschmissen – hell yeah!

Jedenfalls standen sie schon in Reih & Glied, als ich sie auf dem Schulhof in Empfang genommen hab. Beim Mittagessen lief alles super. Dann gings zurück in den Klassenraum. Hausaufgabenzeit.

Meine Ansage:

Ihr wisst ja noch gar nicht, wie das bei mir läuft.
Aaaaalso:
Wer stört oder Unsinn macht, kriegt nen Strich an der Tafel.
Wer 3 Striche hat, legt mir sein Hausaufgabenheft vor.

Stille.

.

.

.

Große Augen.

.

.

.

Dann senkten sich die Köpfe & es wurde gearbeitet… Traumhaft! 😀
Und ich musste wirklich kein einziges Kind anschreiben, nicht mal ermahnen… es war SO herrlich!

Später dann draußen aufm Hof, meine Kolleginnen grinsend: „Und, wie wars?!“

Ich:

Lief super!

…also DIESE Überlebensstrategie ist meiner Meinung nach echt Gold wert 🙂
Ich liebe mein Striche-System!

Bitte WAS?!

22 Nov

Da meine Kollegin heute nen Termin hatte, musste ich ihre 3. Klasse & ein paar Viertklässler übernehmen. Kein Problem. Die Kids haben brav ihre Hausaufgaben gemacht, diesmal:

Klasse 3: im 5-Minuten-Heft; 4 Aufgabenblöcke zum Thema Addition & Subtraktion.
Klasse 4: im Arbeitsheft Deutsch: Wörter mit Pf / pf

—————-

Klasse 4: war ja eigentlich ne leichte Aufgabe. Da waren Bilder von nem Apfel, ner Vase, ner Pflaume etc pp.
Aufgabe war, NUR die Wörter, die mit PF geschrieben werden, aufzuschreiben & die Mehrzahl zu bilden.
Sprich:

die Pflaume – die Pflaumen, der Apfel – die Äpfel, …

Dann kamen zwei Jungs vor. Alles soweit richtig, dann stieß ich aber auf ein Wort, was mir unbekannt war.
Das Bild dazu war in etwa dieses:

In der Lösung der Jungs stand dazu
einmal:

die Pflacken

und

die Pflaken

…muss ich dazu noch was sagen?!

—-

Nun ja, kommen wir zu Klasse 3:

Die Mathe-Aufgaben waren in Form von Tabellen, weshalb nicht wirklich Platz war für Korrekturen.

Deshalb meine Ansage:

Schreibt mit Bleistift wenn ihr euch nicht sicher seid, dann könnt ihr’s wieder wegradieren.

Beim Korrigieren fiel mir dann auf, dass Addition ganz gut klappt, Subtraktion (Minus) eher weniger.

Lösungen:

483 – 465 = 312
???

Naja egal.

Dann kam ein Junge vor zu mir, fertig mit den Hausaufgaben. Ich guck mir alles durch. Markiere die Fehler. „Nochmal!“

5 Minuten später kommt er wieder vor. Hat die falschen Ergebnisse durchgestrichen & daneben die „neuen“ (auch nicht besseren) geschrieben.

Hier unser Gespräch:

„Wieso hast du die Ergebnisse nicht wegradiert?“
Weiß nicht.
„Na wozu hast du denn einen Radiergummi?“

— und dann guckt er mich an, mit seinem Kopf 50cm von meinem weg, Augenkontakt und sagt:

„Also zum durch die Klasse werfen, andere Kinder beschmeißen & zum ausm Fenster werfen“

Ich – erstmal total perplex, weil das egtl ein total lieber unauffälliger Junge ist.

„Willst du dich mit mir anlegen?“

Und da sagt dieser kleine freche Bengel:

Ja!

Boaaaaar – ich dachte ich hör nicht richtig… Aber ich weiß ja, dass ICH die bin, die am längeren Hebel sitzt…
Deshalb war meine letzte Frage:

„Willst du mir dein Hausaufgabenheft vor legen?“

ZACK, war er wieder ganz zahm… sowas!