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Kultur on Tour

8 Jul

Exkursion nach Erfurt stand heute auf dem Programm. Zwei vierte Klassen, 2 Lehrer, eine Erzieherin, ich.

Während meine größte Sorge mal wieder „hoffentlich kotzt keiner“ war, stellte sich etwas ganz anderes als problematisch heraus… Der Busfahrer!

Ein sympathischer, älterer Herr, graues Haar, flotte Sprüche auf den Lippen, alles prima.
Kurz nach der Abfahrt wurden dann aber die Fetenhits und sämtliche rote Pferde, Gummiboote, Zwiebeln auf dem Kopf und Pokerfaces auf voller Lautstärke abgespielt.
Die Kinder hatten Spaß und tanzten förmlich auf ihren Sitzen. Der Busfahrer machte die Musik stückweise aus, um in den vollen Gesangesgenuss der Kinder zu kommen. Wahnsinn. Es war wie in einer Kinderdisco.

Blöd nur, dass man sich bei nicht-gesanglichen Dingen (z.B. bei Unterhaltungen) regelrecht anschreien musste.
Fazit: Musik leiser, Spaß blieb.

Der Erfurt-Besuch an sich war wie immer sehr schön. Für mich nicht unbedingt zielgerichtet genug (inhaltlich), aber die „Notenzeit ist ja rum“ und wir „sind hier zum genießen“…es sei ihnen gegönnt!

Highlight des Tages:
Eines unserer Kinder war der Meinung, in den Kinderpool der ega springen zu müssen. Prinzipiell kein Problem, wenn man wie alle anderen Wechselsachen dabei hat.
Aber…das hatte unser Kind nicht. Das fiel ihm natürlich erst auf, als sich alle anderen umzogen und abtrockneten.
Also was tun?
Klar, Regencape kaufen (bei 27 Grad) & darauf auf der Heimfahrt gemütlich Platz nehmen.

Hallelujah! Ich sag ja – es wird nie langweilig! 😉

Panik oder Party?

30 Jun

Diese Frage stellte sich heute, als ich mit 10 Personen im 7. Stock im Fahrstuhl stecken blieb.

Ein Teil meiner Seminargruppe, eine nicht unwichtige Person aus Berlin und ich. Gefangen.

Die freundliche Frau im Lautsprecher versprach uns innerhalb von 20 Minuten die Befreiung durch einen Techniker. So weit, so gut.

Was passierte dann?
Nach Ungläubigkeit und Augenrollen bemerkten wir zuerst den plötzlichen Temperaturanstieg. Es kam die Frage auf, wie lange die Luft für uns reichen würde.
„Die Luft wird Ihnen nicht ausgehen“, versprach die Lautsprecherfrau.

Fein. Nach etwa 5 Minuten bat die erste Person (weiblich) um einen Kaugummi.
„Mir ist schlecht!“

Nach 7 Minuten dann die nächste, schon etwas angespannte Frau:
„Könnten die nicht wenigstens Musik an machen?!“
Das Problem wurde schnell behoben: ich machte mein Handy an, wählte Clueso und ließ ihn singen. Sehr gut!

Es folgten Ablenkungsgespräche zum Thema Urlaub, Garten, Berlin etc.

Es wurde wärmer. Schweißperlen.
Ich zog unter Freude der Männer („Na endlich!“) mein Oberteil aus. Übrig blieb Frau A. im Spaghettiträgertop.
Auffällig: Die Männer blieben trotz dicker Pullis und Jacken vollständig bekleidet. Lieber würden sie sich kaputtschwitzen, als sich zu entkleiden. Wahrscheinlich so ein Männlichkeitsding. 😉

Zwischendurch meldete sich immer mal Miss Lautsprecher und wurde ein bisschen angejammert – und irgendwann öffnete sich dann die erlösend Fahrstuhltür und der Techniker wurde sowohl mit unseren Ausdünstungen, als auch mit Lächeln und Freude überflutet.

Ein Teil unserer Gruppe marschierte dann die 7 Etagen zu Fuß nach unten – ich stieg in den parallelen Fahrstuhl und brauste herunter. Angst? Nö. Der Techniker war ja schon da 😉

Fazit der Aktion:
Menschen sind echt interessant. Während ich die ganze Sache recht amüsant & spannend fand, waren andere regelrecht fertig mit den Nerven.
Meine Sorgen waren eigentlich nur:
– hoffentlich kotzt keiner
– hoffentlich stürzen wir nicht ab
Alles andere war mir egal.

Dennoch: spannend, spannend, dieses Berlin!

Liebe Grüße,
Frau A.

Eins nach dem Anderen

13 Mai

Das ist momentan die Devise.
Also Stück für Stück alles abarbeiten und über Erfolge freuen.

Heute:
– diverse Termine mit Mentoren gemacht
– im Bastelladen nachgehakt bzgl. Material für meine AG
– Mathe-Skript für die Mündliche fertig gemacht
– Wäsche gewaschen
– eingekauft

Reicht doch, oder?!
Was passiert, wenn ich zu viel in meinen Kopf lade, habe ich heute morgen nämlich gesehen.

Da saß ich nämlich gemütlich in meiner Deutschklasse & hospitierte, als plötzlich die Tür auf ging.

Ein Mädchen aus der Matheklasse schaute rein und fragte:
„Ist die Frau A. hier?“

Ich machte mich bemerkbar.

„Sie haben uns wohl vergessen?!“

Ich war immernoch irritiert.

„Wir haben doch jetzt Mathe!!!“

Dann machte es Klick.
Ich hatte meinen Stundenplan aus Prüfungsvorbereitungsgründen verändert und Montag ist der einzige Tag, an dem ich schon zur zweiten Stunde in meiner Matheklasse bin.

Das hatte ich aber verrrafft. Besonders weil ich mich gefreut hatte, meine andere Mentorin beim Einführen von „Division mit Rest“ zu hospitieren. Das iPad war schon im Anschlag, die Überschrift getippt…und dann das.

Ups. Voll peinlich.

Ich packte zusammen, flitzte hinter in die Klasse und dann ging’s rucki zucki los…die Kinder fandens witzig.
Ganz so schlimm war’s nicht, weil ich trotzdem alles geschafft habe (aufwändiges Tafelbild adé!). Dann muss man eben effizienter arbeiten…und ich war froh, dass ich so gut vorbereitet war und sofort umschalten konnte von gucken auf unterrichten…

Trotzdem: sowas passiert mir nicht nochmal!

In diesem Sinne…eins nach dem anderen! 🙂

Relaxxx Teil 2

19 Dez

Gestern überlegte ich ja noch, wie ich am besten den wirklich weiten Weg vom Zimmer in den Wellnessbereich bestreiten soll…ohne Badeschlappen. Natürlich habe ich in allen Schränken & Schubfächern nachgeschaut – es gab keine Hotelschlappen.
Also machte ich mich 21:15 nun doch mit meinen Winterschuhen (schwarz, köchelhoch… „Lowa Carezza GTX 10“ – die besten Schuhe, die ich mir jemals gekauft habe!) und Bademantel auf den Weg. Natürlich saßen im Vorraum 10 Männer, an denen ich so schnell wie möglich vorbei wollte. Also so cool wie möglich Richtung Wellnessbereich gelaufen… Und prompt verirrt. Ich landete auf der Damentoilette, die natürlich keinen Zugang zum Wellnessbereich hatte. Zum Glück begegnete mir eine Frau, die mir dezent grinsend den Weg weisen konnte. Ich war so verwirrt, dass ich (entgegen meiner sonstigen Sicherheit) sogar links und rechts verwechselte, sodass sie mir die Wegbeschreibung noch einmal hinterher rufen musste – was natürlich wieder die Aufmerksamkeit der Männer auf mich & meine Bekleidung lenkte… Naja, endlich am Ziel angekommen saunierte ich eine Weile, las dann entspannt in meiner Zeitschrift (und zwar in einer, die ich bereits seit drei Wochen mit mir rum schleppe, aber noch nicht dazu gekommen bin sie zu lesen). Endlich mal Zeit zum einfach rumliegen, Kopf ausschalten und genießen. Es war herrlich.
Gegen 23:30 Uhr machte ich mich wieder hoch in mein Zimmer, machte mich Bettfertig und fiel in einen tiefen Schlaf…
Leider war dieser nicht allzu lang, denn der Wecker klingelte schon wieder um 6:30 Uhr… Bevor das Frühstück kam wollte ich natürlich schon geduscht und fertig sein. Das klappte auch prima. Exakt um 7:00 Uhr klopfte es an meiner Tür und eine Frau schob mir einen riesigen Tisch voller Essen in mein Zimmer. Perfekt. (Ich habe noch nie in meinem Leben Zimmerservice benutzt… Aber es war toll !)
Jetzt wollt ihr sicher sehen, was ich mir schönes habe liefern lassen… Hier ist es:

20121219-214552.jpg
Es war fantastisch. Ich schlemmte mich durch: Rührei, Brot, Brötchen, Käse, Wurst, Tee, verschiedene Säfte, Joghurt und genoss die große Auswahl. Und das alles im Bademantel im Zimmer… Einfach nur cool. 🙂
Rückblickend denke ich, dass die 2,50 € Aufpreis es wirklich wert waren. Hätte ich das nicht so gemacht, hätte ich alleine unten am Buffet gesessen und mir dort die Zeit vertreiben müssen. So konnte ich gemütlich in meinem Zimmer essen, mir die Zeit frei einteilen und dann los, als ich Lust hatte.

Alles in allem bin ich mit meiner Planung von gestern sehr zufrieden. Im Hotel war es wirklich toll, die Preise waren in Ordnung (dafür, dass ich Wellnessbereich, Frühstück und ein riesen Zimmer inklusive hatte) und auch die Abreise lief problemlos. Klasse!

Die Fahrt zur Seminarschule war wie geplant nur sehr kurz, sodass ich pünktlich und sehr entspannt dort ankam. Das heutige Seminar war musikalisch bestimmt und wir haben wirklich viele interessante und tolle Ideen für den Unterricht bekommen. Das war eines der Seminare, wo wir viel selbst machen konnten und auch viele Tipps und Ideen bekommen haben. Die Zeit verging wie im Flug. Am Ende bekamen wir einiges an Material und sogar Musik, die wir nutzen können. (Natürlich legal!)

Da ohne Auftrag natürlich nichts geht, dürfen wir mit unseren Schülern musikalisch etwas anstellen, das filmen und dann im nächsten Musik-Seminar präsentieren. Mal sehen, was mir einfällt…

Wir haben heute u.a. mit Nüssen musiziert, Orff-Instrumente ausprobiert, Texte vertont und gesehen, wie man mit Schülern Lieder lernen kann. Das war wirklich mal was neues, was einem weiterhelfen könnte.

Der zweistündige Heimweg verlief auch problemlos, nur der Abend hielt eine unangenehme Überraschung für mich bereit. Denn obwohl leckeres Essen auf dem Programm stand (mein Lieblingsauflauf vom Dönermann) & wir dazu einen Kumpel besuchten, geht es mir gerade nicht gut. Problem: die Katze unseres Kumpels war mit uns im Raum. Normalerweise stellt das kein großes Problem dar (trotz meiner Allergie)… Heute reagierte ich jedoch mal wieder stark auf die Haare. Heißt: mir fallen bald die Augen raus, mein Gesicht ist rot, dick und geschwollen und ich würde mir am liebsten die Haut abkratzen. Spitzen Ende für einen tollen Tag wie diesen, oder?! 😉

Egal, davon lasse ich mir die Laune nicht verderben. Es stehen mir noch zwei schöne, interessante Tage Schule bevor… Morgen bin ich auf zwei Geburtstagen unterwegs und dann ist schon bald Wochenende und Ferienzeit. Ja, Ferien… Davon werde ich leider nicht allzu viel mitbekommen, da ich die Zeit Intensiv nutzen muss, um meine Abschlussarbeit zu Ende zu bringen. Dort muss ich noch sehr viel tun, also muss ich mich ranhalten.

Jetzt geht’s aber ab in die Koje… Der Tag war lang, interessant, toll und informativ. Und auch wenn das Ende nicht ganz meinen Vorstellungen entsprochen hat denke ich doch, das es ein guter Tag war.

In diesem Sinne:
Liebe Grüße,
Frau A. 🙂

An Tagen wie diesen…

25 Sep

Es gibt ja so Tage, an denen läuft alles schief, nichts klappt und man wünscht sich, im Bett geblieben zu sein.
Heute war keiner davon.
Im Gegenteil!

Heute habe ich ich mich gefühlt wie ein Glückspilz – und das gleich an mehreren Orten.

1. Frühs im Bett
Jeden Morgen wache ich neben dem tollsten Menschen der Welt auf – und das wirklich Schlimme am frühen Aufstehen ist eigentlich, ihn dort zurück zu lassen & wegzufahren. Am liebsten würde ich nämlich den ganzen Tag mit ihm verbringen…aber die Schule ruft & auf die freu ich mich ja auch.

2. Auf dem Weg zur Schule
Neben den gefühlten 100 Hindernissen und Umleitungen gab es heute nämlich wieder eine böse Überraschung: wenige Orte vor meiner Schule: „SACKGASSE – Ortsdurchfahrt XY gesperrt“. Mist! Und noch mistiger, dass sie das Schild erst ans Ortseingangsschild stellen, nachdem man mehrere Kilometer sinnloserweise dort hin gefahren ist.
Todesmutig wagte ich mich trotzdem in den Ort…und kam durch!
Die Arbeiter markierten gerade etwas auf der Straße und es war noch alles frei…bin ich froh, dass ich das gemacht habe – sonst hätte ich mindestens 30km Umweg fahren müssen. Tschakka!

3. In der Schule
Heute hatte ich kurz mal nur eine halbe Werkengruppe, also 7 Schüler – und es war echt himmlisch mit so wenigen Kindern zu arbeiten. Der Ablauf war schnell geklärt (wieder Holzpuzzle) und dann ging´s los – die Ergebnisse waren wesentlich besser als die der Gruppe von letzter Woche – entweder waren die Kids heute SO gut oder ich hab letzte Woche nicht SO gut erklärt. Nun ja. Jedenfalls war ich heute mit ihnen alleine & es hat echt Spaß gemacht – mal so ganz ohne zusätzlichen Lehrer 😉

4. Bei Deichmann
Jaaa – ich musste heute ein bisschen Wartezeit überbrücken und bin da mal rein…und kam 10min später mit neuen supercoolen Schuhen raus. Hab mich echt drüber gefreut, weil ich lange lange LANGE keine neuen Schuhe mehr gekauft habe.

5. Beim Zahnarzt
Zum Glück hat mir meine Mutti NIE Angst davor gemacht. Im Gegenteil. „Ach, das ist doch nicht schlimm…“ [Im Nachhinein habe ich erfahren, dass SIE richtig Schiss davor hat…hat sie mir aber NIE gesagt, echt cool von ihr…]
Auch heute habe ich noch kein Panik wenn ich weiß, dass ich mal wieder hin muss. Der heutige Grund war eh mehr ein optischer, kein Bohren oder so – also war das sowieso kein Problem. Und über das Ergebnis habe ich mich RIESIG gefreut…wieder Glück gehabt! [Mal sehn ob ich noch so denke, wenn die Rechnung kommt…Privatpatient…]

6. Im Technik-Laden
Da bin ich hin, weil ich nen Nano-SIM-Adapter gebraucht habe. Bei Amazon kostet sowas 6-7€ und ich wollte mal den Ladenpreis checken. Also dort rein, eine Bekannte getroffen, gefragt… und dann den Adapter mit den Worten „Ach, das Zeug kam eh ohne Lieferschein und Preis, das geb ich dir so!“ geschenkt. Herrlich!

7. Bei Schatzi auf Arbeit
Dort bin ich nach meinem Stadt-Ausflug kurz vorbei und er hatte tatsächlich nen Moment um die neuen Schuhe & Zähne zu bewundern – und mir zu sagen, dass ein Paket für mich angekommen ist… 😉  [hatte in einem Depressionsanfall im dreistelligen Bereich bei OTTO bestellt – fragt mich nicht wieso…]

8. Im REWE
Da gabs ein paar spontane Schnäppchen und ich wurde ÄUSSERST nett von einem mir unbekannten älteren Mann angelächelt. War irgendwie cool, anscheinend habe ich die Fröhlichkeit wirklich ausgestrahlt…

9. Beim Lotto-Spielen
…bei dem ganzen Glück heute habe ich spontan beschlossen, mir nen Lottoschein zu gönnen. Lustigerweise genau den mit dem Geburtstdatum meiner Mutti – morgen ist die Ziehung, mal sehn ob sich die Strähne fortsetzt 😉

10. Bei einer Freundin
Dort schaute ich spontan noch vorbei und erfuhr dort schöne Neuigkeiten. Und es gab ein Sektchen 😉

11. Zuhause
Vor lauter Freude heute habe ich für Schatzi & mich was gekocht und es hat sogar geschmeckt. HA!

^^
Also mit dem Tag kann ich echt zufrieden sein, denke ich…

Natürlich sind heute auch weniger gute Dinge passiert, aber das Glück hat heute definitiv überwogen.

Weniger gut?
Hm.
Ja.

In der Werkenstunde kam plötzlich ein lauter Ruf von einem Werktisch.

„FRAU A.!!! Der Dominik hat sich IN DEN FINGER GESÄGT!!!!“

Erste Reaktion: WAS????
Zweite Reaktion: Hingelaufen zu dem armen Würmchen & geguckt was los ist.
Mit blutiger Hand saß er auf dem Boden neben der Werkbank 
Dritte Reaktion: Tuch um den Finger und mit Begleitung ab zur Sekretärin geschickt.

Keine Ahnung ob das richtig so war, aber nach 10 Minuten kam er mit Pflaster wieder & arbeitete seelenruhig an seinem Puzzle weiter. Puh!

Was habe ich gelernt? 
– gerne auch 100 Mal sagen „Passt auf eure Finger auf“
– erstmal im Werkraum gucken, obs da nen Verbandskasten etc. gibt – hätte ja sein können, dass im Sekretariat niemand ist & ich ihn verarzten muss…
– immer schön ruhig bleiben, Panik bringt da gar nix 🙂

Jupps. Mal abgesehen von dem letzten Ereignis war´s heut richtig gut. Und bevor ich mich vor Freude wiederhole und euch langweile mache ich Schluss für heute. War diesmal ein bisschen persönlicher & mit weniger Schule, aber das schadet ja auch nichts, oder?!

In diesem Sinne,
liebe Grüße,
Frau A. 🙂

Ps.: Bevor ich`s vergesse…wieder ne Frage an euch: Hattet ihr auch schonmal nen blutigen Zwischenfall in der Schule? Wie habt ihr reagiert? Habt ihr immer Pflaster vor Ort? Gibt es Verantwortliche für solche Unfälle an euren Schulen? 

 

Unterrichtsbesuch Reloaded

10 Jul

So, nachdem mein letzter Unterrichtsbesuch in Deutsch/HSK weniger erfolgreich war, gabs heute den nächsten Versuch.

Themen:
Deutsch: Einführung von nk
HSK: Jungs & Mädchen – gleich & verschieden

Lief prinzipiell ganz gut. Deutsch fand ich persönlich richtig cool, das passt jetzt inzwischen alles. Letztes Mal war ich ja noch absoluter Frischling, inzwischen hab ich ein bisschen mehr Routine, die mir im Unterricht wirklich hilft. Im Bereich Motivationsstrategien habe ich noch Reserven. „Ein Satz & gut reicht eben nicht immer…“

Nun ja.
Scheinbar sieht das auch meine Fachleiterin so, denn sie sagte u.a. dass ich diesmal wesentlich professioneller, sicherer und gelassener war… Cool!

Mein persönliches Highlight heute:
Im Auswertungsgespräch zeigte sie mir auf dem iPad ein Bild, dass sie während des Sitzkreises aufgenommen hatte.
Ihre Frage: „Was fällt Ihnen hier als Erstes auf?“
Meine Antwort: „Ganz ehrlich? Mein Ausschnitt!“
😉

(Gemeint war, dass ich auf dem Stuhl über den Schülern „throne“, statt mit ihnen auf dem Boden zu sitzen.)

Naja, manchmal kann man diese zwielichtigen Fragen halt nicht ganz richtig deuten 😉

Bin ich irre?

12 Jun

Also wenn ich es gestern nicht fotografiert hätte, dann hätte ich heute echt an mir und meinen Nerven zweifeln können.
Aber ich habe Glück, hier ist das Beweisfoto:

20120612-151823.jpg
Das habe ich aufgenommen, nachdem ich den Text mühsam an die Tafel gepinselt hatte.

Nun ja. Was ich eigentlich erzählen will:

Heute, 2. Stunde bei den wilden Einsern. Ich will das J neu einführen. Mache eine schöne Zielorientierung, beauftrage die Kinder, in dem Text an der Tafel alle Wörter mit J zu suchen.
Darauf folgt das schwungvolle Aufklappen der Tafelrückseite… Und ein „HÄÄÄ???“ der Kinder.
Ich schaue mir die Tafel an und sehe…nichts!
Tim meldet sich.
„Frau A, ich hab vorhin die ganze Tafel gewischt!“

…na den Job hat er gut gemacht! 😉

Also fix was anderes gemacht, während meine Mentorin den Text nochmal fix angeschrieben hat (gut, dass sie da war) & dann hab ich die Stunde eben anders als geplant gehalten. Lief aber 🙂

Auch die Ergänzungsstunde war auch okay, nachdem sie mir den Tipp „Lass sie doch leise mitmurmeln, wie sie den Buchstaben schreiben“ gegeben hat, klappte sogar der „OAR KEIN BOCK“-Schreibkurs…danach gabs Zeit zum Lesen & am Schluss durften ein paar Kinder vorlesen.

Passt. Jetzt hab ich 4 Eierkuchen mit Nutella gegessen (zum Thema Referendariat & Gewicht muss ich gesondert noch was schreiben), gleich folgt ein kurzes Schläfchen & dann muss ich noch die Stunde für Donnerstag planen (Einführung Monate & Jahreszeiten) und Schnullifurz fürs Seminar morgen machen.

In diesem Sinne: Gute Nacht!

Lehrer = Jäger und Sammler

23 Mai

Heute meine ich damit nicht die Massen an Büchern, Kopien und Ideen, die man als Lehrer ständig sammelt.
Nein. Diesmal geht es um was anderes.
Wir sind ja ständig dabei, irgendetwas zu sammeln.
Und so ging es auch mir gestern.
Ich habe gesammelt.
Erfahrungen.

Diesmal:
Wie fühlt es sich an, bei einem Reflexionsgespräch in Tränen auszubrechen?

„WAS?!“ werdet ihr denken…
Und ich sage: Ja, das ist gestern wirklich passiert.

Wie kam es dazu?

Ich hatte meinen zweiten Unterrichtsbesuch. Je eine Stunde Deutsch und HSK. In der wilden ersten Klasse. Anwesende: meine Fachleiterin vom Studienseminar, meine VfA und meine Mentorin aus der Klasse.
Eigentlich lief es ganz gut. An manchen Stellen hätte dies und das besser laufen können usw. Schon nach der ersten Stunde hatte ich so ein komisches Gefühl. Stand in der Hofpause auf dem Balkon und dachte nach.

Dann kam die zweite Stunde (HSK), die Kinder präsentierten ihre Ergebnisse, schön.
Die Kinder hatten danach Feierabend und für mich gings zum Reflexionsgespräch.

Der Ablauf des Reflexionsgespräches ist wie folgt:

1. Ich erzähle was zur Stunde:
Wie hat es mir gefallen? was ist mir aufgefallen? habe ich meine Ziele erreicht? was würde ich besser machen? was kann man ändern? usw.

2. Die anderen Anwesenden sind dran:
Sie stellen Nachfragen und sagen dann ihre Meinung & geben Tipps.

3. Es werden Schlussfolgerungen gezogen:
An was muss man noch arbeiten? Welche Ziele setzt man sich?

Leider kamen wir nicht mal wirklich zum ersten Punkt. Als die Fachleiterin sagte „Na dann fangen Sie mal an, Frau A.“ bekam ich kein Wort heraus. Ich hatte nen Kloß im Hals. Starrte auf meine Zettel. Biss mir auf die Lippe…und doch konnte ich es nicht verhindern…und fing plötzlich an, bitterlich zu weinen.

Keine Ahnung was in dem Moment mit mir los war, ich kenne mich so nicht. Aber ich saß da & weinte. Und weinte. Und weinte.
Total peinlich.

Naja. Die 3 Damen redeten mir gut zu, sagten was ich alles toll gemacht hatte – und langsam beruhigte ich mich wieder. Irgendwie wusste ich nicht so recht, was ich sagen sollte zu den beiden Stunden. Eigentlich hatte ich alles gemacht wie geplant, aber trotzdem war ich nicht zufrieden.
Die Fachleiterin sagte mir dann im Gespräch, dass die Stunde perfekt geplant war, ich aber in der Ausführung viel verschenkt hatte. Weil ich (wie immer) Kleinigkeiten vergessen oder nicht beachtet habe.
Und warum?
Mal wieder weil ich den Kindern mehr Intelligenz zutraue, als sie offensichtlich haben.
Beispiel:
Ich hatte einen Text an der Tafel (anfangs noch ohne die Kringel):

Nachdem wir ihn gelesen, die Wörter mit SCH eingekreist und gesprochen hatten wurde er in der späteren HSK Stunde nochmal aufgegriffen. Da sollte es nämlich um Freizeit gehen.
Die Kinder lasen den Text nochmal unter der Fragestellung: „Um was geht es eigentlich in dem Text?“ und kamen dann auf „Freizeit“.

„Hier haben sie Potential verschenkt“ sagte dazu meine Fachleiterin.
„Sie hätten mit den Kindern in jedem Satz besprechen müssen, welche Freizeitaktivität drin vorkommt. Sie hätten es unterstreichen können. Und am Ende natürlich nochmal auf die Überschrift eingehen. Was ist Freizeit überhaupt? Darüber müssen Sie mit den Kindern sprechen!“

Hm. Ich bin davon ausgegangen, dass die Kinder in der Lage sind, das zu wissen.
Aber offensichtlich nicht. Also: alles NOCH kleinschrittiger machen als sowieso schon. Die Ansprüche NOCH weiter nach unten verschieben.

Sowas kann irgendwie frustrierend sein, auch wenn mir bewusst ist, dass da 6-7 Jahre alte Kinder vor mir sitzen. Vielleicht sollte man das immer im Kopf behalten. Keine Ahnung.

Jedenfalls war der Gefühlsausbruch total bescheuert. Und peinlich. Aber naja. Andere LAAs haben mir danach gesagt, dass sowas „normal“ sei und dass die Fachleiter daran gewöhnt sind. Trotzdem ist es blöd – ich bin eigentlich nicht so ne Weichwurst die bei jedem Mist zu heulen anfängt. Aber wie eine Freundin vorhin zu mir gesagt hat: „Anscheinend war das Maß gerade da bei dir voll“… anscheinend.

Nun ja. Jetzt setze ich mich gleich an die Reflexion, die nach jedem UB gemacht werden muss. Diesmal habe ich ja genug Material zum Schreiben.

Übrigens lustig:
Fachleiterin Ma/We – letzte Woche: 
„Ich finde es toll, dass Sie nicht so viel reden. Sie geben klare Anweisungen. Die meisten Anfänger reden viel zu viel.“
Fachleiterin D/HSK – diese Woche: 
„Sie haben viel zu viel geredet. Geben Sie klarere Anweisungen und zerreden Sie nicht alles.“

^^
Scheinbar bin ich irgendwie schizophren. Mysteriös.
Aber naja – ich habe mal wieder Erfahrungen gesammelt. Ziel: mehr Struktur und kleinschrittigere Planung. Mal sehen ob’s klappt.

In diesem Sinne: schönen Tag noch! 🙂

Ps.: Jaaaa, ich weiß dass ich den Tafeltext mal wieder total krumm geschrieben habe 😉 

Tagesfazit: Hmpf.

23 Apr

Als ich heute morgen in die Schule kam war ich eigentlich gut gelaunt, mein Arbeitsblatt war vorbereitet, mein Schulleiter hat es mir freundlicherweise kopiert (die Sekretärin ist z.Z. nicht da – da ist das nicht selbstverständlich, dass das Büro besetzt ist) und ich hatte sogar Frühstück dabei.

Dann ging es aber BÄM. BÄM. BÄM. und meine Stimmung ist grad nicht soooo toll.
(Am Ende jedes Absatzes werde ich meine persönliche Einschätzung mit + oder – verdeutlichen)

BÄM #1.
Als ich meiner Werken-Mentorin das AB zeigte, fiel ihr sofort auf, dass ich die Metalle / Leiter alle am Anfang der Tabelle stehen hatte. Eigentlich hatte ich das vermischen sollen – das hatten wir so bersprochen – und ich hatte es vergessen.
Naja, blöd. >>> (-)

BÄM #2.
Danach wurde ich zu meiner Deutsch-Mentorin geschickt, die mich über den Unterrichtsverlauf der 4. Stunde in Deutsch informierte. Ich war mir nicht bewusst, dass ich die heute machen sollte – aber nahm es gerne an, ich WILL ja unterrichten & freue mich drüber.
Also kurz die Inhalte besprochen (ich durfte das „Au / au“ einführen) – und in der 4. Stunde gings los.
Prinzipiell liefs ganz gut, bis auf die Tatsache, dass ich so dämliche Anfängerfehler wie das „Lehrerecho“ gemacht habe.
*Lehrerecho = Die Aussagen der Schüler nochmal wiederholen. Direkt nachdem sie es gesagt haben. 
Beispiel: „Wie heißt du?“ Leon. „Aha, Leon.“
(+)

ABER (und das hat mich persönlich VIEL VIEL mehr schockiert):
Ich habe kein gescheites Tafelbild hinbekommen.

Warum nicht?

Weil ich zu – sorry – blöd bin, ordentlich Druckschrift zu schreiben. Wirklich.
Das klingt jetzt wahrscheinlich bescheuert, aber… die „richtige“ Druckschrift, die die Kinder in der 1. Klasse lernen, hat so ziemlich gar nix mit dem zu tun, was ich (und die meisten Erwachsenen) so schreiben wenn sie nen Stift in die Hand kriegen.
(—-)

Mit der Bitte mir zu sagen, wenn etwas nicht richtig ist, fing ich (in der Pause, ohne Schüler) an zu schreiben.
Auf einem Baum…
Weiter kam ich nicht. Zu viel Schwung hier, zu viele Striche da – und sie hatte Recht. (das war mir vorher aber schon bewusst.) Schlimm.
Wir beschlossen, dass ich schreiben üben muss (mit 24, Wahnsinn) und dass sie den Text fix für mich anschreiben würde… und ehrlich gesagt war ich auch froh darüber – wahrscheinlich hätten mich die Kinder ausgelacht, wenn sie gesehen hätten, wie meine Anschrift aussah.
(…und eigentlich war ich im Studium oft die, die die Tafelanschriften machen sollte – weil’s gut aussah…)

Nun ja. Die Stunde lief gut. Alles paletti.
(Nur das Gefühl, das Schriftliche betreffend irgendwie behindert zu sein, bleibt.)

BÄM #3: Werken
Das AB war fertig, wie erwähnt nicht ganz perfekt aber trotzdem i.O. Im Werkraum suchte ich erstmal verzweifelt die Kiste, in der die verschiedenen Materialien waren. Die hatten wir vorbereitet.
Ich fand sie nicht.
Meine Mentorin kam kurz vor dem Stundenklingeln herein, gab mir das Objekt der Begierde und überbrückte sogar die Zeit, in der ich die Materialien in die 4 Tischschalen einsortierte.
…ich überspringe jetzt mal die Stunde und komme zum Fazit.

Irgendwie kam ich mir doof vor. Inhaltlich doof. Warum?
Weil ich nicht so viele coole interessante Sachen erzählen kann, wie meine Mentorin. Klar, die Frau hat über 25 Jahre Berufserfahrung, aber… trotzdem.
Die Auswertung der Zusatzaufgabe („Wo findet man im Alltag Isolatoren?“) übergab ich dann schließlich an sie. Über eine Aufzählung der Antworten wäre es bei mir wohl nicht hinaus gegangen. Und das ärgert mich. Wirklich. Was manche Themen betrifft bin ich einfach noch verdammt unwissend und oberflächlich.
Und das will ich nicht sein.
Ich will, dass mir die Kinder auch so gebannt zuhören, wie sie es bei meiner Mentorin machen, wenn sie über Technik, die Stromerzeugung im Atomkraftwerk, Gefahren, Glühlampen und Reihenschaltungen spricht.
Ich will auch so viel wissen.
Menno.

Am Ende der Stunde war ich unzufrieden, das gebe ich ganz ehrlich zu. Ich hatte mich auf die Stunde gefreut, konnte aber nur an der Oberfläche kratzen und war froh, dass meine Mentorin da war, die für die wirklich interessanten Sachen gesorgt hat – und die die letzten 20 übrigen Minuten mit einer Schaltung mit Motoren füllte. Wäre ich nie auf die Idee gekommen. Nochmal fix die Polung (und damit verbunden die Drehrichtung) geändert… „Cooooooooooool!“

Hm.

Naja, nächstes Mal.
Für heute bin ich unzufrieden.
Das darf ich auch mal sein, finde ich.

Morgen gehts weiter mit Mathe. Da werde ich „Tafelfußball“ etablieren, sowohl für mich, als auch für die Klasse eine Neuheit – hoffentlich klappt das besser.

In diesem Sinne: Over and out!

Erstkontakt

20 Jan

Heute war es soweit. Termin mit meinem VIELLEICHT zukünftigen Direktor in meiner VIELLEICHT neuen Schule.

Entgegen meiner Planung war ich schon 4:22 Uhr hellwach und konnte nicht mehr einschlafen – Nervosität machte sich breit. Das letzte Mal war ich glaube ich nervös, als ich meine 1. mündliche Prüfung an der Uni hatte…und ich hasse dieses Gefühl.

Naja. 10 nach 8 war ich bestellt, 10 vor 8 war ich schon dort & stellte mich dem Direktor vor. Ein wirklich netter Mann, noch nicht ü50 und mit ähnlichen Ansichten wie ich. Er war ehrlich und sagte, dass manchen Kollegen der Aufwand für meine Betreuung zu viel sein wird (Vorbereitung, Hospitation, Nachbereitung etc.), aber nach vielen vielen vielen Worten sagte er mir zu: Ich darf dort anfangen 🙂 

Kurz darauf traf meine zukünftige Mentorin ein. Mit 45 die wahrscheinlich Jüngste im Kollegium – und auch sehr nett. Sie führte mich dann in der Schule herum, zeigte mir die schicken Räume und stellte mich allen vorbeilaufenden Kolleginnen mit „Das ist ab Februar unsere neue Referendarin“ vor… Freude 🙂

Am Ende war ich noch kurz in ihrer Musikklasse. Dort stellte sie mich der anwesenden 1. Klasse vor und die trällerten dann strahlend irgendein Lied, dass mit „Halli Hallo“ anfing… putzig! 🙂

—-
Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich nen ziemlich guten Eindruck habe.  Der Direktor ist ehrlich, aber auch offen und freundlich. Die Mentorin erzähl viel und auch viel interessantes (z.B. wie ich doch noch Englischlehrerin werden kann… ui ui ui) und die Schule ist auch vergleichsweise neu und gut ausgestattet, trotz vieler Schüler.

Bin schon drauf gespannt, wenn ich das nächste Mal dort bin. Dann steht die Entscheidung an, in welche Klassen ich komme. Favorisiert habe ich die 1. Klasse, weil wir im Studium dort NULL Erfahrungen sammeln konnten & das sicher nützlich ist. So bekomme ich noch vieles vom „Anfang“ mit, zur Prüfung werden sie aber schon in der 2. Klasse sein & mehr können. Und wenns nicht klappt, dann ists auch noch so. Ich bin erstmal froh, dass sie Leute dort so nett und ehrlich sind…und vor allem realistisch, was die nächsten 18 Monate angeht 😉

So, jetzt gibts kurz was zu Essen, n kleines Nickerchen und dann muss ich schon losdüsen zur Arbeit. Inklusive heute habe ich nur noch 5 Arbeitstage…total krass. Ich nehme mir aber hiermit vor, nur an meinem letzten Tag (30.1.) traurig zu sein. Versprochen! 🙂