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Erste-Hilfe-Kurs: Teil 1

3 Aug

Um mich optimal auf die mir bevorstehenden neuen Aufgaben vorzubereiten (und um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten) muss ich an einem 2-tägigen Kurs teilnehmen, der mich fit machen soll in Sachen Erste Hilfe. 

An 2 Samstagen wird dazu ein Berg von Wissen von 8-14 Uhr in meinen Kopf gepustet. 

Heute ging’s los. In einem vergleichsweise kleinen Trüppchen (6 Personen) wurden wir von unserem Kursleiter begrüßt. Als pensionierter Sportlehrer („Ich bin weit über 70!“) verfügte er sowohl über das notwendige Wissen, als auch über eine nicht überhörbare Stimme – einschlafen wäre nicht möglich gewesen. 

Aber: das Bedürfnis hatte ich auch nicht. Im Gegenteil. Ich kam mir heute vor wie ein wissbegieriger Schwamm. Meinen ersten (und letzten) Kurs hatte ich vor mehr als 7 Jahren als Voraussetzung für den Führerschein gemacht – lange her, viel vergessen…und laut Kursleiter hat sich seitdem auch EINIGES verändert. 

Also saß ich heute morgen mit Block und Stift bewaffnet dort und lauschte den Ausführungen. Wie es sich für einen guten Lehrer gehört, folgte nach theoretischen Erläuterungen meist sofort die praktische Umsetzung.  Ich durfte u.a. das Bewusstsein meiner Partnerin überprüfen (am Arm berühren, „Hallo, können Sie mich hören?“ – Zum Glück reagierte sie gleich 😉 Es war wirklich interessant, verschiedene Dinge wieder mal zu hören und auszuprobieren. 

Der Grundtenor war eigentlich immer: wenn man weiß, was man tun muss, dann kann man es schnell und richtig machen & hat so wenig Arbeit wie möglich mit dem Verletzten. Wenn man weiß, was man zu tun hat, kann man selbst auch ruhiger bleiben, als wenn man völligst neben sich versuchen will, zu helfen. 

Neben der Bewusstseinsprüfung ging es heute auch um die anderen Lebenszeichen (Atmung, Bewegung, Puls, Temperatur), Lagerungen und Griffe (Stabile Seitenlage, Oberkörper/Beine hoch lagern, Herzdruckmassage, „lebensrettender Handgriff“). Wir sprachen über Knochenbrüche, Verbrennungen, Erfrierungen und natürlich auch darüber, wie man einen NOTRUF richtig absetzt. 

Entgegen meiner Erinnerung ist nämlich nicht zwangsweise notwendig zu sagen, WER man selbst ist. Dieses W hatte ich noch im Kopf. Stattdessen steht das 5. W für WARTEN auf Rückfragen. 
Würdet ihr aus dem Kopf alle 5 W’s für einen Notruf zusammen kriegen? (*Auflösung am Ende des Artikels) 

Interessant fand ich auch, warum er die Zahlen 
1
10
100
im Zusammenhang mit der Absperrung von Unfallstellen an die Tafel schrieb. Die 100 war mir klar – 100m entfernt muss das Warndreieck aufgestellt werden (bei Kurven, Bergkuppen, Autobahnen gerne auch noch weiter weg). 
Aber 10 und 1?!
Wisst ihrs?! (**Auflösung am Ende)

Im Allgemeinen fand ich den Kurs heute sehr informativ und vor allem anschaulich. Ich (als Lehrerin) konnte einiges an seinem Unterrichtsaufbau & seiner Methodik erkennen und fand, dass er (trotz über 10 Jahren in Rente) noch einen wahnsinnig tollen Job gemacht hat. Wie er selbst sagte: „Es ist schön, auch nach der Zeit im Schuldienst noch Menschen etwas beibringen zu können!“ – und das merkte man ihm auch an. Ich konnte ihn mir förmlich vor einer Schulklasse vorstellen – streng, fordernd, aber auch sehr positiv und wohlwollend. Eben ein richtiger Lehrer. 

Interessant waren aber auch die anderen Kursteilnehmer. Wie ein Mini-Querschnitt durch eine Klasse – und das bei nur 6 Personen. Ich selbst würde mich heute als die Streberin einordnen (mit Block & Stift im Anschlag und immer als Testobjekt vorne). Dann gab es noch „die Schöne Blonde“, den Klassenkasper, den Coolen, den anderen Streber und natürlich auch einen lustlosen genervten Typen, dessen nuschelnde Antworten man kaum verstehen konnte. Nächstes Mal setze ich mich ganz hinten hin, damit ich das Szenario noch ein bisschen weiter studieren kann. Ich beobachte meinen Mitmenschen ja gerne 😉 

Nächsten Samstag geht’s um den Sani-Kasten, Druckverbände, Herzdruckmassage (praktisch), viele andere Dinge…und natürlich eine kleine Prüfung, in der wir unser Wissen und Können beweisen müssen 😉 

Ich freu mich schon drauf, weil es es ne gute Sache ist, sein Wissen wieder aufzufrischen und über bestimmte Dinge nochmal genauer nachzudenken. 

Deshalb mein Appell an euch: auch wenn ihr keine Lehrer seid (die müssen in Thüringen solche Kurse alle 2 Jahre besuchen) – es lohnt sich. Wenn man wirklich mal in eine Unfallsituation kommen sollte, als Erster bei einem Verletzten ankommt – dann kann das Wissen aus einem solchen Kurs wirklich Leben retten. 

Kosten? Wenn man es selbst zahlen muss: 35€, aber meist zahlen das die Arbeitgeber, bzw. die Berufsgenossenschaft. 

Definitiv wertvoll investierte Zeit! 

In diesem Sinne: schönen Abend noch und bis demnächst!
Frau A. 

Hier wie versprochen noch die Auflösungen zu den Fragen: 
* WO geschah es? WAS ist passiert? WIE VIELE Verletzte? WELCHE Verletzungen? WARTEN auf Rückfragen!

**
10 (Meter entfernt von der Unfallstelle beim Helfen den eigenen Wagen abstellen – damit Rettungskräfte näher ran können)
1 (Meter auf der Fahrbahn das Warndreieck positionieren – also nicht am Straßenrand, sondern AUF der Fahrbahn.)

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Schwimmbadgeschichten

19 Jul

Heute im Schwimmbad.

Zwei etwa 10-jährige Jungs suchen einen Platz, um ihre Pommes zu essen.
Sie laufen supercool über die Wiese, schauen sich um.
Der eine dann: „Ey Alter, ich weiß wo wir uns hinsetzen…aufs Schaukelpferd!“

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Abschied nehmen – Teil 1

7 Jul

So, die große Abschiedswoche beginnt morgen & ich stimme mich ein, indem ich mich materiell von einigen unnötigen Dingen entledige.

Wie wahrscheinlich alle Frauen habe auch ich viel zu viele Klamotten. Und viel zu viele Dinge, die ich gar nicht (mehr) anziehe.

Weil ich ab August genug andere Sachen im Kopf haben werde, sollte mich der Griff in den Schrank dann bitte ent- statt belasten.

Deshalb: ausmisten.

Nach stundenlanger Arbeit kann ich nun ein neues Ordnungssystem, mehr Übersicht und Struktur vorweisen.

Highlight:
Mir fiel mein altes Gürtelablagesystem wieder in die Hände. Es ist schon faszinierend, was man alles mal schön und toll fand.
Der schwarz-goldene Gürtel stammt z.B. aus meiner Zeit als Thekenchefin in einer Disco, Stichwort „Gold Party“ 😉

Der weiße Gürtel mit den schwarzen Sternen gefällt mir heute noch – war aber ein Fehlkauf, weil er mir viel zu lang ist. Falls jemand Interesse hat… 😉

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Naja. Das Aussortieren ging ziemlich leicht und schmerzlos. Zu sehr hat mich das Schrank-Chaos genervt.

Ergebnis:

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Weitere anstehende Abschiede:
– meine Klassen (Freitag)
– meine Kollegen (übernächster Dienstag)
– mein Chaos-Arbeitszimmer (in den Ferien)

Eine interessante letzte Woche steht nun noch an. Montag gehts z.B. mit den 4. Klassen auf Exkursion nach Erfurt…und auch sonst wird’s nicht langweilig werden 😉

Liebe Grüße & noch nen schönen Sonntag,
Frau A. wie Ausmisten 🙂

Vom Tellerwäscher zur Lehrerin

27 Mai

Durch einen Kommentar zum letzten Artikel bin ich auf die Idee gekommen, mal aufzuschreiben, was ich jobtechnisch so alles gemacht habe auf dem Weg zur Lehrerin.

Hier erstmal der Kommentar von „ABC“:

„Was ich krass finde, dann bist du doch aus der Schule in die Schule oder? Hast du zwischendrin mal was anderes gemacht? Also mal eine andere berufliche Seite kennen gelernt? Z.B. ökologisches Jahr oder so?Ich finde das immer bissl schwierig, wenn man nicht auch mal was anderes gesehen hat. Oftmals kann man dann nämlich Eltern, die in der freien Wirtschaft arbeiten nicht verstehen.“

Natürlich bin ich nicht nur in der Schule gewesen, dann in einem Vakuum an der Uni und dann in einer Referendariatsblase. Im Gegenteil!

Mit 14 habe ich angefangen, in den Ferien in einer Kunststofffabrik zu arbeiten. Dort habe ich die Verschlüsse von euren Duschbädern, Wasserflaschen und UHU-Klebern nach Fehlern kontrolliert und sortiert. Saß also an einem Tisch und habe palettenweise Kartons mit Stöpseln und Co. überprüft.

Mit 19 bin ich dann „aufgestiegen“ und durfte selbstständig entweder Komplettierungen (die Maschinen, die aus verschiedenen Teilen eins machen) oder Stapelmaschinen bedienen. Eine verantwortungsvolle Tätigkeit, immerhin muss regelmäßig die Qualität überprüft und dokumentiert werden. Die Ware musste dann natürlich auch ordnungsgemäß verpackt, etikettiert und eingelagert werden.

Während meines Studiums arbeitete ich dann etwa ein halbes Jahr in einer Disco. Die wurde zu der Zeit gerade neu eröffnet, ich bewarb mich, wurde angelernt und stieg noch zur Eröffnung der Lokalität zur Thekenchefin auf. Heißt: ich war Boss, hatte n Funkgerät, Kontakt zu Lager, Security, Chefs & anderen Bar – und mir untergebene Mitarbeiter. Das war ne echt coole Zeit, auch wenn die Arbeit neben der Uni [Mittwoch (Putztag), Donnerstag, Freitag, Samstag] schon hart war. Ich war sogar fest angestellt.
Irgendwann kündigte ich aber – einerseits aufgrund meines Chefs, andererseits wegen der Kohle, weil man (gerade als Thekenchef, der von Anfang bis Ende da ist) viele unbezahlte Überstunden machte – und das für nen Stundenlohn von unter 4,50€, wenn ich mich richtig erinnere. Dennoch: viel erlebt, tolle Zeit gehabt. UND: Ich konnte mit meinen kleinen Händen 4 dicke 0,5 Liter-Gläser gleichzeitig mit Vodka-Energy befüllen 😉

Neben des Studiums hatte ich dann einen meiner coolsten Jobs. Ich habe knapp 4 Jahre als Servicetester/Mystery Shopperin gearbeitet. Unter anderem wurden McDonalds, H&M, Douglas, Obi und viele andere Firmen von mir observiert. Das hat Spaß gemacht. Nach einer Weile war ich auch hier so gut, dass ich aufgestiegen bin und dann anderer Tester testen durfte. Heißt: ich habe andere Tester beim testen von Filialen beobachtet und dann Feedbackgespräche gemacht und Berichte geschrieben.
Wirklich viel Geld gabs da auch nicht, aber es war ne spannende Sache, durch die man WITZIGES Insiderwissen erlangt hat.

Da ich eine Zeit lang zum Spaß Fotoshootings gemacht habe (nein, nichts pikantes & auch nichts im Netz – ihr braucht gar nicht suchen), lernte ich einen privaten Jobvermittler kennen. Durch ihn arbeitete ich einmal in einer Edelgaststätte in der Küche mit – sozusagen als Tellerwäscherin (ich hab aber meistens die Töpfe und großen Sachen sauber gemacht). Kurz darauf durfte ich ne Nachtschicht in einer Druckerei machen, in der diverse Prospekte gedruckt und gebunden wurden. Alles interessante Einblicke.

Das war aber nicht so meine Welt – ich benutze schon gerne mein Hirn bei der Arbeit 😉

Im Handel habe ich auch schon aushilfsmäßig gearbeitet. An diversen verkaufsoffenen Sonntagen habe ich da Klimmbimm verkauft, Kundengespräche geführt, beraten, kassiert, verpackt…was man da halt so macht.

Gegen Studienende war ich noch für das Amt für Bildung in Erfurt tätig und habe Englisch-AGs in einer Grundschule ausgerichtet. Die Erst- und Zweitklässler haben noch vor Beginn des regulären Englischunterrichts (in Thüringen in Klasse 3) inbrüstig mit mir „Head and Shoulders, Knees and Toes“ gesungen. Das hat echt Spaß gemacht & ist für mich heute noch Motivation, Englisch als Fach zu unterrichten.

Nach der Uni habe ich dann bekanntermaßen als Erzieherin im Hort gearbeitet. Das war eine sehr lehrreiche Zeit, die mir viel Respekt vor diesem Job eingebracht hat. Allein der Lärmpegel und der Konfliktreichtum ist schon eine Verbeugung wert.

Schlussendlich bin ich auch in der Kunststofffabrik noch weiter aufgestiegen – nachdem ich also an Maschinen gearbeitet habe, durfte ich u.a. im Büro detaillierte Arbeitsplatzbeschreibungen für die Mitarbeiter anfertigen (gehört zum Qualitätsmanagement). Hier machte sich meine jahrelange Praxis bezahlt – und mein Wissen, dass dort Anweisungen in SEHR einfacher Sprache gegeben werden müssen, weil viele Mitarbeiter das sonst einfach nicht verstehen. Mein letzter Job dort war es, Fragenkataloge für die Mitarbeiter zu erstellen, mit deren Hilfe sie geschult werden sollen. Längere Geschichte.
Jedenfalls werde ich dort vorläufig wieder einsteigen, wenn das Ref vorbei ist – immerhin gibt es danach über 2 Monate keine Kohle – und die Firma hat mich schon angefragt, ob ich meine Mission weiter ausführe.
Das coole dabei ist: ich kann sowohl mein pädagogisches Wissen (Wie bringe ich neues Wissen bei? Motivation? Zielorientierung?Wie überpüfe ich den Lernzuwachs?), als auch mein praktisches Wissen aus der Arbeit (Welche Abläufe sind zu beachten? Arbeitsschutz?Qualitätsmanagement etc.) dort nutzen – im besten Falle um dort die Produktionsprozesse und Abläufe zu verbessern und der Firma weniger Reklamationen und noch mehr Millionen zu verschaffen… 😉

…also um auf den Eingangskommentar zurück zu kommen: 
Ich denke, dass ich nen großen Einblick in die Arbeitswelt außerhalb der Schule habe. Dadurch habe ich viele Berufe (und Personengruppen) schätzen gelernt…aber auch gemerkt, dass ich trotz allem Lehrerin sein möchte. Auch wenn es da keine Bürozeiten von 8-17 Uhr mit regelmäßigen, richtigen Pausen gibt. Auch wenn man dann nicht nach Hause kommt und gleich Feierabend hat.
Das Schöne am Lehrer-Sein (im Gegensatz zu anderen Berufen) ist das Gefühl, was man nach einem erfolgreichen Tag hat. Zu wissen, dass man etwas erreicht hat in den Köpfen der Kinder. Ihre Freude zu sehen, wenn sie etwas neues beherrschen. Ihre Ideen zu hören, die aus ihnen heraussprudeln. Ihre Zuneigung, ihr Lachen, ihre Art.

Deswegen mein Fazit: 
Ich habe alles richtig gemacht & möchte diese vielfältigen Erfahrungen nicht missen!

In diesem Sinne: schaut über den Tellerrand, solange ihr noch Zeit dazu habt!
Liebe Grüße,
Frau A.

Kinder, Kinder…

2 Mai

Heute mal wieder ein paar Anekdoten aus der Schule.

Heute wurde gelacht!
Wir hatten heute in Deutsch den folgenden Text:

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In den wurden dann Adjektive eingesetzt:

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Und dann kam das Lustige: aus diesem Text sollte mithilfe der gegenteiligen Adjektive ein „Unsinnstext“ entstehen…die Kinder haben sich gekringelt vor Lachen 😉

Heute wurde geweint!
…nur aus total sinnlosen Gründen. Ein Mädchen hatte während Mathe unterm Tisch rumgefummelt. Kurze Ermahnung. 20 Sekunden später heult sie Rotz & Wasser. Es stellt sich raus: sie hat mit einem Stift ein MINIMALE Kerbe in den Korb unterm Tisch geritzt. Kaum sichtbar. Unabsichtlich.
…aber sie schien Mega Angst zu haben. Nicht vor mir, sondern wahrscheinlich vor der Reaktion ihrer eigentlichen Lehrerin. Beruhigen war nur schwer möglich, aber ich hab’s dann hingekriegt.

Heute wurden die Eltern angerufen!
Nicht wegen Ärger, sondern aus gesundheitlichen Gründen. Echt gruselig, wenn ein Kind neben einem steht, dem fast das Herz aus der Brust springt. Hoffentlich nix Ernstes!

Heute wurde geschrieben!
…und zwar Straftext. Wer sich nicht benehmen kann, andere verprügelt, auf die Nase haut & dann nicht mal einsichtig ist und sich entschuldigt – der muss schreiben. Inwiefern das pädagogisch wertvoll ist, mag ich nicht zu beurteilen. Aber offensichtlich scheint sie ihren Fehler erkannt zu haben:

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Nun ja. Eben hab ich noch nen Kuchen gebacken – der Liebste hat morgen Geburtstag. Mal sehn ob’s schmeckt, ich werde berichten.

Kopfschütteln des Tages:
Die Leute auf dem Schulamt sind nicht in der Lage, bei Google Maps meinen (mehrmals in Deutschland vorkommenden) Wohnort mit PLZ einzugeben. Stattdessen krieg ich dann nen Brief, dass meine Fahrtzeiten in der Reisekostenabrechnung nicht hinhauen…uar!!!

Whatever.
Morgen Schule, Samstag Schule (fragt nicht) und in exakt 3 Wochen schon die Mündliche. Gemacht ist noch nicht viel, grobe Planung der Einsprechthemen steht – aber ich hab keinen Schimmer, was ich alles lernen soll. Und vor allem WANN!

Aber: wird schon werden. Ist immer irgendwie geworden. 😉

Ball & Baum

18 Apr

Heute auf dem Schulhof.
Es ist warm, die Sonne scheint. Ich hab mein Lieblings-ADS-Kind an meiner Seite und Aufsicht.

Plötzlich saust ein Fußball an meinem Kopf vorbei. Puh, Schwein gehabt.

Die Jungs kicken weiter.
Dann landet der Ball im Baum.
Die Jungs springen hoch.
Keine Chance.
Ich springe hoch.
Keine Chance.
Ich springe hoch & versuche mit meiner Wasserflasche gegen den Ball zu hauen.
Fast!

„Hey Frau A., nimm mich doch auf den Rücken!“

Ich schnappe mir den Zweitklässler, nehme ihn huckepack & mach mich lang.
Keine Chance.
Er streckt sich und quietscht.
Keine Chance.

Eine kleine Traube hat sich inzwischen um uns gebildet. Es wird interessiert geguckt und gegrinst.

„Hey, gebt mir mal der Frau A. ihre Flasche!“

Sie wird ihm nach oben gereicht.
Ich strecke mich, höre es über mir knacken, schaue nach oben. Im selben Moment bröselt mir Rinde ins Auge.
Autsch!
Egal, durchhalten!
Nur noch einmal strecken…und der Ball kommt nach unten…und mit ihm auch ein Stück Ast & Zweige.

Die Kinder jubeln. Frau A. schüttelt sich die Rindenreste aus dem Haar, legt den Ast beiseite und schlendert weiter über den Schulhof.

…und wieder 3 Minuten Hofaufsicht vorbei. 😉

12/18

3 Feb

Auf meiner To-Do-Liste steht das Wörtchen „Monatsbericht“. 
Das heißt, dass ich alle Stunden, die ich im letzten Monat gehalten oder hospitiert habe, auflisten muss. Mit Fach und Klasse.
Diesmal ist es bereits Bericht Nummer 12 von 18… Verrückt, wie die Zeit vergangen ist.
Das letzte Jahr ging schneller vorbei, als ich gedacht hatte.
Wenn man anfängt und weiß, dass man ANDERTHALB JAHRE im Ref ist, kommt es einem ganz schön lange vor – wenn man mitten drin steckt, wird einem die Zeit dann aber schnell viel zu kurz und man würde gerne noch ein bisschen länger in diesem „geschützten“ Rahmen verbleiben. Sicher nicht wegen des Status LAA & der permanenten Beurteilungssituation, sondern einfach, weil man noch Leute um sich herum hat, die einem Tipps geben, helfen und unterstützen… Das fällt dann später sicher weg, zumindest in dem Umfang wie jetzt.
Egal.
Wenn ich jetzt zurück schaue merke ich, dass ich im letzten Jahr viel gelernt habe. Ich bin in vielen Dingen sicherer geworden, oder wie man im Seminar sagen würde: „Ihre Lehrerpersönlichkeit ist gereift.“ Das ist irgendwie cool.
Zugenommen hat vor allem meine Vorfreude auf den Beruf. Ich habe viele Anregungen bekommen, die ich gerne umsetzen möchte. Ich habe Kolleginnen gesehen, die in ihrer ganzen Art und Weise sehr inspirierend sind und Vorbildcharakter für mich haben. Davon gibt es an meiner Schule eine ganze Menge. Jeder ist anders und auf seine Weise trotzdem irgendwie toll.

Worauf ich mich besonders freue? Hm.
Ich freue mich darauf, eine eigene Klasse zu haben. Nicht immer hin & her zu springen, sondern einen festen Punkt zu haben, etwas aufzubauen. Ich freue mich darauf, (hoffentlich) nicht mehr so weite Strecken fahren zu müssen. Ich freue mich darauf, mehr Geld zu verdienen & etwas sparen zu können. Ich freue mich darauf, eine richtige Lehrerin zu sein.

Worauf ich mich nicht freue? Hm.
Ich freue mich nicht darauf, meine Schule zu verlassen. Die Leute (und Schüler) dort sind mir irgendwie ans Herz gewachsen und es ist schön, dazu zu gehören. Ich weiß auch, dass die Bedingungen dort super sind. So gut, wie ich sie an noch keiner anderen Schule gesehen habe. Sowohl materiell, als auch personell – die Schüler sind im Vergleich zu meinen damaligen Hortkindern wirklich „zahm“ und umgänglich. Man kann unterrichten und muss nicht allzu viel „Dompteur“ sein.

Naja. Das letzte halbe Jahr ist angebrochen. Auf dem Plan stehen als große Brocken noch die praktische Prüfung (2 Unterrichtsstunden mit 6-köpfigem Kommittee hinten drin halten) und die mündliche Prüfung. Den Termin für die praktische Prüfung werde ich wohl im Laufe der nächsten Woche erhalten. Ich hoffe, dass ich nicht direkt nach den Winterferien dran bin – sonst müsste mein London-Trip nämlich ins Wasser fallen. Aber ganz ehrlich: Das wäre doch fies, die Prüfung auf diese Woche zu legen – dann hätte man ja absolut Null Ferien. Also hoffe ich mal, dass die das auch so sehen. Alles andere wäre doof.

Die Mündliche ist im Mai, in der Woche nach Pfingsten. Damit befasse ich mich aber noch GAR nicht, weil das für mich gerade noch sehr weit weg erscheint.
Die Priorität liegt momentan auf meinem Unterricht, inkl. Zielformulierungen und theoretischer Vorarbeit – damit ich weiß, was wichtig ist und mich gut auf die Praktische (und den schriftlichen Entwurf) vorbereiten kann. Das klappt schon ganz gut jetzt. Und ich kann anhand der Ziele wirklich abrechnen, ob ich was erreicht habe, oder nicht.

Ansonsten stehen vor den Ferien noch 2 Unterrichtsbesuche an – eigentlich müssten das die Fachleiter nicht mehr machen, aber durch die versemmelte Lehrprobe wurde mir nochmal Hilfe angeboten – die nehme ich natürlich gerne an. Je mehr Meinungen / Tipps, desto besser 🙂

Ein bisschen neidvoll blicke ich auf die LAAs, die jetzt anfangen. Die beginnen nämlich heute ihre Kennenlernwoche in einem Kaff fern der Zivilisation – letztes Jahr fand ich das anfangs noch doof. Eine Woche weg von zuhause, mit fremden Leuten in nem kleinen Zimmer in ner Jugendherberge ohne Handyempfang…inzwischen würde ich das gerne nochmal machen, weil ich weiß, dass ich die Leute gar nicht mehr SO oft sehen werde & weil es ne schöne Woche war… So ändert sich das eben 😉
Dafür haben die noch alles vor sich – ich bin mir nicht sicher, wer es besser hat 😉

Naja, ich merk schon – heute schreibe ich nur, um mich von meiner eigentlichen Aufgabe (Vorbereitung für den UB morgen) abzulenken. Die Planung steht ja schon, jetzt muss ich noch an der Zielorientierung und dem Motivationsbogen feilen. Meine 2 Baustellen derzeit. Motivation geht ja PRINZIPIELL ganz einfach (zumindest wenn ich bei meiner D-Mentorin drin sitze – die macht das immer so toll, da arbeiten die Kinder wie die Bienchen), aber mir fällt das noch nicht so leicht. Blöderweise. Aber ich übe ja noch. 😉

In diesem Sinne – macht euch noch nen schönen Sonntag.
Frau A. wie Am Schreibtisch 😉 

Wochensternchen

27 Jan

So, nun ist die Woche mal wieder rum.
Ich bin ganz zufrieden, weil ich viel geschafft habe.
Was alles?
Hmmmm… Ein Ausschnitt:

1. Ich versuche gerade, zu jeder Stunde konkrete Ziele zu formulieren, suche im Lehrplan nach dem Lernbereich und formuliere Teilziele. Das klappt bisher ganz gut und ich werde langsam besser darin. Denke ich 😉

2. Ich habe im Studienseminar bei einer entsprechenden Veranstaltung sämtliche Probleme unseres Jahrgangs konstruktiv angesprochen. Das Atmosphäre war gut, die Leitung schien ehrliches Interesse zu haben. War positiv, denke ich.

3. Ich habe im Werkenseminar filzen gelernt. Konnte mir bisher rein GAR NICHTS darunter vorstellen. Jetzt schon. Und ich fand es so toll, dass ich mir inzwischen verschiedene Filzwolle, Nadeln und Unterlagen bestellt habe & demnächst versuchen werde, selbst ein paar Sachen zu filzen. Filzen ist übrigens Werken-Thema in der Schuleingangsphase – war mir neu. Aber mir gefällt es, dann kann ich das auch gut vermitteln 🙂

4. Ich habe im Rahmen einer Infoveranstaltung versucht, den Studenten einen kleinen Einblick in das „Nach dem Studium“ zu geben. Dazu noch ein paar kleinere Hinweise, auf was man achten sollte. Vielleicht mache ich das nächstes Jahr nochmal, dann wird das ein bisschen strukturierter und geplanter – das wäre ne tolle Sache. Hat Spaß gemacht, vor den Studenten zu stehen und Wissen weiter zu geben. 🙂

5. Ich habe Freunde besucht und hatte Spaß mit ihren 2 Kindern. Die sind sowas von goldig, man möchte sie die ganze Zeit knutschen. Langsam werden sie auch wilder – ist sehr interessant, die Entwicklung zu beobachten… Mit dem Großen kann man sich inzwischen schon richtig gut unterhalten & wenn Besuch kommt, zeigen sie was sie so können – tolle Sache, diese Kinder 🙂

6. Ich habe die nächste Woche vorbereitet. War gar nicht mal so wenig, weil für den Seminartag am Mittwoch einiges gemacht / mitgebracht werden muss. Im Matheseminar werde ich kurz eine Unterrichtsstunde inkl. Material vorstellen – also musste ich den Kram auch noch raussuchen. Aber wenn man Wissen hat, sollte man es auch weiter geben, finde ich. Also mach ich das gerne. Außerdem dürfen wir jetzt das Studienseminar bewerten mit einem Fragebogen. Da werden sich manche richtig auslassen, denke ich. Von mir gibts relativ wenig Kritik.

7. Ich habe mich ein bisschen fortgebildet. Auf eure Literaturtipps hin habe ich mir „Sprachunterricht heute“ gekauft – liest sich wirklich gut, ist informativ und man kann einiges mitnehmen. Gefällt mir & wird jetzt (wenn denn mal Zeit für sowas ist) schrittweise durchgelesen. Danke nochmal für den Tipp! 🙂

Jepp. Ich denk mal die Aufzählung reicht für heute.
Am Freitag wurde in der Schule die Woche ausgewertet. Es wurde entschieden, welche Schüler sich ein goldenes Wochensternchen verdient haben, weil alle gepasst hat in der Woche. Als die Runde rum war und die Schüler ihr Sternchen hatten, sagte jemand:
„Und die Frau Aaaaaaa???“
Mentorin: „Na was meint ihr, hat sie eins verdient?“
S.: „Jaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!“
M: „Aber warum denn? Das müsst ihr begründen!“
Dann meldeten sie sich und sagten ihre Gründe:
– weil sie so nett ist
– weil sie uns immer hilft
– weil wir mit ihr reden können
– weil sie ihre Prüfung hinter sich hat
– weil wir bei ihr was lernen können

– weil sie so schöne Stunden macht
– …

Hach, das war schön 🙂
Also packte ich mein „Hausaufgabenheft“ aus und meine Mentorin klebte mir unter lautem Jubeln der Klasse mein goldenes Wochensternchen ein.
Glaubt ihr nicht?
Ha:

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In diesem Sinne – auf dass es so weiter geht 😉
Liebe Grüße,
Frau A.

Gut zu wissen

16 Jan

Wie gut, dass ich mich gegen den starken Willen, einfach liegen zu bleiben, gewehrt habe & heute morgen um 5:30 aufgestanden & ins Seminar gefahren bin.

Sonst hätte ich nämlich nicht erfahren, dass wir bis MONTAG (21.1.) den Stoffverteilungsplan abgeben müssen, auf dessen Grundlage das Thema der praktischen Prüfung bestimmt wird.
Montag? Ja genau – Montag. Noch wahnsinnig viel Zeit *hust*
Angeblich stünde das in unserer Zeitschiene – nur blöd, dass dem nicht so ist & sich keiner dessen bewusst war, wie nah das schon ist.

Nun ja. Also hab ich schonmal ne hübsche Aufgabe für „nach der Lehrprobe“ – juchu.

Interessant war auch zu erfahren, dass wir noch vor den Winterferien unseren Termin für die praktische Prüfung bekommen. Aber nur den Termin, nicht das Thema. Das kriegen wir nämlich erst 10 (!) Tage vorher. Offensichtlich wollen sie testen, ob man in der Lage ist, in dem kurzen Zeitraum was gescheites auf die Beine zu stellen.

Ja, bin ich. Ich glaub ich hab noch nie was länger als ne Woche im Voraus geplant. Dann passt das ja prima. 😉

Jepp. Das waren die zwei schlagenden Erkenntnisse des Tages. BÄM, mitten ins Gesicht.

Weitere News:
Ich werde krank.
Nachdem ich die letzten beiden Tage schon Rückenschmerzen vom Schneefegen hatte, kamen heute im Laufe des Tages Schnupfen & Halsschmerzen dazu. Beides bisher nur auf einer Seite. Suuuuuper – so kurz vor der Lehrprobe.

Aber ich werde nen Teufel tun & mich krankschreiben lassen – nachdem ich so lange an dem Schriebs gearbeitet habe & ne coole Stunde geplant habe. No Way! Das Ding wird am Freitag gehalten – und wenn ich 90min flüstern muss!

Und auch die spontanen personellen Änderungen lasse ich nicht an mich ran. Denn: nicht meine neue Fachleiterin wird am Freitag kommen, sondern die, die ich vorher hatte. Hmpf. Die, der man es nicht wirklich Recht machen kann – auch wenn sie nett ist.

Nun ja, man kann nicht alles haben, ge?

Haben tu ich aber immerhin meine Mentorin, die die Stunde auch beobachten wird & das reicht mir schon als moralische Unterstützung 🙂

Jupp. Jetzt bin ich nach 14h unterwegs sein Zuhause angekommen, hab mich kurz hingelegt (ohne zu schlafen!) und zur Entspannung diesen Text hier geschrieben. Werde mich dann nochmal ins Arbeitszimmer begeben und den Schriebs fertig stellen. Muss ja morgen früh abgegeben werden.

Dann bin ich das schon mal los. Juchu! 😉

Das war’s erstmal von mir. Ich hoffe ihr hattet nen schönen Tag ohne Stau, 6h im Auto & Erkältung 😉

Liebe Grüße,
Frau A.

Ps.: Manche Leute aus dem Studienseminar können einem einfach immer ein Lächeln auf die Lippen zaubern – das ist einer der (wenigen) Gründe, warum ich gerne dort bin. Danke dafür 😉

Pps.: Lacher des Tages
Ich. Heute Mittag bei Mc Donalds. Der Typ an der Kasse verteilt lieber Burger, als mich zu bedienen. Ignoriert mich. Ich warte. Sehr lange. Die Mittagspause ist begrenzt. Endlich komme ich dran. Ich bestelle. Und verlange nach dem Kassenzettel.
Sofort strahlt mich der Typ an, händigt mir ÄUSSERST zuvorkommend den Zettel aus & wünscht mir einen tollen Tag. Dann beginnt er, wie irre im Eiltempo die Filiale zu putzen.

Was war passiert?!

[Es folgt geheimes Insiderwissen aus meiner MysteryShopping-Vergangenheit]
Die einzigen Personen, die bei McD nen Kassenzettel verlangen, sind Testkäufer. Ich war 4 Jahre lang nebenbei in diesem Beruf tätig & weiß, dass beim Verlangen des Zettels SOFORT die Alarmglocken im Kopf der McD-Mitarbeiter klingeln. Heißt: sie begannen wie wild zu putzen & sauber zu machen – es war ein Fest, das mit anzusehen. Meine Mit-LAA, die ich vorher eingeweiht hatte, brachen in Gelächter aus. Es war ja auch zu herrlich das zu sehen.

Fazit: Wer bei Mc Donalds was geboten kriegen will, sagt statt „Aufrunden“ lieber „Kassenzettel, bitte“ & beobachtet, was passiert.

Viel Spass beim Ausprobieren! 😉

Tschüss Abschlussarbeit!

6 Jan

So ganz traue ich mir ja noch nicht, euphorisch zu sein – immerhin ist die Abschlussarbeit weder gedruckt, noch gebunden, noch unterwegs ins Studienseminar, aber…
Ich freue mich verkünden zu dürfen, dass ich sie heute morgen um 1:58 Uhr fertig gestellt habe. Die „schriftliche Prüfung“ ist somit beendet!

…und wenn sich das jetzt nach „aaaaach, so schlimm war’s doch gar nicht“ anhört… Es war schlimm!

Ich fasse mal kurz die betreffenden Monate zusammen:
OKTOBER
Ab 4. Oktober durften wir offiziell mit der Bearbeitung der Abschlussarbeit starten. Das ging bei mir natürlich nicht so einfach, weil montags entweder ein Unterrichtsbesuch oder ein anderes Thema in Werken anstand. Dann waren da auch noch 2 Wochen Herbstferien, in denen nicht viel passierte – außer die dezente Vorbereitung auf die Unterrichtseinheit, die nach den Ferien starten sollte.

NOVEMBER
Dann ging es los. Geplant waren 2 Doppelstunden, sprich: an 2 Montagen hintereinander wollte ich mit den Schülern an meinem Thema arbeiten. In Werken. Dazu mussten Absprachen mit Kollegen getroffen werden (normalerweise wechseln die Werkgruppen wöchentlich, wir wären also nur alle 3 Wochen drin gewesen… müsst ihr nicht verstehen…). Das klappte aber ganz gut, sodass ich den Werkraum 2 Mal für mich hatte.
Dafür gab es ein anderes Problem: die erste Doppelstunde verlief traumhaft, sodass ich in der zweiten Doppelstunde den Anspruch erhöhte – und die Schüler damit vollstens überforderte. Am eigentlichen Thema (grob gesagt: „Bewertungskriterien“) konnte ich fast gar nicht arbeiten, sodass die Arbeit an diesem Punkt eigentlich schon den Bach runter ging.
ABER: ich lasse mich ja nicht so leicht unterkriegen und setzte deshalb noch eine weitere Doppelstunde an, in der sich die Schüler zum selben Thema, aber in einem anderen Lernbereich beweisen konnten. Fazit: das was ich erreichen wollte, habe ich geschafft. Nur der Weg dort hin & das drum herum waren nicht ganz so optimal 😉 Durch die dritte Doppelstunde schleppte ich mich mehr oder weniger & war am Tag darauf den Rest der Woche krank geschrieben…(was sich im Nachhinein als „positiv“ herausstellen sollte)

DEZEMBER
Im Dezember stand an jedem Wochenende in meinem Planer „HAUSARBEIT SCHREIBEN“. In Ansätzen habe ich das auch gemacht – aber neben der normalen Unterrichtsplanung, Alltag und Freunden & Familie, die Aufmerksamkeit fordern war das gar nicht so leicht. Andere hätten hier vielleicht die Priorität auf vollstes ein-igeln und Kontaktabbruch zur Außenwelt reagiert – aber das wollte ich auch nicht. Das Problem dabei, mit Freunden auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, statt zu arbeiten ist aber dieses: wenn der Ausflug nicht zur vollsten Zufriedenheit ist, ärgert man sich im Nachhinein über die verschwendete Zeit, die man lieber am PC verbracht hätte. (Ich erinnere an dieser Stelle gerne an den äußerst depressiven Artikel im Juni). Trotzdem war es gut, auch mal raus zu kommen.
Dann standen die Weihnachtsferien an. In Thüringen ab dem 24.12.2012. Mein Plan, mir bis zum 26.12. Ruhe zu gönnen und erst ab dem 27.12. durchzustarten ging auf. Ich war mir dessen bewusst, dass bis zur Abgabe am 4.1. nicht viel Zeit war, hatte aber an manchen Teilen der Arbeit (gerade am Praktischen) schon gut vorgearbeitet. Also verschob ich meinen Tagesrhythmus so, wie er zu Uni-Zeiten schon war: tagsüber schlafen / entspannen, nachts WACH. Das klappte ganz gut, weil mich tagsüber einfach zu viel abgelenkt hätte. Momentan kämpfe ich noch mit den Nachwirkungen und versuche, den Tagesablauf wieder zu normalisieren…
Pünktlich vor Silvester, am 31.12., schickte ich einen vorläufigen Entwurf zur Korrektur / Meinungsbildung an eine ehemalige Studienkollegin & konnte den Silvesterabend entspannt verbringen.

JANUAR
Den Entwurf, den ich meiner Freundin geschickt hatte, korrigierte ich natürlich auch selbst. Dabei fielen mir an vielen Stellen Fehler auf. Der Hammer kam dann aber erst, als ich den kommentierten Entwurf per Mail zurück bekam – allein in der Einleitung 13 Anmerkungen und ein rot geschriebener Text untendrunter. Ups. Insgesamt hatte sie an über 80 Stellen etwas zu meckern – berechtigterweise. Also setzte ich mich dran, arbeitete einiges um, fügte hier & dort was hinzu und verlängerte die Arbeit an vielen Stellen noch einmal. Dann druckte ich es zur letzten Korrektur aus & schickte es ein letztes Mal an meine „Miss Korrektur„. Gestern war es dann soweit – die finale Korrektur stand an.

Multitasking Deluxe – links oben die Endfassung, rechts oben die Version mit Anmerkungen von Miss Korrektur und unten meine ausgedruckte Fassung mit meinen handschriftlichen Kommentaren.
Dann arbeitete ich die Arbeit noch einmal komplett durch. Miss Korrektur hatte noch einmal 118 Anmerkungen gemacht. Zum Glück meist nur Wortwiederholungen und nette Kommentare wie „Das klingt total behindert“ 😉 Als ich alles eingearbeitet hatte, kümmerte ich mich noch um die Nummerierung der Seitenzahlen. Die müssen ja mal hier arabisch und dort römisch und dann wieder arabisch sein – ätzend.
Die Seitenzahlen auf Deckblatt und Themenblatt habe ich dann ganz einfach mit einem kleinen weißen Kästchen verdeckt, dass ich über sie gezogen habe – sieht doch kein Mensch, wenn das gedruckt ist 😉

Gegen 1:20 dann der Super-Gau.
„Word funktioniert nicht mehr.“ 

Ich dachte ich muss sterben.
Natürlich hatte ich immer wieder sorgfältig auf Laptop UND externer Festplatte gespeichert, aber… die letzte Version war von 1:02. Und in den 18 Minuten war viel passiert. Ich hatte formatiert, die Fußnoten überarbeitet, eine Leistungspyramide eingefügt. Alles weg. Und es bliebt auch weg. Ich hatte ja 18 Minuten nicht gespeichert.
Also den ganzen Kram nochmal von vorne. Juchu! 😉

Danach wollte mich Adobe noch ärgern und verschob ständig die Seiten, wenn ich als pdf speichern wollte… kurz: es war ein echter Kampf.

1:58 speicherte ich die word und pdf-Versionen dann zum letzten Mal, ging rüber zu Schatzi, schloss die Festplatte an & ließ ihn die Arbeit auf eine CD brennen (daran wird dann Plagiatsüberprüfung betrieben). Mit ruhigen Händen bastelte ich einen Umschlag für die CD, beschriftete sie und packte sie ein.

Dann ging ich wieder nach drüben ins Wohnzimmer zu Schatzi und bemerkte dort erst meine eiskalten, zitternden Hände. Ich hatte es geschafft. Ein riesiger Stein plumpste von meinem Herzen & ich musste erstmal heulen. Aber nur ein bisschen. Und nur, weil ich es endlich geschafft habe. Puh.
Dann entdeckte ich die Flasche Batida, die uns unsere Gäste (ja, wir hatten auch noch Besuch gestern) mitgebracht hatten und genehmigte mir zum ersten Mal seit langer Zeit ein Glas Batida-Kirsch. Es schmeckte herrlich 🙂

Inzwischen war es schon 2:45 und Schatzi wollte ins Bett. Ich konnte aber noch nicht schlafen, also griff ich zu einem Buch und las. Ich habe ein Buch gelesen. Einfach so.
Warum ich mich darüber so freue? Das war in der letzten Zeit nicht möglich. Vor lauter Abschlussarbeit und Schreiben und Planen kam ich einfach nicht mehr dazu, irgendwas „für mich“ zu lesen… Kurz: es war schön 🙂

Und das Beste: ich schlief dann ein wie ein Baby und wachte erst kurz vor 13 Uhr auf (okay, ich hatte nen blöden Alptraum, aber immerhin KONNTE ich durchschlafen – ein Wunder!).

Momentan sitze ich an der Planung für die nächste Woche – das Leben geht ja auch nach der Abschlussarbeit weiter. Aber es ist schon schön zu wissen, dass man den ersten (benoteten) Schritt Richtung Ziel hinter sich gebracht hat. Es folgt noch
– Bewertung durch Schulleitung und Studienseminar
– praktische Prüfung (2 Stunden vor Kommitee halten)
– mündliche Prüfung (mit Praxisproblemen etc.)
Also habe ich ein Viertel hinter mir. Das ätzendste Viertel, meiner Meinung nach 😉

Jetzt muss nur noch am Montag beim durcken & binden alles gut gehen & dann bin ich zufrieden!

In diesem Sinne,
freudige Grüße
Frau A. 🙂

Ps.: Jetzt muss ich erstmal die liegen gebliebenen Sachen aufarbeiten – Rechnungen, Monatsberichte, Schreibtisch aufräumen. Aber alles ist besser, als Abschlussarbeit schreiben.

Pps.: Zum Schluss noch mein Dank. Der geht insbesondere an die großartige, fantastische, phänomenale Miss Korrektur, die mir mit ihren Einwürfen, Ideen und Meckereien die Augen geöffnet und mich auf grobe Mängel hingewiesen hat. Ich bin so dankbar dafür, dass du das auf dich genommen und mir geholfen hast – DANKE! (das Paket für dich ist bald unterwegs). Mein zweiter Dank geht an Schatzi. Dafür, dass er mich in den Hintern getreten, getröstet und vor allem mit leckerer Nahrung versorgt hat. Und dafür, dass er mich immer unterstützt und Verständnis für die vielen Stunden am Schreibtisch hat. 
Es ist schön, dass es Menschen wie euch beide gibt & dass ich euch kennen darf. 🙂