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Tipps für den Deutschunterricht

18 Jul

Gerade im Netz gefunden – vieles ist bekannt, aber Klaus Dautel fasst wertvolle Hinweise und gute Ideen nochmal konzentriert zusammen.
Gedacht ist das Ganze insbesondere fürs Gymnasium, aber auch ich als Grundschullehrerin finde den Artikel interessant.

Viel Spaß beim Lesen!

http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/dautel/mtph7.html

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Mein Tag in Bildern

8 Apr

Heute mal in Bildform 😉

Gestern Abend – noch fix die Hausaufgabe für die Kinder vorbereitet:

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Weckzeiten wie auf viel zu früh gestellt (links)…und pünktlich aufgewacht (rechts):

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Den Tag mit entspannter Musik begonnen (ich liebe Melodie & Flair des Liedes…):

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Danach in die Schule gedüst und erstmal 3 Stunden selbst unterrichtet, dabei u.a. das hier:

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Für 2 StundenSchulgarten (eigentlich ist das ja meine Werkenstunde, aber es ist Frühling & da hat das Vorrang…) ging es mit meiner Mentorin nach draußen…die Kinder sollten „den Frühling suchen“:

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In Anbetracht meiner kratzenden Lunge und schniefenden Heuschnupfennase habe ich mich nach dem Unterricht dann hiermit eingedeckt und mir schon die erste Ladung Augentropfen verpasst:

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Jepp. Das war der heutige Tag. Es gibt auch noch ein lustiges Bild vom Vertretungsplan, auf dem als Vertretung 5x mein Name untereinander steht – sieht cool aus 😉

Ansonsten…um zu vermeiden, dass ich mir den Mund fusslig rede um zu erklären, warum ICH da bin und nicht meine Mentorin, hab ich heute als erstes noch vor Unterrichtsbeginn an die Tafel geschrieben:

„Frau Deutsch ist krank 😦
Heute alles mit Frau A. :)“

Dann musste ich nur noch an die Tafel zeigen, wenn die Frage kam 😉

Ansonsten lief es heute ganz harmonisch ab. Die Kinder waren ein bisschen quasselig, was aber kein Wunder ist nach 2 Wochen Ferien. Also hab ich sie viel (zielgerichtet) reden lassen – was übrigens auch Teil des Lehrplans ist und sie langsam zur Leistungsbereitschaft geführt , wie es meine Mentorin angeraten hat. 🙂

Bei der Rückgabe der HSK-Arbeit zum Thema Zähne, die wir vor den Ferien geschrieben hatten, war plötzlich Totenstille…Ich zeigte mich enttäuscht darüber, dass viele Kinder Punkte verschenkten, weil sie beim Besprechen der Aufgaben nicht zugehört haben. Wenn dort steht „Antworte im Satz“ und man tut es nicht – dann werden Punkte abgezogen. Und nachdem wir mindestens 100 mal wiederholt haben, was ein Satz ist, will ich als Antwort dann nicht „die Backenzähne“ sehen. Nö.
Dass es keine Eins gab schockierte die Kinder ein wenig, aber…selbst Schuld. Das müssen sie jetzt einfach lernen. Schlimm sind die Noten nicht – in Thüringen gibt es seit neustem erst ab Klasse 3 „richtige“ Noten…aber manche waren schon geknickt und guckten mich böse an.
Aber da steh ich drüber, ich habe fair bewertet und kann die Ergebnisse rechtfertigen.
Interessant ist, wie man die Kinder bei solchen dezent emotional angehauchten Sequenzen fesseln kann – ein bisschen Schauspiel gehört halt doch dazu 😉

Yo. Ein bisschen nachdenklich bin ich dann Zuhause angekommen, weil ich auf dem Heimweg eine Freundin besucht habe, die derzeit nicht allzu gut dasteht – weil sie anderen geholfen hat & dafür in den Hintern getreten wurde… Sowas nervt, aber lässt sich wohl leider nicht ändern. Bin derzeit am Überlegen, wie ich ihr etwas Gutes tun kann… Fällt mir sicher was ein. 🙂

Ansonsten…jetzt ein kurzes Nickerchen, dann die Planung für meine 5 Stunden morgen (u.a. eine Stunde in der mir fremden Klasse 1 – das wird interessant) und heute Abend hoffentlich früh Feierabend für maximale Schatzi-Zeit.
Hab heute morgen mal wieder gemerkt, wie schön es eigentlich ist, neben dem Mann aufzuwachen, den man liebt. Einfach klasse 🙂

In diesem Sinne: ich hoffe ihr hattet auch nen guten Start in die Woche!

Liebe Grüße,
Frau A.

Ps.: Habe heute den Termin für meine mündliche Prüfung erfahren. Über die Schule, nicht übers Seminar. Mal sehn wann die offizielle Mail an uns rausgeht…

Wochensternchen

27 Jan

So, nun ist die Woche mal wieder rum.
Ich bin ganz zufrieden, weil ich viel geschafft habe.
Was alles?
Hmmmm… Ein Ausschnitt:

1. Ich versuche gerade, zu jeder Stunde konkrete Ziele zu formulieren, suche im Lehrplan nach dem Lernbereich und formuliere Teilziele. Das klappt bisher ganz gut und ich werde langsam besser darin. Denke ich 😉

2. Ich habe im Studienseminar bei einer entsprechenden Veranstaltung sämtliche Probleme unseres Jahrgangs konstruktiv angesprochen. Das Atmosphäre war gut, die Leitung schien ehrliches Interesse zu haben. War positiv, denke ich.

3. Ich habe im Werkenseminar filzen gelernt. Konnte mir bisher rein GAR NICHTS darunter vorstellen. Jetzt schon. Und ich fand es so toll, dass ich mir inzwischen verschiedene Filzwolle, Nadeln und Unterlagen bestellt habe & demnächst versuchen werde, selbst ein paar Sachen zu filzen. Filzen ist übrigens Werken-Thema in der Schuleingangsphase – war mir neu. Aber mir gefällt es, dann kann ich das auch gut vermitteln 🙂

4. Ich habe im Rahmen einer Infoveranstaltung versucht, den Studenten einen kleinen Einblick in das „Nach dem Studium“ zu geben. Dazu noch ein paar kleinere Hinweise, auf was man achten sollte. Vielleicht mache ich das nächstes Jahr nochmal, dann wird das ein bisschen strukturierter und geplanter – das wäre ne tolle Sache. Hat Spaß gemacht, vor den Studenten zu stehen und Wissen weiter zu geben. 🙂

5. Ich habe Freunde besucht und hatte Spaß mit ihren 2 Kindern. Die sind sowas von goldig, man möchte sie die ganze Zeit knutschen. Langsam werden sie auch wilder – ist sehr interessant, die Entwicklung zu beobachten… Mit dem Großen kann man sich inzwischen schon richtig gut unterhalten & wenn Besuch kommt, zeigen sie was sie so können – tolle Sache, diese Kinder 🙂

6. Ich habe die nächste Woche vorbereitet. War gar nicht mal so wenig, weil für den Seminartag am Mittwoch einiges gemacht / mitgebracht werden muss. Im Matheseminar werde ich kurz eine Unterrichtsstunde inkl. Material vorstellen – also musste ich den Kram auch noch raussuchen. Aber wenn man Wissen hat, sollte man es auch weiter geben, finde ich. Also mach ich das gerne. Außerdem dürfen wir jetzt das Studienseminar bewerten mit einem Fragebogen. Da werden sich manche richtig auslassen, denke ich. Von mir gibts relativ wenig Kritik.

7. Ich habe mich ein bisschen fortgebildet. Auf eure Literaturtipps hin habe ich mir „Sprachunterricht heute“ gekauft – liest sich wirklich gut, ist informativ und man kann einiges mitnehmen. Gefällt mir & wird jetzt (wenn denn mal Zeit für sowas ist) schrittweise durchgelesen. Danke nochmal für den Tipp! 🙂

Jepp. Ich denk mal die Aufzählung reicht für heute.
Am Freitag wurde in der Schule die Woche ausgewertet. Es wurde entschieden, welche Schüler sich ein goldenes Wochensternchen verdient haben, weil alle gepasst hat in der Woche. Als die Runde rum war und die Schüler ihr Sternchen hatten, sagte jemand:
„Und die Frau Aaaaaaa???“
Mentorin: „Na was meint ihr, hat sie eins verdient?“
S.: „Jaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!“
M: „Aber warum denn? Das müsst ihr begründen!“
Dann meldeten sie sich und sagten ihre Gründe:
– weil sie so nett ist
– weil sie uns immer hilft
– weil wir mit ihr reden können
– weil sie ihre Prüfung hinter sich hat
– weil wir bei ihr was lernen können

– weil sie so schöne Stunden macht
– …

Hach, das war schön 🙂
Also packte ich mein „Hausaufgabenheft“ aus und meine Mentorin klebte mir unter lautem Jubeln der Klasse mein goldenes Wochensternchen ein.
Glaubt ihr nicht?
Ha:

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In diesem Sinne – auf dass es so weiter geht 😉
Liebe Grüße,
Frau A.

Ein Dank

21 Jan

Von meinem grausigen Morgen (Aufstehn. Duschen. Schnee schippen. Auto frei schaufeln. Losfahren. Rutschen. Schleichen. Aufgeben. Zurück fahren. Bürotag statt Schule.2 Tonnen Schnee schippen.) will ich heute gar nicht weiter berichten, sondern über etwas anderes.

Ich möchte mich bedanken.
Bei euch.
Und bei allen anderen auch.
Aber von vorne…

Freitag war kein schöner Tag für mich. Es war ein richtiger Dämpfer, mit dem ich nicht gerechnet habe & der mich wirklich unerwartet traf.
Im Nachhinein muss ich sagen: viele Dinge, die kritisiert wurden, waren berechtigt. Viele Dinge in meinem Entwurf hätten so nicht sein müssen.
Hauptproblem war, dass ich mich durch die Fächerverbindung, in der die Stunden liefen, verhaspelt habe.
Statt zwei einzelnen Entwürfen habe ich einen gemeinsamen geschrieben und mich dadurch verzettelt.
Das Fach Deutsch habe ich dadurch wirklich fast vollständig außen vor gelassen, was natürlich nicht hätte passieren dürfen.
Nicht, wenn man alles bedacht hat.
Ich glaube der mangelhafte Entwurf lag auch ein bisschen daran, dass ich langsam nen Laptop-Koller hatte.
Nach über einem Monat Schreibarbeit am PC für die Abschlussarbeit war meine Konzentration das Schriftliche betreffend einfach nicht mehr vorhanden. Irgendwann steht es einem bis zum Hals & dann geht nix mehr.
Durch das Schreiben habe ich mich gequält und so dann eben den Überblick verloren.
Sehe ich ein.

Jetzt zum eigentlichen Thema:
Es war wirklich toll, so viel Feedback von euch zu bekommen. Aufmunternde Worte, Tipps, Ideen und auch die Tatsache, dass es vielen von euch auch schon mal so gegangen ist – sowas baut wirklich auf und lässt einen das Ganze nicht mehr allzu eng sehen.
Dafür DANKE!
Es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die hinter einem stehen und einen unterstützen…sei es durch eine Mail, ein Youtube-Video, einen Kommentar oder eine SMS. Es ist alles angekommen und hat mir geholfen. Danke! 🙂

Nun, wie geht es nach dem Debakel weiter?
Schritt 1
Ich werde mir direkt nach diesem Artikel hier mal die wichtigsten Dinge (bzgl. Stundenplanung, Ziele etc.) zusammenfassen & ne kleine Übersicht erstellen. Die kommt dann direkt vor meine Nase, sprich: an die Wand hinter meinem Laptop, damit ich das immer im Blick habe.

Schritt 2
Ich werde in der nächsten Zeit gezielt komplette Ziele formulieren, die auf die einzelne Stunde passen und werde nach jeder Stunde  reflektieren – hat das Ziel auf meinen Inhalt gepasst? Konnten die Schüler es erfüllen? Was hätte ich anders machen müssen?

Schritt 3
Zu jedem neuen Thema werde ich eine kleine Sachanalyse vorbereiten, damit ICH weiß, wo der Schwerpunkt liegt und was wichtig ist für den Inhalt. Hier merke ich teilweise selbst, dass mir in manchen Bereichen (besonders in Deutsch) noch Grundlagenwissen fehlt. Insbesondere was die Fähigkeiten & Fertigkeiten angeht, die Schüler bei bestimmten Methoden haben müssen, damit es klappt – daran muss ich noch arbeiten, hier fehlt noch der Überblick.
Woran das liegt? Ich schieb das jetzt mal auf die Uni, solche Grundlagen hätten dort besprochen werden müssen. Statt Vorträge zum Thema Fibel zu halten… Aber das ist ein anderes Thema…


Schritt 4
Den Entwurf für die praktische Prüfung ernst nehmen. Oder sagen wir: ernster als den der 2. Lehrprobe. Ich habe schon einige Hinweise bekommen, was ich hätte besser machen können und wo der Fokus liegen muss. Daran werde ich beim nächsten Mal arbeiten, sodass mir dämliche Anfängerfehler wie dieses Mal nicht mehr passieren.

Ich denke mal, dass der Schlachtplan ganz sinnvoll ist und mir helfen wird.
Das Fachliche ist seit Beginn der Ausbildung ein Knackpunkt, an dem ich noch arbeiten muss. Ebenso wie die Ziele. Wobei ich bei letzterem schon Fortschritte gemacht habe. Wenn ich jetzt an Stundenplanungen sitze, schreibe ich mir automatisch schon auf, was ich erreichen will – wenn ich das noch genauer hinkriege, wird das mit den Zielen in der Prüfung dann auch klappen.

Heißt: ich arbeite an mir (wie immer) & dann wird das schon werden.

In diesem Sinne: DANKE für’s Rücken stärken und unterstützen,
Eure Frau A. 🙂
Ps.: Frage an euch:
Habt ihr vielleicht hilfreiche Literaturtipps, was fachliche Grundlagen angeht? Egal zu welchen Fächern. Über Hinweise würde ich mich freuen. Habe hier schon Kataloge von diversen Verlagen stehen, aber die preisen ja ALLES als supertoll und superhilfreich an. Woher nehmt ihr eure Fachwissen? 

Die 2. Lehrprobe

18 Jan

Ja, wo fang ich an. Schwierig, nach diesem Tag.
Heut stand die zweite Lehrprobe auf dem Programm. Darauf freute ich mich schon. Nicht auf die Lehrprobe mit 4 Gästen, aber auf die Stunde und auf das, was ich mit den Kindern vor hatte.
Ich unterrichtete wie geplant, ging auf ungeplante Zwischenfragen (souverän) ein, alles lief.
Am Ende wurde die Zeit knapp (weil ich zu viel in die Stunde gepackt hatte), sodass ich die Arbeit abbrach und die Weiterarbeit auf Montag verschob.
Soviel zur Kurzform.

Danach hatte ich wieder 40min Zeit, um „mir zur Stunde Gedanken zu machen“. Direkt im Anschluss, keine Pause, nix.
„Auf Wiedersehen“ zu den Kindern und dann gleich Auswertung, Auswertung.

Ich war vorbereitet, hatte mir die Reflexionsspinne in eine Tabelle umgearbeitet, um effizient auswerten zu können.
Ich fand Kritikpunkte, Problemstellen, analysierte Schülerarbeiten & schrieb Verbesserungsvorschläge auf.

Dann das Auswertungsgespräch.
Ich brachte alles an, was mir aufgefallen war, reflektierte, sagte was mir zur Stunde einfiel, machte Vorschläge.
Dann waren die Fachleiter dran.
Nach 3 Sätzen zu meiner ach-so-tollen Lehrerpersönlichkeit „(„Die Kinder lieben Sie!“) ging das Gemetzel los.
Der Entwurf? Miserabel!
Die Umsetzung? Oh Gott!
Der Lernzuwachs? Gab es nicht!
Die Reflexion? Unzureichend!
Die Zielformulierungen? Lachhaft!
Das Pensum? Zu hoch!
Die methodische Analyse? Murks!
Die Sachanalyse? Unvollständig!
und und und.
Also volle Breitseite, mitten ins Gesicht.
BÄM.

Ich saß da, hörte zu, biss mir LANGE LANGE LANGE auf die Zunge, lenkte mich mit Nase putzen ab.
Aber dann war das Maß voll & mir stiegen die Tränen in die Augen.

Wie blöd bin ich eigentlich?
Zu dämlich, Ziele zu formulieren.
Zu inkompetent zu erkennen, was die Schüler bewältigen müssen.
Zu was weiß ich nicht alles.

Aber: meine Lehrerpersönlichkeit ist toll.

Nur blöd, dass die nicht bewertet wird, sondern dass es so läuft:
„Frau A., Sie werden an Ihrem Entwurf gemessen!“

Dann ist es auch nicht wichtig, dass ich in der Stunde differenziert habe – es stand ja nicht im Entwurf.
„Wann ist Ihnen das denn eingefallen?!“
Das hatte ich die ganze Zeit geplant und nur vergessen, es aufzuschreiben.
„Das muss alles in den Entwurf. So geht das nicht!“

Puh. Und so ging das ungefähr anderthalb Stunden.
Dies war schlecht, das war noch schlechter. Das war zu viel, das war zu wenig.
Wirklich gut war nix… oh doch, mein Tafelbild, yeah! Und natürlich die Lehrerpersönlichkeit.

Kurz: Es war ganz schön heftig.
Vor allem, dass sich so an dem Entwurf festgeklammert wurde & alles schlecht geredet wurde.
Okay, ich sehe ein, ich habe wichtige Teile vergessen bzw. war mir deren Bedeutung nicht bewusst.
Ich war zu sehr auf HSK und die Ziele diesbezüglich fixiert.
Ich habe in Deutsch nicht deutlich genug auf die Lernwörter hingewiesen & nicht klar genug im Entwurf ausgearbeitet.
Okay.
Alles klar.
Aber ich habe auch selbstständig Fehler gefunden und schon geplant, wie es weiter gehen soll.
Ich habe gesehen, wo es Probleme gab und überlegt, wie man sie lösen könnte.
Ich habe differenziert.
Ich bin auf Zwischenfragen eingegangen.

Aber das war alles egal. Wirklich wurscht. Davon wurde rein GAR NICHTS erwähnt.
Nur drauf gehauen.

Jepp.
Dann durfte ich den Raum verlassen.
Rief heulend Schatzi an.
„Ach komm, das zählt doch eh nichts. Mach dich nicht so fertig! Ich hab dich trotzdem noch gern!“
Beruhigte mich einigermaßen.
Nach gefühlten 100 Stunden wurde ich dann reingebeten und mir die Noten eröffnet.

Ich zitiere:
„Also wenn das Ihre Prüfung gewesen wäre, wären Sie durchgefallen.“

BÄM.
Okay, nach dem Gespräch dachte ich mir schon, dass es nicht so prall war – gerade wegen des Entwurfes, aber…
Als dann die Noten kamen… Wow!

Die genauen Zahlen sag ich euch nicht, aber nur so viel: pro Fach wären 15 Punkte das Maximum gewesen.
Sprich: insgesamt hätte ich bei 2 Einsen mit Sternchen 30 Punkte sammeln können.
Was habe ich bekommen?
9 Punkte.
INS.GE.SAMT. 

Krass, oder?

Besonders schön finde ich hier noch, dass es DAMALS am Ende der 1. Lehrprobe von der selben Person noch hieß:
„Ich traue Ihnen durchaus zu, eine Einserkandidatin zu werden.“
Davon war heute nichts mehr zu sehen oder zu hören oder zu spüren.
Ich bin zur Fünferkandidatin mutiert.

Was ich schade finde an der ganzen Sache ist, dass die positiven Dinge kaum in die Wertung eingingen.
Der Entwurf war zentral, nicht meine Stunde.
Ich gebe zu, dass ich Fehler gemacht habe, ja.
Aber hätten sie den Entwurf nicht gehabt, wäre es nicht so schlimm ausgegangen.
Niemals!
Und das ist so… ätzend. Ebenso wie der Spruch: „Der Entwurf soll ja heute nicht mit in die Bewertung eingehen.“ Ha. Ha.

ABER: Schwamm drüber. Die Noten gehen nirgends ein… wobei: „Sie hinterlassen natürlich einen Eindruck“
Super.
Krieg ich ein Minus mehr auf meine Liste.

Ich bin sowieso gespannt, wie das Seminar mich/uns einschätzen wird. Das stelle ich mir sehr spannend vor.
Besonders die Begründungen… Zusammen mit dem Notenvorschlag der Schule wird das nämlich 40% meiner Endnote ausmachen.
DAS ist also wichtig. Lehrerpersönlichkeit und sowas.

Die „richtige“ praktische Prüfung zählt insgesamt dann „nur“ 20%. Kann einem trotzdem die Beine brechen.

Nun ja. Wie sagt man so schön: „Don’t look back in anger“.
Heißt: ich guck nach vorne & versuche, es beim nächsten Mal besser zu machen…und vor allem kleinschrittige und traumhaft schöne Ziele zu formulieren. Das wird bei mir immer als Problem gesehen. Meine Zielformulierung.
„Ihnen ist nicht klar, was Sie erreichen wollen. Und das merkt man.“ 

Hmmm… Klar weiß ich, was die Schüler am Ende können sollen. Es muss nur so verpackt werden, dass die Fachleiter es akzeptieren.
Und „WAS – WIE – WARUM“ ist auch nicht immer richtig. Es muss auch 100% passen und erfüllbar sein.
Mir fehlen da noch konkretere Vorgaben. Handfeste Dinge. Aber hier ist nicht der Ort, das zu besprechen, das muss ich woanders anbringen.

Meine Fazits des Tages: 
Was einen nicht umbringt, macht einen stärker.

Nächstes Mal – zur Prüfung, mit dann 6 Leuten hinten drinne – wird es besser werden.
Ich hab im letzten Jahr schon SO viel gelernt und es ist einfach ärgerlich, dass ich es jedes Mal durch diese blöde theoretische Planung verhaue.
Jedes Mal.
Es ist nie richtig.
Nie perfekt.
Nie passgenau.
Zum Haare raufen, echt.

Weiteres Problem: wenn „die“ kommen, versucht man immer, das was man begonnen hat abzuschließen. Es soll fertig werden. Meine Sache heute war aber kein Ding von 90 Minuten, das braucht länger. Ich hätte also weniger ansetzen sollen und das dann auf mehrere Stunden verteilen. Und dafür mehr und besser erklären sollen. Hätte ich normalerweise auch gemacht. Aber wie gesagt, sobald da jemand hockt, will man ja ein Ergebnis vorweisen.
Und in manchen Fällen führt das denn eben zu „Durchgefallen“.

Hm.
Egal.

Jetzt erstmal: WOCHENENDE!
In 4 Wochen sind Ferien.
Dann flieg ich nach London.
Und danach geht die heiße Prüfungsphase los.
Bis dahin hab ich die nächsten Wochen bisher NOCH keine größeren Termine, kann also endlich (seit November) mal wieder versuchen, mir einen Alltag aufzubauen, in dem ich nicht jeden Abend Entwürfe tippend vorm PC hänge.
Wird auch langsam Zeit.

In diesem Sinne:
Alles wird gut! Irgendwie, irgendwo, irgendwann.

Eure Frau A.

Ps.: Ich habe manchmal das Gefühl, dass das alles aus nem Grund passiert. Nämlich dem, dass ich euch von allen Facetten des Refs berichten kann. Und dazu gehört halt scheinbar auch mal ne versaute Prüfung.

Pps.: Falls hier Fachleiter jeglicher Studienseminare mitlesen: 
Mein Freund hat heute gesagt, dass dieses wirklich extreme Rumhacken heute vielleicht eine Retourkutsche ist, für meine Äußerungen bezüglich Studienseminar und Ausbildung hier im Blog. Und dass es vielleicht besser wäre, zu manchen Dingen öffentlich den Mund zu halten. 
Das werde ich natürlich NICHT tun. Ich habe eine Meinung und finde, es wäre sträflich, sich abzuducken, alles ohne murren auszuhalten und zu versuchen, irgendwie durch das System durchzukommen. 
Ich finde, dass es die Leute verdient haben, auch mal hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wie es abläuft und wo es Probleme gibt. 
Dabei sind meine Ausführungen nicht personenbezogen. Es geht um das System, in dem man zu einem umsichtigen, kompetenten, mitfühlenden, vorausschauendem, tollen Lehrer ausgebildet werden soll. Das System, dass einen in den 18 Monaten unter einen enormen Druck setzt, der einfach manchmal zu viel wird. 
Ich will hier niemanden angreifen oder lächerlich machen. Ich schreibe hier anonym über meine Erlebnisse und tausche mich mit anderen aus. 
Nicht mehr und nicht weniger. 
Und ich hoffe, dass dieses „Retourkutsche“-Ding nur ein sinnloser Gedanke war, in dem kein Fünkchen Wahrheit steckt. 
Alles andere wäre…gelinde gesagt…unverantwortlich. 

 

Ja, ich will.

30 Nov

Nein, nicht heiraten.
Sondern Lehrerin sein.
Vor einer Klasse stehen.
Mit ihnen üben.
Ihnen etwas beibringen.
Ihr Wissen nutzen.
Mit ihnen Zeit verbringen.
Ja, das will ich.

Nachdem ich heute zum inzwischen dritten Mal die Funktion als Klassenleiterin übernehmen durfte & somit 5 Stunden für die 2. Klasse alleine verantwortlich war, wurde mir das mal wieder klar.

Nach anfänglichem bangen Fragen nach meiner Mentorin („Wo ist denn Frau Deutsch?“) und meiner Erklärung („Die hat heute frei, weil sie so fleißig war & mir immer so toll hilft. Ich soll euch aber ganz lieb grüßen“) lächelten die Kinder wieder & es konnte losgehen.

Mathe
Klappte gut. Ich hatte nach der täglichen Übung (Springen, wenn man das Ergebnis weiß) eine andere Übungsform gewählt & ließ die Kinder eine Tabelle ins Heft zeichnen. Trotz Vorgabe waren die Ergebnisse sehr unterschiedlich 😉
An der Tafel sah das so aus (rechts):

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Das Rechnen klappte ohne Probleme, also wollte ich sie noch eine Aufgabe im Arbeitsheft rechnen lassen. Die hatten natürlich alle schon gelöst (das ist das Blöde dran, wenn man die Klasse sonst nur in D/HSK hat), also plante ich spontan um & ließ was anderes lösen.

Dann noch eine Sachaufgabe aus dem Buch (Frage, Rechnung, Antwort siehe Bild) & dann war’s das auch schon.

Der erste Haken am Tagesfahrplan konnte gemacht werden.

Deutsch.
Zielorientierung: „Heute wollen wir uns noch einmal mit Nomen beschäftigen & eine ganz neue, besondere Form kennenlernen“
Neu & besonders waren die zusammengesetzten Nomen, die aus 2 oder mehr Nomen bestehen.
Also erstmal eine allgemeine Übung im Heft & dann ne kleine Einführung an der Tafel:

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Den Schülern war schnell klar, um was es ging, also folgte ein kleines Spiel.
Finde deinen Partner und überlegt, welcher Artikel dazu passt!“

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Dazu hatte ich die kleinen Puzzleteile vorbereitet (haben alle auf nen kleinen weißen Notizzettel gepasst, der Aufwand muss nicht immer riesig sein) und laminiert.

Die Kinder haben sich bewegt, hatten Spaß & fanden auch die Nomen & Artikel heraus – sehr gut! 🙂

Die anschließenden Übungen gelangen auch fast allen Schülern, also scheine ich es gut erklärt zu haben 😉

Die entstandenen Wörter im Arbeitsheft ließ ich dann nach dem ABC ordnen & hatte damit auch gleich noch was sinnvolles angefangen 😉

HSK
Hier hatte ich 2 Stunden eingeplant zum Thema Haustiere/Wildtiere/Nutztiere (Wiederholung von gestern) und zum neuen Thema „Hund“.
Dazu ließ ich die Schüler ihr Wissen nennen & schrieb rechts an der Tafel in Stichwörtern mit.
Dann erstellten wir einen kleinen Steckbrief, bei dem ich den Schülern relativ viel Mitspracherecht ließ.

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Dann folgte der Körperbau des Hundes, bei dessen Beschriftung die Fachbegriffe genannt werden sollten. Sprich: Fang, Rute, Flanke, Läufe & Pfoten.
Puh! Dachte ich mir. Zwar standen die Erklärungen dabei, aber das war mir nicht anschaulich genug.
Also macht ich mich zum Hund, zeigte an mir verschiedene Körperteile und ließ die Kinder das dann mit den Fachwörtern beim Hund benennen. Machte richtig Spaß 🙂
Dann war das Beschriften des Hundes ein Kinderspiel – das war schön zu sehen!

Beim Thema „Hund als Nutztier“ bzw „Hundeberufe“ waren viele Schüler erstaunt, wo Hunde alles helfen können. Es gab Schlitten/Jagd/Blinden/Hirten- und Polizeihunde, deren Wichtigkeit die Schülern dann aber auch benennen konnten.

Letzter Punkt war die Körpersprache des Hundes. Dazu waren 4 Bilder im Heft vorgeben und 4 kleine Texte dazu. Zuerst ließ ich die Schüler anhand der Körperhaltung vermuten, was der Hund damit anzeigt. Danach kam es zur großen Überraschung, weil aus dem „Der wälzt sich auf der Wiese und spielt“ nämlich das „Ich unterwerfe mich einem Stärken“ wurde – ganz anders, als gedacht.

Leider konnte ich zeitbedingt nicht noch weiter über das Verhalten gegenüber (fremden) Hunden reden – das wird aber definitiv noch gemacht.

In der letzten Stunde, die ich am Plan als kleines Geschenk eingezeichnet hatte, ließ ich die Wettertabelle ausfüllen:

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Und in Anbetracht des Niederschlages Schnee habe ich mich dann tatsächlich dazu durchgerungen, mit den Kindern zu singen…

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Wer mich kennt weiß, dass das kein kleiner Schritt für mich war… (Den Text hatte ich mir in der Stunde noch fix übers Handy im Internet gesucht – sonst hätte ich das nicht hingekriegt 😉 )

Dann gabs noch eine Reflexion a la „Was hast du in dieser Woche neues gelernt / erfahren?“. Im Zuge dessen habe ich noch ein paar Informationen ergänzt & die Stunde abgerundet.

Ganz am Ende war dann tatsächlich noch Zeit, das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ vorzulesen. Leider nicht bis zum Ende, aber es war trotzdem toll, wie gebannt & leise sie mir zugehört haben. Hach ja.

Was war noch so?
– leise Frühstückspause
– Schülerversammlung
– Hausaufgaben aufgeben
– Streit schlichten
– Für Ruhe sorgen

Alles in allem muss ich sagen: es war echt schön. Die Kinder mal einen kompletten Tag zu erleben. Nicht von Klasse zu Klasse springen zu müssen. Ansprechpartner von Sekretärin, Hort & Kindern zu sein. Organisatorisches zu klären. Zu unterrichten.

Sicher war es auch anstrengend, aber es war auch cool zu sehen, wie meine Planung funktioniert hat, wie ich differenziert habe, wie viel wir geschafft haben. Schön!

Putzig waren mal wieder die Kommentare der Schüler. Heute durfte ich mir mehrfach von einer Schülerin anhören, dass sich meine Schreibschrift verbessert hat…
Frau A., du hast doch geübt. Deine Schrift sieht jetzt richtig toll aus!“
… Danke, Kleine! 😉

Ich könnte noch so viel mehr schreiben, aber ich denke, dass ich das Wichtigste gesagt habe: ich hatte Spass & der Beruf ist genau das, was ich den Rest meines Lebens gerne machen will. 🙂

In diesem Sinne: auf in ein langes Wochenende!

Zur Freude des Tages geht es für mich & Schatzi heute ins Kino. 3 Stunden „Cloud Atlas“ – mal sehen, ob das wirklich so toll ist 😉

Ganz liebe freudig-glückliche Grüße,
Frau A. 🙂

…und sonst geht’s mir gut.

15 Nov

Mit diesen Worten schließen die meisten Kinder ihre Redezeit im Ethik-Sitzkreis ab. Dabei erzählen sie kurz vom Wochenende, schönen oder traurigen Erlebnissen und interessanten Ereignissen.

Natürlich darf ich dabei auch was sagen (auch wenn ich nur hospitierend drinne sitze). Für mich war heute – aus verschiedenen Gründen – ein toller Tag:

1. ich durfte 3 Stunden hintereinander unterrichten. In der Hofpause hatte ich Aufsicht… Und es war toll! Wie eine richtige Lehrerin 🙂

2. Die Auswertung der Igelgeschichten lief gut. Einige von euch hatten ja empfohlen, die Schülertexte am PC abzuschreiben – das habe ich auch so gemacht. Im Heft hatte jeder Schüler dann noch einen kleinen Kommentar von mir (Super! Weiter so! Tolle Idee! Etc.)
Am Stundenanfang verteilte ich die Texte willkürlich, also hatte jeder den Text eines anderen.
Dann folgte die Methode „Lerntempo-Duett“ (gelernt im Studienseminar. Yeah!). Dabei suchen sich Schüler, die fertig sind, einen Partner mit dem sie den Text tauschen. Wichtig: das geschieht nur mit den Augen, also mucksmäuschenstill! 🙂
Hat echt gut geklappt!

3. meine Mathestunde in der anderen 2. Klasse lief auch prima. Kopfrechnen mit Hüpfen („Wer das Ergebnis weiß, springt in die Luft.“), dann Pfeilaufgaben und am Ende war sogar noch Zeit für eine Runde „U-Boot“ spielen.

4. Die Einführungsstunde zum Eichhörnchen musste spontan umgeplant werden, also nutzte ich meine Beobachtungen bei der Aufsicht für den Einstieg. Fand ich gut 🙂

5. A propos Aufsicht. Da hatte ich heute ein beeindruckendes Erlebnis.
Situation:
Auf dem Schulhof stehen 2 randvolle Paletten mit Wasserkästen. Die Kinder stürmen raus, schnappen sich jeder einen Kasten, tragen ihn die Treppe nach unten & laden ihn auf ein Rollbett o.ä. auf & fahren ihn in den Lagerraum. Einfach so. Ohne Aufforderung. Um dem Hausmeister zu helfen.
Fand ich total toll & war richtig baff.
Der Hausmeister dazu: „Das machen die immer so. Das macht denen Spaß!“
…war nicht zu übersehen. Zur Belohnung gabs heute ein paar Bonbons – „ab und zu geht das mal“ 😉

6. Hier also mein Einstieg in Kurzform:
Fleißige Schüler beobachtet – emsig Wasser vom Hof in Vorratsraum geschafft – dort holt man sich, was man braucht – „Da fällt mir doch glatt ein Tier ein, dass das auch so macht! Euch auch?!“
Und tatsächlich – neben dem Feldhamster wurde auch das Eichhörnchen genannt – cool! 🙂

Yo, klingt ganz gut. Finde ich. Hat heute echt Spaß gemacht. Natürlich lief nicht alles zu 100% super, es musste ermahnt und verbessert werden, aber das ist ja normal & gehört dazu zu diesem Job. Und aus Fehlern lernen ja auch die Kinder 🙂

In diesem Sinne: guter Tag!
Liebe Grüße,
Frau A.

Ps.: DANKE an die, die mir immer so fleißig Hinweise und Ideen geben – es ist wirklich toll, Feedback zu bekommen & das dann auch sinnvoll in den Unterricht zu integrieren. Ihr seid super! 🙂

Rotstift oder nicht Rotstift…

14 Nov

…das ist hier die Frage!

Nachdem ich mit den Kindern den Igel kennengelernt und einen Steckbrief gestaltet hatte, ging es ans freie Schreiben. Das war für mich eine neue Sache, die ich gerne mal ausprobieren wollte. Die Kinder hatten im Vorfeld schon SEHR viel zum Igel zu erzählen und deswegen war es keine Überraschung, dass sie sich gleich fleißig ans Schreiben machten.
Meine Aufgabe: „Schreibe einen kleinen Sachtext oder eine Geschichte über den Igel.“
Als Impulse waren viele Bilder an der Tafel, die zu verschiedenen Lebensbereichen des Igels gehörten (Nahrung, Lebensraum, Besonderheiten, Aussehen etc.).

Nun ja. Die Kinder schrieben wie wild und hatten tolle Ideen.
Am Stundenende wurden einige Geschichten vorgelesen.

Weitere Planung: am Donnerstag dürfen die Kinder sich die Geschichten der anderen einmal durchlesen.
Hausaufgabe: Die Geschichten sauber und möglichst ohne Fehler auf ein Blatt übertragen, damit sie in einem Geschichtenhefter gesammelt werden können.

Mein Problem bei der Sache: 
Ich habe jetzt die Hefte der Kinder hier liegen. Wirklich tolle Geschichten, aber tausend kleine bis große Fehler. (was nicht verwundert, sie sind am Anfang von Klasse 2 und Rechtschreibregeln standen noch nicht auf dem Plan)

Beispiel:

Einestages hate ich ein Igel gefunden ich nante in Paule er sas so alein da ich habe neine Hadschur angezogen und nam in mit wir sint wieder da ich gab im ein Afel und ich hate in kleinen päterhaufen gemacht und das wasauchschon

Jetzt sagt mir mal, wie ich das korrigieren soll.
Wie würdet ihr das machen?

Ich habe jetzt sowohl meine Mentorin, als auch meine Fachleiterin gefragt und beide raten mit vom Rotstift ab.
Den hätte ich eh nicht in die Hand genommen, weil das den Kindern wahrscheinlich jegliche Freude am freien Schreiben nimmt, wenn das Blatt durchgängig rot abgemalt ist. Rechtschreibung war ja nicht das Ziel der Stunde – es ging ja um die Geschichte.

Da die Kinder am Ende aber einen möglichst fehlerfreien Text haben sollen, muss ich ja trotzdem Veränderungen vornehmen.
Ich werde jetzt also den Bleistift zücken und mich durch die Texte arbeiten.

Vielleicht habt ihr ja Ideen/ Hinweise/ Erfahrungen, was Korrekturen betrifft und könnt mit Tipps dazu geben – das wäre toll!

In diesem Sinne: schönen Abend noch!
Eure Frau A.

Ps.: Lächeln des Tages:
Bei der Heimfahrt von der Inspektion (150€) liefen 2 kleine Jungs die Straße entlang. Ich musste an der Kreuzung bremsen (Vorfahrt beachten) und wurde langsamer. Die beiden winkten mir wie verrückt. Also winkte ich zurück, machte das Peace-Zeichen und grinste. 
Reaktion? 
„YEAAAAAH!!!!“ und freudiges Lachen. 
Wie einfach es doch ist, Kinder glücklich zu machen! 🙂 

Von Igeln und Steckbriefen

9 Nov

Heute war mal wieder ein Unterrichtsbesuch. Hab durchgezählt, bis jetzt hatte ich 4xD/HSK und 3x Ma/We. Also 7 Stück mit je 2 hospitierten Stunden. Das macht auf meine aktuelle Ausbildungszeit gerechnet also EINEN Unterrichtsbesuch pro Monat. Finde ich okay. Und hilfreich ist das ja auch immer.

Heute stand Deutsch und HSK auf dem Programm. Wie immer wurden diese Fächer kombiniert und so sollten die Kinder etwas über den Igel lernen und dazu einen Steckbrief erstellen.

Derzeitiges „Problem“: der Unterrichtseinstieg.
Eigentlich weiß ich ja, wie man das macht. Ne Geschichte, ein Lied, ein Bild oder sowas. Dann n bisschen was drum rum stricken. Fertig ist die Motivation.
Nur blöd, dass ich das oft versemmle…und damit Begeisterung verschenke. (Ich finde Igel nämlich selbst total putzig – nur muss man das auch rüberbringen). Im Auswertungsgespräch fallen mir solche Sachen natürlich immer ein. Dann ist es aber zu spät 😉
Heißt für mich: nächstes Mal dran denken.

Ansonsten… lief ganz gut. Die Kinder waren total emsig bei der Arbeit und richtig fleißig. Leider konnte ich das nicht so wirklich honorieren, weil die Stunde 10 Minuten früher als sonst aufhörte (Hin&wieder ist freitags Schülerversammlung, da wird ein bisschen Unterrichtszeit für abgezwackt). Meine Reflexionen am Stundenende (Lernzuwachs deutlich machen) funktionieren immer besser – man muss sich einfach trauen die Kinder zu fragen „Was hast du heute gelernt?“ – dann klappt das schon.

Meine Zielformulierungen waren heute generell in Ordnung. Eins hat nicht wirklich gepasst (statt „Schlüsselwörter“ habe ich „Sachtext“ reingeschrieben, das war aber nicht korrekt.), aber prinzipiell wurde klar, was – wie – warum gemacht werden sollte.

Also, meine Schlussfolgerungen für die nächste Zeit:
– Vorwissen der Schüler zu neuen Themen reaktivieren (und nicht abwürgen)
– Unterrichtseinstieg noch motivierender gestalten
– Erwartungen an die Schüler klar formulieren und am Ende überprüfen

Jepp. So viel in Kurzform dazu. Ansonsten bin ich ganz zufrieden und mit einem leichten Lächeln im Gesicht nach Hause gefahren. Fragt mich nicht wieso.

Ach ja, heute früh hatte ich noch eine erschreckende Erkenntnis.
Ich habe mich gestern NACH meinem Freund ins Bett geschlichen (0:15) und bin VOR meinem Freund wieder aufgestanden (5:30).
Reaktion: Er kam ganz verschlafen aus dem Bett zu mir ins Bad, sagte „Du warst plötzlich weg.  Was machst du denn hier?“
…und ich antwortete: „Ich muss doch wieder in die Schule!“ 
Das war irgendwie…naja… komisch.
Okay, ich hab gestern 4 Stunden Mittagschlaf gemacht (geplant waren 2, aber ich hab nicht mal den Wecker gehört, so platt war ich), aber trotzdem…

Nun ja. Ich will nicht meckern. Es ist Freitag. Ich hab Feierabend. Die Reflexion hab ich schon an meine Fachleiterin geschickt. Der Mittagschlaf steht an und heute Abend gehe ich mit Schatzi (und wahrscheinlich unseren beiden Familien) zu einem Fackelumzug mit Glühwein und so. Passt.

In diesem Sinne: euch allen ein schönes Wochenende – genießt die freie Zeit!

Frau A.

Y wie Baby

10 Okt

Heute ging’s endlich mal wieder ans Studienseminar. Im September hatten wir ja Seminar-frei, um verschiedene Aufträge in der Schuleingangsphase bzw. Klasse 1 zu erledigen.
Die wurden heute ausgewertet.

Unter anderem ging es auch um Anlauttabellen, also diese Dinger, mit denen die Kinder heute schreiben lernen.
Das Prinzip: Man zerlegt ein Wort in seine Laute, sucht sie in der Anlauttabelle und schreibt sie dann auf.

Ein Beispiel: „Oma“ wird zerlegt in O- M- A. Diese Laute findet man dann neben dem Ohr, der Maus und dem Affen. Und dann schreibt man das Wort OMA auf.

Soweit klar?

Ach ja, es sind keine Buchstaben sondern Laute, weil ja auch Sachen wie Au(to), Ei(s) und andere Umlaute repräsentiert werden müssen. Man muss gut zwischen beidem unterscheiden im Anfangsunterricht.

Was ich eigentlich sagen will:
Es gibt zu so ziemlich jedem Lehrwerk, sei es fibelgebunden oder nicht, eine eigene Anlauttabelle. Hab mir heute mehrere angeschaut & war ehrlich gesagt etwas schockiert.

Hier ein Beispiel:

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Problematisch finde ich hier die Repräsentanten für X (Taxi) und Y (Baby). Klar kommen die Buchstaben in den Worten vor, aber es heißt ja nicht umsonst ANLAUTtabelle… Bei dieser Version könnte ein Kind, dass Baum schreiben will, statt dem B ein Y schreiben, weil da ja ein Baby zu sehen ist.
Blödsinn.

Naja, hier noch ein weiteres Beispiel:

20121010-193916.jpg

20121010-193926.jpg
Diese Anlauttabelle finde ich ganz okay. Dabei stört mich aber irgendwie diese comic-hafte Gestaltung und das Muster. Ist mir nicht übersichtlich genug irgendwie.

Kommen wir also zu Beispiel 3. das fand ich ganz interessant, weil – wie ihr gleich sehen werdet – die Lautbilder auch mit Zeichensprache dargestellt werden…:

20121010-194148.jpg

20121010-194156.jpg

Gut finde ich hier auch, dass Laute, die nur im Wort oder am Ende vorkommen können, durch einen Anstrich gekennzeichnet sind. Das fehlt bei den anderen beiden völlig.

Zum Ende zeige ich euch mal meinen heutigen Tagesfavoriten. Sowohl die optische Aufbereitung, als auch die fachliche Umsetzung gefällt mir sehr gut.

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20121010-194435.jpg
Bild und Laut hervorgehoben und ein Beispiel ist auch dezent beigefügt. Finde ich toll. Und übersichtlich.

Ich bin – zumindest was Arbeitsmaterialien und Unterrichtsablauf betrifft – ein sehr strukturierter Mensch & habe gerne meine Ordnung & Übersichtlichkeit. Das finde ich bei der Zebra-Variante echt toll.

Aber: das ist alles subjektiv.
Deshalb die heutige Frage: welche Anlauttabelle gefällt euch am besten? Warum?

Liebe Grüße,
Frau A.