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2 Jahre „Der steinige Weg“

22 Aug

Mein Blog hat Geburtstag!
Er wird 2 Jahre alt.

2 Jahre, in denen ihr beinahe täglich meinen Weg verfolgen konntet. Ihr habt Höhen erlebt, aber auch Tiefen. Probleme, aber auch Lösungen.

2 Jahre, in denen ich von einer Übergangs-Erzieherin zur Referendarin und nun zur Lehrerin wurde.

Ein Geburtstag ist eigentlich etwas schönes, freudiges, feiernswertes…aber dieser Geburtstag ist anders, denn: es wird der letzte sein.
Meinen eigenen steinigen Weg, den man gehen muss um Lehrerin zu werden, habe ich hier in den letzten beiden Jahren niedergeschrieben. Nun bin ich Lehrerin, an meinem Ziel angekommen – und der Weg hat ein Ende gefunden.
Natürlich ist die Zeit als Junglehrerin nicht minder steinig und turbulent – dennoch muss ich hier eine Linie ziehen und einen Abschluss finden…einerseits persönlich, andererseits auch beruflich. Mein Blog zieht inzwischen weite Kreise, ich bin nicht mehr so privat wie gedacht…und im Interesse meiner Tätigkeit, meiner Schüler, Eltern & Kollegen habe ich daher beschlossen, meinen Blog an dieser Stelle zu beenden.

Wie ihr euch sicher denken könnt, ist das kein leichter Schritt für mich. Wenn es jemanden schmerzt, dann am meisten mich – aber es ist ein notwendiger und richtiger Schritt, um meine Arbeit als Lehrerin zu unterstützen.
Oft kann man nicht so anonym bleiben, wie man gerne möchte und müsste – und das ist nicht gut, auch wenn ich mir nicht vorwerfen kann, jemals negativ über Personen geschrieben zu haben.

Meine letzten Zeilen möchte ich nutzen, um mich bei meinen Lesern für zwei wundervolle Jahre zu bedanken. Von wenigen Klicks pro Woche am Anfang, zu meist über 1000 Klicks pro Tag am Ende – ich danke euch für jeden einzelnen, weil er mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Danken möchte ich auch allen, die nicht nur gelesen, sondern auch kommentiert haben. Euer Lob, eure Kritik, eure Anregungen, Erfahrungen und Ideen haben mir in vielen Dingen geholfen, mich inspiriert, bestätigt oder zum nachdenken gebracht.
Danke!
Viele von euch sind mir ans Herz gewachsen und werden mir fehlen. Vielleicht hält der ein oder andere Kontakt ja auch…

Was bleibt vom steinigen Weg?
Alle 370 verfassten Artikel, alle 2293 Kommentare, über 317.000 Aufrufe meines Leben der letzten beiden Jahre.
Ich werde auch hin und wieder vorbeischauen, um Kommentare freizuschalten oder zu beantworten. Mehr wird aber nicht mehr passieren.

An dieser Stelle möchte ich auch allen danken, die mich im „echten“ Leben auf meinem Weg begleitet haben – egal ob sie jemals über diese Seite stolpern werden oder nicht. Danke an meine Erzieherkollegen, meine Mit-LAAs, meine Fachleiter, die Seminarleitung des Studienseminars, meine Kollegen in der Ausbildungsschule, meinen Ex-Chef, alle Hausmeister, Sekretärinnen und Essensfrauen. Ich danke euch von Herzen für alles! Für jedes Lächeln, jede Aufmunterung, jede Umarmung, jeden Scherz. DANKE!

An alle Referendare und Studenten, die das hier lesen werden:
Ja, Lehrer zu werden ist keine leichte Sache. Man benötigt Ausdauer, Fleiß, Mut, Liebe zu Kindern, eine hohe Frustrationsgrenze, Kraft und vieles mehr. Der Weg ist und bleibt steinig, doch es lohnt sich, ihn zu gehn. Glaubt an euch, bleibt kritisch und haltet durch! Ihr werdet euch in vielen Artikeln wiederfinden, in denen ich zwischen Freude, Stolz, Wut, Ärger, Trauer und Zweifel stand – und dennoch: ich hab’s geschafft!

Ganz zum Schluss noch ein kleiner Appell an die Jugend & die jung Gebliebenen:
Lasst euch nicht klein halten, tauscht euch aus, redet über Probleme und macht sie ÖFFENTLICH. Nutzt die Gewerkschaften (tlv und GEW), sie verleihen euren Stimmen mehr Stärke, brauchen aber Informationen über Missstände von der Basis. Engagiert euch! Sowas ist wichtig – wenn man positive Veränderungen in unserem Schulsystem erreichen will.

…und auch wenn ich noch ewig weiter schreiben könnte, damit dieser Artikel nie endet, muss es dann doch irgendwann soweit sein & ich muss mich – unter dicken Tränen – verabschieden.
„Der steinige Weg“ war ein Blick in meinen Kopf und mein Herz. …und auch wenn mein Herz sehr daran hängt, – der Kopf hat gesiegt.

Ich danke euch und freue mich, dass ihr alle so lange Teil meines Lebens sein wolltet.

Und zum allerletzten Mal sende ich:

Liebe Grüße,
Eure Frau A. – wie Abschied!

Wo soll ich anfangen?

6 Aug

Die Hälfte der Ferien ist rum. Der „richtige“ Urlaub mit Wegfahren etc. auch vorbei. Der Freund wieder an der Arbeit…und auch ich muss mir langsam überlegen, wie das nächste Schuljahr so aussehen soll. 

Abgesehen davon, dass noch VIELE VIELE Fragen offen sind (z.B. Welche Fächer werde ich unterrichten? In welchen Klassenstufen?) kann ich mich noch nicht wirklich auf eine inhaltliche Planung einlassen. Stattdessen stöbere ich durch Materialien, bestelle schonmal neue Druckerpatronen und belese mich zu Themen wie Klassenraumgestaltung, Buchstabenwegen etc. 

Alles in allem: CHAOS! 

Die nächsten 3 Wochen sehen so aus, dass ich…
1. mein Arbeitszimmer fertig machen muss.
Dort stehen noch Kisten, Ordner und Materialien herum, die einsortiert werden müssen. Nachdem alte Möbel sperrmüllbedingt endlich verschwunden, und neue Möbel den Weg zu mir gefunden haben (Bilder werden folgen wenn alles fertig ist), muss auch eine neue Ordnung geschaffen werden. Trotz meiner relativ kurzen Zeit im „aktiven“ Dienst hat sich schon einiges angesammelt – Wahnsinn! 

2. Materialien vorbereiten muss
Dazu müsste ich aber GENAU wissen, welche Bücher, Arbeitshefte etc. für die Schüler bestellt worden sind. Da ich das nicht weiß (und auch bis zur Vorbereitungswoche wohl nicht rausfinden werde), gestaltet sich das äußerst schwierig. 
Einige grundlegende Dinge hat die Schule ja schon besorgt (nicht unbedingt zu meiner Zufriedenheit…), ob das alle ist, weiß ich aber nicht. Allgemeine Sachen lassen sich sicher schon vorbereiten, aber…falls noch Hefte fehlen oder ich mir z.B. den Druckschriftlehrgang selbst aussuchen (& bestellen) muss, sollte ich das egtl wissen. Nun ja…

3. Klassenraumgestaltung überlegen
Beim letzten Besuch in „meinem“ Klassenzimmer habe ich bereits die Tische gestellt (vorerst frontal, alles andere wird sich entwickeln), aber der Rest ist noch kahl & leblos…und vor allem ohne Aufbewahrungsflächen für die Materialien der Kinder. In allen anderen Räumen gibt es Ablagefächer und großzügige Regale – nur bei mir nicht. Das muss ich definitiv klären – aber wohl auch erst in der Vorbereitungswoche. Schiebt sich also auch noch nach hinten. 

4. Elternabend vorbereiten 
DAS wird noch ein interessantes Thema werden. Der erste richtige Elternabend. Angst habe ich davor eigentlich nicht. Im Gegenteil. Ich freue mich drauf, bin aber auch auf die Reaktionen der Eltern gespannt, wenn da eine noch sehr junge Lehrerin steht. 😉 Da muss ich mir eben noch überlegen, was ich alles sagen will, zu welchen Themen ich informieren möchte, dann muss der Elternsprecher gewählt werden etc. Spannendes Thema! 

Dennoch: ich weiß gerade nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Prioritäten fallen mir diesmal irgendwie schwer, weil viele Dinge noch ungeklärt sind und auch in den nächsten anderthalb Wochen nicht geklärt werden können. Schwierig. 

Aber: wird schon werden! 😉 

Twitter. Oder: Meine Artikel des Tages

5 Aug

„Wo findest du nur immer diese ganzen Sachen?“ 
Das fragte mich Schatzi, als ich wiederholt lachend neben ihm auf der Couch saß, mich kringelte und ihm Nachrichten aus aller Welt vorlas. 
Die Antwort? Auf Twitter! 

Mir ist bewusst, dass vielen Menschen Twitter zwar namentlich, aber nicht praktisch bekannt ist. Gründe werden u.a. HIER benannt. 

Ich selbst bin schon eine ganze Zeit bei Twitter aktiv. Einerseits um auch dort die neusten Links zum Blog zu verbreiten, andererseits aber auch, weil ich mich dort irgendwie näher dran am Weltgeschehen empfinde. 
Ein gutes Beispiel sind da z.B. die Promi-News. Ich folge u.a. @tmz und @eonline, 2 großen Celebrity-News-Kanälen aus Amerika. Das was ich dort lese, landet in den deutschen Klatschblättern meist erst eine Woche später. Die deutschen Promiwebseiten brauchen für die Übersetzung mindestens einige Stunden, manchmal erscheinen die Infos auch erst Tage später. 

Selbiges gilt dann auch für Neuigkeiten im Weltgeschehen. Papstwahl, ESC, „royal baby“ und diverse andere Großereignisse lassen sich minutiös nachvollziehen. Fernsehsendungen gewinnen massiv an Spaßfaktor, wenn man die Tweets andere Leute zum Thema mitliest und eigene Kommentare abgibt. 

Und natürlich bekommt man auch direkt interessante, spannende, kritische und lustige Nachrichten sämtlicher Medien zu Gesicht, wenn man den „richtigen“ Leuten folgt. 

Deshalb heute meine Lacher-Artikel des Tages 🙂 

1. „Vierjähriger als Bürgermeister wiedergewählt“
http://www.welt.de/vermischtes/article118708357/Vierjaehriger-als-Buergermeister-wiedergewaehlt.html

2. „Londoner Kanalisation: 15-Tonnen-Fettklumpen entdeckt“
http://www.sueddeutsche.de/panorama/londoner-kanalisation-tonnen-fettklumpen-entdeckt-1.1739401

3. „Bewerbungen: 8 super kreative Beispiele aus der Webwelt“
http://t3n.de/news/bewerbung-online-kreativ-471573/

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! 
Macht euch keine Sorgen, wenn ihr mal bei Twitter vorbeischaut und es euch überfordert. Wer sich dafür interessiert findet im Netz viele Anleitungen und Hilfen (zum Beispiel DIESE) und kann sich dann langsam einarbeiten. 

Mich (& meine Tweets) findet ihr übrigens unter dem Namen [existiert nicht mehr] 😉 

Liebe Grüße und noch einen schönen Montag wünscht: 
Frau A, 🙂 

Erste-Hilfe-Kurs: Teil 1

3 Aug

Um mich optimal auf die mir bevorstehenden neuen Aufgaben vorzubereiten (und um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten) muss ich an einem 2-tägigen Kurs teilnehmen, der mich fit machen soll in Sachen Erste Hilfe. 

An 2 Samstagen wird dazu ein Berg von Wissen von 8-14 Uhr in meinen Kopf gepustet. 

Heute ging’s los. In einem vergleichsweise kleinen Trüppchen (6 Personen) wurden wir von unserem Kursleiter begrüßt. Als pensionierter Sportlehrer („Ich bin weit über 70!“) verfügte er sowohl über das notwendige Wissen, als auch über eine nicht überhörbare Stimme – einschlafen wäre nicht möglich gewesen. 

Aber: das Bedürfnis hatte ich auch nicht. Im Gegenteil. Ich kam mir heute vor wie ein wissbegieriger Schwamm. Meinen ersten (und letzten) Kurs hatte ich vor mehr als 7 Jahren als Voraussetzung für den Führerschein gemacht – lange her, viel vergessen…und laut Kursleiter hat sich seitdem auch EINIGES verändert. 

Also saß ich heute morgen mit Block und Stift bewaffnet dort und lauschte den Ausführungen. Wie es sich für einen guten Lehrer gehört, folgte nach theoretischen Erläuterungen meist sofort die praktische Umsetzung.  Ich durfte u.a. das Bewusstsein meiner Partnerin überprüfen (am Arm berühren, „Hallo, können Sie mich hören?“ – Zum Glück reagierte sie gleich 😉 Es war wirklich interessant, verschiedene Dinge wieder mal zu hören und auszuprobieren. 

Der Grundtenor war eigentlich immer: wenn man weiß, was man tun muss, dann kann man es schnell und richtig machen & hat so wenig Arbeit wie möglich mit dem Verletzten. Wenn man weiß, was man zu tun hat, kann man selbst auch ruhiger bleiben, als wenn man völligst neben sich versuchen will, zu helfen. 

Neben der Bewusstseinsprüfung ging es heute auch um die anderen Lebenszeichen (Atmung, Bewegung, Puls, Temperatur), Lagerungen und Griffe (Stabile Seitenlage, Oberkörper/Beine hoch lagern, Herzdruckmassage, „lebensrettender Handgriff“). Wir sprachen über Knochenbrüche, Verbrennungen, Erfrierungen und natürlich auch darüber, wie man einen NOTRUF richtig absetzt. 

Entgegen meiner Erinnerung ist nämlich nicht zwangsweise notwendig zu sagen, WER man selbst ist. Dieses W hatte ich noch im Kopf. Stattdessen steht das 5. W für WARTEN auf Rückfragen. 
Würdet ihr aus dem Kopf alle 5 W’s für einen Notruf zusammen kriegen? (*Auflösung am Ende des Artikels) 

Interessant fand ich auch, warum er die Zahlen 
1
10
100
im Zusammenhang mit der Absperrung von Unfallstellen an die Tafel schrieb. Die 100 war mir klar – 100m entfernt muss das Warndreieck aufgestellt werden (bei Kurven, Bergkuppen, Autobahnen gerne auch noch weiter weg). 
Aber 10 und 1?!
Wisst ihrs?! (**Auflösung am Ende)

Im Allgemeinen fand ich den Kurs heute sehr informativ und vor allem anschaulich. Ich (als Lehrerin) konnte einiges an seinem Unterrichtsaufbau & seiner Methodik erkennen und fand, dass er (trotz über 10 Jahren in Rente) noch einen wahnsinnig tollen Job gemacht hat. Wie er selbst sagte: „Es ist schön, auch nach der Zeit im Schuldienst noch Menschen etwas beibringen zu können!“ – und das merkte man ihm auch an. Ich konnte ihn mir förmlich vor einer Schulklasse vorstellen – streng, fordernd, aber auch sehr positiv und wohlwollend. Eben ein richtiger Lehrer. 

Interessant waren aber auch die anderen Kursteilnehmer. Wie ein Mini-Querschnitt durch eine Klasse – und das bei nur 6 Personen. Ich selbst würde mich heute als die Streberin einordnen (mit Block & Stift im Anschlag und immer als Testobjekt vorne). Dann gab es noch „die Schöne Blonde“, den Klassenkasper, den Coolen, den anderen Streber und natürlich auch einen lustlosen genervten Typen, dessen nuschelnde Antworten man kaum verstehen konnte. Nächstes Mal setze ich mich ganz hinten hin, damit ich das Szenario noch ein bisschen weiter studieren kann. Ich beobachte meinen Mitmenschen ja gerne 😉 

Nächsten Samstag geht’s um den Sani-Kasten, Druckverbände, Herzdruckmassage (praktisch), viele andere Dinge…und natürlich eine kleine Prüfung, in der wir unser Wissen und Können beweisen müssen 😉 

Ich freu mich schon drauf, weil es es ne gute Sache ist, sein Wissen wieder aufzufrischen und über bestimmte Dinge nochmal genauer nachzudenken. 

Deshalb mein Appell an euch: auch wenn ihr keine Lehrer seid (die müssen in Thüringen solche Kurse alle 2 Jahre besuchen) – es lohnt sich. Wenn man wirklich mal in eine Unfallsituation kommen sollte, als Erster bei einem Verletzten ankommt – dann kann das Wissen aus einem solchen Kurs wirklich Leben retten. 

Kosten? Wenn man es selbst zahlen muss: 35€, aber meist zahlen das die Arbeitgeber, bzw. die Berufsgenossenschaft. 

Definitiv wertvoll investierte Zeit! 

In diesem Sinne: schönen Abend noch und bis demnächst!
Frau A. 

Hier wie versprochen noch die Auflösungen zu den Fragen: 
* WO geschah es? WAS ist passiert? WIE VIELE Verletzte? WELCHE Verletzungen? WARTEN auf Rückfragen!

**
10 (Meter entfernt von der Unfallstelle beim Helfen den eigenen Wagen abstellen – damit Rettungskräfte näher ran können)
1 (Meter auf der Fahrbahn das Warndreieck positionieren – also nicht am Straßenrand, sondern AUF der Fahrbahn.)

Referendariat beendet – und nun?

1 Aug

Eigentlich wollte ich diese neue Rubrik ruhiger angehen lassen – aber mal wieder kam mir das Land Thüringen zuvor.

Worum geht es?
Mit dem 31.7.2013 beendete ein neuer Jahrgang Referendare bzw. Lehramtsanwärter die Ausbildung zu „echten Lehrern“. Das ist eine tolle Sache, endlich ist nach einer wirklich langen Zeit (4.5 Jahre Studium plus 1,5 Jahre Vorbereitungsdienst = 6 Jahre) der Moment gekommen, in dem wir uns im Schuldienst beweisen können. Überraschenderweise haben erstaunlich viele Lehramtsanwärter (LAA) in diesem Jahrgang eine Stelle angeboten bekommen – und auch dankend angenommen. „Vollzeit und unbefristet“ – ein absoluter Sechser im Lotto!

Neben all der Freude gibt es aber zunehmend auch Frust, denn mal wieder muss die Übergangszeit überstanden werden. Die sieht leider aus verschiedenen Gründen nicht gerade rosig aus.
Warum?
1. DAS GELD 
Ein Rechenbeispiel:
Als LAA ist man verbeamtet, d.h. man bekommt sein Geld im Voraus. Da der Vorbereitungsdienst am 31.7. endet, heißt das, dass am 30.6. zum letzten Mal Geld auf unsere Konten fließt – das Geld für Juli 2013. Die nächste Zahlung lässt dann aber lange auf sich warten – bis 30. September, genau gesagt.

Da fragt man sich: wieso dauert das so lange?

Ganz einfach! Die neuen Lehrer werden nicht übergangslos zum 1.August eingestellt, sondern erst zum Beginn der Vorbereitungswoche am 19.August. Heißt für uns: wir müssen 2 Wochen überbrücken. Nur wie? Und das Schönste: die Zeit vom 19.-31.August wird dann erst zusammen mit dem Gehalt vom September gezahlt. Wir sitzen also August und September auf dem Trockenen.

Probleme die sich daraus ergeben, sind die Folgenden:
2. DIE KRANKENVERSICHERUNG 
Wie kommen wir in eine gesetzliche Krankenversicherung? (durch die Verbeamtung war die private KV für uns LAA günstiger – nun sind wir aber keine Beamten mehr) Wer zahlt die, wenn wir 2 Wochen keinen Job haben? Wir selbst? Von welchem Geld?!
Eine Möglichkeit wäre es, Hartz4 zu beantragen (ALG I gibt es nicht, weil wir als Beamte nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlen mussten) – das Amt würde dann die Beiträge übernehmen.
Aber: wer wie ich mit seinem Freund zusammenwohnt oder ein bisschen Erspartes hat, wird für die 2 Wochen nicht viel bekommen – und wenn, dann eh erst verspätet. Bringt also nichts.
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Heute ist also Tag 1 nach dem Referendariat.
Ich bin arbeitslos und ohne Krankenversicherung.
2 Wochen lang.
Hallelujah!

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Nachtrag: 
Natürlich könnte ich mich in der Privaten weiterversichern. Kostet aber 150 €. Ich könnte auch die Kosten für die Gesetzliche tragen. Kostet 200€. Die habe ich aber nicht. Ich könnte mich auch bei nem Selbstständigen mitversichern lassen. Kenne aber keinen. Also „packe ich mich 2 Wochen in Watte“, wie Frau AOK gesagt hat und sehne den 19.8. herbei. 
Zum Thema „arbeitslos“ – meinen Plan mit Kunststofffabrik habe ich sausen lassen – hab für die Schule noch genug zu tun & vorzubereiten. Arbeitslos melden muss man sich wegen den beiden Wochen nicht – habe mich dazu informiert. 

Linktipp: Ein Studienreferendar erzählt

29 Jul

Auch in Sachsen ist nicht alles Gold was glänzt. Gymnasiallehrer sollen z.B. in Grundschulen unterrichten…eine von vielen weitere Schweinereien.
Das Gute: die Referendare machen endlich auch die Öffentlichkeit darauf aufmerksam…aber lest selbst!

http://www.l-iz.de/Bildung/Leipzig%20bildet/2013/07/Ein-Studienreferendar-erzaehlt-50039.html

Liebe Grüße,
Frau A. 🙂

Die Schlüssel, bitte.

16 Jul

Heute Mittag war es nach 2 Tagen Arbeitseinsatz in der „alten“ Schule soweit – die Schlüssel mussten abgegeben werden. Obwohl der heutige Abschied eigentlich kurz & schmerzlos war, liefen ein paar Tränchen. 

Das Referendariat ist jetzt wirklich um. 
Ab jetzt bin ich allein für alles verantwortlich. 
Für einen Raum, eine Klasse, Elterngespräche… 

Und weil vieles nur was wird, wenn man es selbst in die Hand nimmt, bin ich heute kurzerhand schonmal an meine neue Schule gefahren. Dort traf ich zufällig auf „meine“ zukünftige Horterzieherin, sprich: die Erzieherin meiner zukünftigen Klasse. Sie macht nen netten Eindruck und ist ungefähr einen Meter größer als ich 😉 

Dann ging’s nach oben in „meinen“ Raum – und ich war erstmal ein bisschen ernüchtert. In meiner Erinnerung war er irgendwie schöner. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Tische als Tafel standen, der Fußboden saudreckig war und sich keine Deko mehr an den Wänden befand. 
Dann fiel mir die Tafel auf. Na gut, wohl eher das Täfelchen. Eine normale Tafel hat quadratische Außenseiten, mit je einem Meter Breite. Also besteht eine Tafel praktisch aus 1m – 2m – 1m-Stücken. 
Die Tafel in meinem Raum ist gerade mal 70cm breit an den Außenseiten. (70 – 140 -70) Das ist ganz schön viel Platz (1,20m), der dann bei der Arbeit fehlt. Aber naja, kann man nix machen. 
Es fehlen noch viele Dinge, Ablagen für die Schüler, Regale etc…und auch allgemein ist der Raum ein bisschen abgewohnt. 

Ich hoffe, dass ich da noch einiges machen kann, um den Raum angenehm zu gestalten. Heute haben wir erstmal ein paar Tische gerückt, der Rest passiert dann in der Vorbereitungswoche – mit hoffentlich sauberem Boden… 

Um zum Thema zurück zu kommen: nachdem ich heute Mittag meinen „alten“ Schlüssel abgegeben habe, habe ich heute spontan gleich meine „neuen“ Schlüssel erhalten – so blieb mein Schlüsselband nicht lange leer. 

Weitere Pläne: Ferien machen. 
Heißt: in nächster Zeit gibt es weniger Artikel, ich mach mal ne Pause. 
Spätestens bei den Vorbereitungen fürs neue Schuljahr lasse ich wieder was von mir hören. 

Bis dahin: schöne Ferien & liebe Grüße, 
Frau A. 

Abschied nehmen unter Tränen

12 Jul

Mein eigentlicher Abschied begann schon gestern Abend, als ich für jeden Kollegen in der Schule eine Karte mit persönlichem Dank und Wünschen für die Zukunft formulierte. 
Einige Karten fielen mir leicht, bei anderen flossen Tränen. 

Auch heute in der Schule war ich SEHR nah am Wasser gebaut, einfach weil mir bewusst wurde, dass ich viele Dinge gerade zum letzten Mal tue. Als ich bei den wilden Einsern aussprach, dass dies meine letzte Unterrichtsstunde in meiner Schule ist, flossen die ersten Tränchen. Die Einser waren fasziniert und schockiert zugleich – und ich erlebte sie zum ersten Mal vollständig LEISE. 😉 Im Rest der Stunde konnte ich noch mal zeigen, dass ich in den letzten Monaten etwas gelernt habe – ich schaffte es, die wilde Meute (ich übertreibe nicht) zur Ruhe zu bringen, mit ihnen zu arbeiten und sogar an ihre Moral zu appellieren. All das wesentlich ruhiger als noch in den Vertretungsstunden zuvor. Meine Mentorin schaute kurz rein und resümmierte später: „Hut ab!“ – das war ein schöner Abschluss für mich. 

Bei der Verabschiedung vor der gesamten Schule schniefte ich schon bevor ich beim Schulleiter ankam. Ging nicht anders. Alle Augen waren auf mich gerichtet. Einige flüsterten: „Nicht weinen, Frau A.!“. Stille. Mein Chef fasste die letzten Monate zusammen, erklärte, dass ich im nächsten Schuljahr nicht mehr da sein werde, überreichte ein Geschenk & überließ mir dann das Wort. Mein Dank ging an Kollegen mit Tränen in den Augen, meine Klassen in denen ich unterrichtet habe und ganz besonders an eine Schülerin, die mir während der Hofaufsicht immer zur Seite stand. Ich hätte noch länger reden können, aber die 4. Klassen standen schon mit ihrem Abschlussprogramm in den Startlöchern – das war ganz anders als im letzten Schuljahr, aber dennoch sehr schön! 

Dann wurde es nochmal schlimm. Der Abschied in meinen beiden Klassen stand an. Zuerst ging ich in meine Matheklasse. Alle wollten nochmal gedrückt und geknuddelt werden, es bildete sich eine Traube um mich herum…irre. Ich überreichte mein Geschenk und verabschiedete mich von ihnen. Durchatmen. 

Dann ging es in meiner „Hauptklasse“. Viele gemeinsame Stunden haben wir miteinander verbracht, gelacht, und geärgert, gestritten, vertragen, gelernt.
Die Zeugnisse wurden von meiner Mentorin überreicht, dann kam „der traurige Teil“, wie die Kinder sagten. Alle Augen wieder auf mich. Nach nicht mal 2 Worten meiner Mentorin flossen schon die Tränen. Und zwar nicht nur bei mir – fast alle der 22 kleinen Geschöpfe saßen da und rangen mit sich. Ihre Augen füllten sich…und dann wurde richtig sehr geweint. Manche konnten sich kaum noch beruhigen…es war wirklich sehr emotional und auch schlimm. Sie sind mir irgendwie ans Herz gewachsen, wir haben viel voneinander gelernt – und nun werden wir uns ne ganze Weile nicht mehr sehn. 

Zum Schluss gabs noch tolle Geschenke. Jedes Kind hatte sich etwas für mich überlegt. Geschrieben, gemalt, gedichtet. Bilder, Geschichten, Steckbriefe, kleine Andenken…einfach nur schön! Leider kann ich euch das nicht zeigen, weil überall mein Name drauf steht, aber glaubt mir: zuckersüß! 

Sätze des Tages:
„Wir werden Sie vermissen“
„Bitte gehn Sie nicht!“
„Wann sehen wir uns wieder?“
„Kommst du am ersten Schultag zu uns?“
„Es war schön mit Ihnen!“
und und und…

Mein Fazit?
Ich glaube, dass ich in meiner Schule alles richtig gemacht habe. Ich durfte in ein tolles Kollegium hereinwachsen, mich frei entwickeln und viel mitnehmen aus dieser Zeit. Ich habe viel von meinen Mentorinnen und auch den Kindern gelernt. Es ist schade, dass das Ende nun gekommen ist, aber ich fühle mich gestärkt und motiviert, um den weiteren Weg gehen zu können. 

Deshalb geht mein Dank heute besonders an meine lieben Kollegen und meine Schulleitung – ihr werdet mir fehlen! 

Und eins möchte ich noch festhalten:
Den größten Beitrag zu meiner Entwicklung hatte meine D/HSK-Mentorin. Viele Stunden haben wir gemeinsam gesessen, geplant, verworfen, differenziert, geredet – und alle das immer zielgerichtet, konsequent, ehrlich und konstruktiv. Ich bin froh und stolz, dass ich sie an meiner Seite hatte und mich immer auf sie verlassen konnte – ein super Vorbild, nicht nur für mich als Lehrerin, sondern auch für die Kinder.
Wir feierten zusammen Geburtstag, wanderten durch Wälder und hatten wirklich viel Spaß – Sie wird mir fehlen und ich wünsche mir, dass ich irgendwann auch mal eine so tolle Lehrerin wie sie sein werde.
Deshalb: Vielen Dank, meine Gute! 🙂 

Nüsschen

11 Jul

Heute morgen im Schwimmbad. 
Die Kinder ziehen sich mehr oder weniger ohne Scham draußen um. 
Gute Laune.
Ein Eichhörnchen flitzt über die saftig grüne Wiese. 
Max flitzt hinterher, tanzt und freut sich. 
Sarah ruft ihm hinterher: „Max, vielleicht sucht es deine kleinen Nüsschen!“
Sie kichert. 
Er lacht. 
Ich, mit gespielter Empörung über diese offensichtlich zweideutige Aussage: 
„Also Saaaraaaaah…“
Sie lacht nochmal. 
Ich grinse und rolle die Augen. 
Sarah: „Aber Frau A., der Max hat dort letztes Jahr wirklich Nüsschen vergraben!“

Ups. 
Merke: Manche Zweideutigkeiten existieren nur in MEINEM Kopf, nicht in dem der Kinder. 😉

Zonk!

9 Jul

Ich hab heute den Zonk! 
[HIER der Sound, HIER die Sendung, wers nicht mehr kennt: hinter einem der 3 Tore war der ZONK, sprich: die Niete.]
Die hab ich heute. 
Einfach, weil ich mich in unserer LAA-Facebookgruppe rechtfertigen sollte, warum ich morgen nicht zur Abschlussveranstaltung gehe & dann eben mal meine Meinung gesagt habe.

Offensichtlich ist das einigen sauer aufgestoßen (meine Wortwahl war aber auch nicht allzu damenhaft). 
Auszug (sinngemäß):
„Da muss Miss „Ich mach das freiwillig“ mal an ihrem Selbstbild arbeiten“
„Jeder ist ersetzbar.“
„Das denkst du also von uns“
„Schönes Leben noch – wir werden uns eh nie wieder sehen“

Prima. 
Nach diverse nicht gerade freundlichen Nachrichten meiner „Freunde“ über Mail, Facebook und WhatsApp muss ich sagen: 
Ich fühle mich bestärkt in meiner Entscheidung – gerade weil mir die Kommentare gezeigt haben, dass mein Eindruck richtig ist. Keine Wertschätzung. Beleidigungen, wenn ich nicht tue, was von mir erwartet wird. Beschimpfungen.
Nein, danke. 
Schluss, aus, Feierabend.
Fetter Haken an die Studienseminarzeit & die damit verbundenen wunderlichen Gestalten. 

Natürlich werden mir die wichtigsten Personen erhalten bleiben – sofern sie es denn wollen. In Kontakt steht man doch über Telefon, SMS, WhatsApp, Facebook etc. Dazu brauche ich kein Seminar und keine Abschlussveranstaltung. Und wenn es wirklich Freunde sind, dann verstehen sie auch, dass ich dort nicht auftauchen kann und will. 
Vielleicht habe ich mich im letzten Artikel zu diesem Thema falsch ausgedrückt. 
Das „Zeichen“ setze ich für mich. 
Dafür, dass das rum ist. 
Dass ich es geschafft habe. 
Dass es weiter geht. 
Dafür, dass ICH frei entscheiden kann, was ich tun will. 

Und eben weil ich frei entscheiden kann & will, werde ich morgen nicht dort erscheinen. 

Wenn ich so darüber nachdenke, hat das fast schon ein System bei mir…
Bachelorabschluss 2009:
Stundenlange Zeremonie, 4 Sekunden über die Bühne laufen (während der Name von Leuten nach mir genannt wurde, musste ja alles schnell schnell gehen), danach wieder ewig warten bis alles durch war. Für ein Blatt Papier und eine Rose. Unter hunderten anderen im Sekundentakt.
Feierlich? Emotional? Fehlanzeige. 

Masterabschluss 2011: 
Um uns die Qual von 2009 zu ersparen (Zeremonie hin oder her: man kanns auch übertreiben), entschieden Mutti und ich auf dem Weg nach Erfurt spontan, lieber in die Stadt bummeln zu gehen, anstatt im Audimax stundenlang zu sitzen. 
Hat uns nicht geschadet & war mit Sicherheit wesentlich besser als ne Zeremonie. 

Ich habe auch keine Jugendweihe gemacht, weil ich der Meinung war, dass ich keine Fete und keine Verkleidung (ja, das war meine Wortwahl damals) brauche, um „Erwachsen“ zu sein. Bei der Jugendweihe meiner Schwester ein paar Jahre später fand ich lediglich das fehlende Geld auf meinem Konto schade – aber sollte das Anreiz sein, den Zirkus mitzumachen?!
Wahrscheinlich habe ich eine grundlegende Abneigung gegen diese traditionellen, rituellen, aufgezwungenen Veranstaltungen. 

Und nun?
Bin ich ein schlechter Mensch, nur weil ich auch diesen Abschluss sausen lasse? 
Ich denke nicht. 
Ich werde ab sofort nur noch das tun, was gut für MICH ist und nicht, was die anderen von mir erwarten. Ebenso werde ich meine Erwartungen an meine Umwelt runterschrauben. Wer keine Erwartungen hat, kann auch nicht enttäuscht werden. 
Ganz einfaches Prinzip. 

Morgen werde ich mich um alle liegengebliebenen Bürotätigkeiten kümmern. Monatsberichte für’s Studienseminar, Lohnsteuerkarte vom Finanzamt besorgen, Reisekostenabrechung für Berlin, Arztkostenabrechnung, Kündigung private Krankenversicherung, Kümmern um gesetzliche KV, Abschiedsgeschenke, Ausfüllen von Unterlagen für meine neue Personalakte und und und. 
Ich glaube, der Tag ist morgen DAMIT besser verbracht, als heulend vor Glückseligkeit im Studienseminar Brötchen essend den letzten 18 Monaten zu huldigen. 

In diesem Sinne: durchatmen und standhaft bleiben! 🙂 
Man darf auch mal egoistisch sein!

Ps.: Wie ich zwischen den Beschimpfungszeilen erfahren habe, war von meinen Freunden ein kleines Dankeschön für mich geplant. Dadurch wird die Wut auf meine Abwesenheit noch potenziert. Ebenso durch das Verlassen unserer LAA-Gruppe bei Facebook. Offensichtlich existiert sie nicht mehr, wenn der Gruppengründer (ja, ich mal wieder) sie verlässt, um nicht weiter beschimpft zu werden. Aber: wird sich sicher jemand finden, der den Wiederaufbau übernimmt…oder auch nicht 😉