Archiv | Juli, 2013

Abschied nehmen – Teil 1

7 Jul

So, die große Abschiedswoche beginnt morgen & ich stimme mich ein, indem ich mich materiell von einigen unnötigen Dingen entledige.

Wie wahrscheinlich alle Frauen habe auch ich viel zu viele Klamotten. Und viel zu viele Dinge, die ich gar nicht (mehr) anziehe.

Weil ich ab August genug andere Sachen im Kopf haben werde, sollte mich der Griff in den Schrank dann bitte ent- statt belasten.

Deshalb: ausmisten.

Nach stundenlanger Arbeit kann ich nun ein neues Ordnungssystem, mehr Übersicht und Struktur vorweisen.

Highlight:
Mir fiel mein altes Gürtelablagesystem wieder in die Hände. Es ist schon faszinierend, was man alles mal schön und toll fand.
Der schwarz-goldene Gürtel stammt z.B. aus meiner Zeit als Thekenchefin in einer Disco, Stichwort „Gold Party“ 😉

Der weiße Gürtel mit den schwarzen Sternen gefällt mir heute noch – war aber ein Fehlkauf, weil er mir viel zu lang ist. Falls jemand Interesse hat… 😉

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Naja. Das Aussortieren ging ziemlich leicht und schmerzlos. Zu sehr hat mich das Schrank-Chaos genervt.

Ergebnis:

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Weitere anstehende Abschiede:
– meine Klassen (Freitag)
– meine Kollegen (übernächster Dienstag)
– mein Chaos-Arbeitszimmer (in den Ferien)

Eine interessante letzte Woche steht nun noch an. Montag gehts z.B. mit den 4. Klassen auf Exkursion nach Erfurt…und auch sonst wird’s nicht langweilig werden 😉

Liebe Grüße & noch nen schönen Sonntag,
Frau A. wie Ausmisten 🙂

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Lebensfreude adé?

3 Jul

Heute war irgendwie komisch. Abgesehen davon, dass ich mich zum heutigen Seminar gezwungen fühlte (längere Geschichte) fühlte ich mich nicht so richtig wohl in meiner Haut. 
Das liegt sicherlich auch an dem Zwiespalt, in dem ich mich gerade befinde: 

Schlucke ich allen Ärger, alle Demütigungen, alle Enttäuschungen, alle Undankbarkeit und alle Rückschläge der letzten Monate runter und gehe nächste Woche zur Seminarabschlussveranstaltung? 

ODER

Zeige ich meinen Ärger, meine Wut und meine Unzufriedenheit, indem ich das letzte Seminar einfach nicht besuche? 

Die Meinungen dazu sind in meinem Umfeld geteilt. Skeptische Blicke habe ich bisher von allen Personen geerntet, denen ich von meinem „Boykott“-Vorhaben erzählt habe. Nach meiner Argumentation (u.a. „Soll ich wirklich einen auf Friede, Freude, Eierkuchen machen, während da Leute sitzen, die mich verletzt haben?“ oder „Ich hab NIE von irgendjemand ein DANKE für meine Arbeit gehört“) scheiden sich die Geister. 
Ein Teil sagt: „Hab dich nicht so! Zieh das noch durch! Zeig Stärke!“
Ein anderer Teil sagt: „Wem würdest du denn fehlen? Spar dir das einfach!“

Hm. Ich tendiere gerade SEHR zum fern bleiben. Nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern einfach, um ein Zeichen zu setzen. Wofür?
– dass NICHT alles Friede, Freude, Eierkuchen ist
– dass die anderen LAA Mal sehen wie es ist, wenn man sich auf jmd verlässt – und der dann nicht kommt oder Wort hält

…Und auch in gewisser Weise, um mich selbst zu schützen. 
Ich finde, ich habe ich den letzten Monaten genug geheult. Und das waren keine Freudentränen. Im Gegenteil. Bittere Tränen aus Wut, Verzweiflung, Unverständnis und Ärger sind geflossen. Und das steckt alles noch in mir. Das sind Dinge, die ich NIE NIE NIE vergessen werde und die mich geprägt haben. 
Soll ich mich dann wirklich dort hinsetzen, gemütlich mit all denen brunchen und mir das Ende scheinbar vergolden? 

Wer jetzt einwerfen will: „Sonst kriegst du dein Zeugnis aber nicht!“ dem sei gesagt: ich würde es eh nicht kriegen, weil das Ref offiziell bis 31.7. geht – erst dann gibt es das Zeugnis. 

Naja. Welche Auswüchse das Gegrübel gerade hat, musste ich heute an den Reaktionen von zwei mir sehr wichtigen Personen sehen. Besonders getroffen hat mich die Aussage meiner Gastmutti: 
„Du hast dich verändert. Wo ist deine Lebensfreude hin?“
BAM. 
Das hat gesessen. Und wenn ich mich heute im Spiegel anschaue, weiß ich, was sie meint. Heute guckt mich kein verschmitztes Grinsen an. Heute sehe ich keine Regung. Keine Emotionen. Vielleicht ist das auch nur so ein typischer Frauen-„Ich find mich hässlich“-Tag, aber…sie hat Recht. Irgendwas hat sich verändert. 
Bin ich ernster geworden? 
Erwachsener?
Verbitterter?
Was ist das?
Fest steht für mich: ich muss eine Entscheidung treffen, sonst frisst mich das noch auf. Mein Kopf sagt NEIN, mein Körper sagt NEIN…und nur ein winzig kleiner Flecken Herz sagt: Da sind noch Leute, denen DU danke sagen solltest. Leute, die dich weiter gebracht haben, zu dir gestanden haben, an dich geglaubt haben. 

Die Frage ist: wird es den ganzen Schmerz und die Wut wert sein, dort nochmal aufzutauchen? Was würdet ihr tun? Ihr habt die letzten 18 Monate verfolgt, ihr kennt meine Geschichte. Wie würdet ihr entscheiden? 

„Bitte tragen Sie das heutige Datum ein!“

2 Jul

So förmlich gab ich heute zu Beginn meiner Mathestunde Anweisungen.

Legen Sie Ihr Matheheft bereit!
Unterstreichen Sie das Wort Übung!
Schreiben Sie nur das Ergebnis auf!
Lesen Sie die Lösungen vor!

Keine Ahnung wieso ich das gemacht habe, aber…anstatt stur zu rechnen schienen die Kinder total Spaß daran zu haben. Beim ebenso förmlichen Verlesen der Aufgaben wurde kurz gekichert, gerechnet, geschrieben & das wieder von vorn.
War echt lustig irgendwie.

Dann war heute „Der Würfel“ dran – als erster geometrischer Körper. Zur Begriffsklärung dürfte jeder mal seinen eigenen Körper anfassen (welch ein Gelächter!) bis wir zu den geometrischen Körpern kamen. Dann wurde der Würfel auf Flächen, Ecken & Kanten hin untersucht. Besonders die Anzahl der Kanten war gar nicht so leicht herauszufinden. Von 7-24 waren alle möglichen Ergebnisse dabei – trotz einem Steckwürfel als Realie pro Kind.
Egal, alles wurde aufgeklärt & dann wurde noch etwas aus Würfeln gebaut.

Hach, irgendwie hat der Tag heute richtig Spaß gemacht. Der lockere Einstieg wirkte sich positiv auf die Stimmung aus, sogar die Gruppenarbeit klappte bei fast allen.

Sehr gut! Ich freu mich schon auf die letzten anderthalb Wochen. Es stehen noch einige schöne Dinge an, bevor ich TSCHÜSS sagen muss.

Das TSCHÜSS sagen wird nicht so schön, aber ich gehe motiviert, gestärkt, inspiriert und zufrieden – was kanns besseres geben?!

In diesem Sinne: Always look on the bright side of life! 🙂

Fataler Fehler

1 Jul

Auf dem Heimweg von der Schule halte ich manchmal zum Einkaufen bei LIDL an. Irgendwie gefällts mir da.

Nachdem ich erfolgreich sämtliche Süßigkeiten hinter mir gelassen hatte, kam ich in die Werbungs-Angebotszone…Blöcke, Stifte, Radiergummi, Bücher, Hefte, alles.
Meine Alarmglocken schrillten zwar, aber…zu spät. Der Jäger & Sammlertrieb der Lehrerin in mir war geweckt & ließ mich alles mögliche in den (viel zu tiefen) Einkaufswagen befördern.
Besonders fatal: die kleinen Bücher & Hefte (Mandalas, Konzentrationsübungen etc.)

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Ihr seht: die Hölle.
Gerade für mich Anfängerin, die gerne zu Beginn schon eine kleine Klassenbibliothek hätte…schlimm.
An der Kasse müsste ich dann laut lachen, als mir ein Betrag von 83€ genannt wurde. Dann schüttelte ich den Kopf und verfrachtete alles im Kofferraum.
Das sah dann so aus:

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Nun ja. Um andere vor einem ähnlichen Kaufrausch zu schützen, postete ich bei Facebook in der Gruppe „Der steinige Weg“ das obige Kofferraumbild und warnte mit den Worten:
Fataler Fehler. Geht auf keinen Fall zu LIDL. AUF KEINEN FALL!!!“

Was passiert?
Keine 2 Stunden später erreichen mich über WhatsApp Bilder wie dieses hier:

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Oder bei Facebook Nachrichten wie „Mein Konto und ich hassen dich“
Oder
Ich hab mich jetzt auch eingedeckt.“

Können die alle nicht lesen?! 😉

Nun ja. So ist das eben. Ich werde ab sofort auch akribisch damit beginnen, Zettel aufzuheben für die Steuererklärung. Sonst bin ich nach einem Schuljahr wohl pleite 😉

Liebe Grüße,
Miss Shoppingqueen 😉

Ps.: Geht auf keinen Fall zu LIDL!!!!