Zonk!

9 Jul

Ich hab heute den Zonk! 
[HIER der Sound, HIER die Sendung, wers nicht mehr kennt: hinter einem der 3 Tore war der ZONK, sprich: die Niete.]
Die hab ich heute. 
Einfach, weil ich mich in unserer LAA-Facebookgruppe rechtfertigen sollte, warum ich morgen nicht zur Abschlussveranstaltung gehe & dann eben mal meine Meinung gesagt habe.

Offensichtlich ist das einigen sauer aufgestoßen (meine Wortwahl war aber auch nicht allzu damenhaft). 
Auszug (sinngemäß):
„Da muss Miss „Ich mach das freiwillig“ mal an ihrem Selbstbild arbeiten“
„Jeder ist ersetzbar.“
„Das denkst du also von uns“
„Schönes Leben noch – wir werden uns eh nie wieder sehen“

Prima. 
Nach diverse nicht gerade freundlichen Nachrichten meiner „Freunde“ über Mail, Facebook und WhatsApp muss ich sagen: 
Ich fühle mich bestärkt in meiner Entscheidung – gerade weil mir die Kommentare gezeigt haben, dass mein Eindruck richtig ist. Keine Wertschätzung. Beleidigungen, wenn ich nicht tue, was von mir erwartet wird. Beschimpfungen.
Nein, danke. 
Schluss, aus, Feierabend.
Fetter Haken an die Studienseminarzeit & die damit verbundenen wunderlichen Gestalten. 

Natürlich werden mir die wichtigsten Personen erhalten bleiben – sofern sie es denn wollen. In Kontakt steht man doch über Telefon, SMS, WhatsApp, Facebook etc. Dazu brauche ich kein Seminar und keine Abschlussveranstaltung. Und wenn es wirklich Freunde sind, dann verstehen sie auch, dass ich dort nicht auftauchen kann und will. 
Vielleicht habe ich mich im letzten Artikel zu diesem Thema falsch ausgedrückt. 
Das „Zeichen“ setze ich für mich. 
Dafür, dass das rum ist. 
Dass ich es geschafft habe. 
Dass es weiter geht. 
Dafür, dass ICH frei entscheiden kann, was ich tun will. 

Und eben weil ich frei entscheiden kann & will, werde ich morgen nicht dort erscheinen. 

Wenn ich so darüber nachdenke, hat das fast schon ein System bei mir…
Bachelorabschluss 2009:
Stundenlange Zeremonie, 4 Sekunden über die Bühne laufen (während der Name von Leuten nach mir genannt wurde, musste ja alles schnell schnell gehen), danach wieder ewig warten bis alles durch war. Für ein Blatt Papier und eine Rose. Unter hunderten anderen im Sekundentakt.
Feierlich? Emotional? Fehlanzeige. 

Masterabschluss 2011: 
Um uns die Qual von 2009 zu ersparen (Zeremonie hin oder her: man kanns auch übertreiben), entschieden Mutti und ich auf dem Weg nach Erfurt spontan, lieber in die Stadt bummeln zu gehen, anstatt im Audimax stundenlang zu sitzen. 
Hat uns nicht geschadet & war mit Sicherheit wesentlich besser als ne Zeremonie. 

Ich habe auch keine Jugendweihe gemacht, weil ich der Meinung war, dass ich keine Fete und keine Verkleidung (ja, das war meine Wortwahl damals) brauche, um „Erwachsen“ zu sein. Bei der Jugendweihe meiner Schwester ein paar Jahre später fand ich lediglich das fehlende Geld auf meinem Konto schade – aber sollte das Anreiz sein, den Zirkus mitzumachen?!
Wahrscheinlich habe ich eine grundlegende Abneigung gegen diese traditionellen, rituellen, aufgezwungenen Veranstaltungen. 

Und nun?
Bin ich ein schlechter Mensch, nur weil ich auch diesen Abschluss sausen lasse? 
Ich denke nicht. 
Ich werde ab sofort nur noch das tun, was gut für MICH ist und nicht, was die anderen von mir erwarten. Ebenso werde ich meine Erwartungen an meine Umwelt runterschrauben. Wer keine Erwartungen hat, kann auch nicht enttäuscht werden. 
Ganz einfaches Prinzip. 

Morgen werde ich mich um alle liegengebliebenen Bürotätigkeiten kümmern. Monatsberichte für’s Studienseminar, Lohnsteuerkarte vom Finanzamt besorgen, Reisekostenabrechung für Berlin, Arztkostenabrechnung, Kündigung private Krankenversicherung, Kümmern um gesetzliche KV, Abschiedsgeschenke, Ausfüllen von Unterlagen für meine neue Personalakte und und und. 
Ich glaube, der Tag ist morgen DAMIT besser verbracht, als heulend vor Glückseligkeit im Studienseminar Brötchen essend den letzten 18 Monaten zu huldigen. 

In diesem Sinne: durchatmen und standhaft bleiben! 🙂 
Man darf auch mal egoistisch sein!

Ps.: Wie ich zwischen den Beschimpfungszeilen erfahren habe, war von meinen Freunden ein kleines Dankeschön für mich geplant. Dadurch wird die Wut auf meine Abwesenheit noch potenziert. Ebenso durch das Verlassen unserer LAA-Gruppe bei Facebook. Offensichtlich existiert sie nicht mehr, wenn der Gruppengründer (ja, ich mal wieder) sie verlässt, um nicht weiter beschimpft zu werden. Aber: wird sich sicher jemand finden, der den Wiederaufbau übernimmt…oder auch nicht 😉 

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10 Antworten to “Zonk!”

  1. diereferendarin 11. Juli 2013 um 18:10 #

    Ich musste etwas lachen – ich hatte nicht mal eine BA/MA Abschlussfeier und ich habe auch nie darüber nachgedacht – bis jetzt. Wir waren wohl einfach zu viele Leute und keine eingeschweißte Truppe. 🙂

    Ich hätte gar nichts mehr von mir hören lassen, es sei denn es war konkret dein Ziel, denen mitzuteilen, dass/warum du nicht kommst. Aber du hast „musste mich rechtfertigen“ geschrieben – warum musstest du das? Wer hat dich gezwungen? Ich würde solchen Leuten nicht noch Futter geben?

    Ich muss allerdings herzlich lachen, sorry, über das Facebook Drama. Wie kann man sich darüber aufregen, dass jemand, sei es der Gründer, eine gottverdammte fucking facebook Gruppe verlässt!?

  2. Francis 10. Juli 2013 um 20:36 #

    Eigentlich sollten solche Feiern doch das Erlebte der Jahre zusammenfassen und einen schönen Schlusspunkt setzen, an den man sich gerne zurückerinnert. Schade, dass das bei dir nicht so richtig geklappt hat. Wobei ich sehr gut verstehen kann, dass irgendwann einfach Schluss ist und manche Dinge ausgesprochen werden müssen – bisher bin ich damit auch ganz gut gefahren und manchmal eröffnen deutliche Worte an anderer Stelle ganz neue Möglichkeiten. Schönes Blog übrigens. 🙂

  3. andersundso 10. Juli 2013 um 04:55 #

    Was hast du denn gemacht, dass deine Kollegen so abgehen? Also mein Ref war generell auch scheiße, aber der Großteil der anderen LAAs haben es gleich empfunden und es war ein super Verhältnis weil alle zueinander gerückt sind, um dem Druck stand zu halten. Diejenigen die bereits vor den Sommerferien aufgehört haben, wurden vermisst und weiter unterstützt und auch ich haben nur positive Reaktionen erfahren, als ich mich entschlossen habe es hinzuschmeißen. Ich versteh gar nicht, warum dir da so eine negative Welle entgegenschlägt O.o

    UND, so sind Abschlussfeiern an der Uni halt. Ich bin auch nicht an den Abschluss, weil ich den Großteil der Leute dort eh nicht kannte. Ich hatte ja noch den alten Studiengang und da ist man noch weniger als im Bachelor und Master Studiengang (denke ich) mit den gleichen Leuten in den Seminaren.

    • bambooos 10. Juli 2013 um 05:16 #

      Ich sollte mich für mein Fernbleiben rechtfertigen & das habe ich getan.
      Indem ich mich u.a. auf einen Kommentar bezog, in dem jmd. offensichtlich egal war, sich in die gemeinsame Planung für heute einzutragen. Exemplarisch für die vielen Dinge, für die es selten Rückmeldungen gab.
      Auch wir haben prinzipiell ein gutes Verhältnis. Aber diese Unzufriedenheit brodelt & musste gestern einfach raus.

  4. Rosita Pamplona 9. Juli 2013 um 19:55 #

    Also Bachelor war nicht langweilig sondern lustig ich war die Einzige die beim Nennen deines Namens aufgestanden ist und die lauthals zugejubelt hat( trotz der entsetzten Blicke der anderen steifen Eltern)
    Und dann haben andere auch gejubelt bei ihren Kindern
    Also lass sich nicht beirren es ist dein Leben und dein Weg den kann niemand für dich gehen.

  5. LAA 9. Juli 2013 um 19:27 #

    –> einseitige darstellungen hier im blog!!!! so wie du uns beschimpft hast, war es ein gutes recht dagegen zu halten!
    –> stell dich nicht immer als opfer hin!
    –> als mensch und vorallem lehrer muss man fehler einsehen können zauberwort: REFLEXION
    und dann natürlich auch zu seinen fehlern stehen können!

    • bambooos 9. Juli 2013 um 19:31 #

      Einseitig, weil MEINE Sicht der Dinge.
      Opfer? Sicher nicht.
      Reflexion? Erledigt. Deshalb abwesend morgen.
      Fehler? Anerkennung erwartet. Wird nicht mehr vorkommen.
      Gut so?!

  6. Christina 9. Juli 2013 um 19:23 #

    richtige Entscheidung, wenn du damit zufrieden bist. Meine Mama sagt mir immer in solchen Situationen,mach das, was dein Herz dir vorgibt zu tun 🙂 ❤ Ich denke, dass ist auf viele Lebenssituationen übertragbar

  7. herr_mess 9. Juli 2013 um 19:16 #

    Way to go, girl! Kümmere dich nicht drum. So zeigst du zumindest Format. Allerdings versteh ich nicht, warum du dich in deiner eigenen Gruppe rechtfertigen musst/sollst, wenn du an der Abschiedsfeier nicht teilnimmst. Das ist ganz allein dein Bier. Nur um die Etikette nach außen zu wahren, musst du echt nicht an einer seelenlosen Veranstaltung teilnehmen. Das ist eh nur eine Pseudohuldigung an eine Zeit, die eigentlich für jeden ätzend war. Nichts als gute Miene zum stressigen Spiel. Sei stolz auf dich, dass du in diesem Reigen der Eitelkeiten nicht mitmachst 🙂

  8. mauskater 9. Juli 2013 um 19:11 #

    Ich habe auch in einigen Berufsjahren gelernt, dass es wichtig ist, selbst zu entscheiden, was einem gut tut. Wenn man immer nur funktioniert und die Erwartungen anderer erfüllt, bleibt man irgendwann auf der Strecke. Ich habe das auf sehr schmerzhafte Weise, nämlich wirklich durch eine akute Krankheit feststellen müssen… Kopf hoch, Haken dran und auf zu neuen Ufern!

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