Erstklässler

3 Jun

Was kommt euch zuerst in den Sinn, wenn ihr den Begriff „Erstklässler“ hört?
Überlegt mal kurz.
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Wahrscheinlich solche Sachen wie:
– niedlich, süß, putzig, klein
– hilflos
– stolz

Als Lehrer denkt man dabei spontan an ganz andere Sachen.
Meine Assoziationen sind da z.B.:
– unselbstständig, hilfsbedürftig, laut
– hibbelig, nervös, aufgeregt
– brauchen viel Aufmerksamkeit, Anleitung, Anweisung

Jetzt werden manche sagen: „Ach komm, so schlimm wirds nicht sein!“
Stimmt. Wenn man in so einen wilden Haufen aus 23 Schülern erstmal ein System reingebracht hat, dann mag das Ganze seinen Chaoscharakter verlieren.
Bis man aber dort hin kommt, verliert man als Lehrer sicher viele viele Nerven.

Warum ich das schreibe?

Naja, ich hatte heute 2 Stunden Vertretung in der ersten Klasse. Da bin ich mit gemischten Gefühlen rein. Einerseits freute ich mich darauf, mal wieder Einser zu haben, andererseits eilt den diesjährigen ersten Klassen ein gewisser Ruf voraus.

Also plante ich einen schönen Einstieg, ein kleines Wettbewerbs-Motivationssystem, Bewegungspausen und Abwechslung ein. Das bringt aber alles nix, wenn schon zu Unterrichtsbeginn kaum Ruhe in den Haufen zu kriegen ist.

Irgendwann hatte ich sie dann zuhörbereit (leise und geheimnisvoll sprechen hilft hin und wieder), erklärte den Ablauf und dann ging’s los. Schade nur, dass sich 4 Jungs in der Klasse gegenseitig ablenkten (trotz weiter Entfernung zwischen ihren Bänken), sodass kaum Ruhe einkehren konnte. Permanentes Reinrufen, Geräusche machen, stören.

Als Konsequenz ließ ich 2 der Störer schreiben. Einen bestimmten Satz. Mehrfach auf einen Zettel. Dazu platzierte ich sie außerhalb des Klassenraumes (aber in Hörweite, keine Sorge). Als die beiden weg waren, war endlich wieder Unterricht möglich. Puh.

Dann kam die kleine Pause. Anweisung: kurz bewegen, Klo, wieder zurück kommen.
Kurz darauf fiel mir auf, dass 2 Plätze leer waren. Zwei Jungs fehlten. Also ließ ich die Klasse eine Aufgabe selbstständig lösen und machte mich auf die Suche im Schulhaus.
Nichts.
Wieder hoch in die Klasse, mit den Schülern gearbeitet, überlegt…und beschlossen, dass ich im Sekretariat Bescheid sagen muss. Also runter geflitzt (die Schüler waren brav) und unten im Büro gesehen, dass die Jungs dort an einem Tisch saßen und schrieben.

Was war passiert?

Sie haben in der Pause beschlossen, die Toiletten voller Klopapier zu stopfen – um sie im Idealfall wohl noch zu überfluten. Wäre nicht das erste Mal… Dabei machten sie aber so einen Terror (ich bekams nicht mit, weil ich im Klassenraum in einem anderen Stockwerk die anderen Schüler hatte), dass der Chef sie auf frischer Tat ertappte und gleich zu sich beorderte.
Puh. Da war ich erstmal beruhigt, weil ich ernsthaft Angst hatte, dass sie aus der Schule abgehauen sind. Da geht einem ganz schön die Pumpe, das sag ich euch. Aber: man kann nicht alle Schüler permanent beaufsichtigen – erst recht nicht auf dem Klo.

Nun ja. Die ersten beiden Stunden endeten dann damit, dass ich den Schülern ihre glorreiche Tat ins Hausaufgabenheft schrieb. Morgen werde ich noch die Klassenleiterin diesbezüglich informieren…aber ob das Früchte trägt ist fraglich… diese Jungs sind schon ganz schön heftig.

Glaub ihr nicht?
Na dann noch ein paar Anekdoten aus anderen Fächern.

——————

Sport. Ein Schüler benimmt sich daneben. Die Lehrerin macht ihm klar, dass im Sport nach ihren Regeln gespielt wird. Wer das nicht tut, muss sich Umziehen und darf nicht mehr mitmachen.

Reaktion?
Der Schüler sagt: „Und Tschüss!“ und geht sich umziehen.

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Kunst. Die Lehrerin ermahnt die Klasse mehrfach. Einige Schüler müssen Verhaltensregeln aufschreiben, weil sonst kein Unterricht möglich ist.
Ein Schüler freut sich darüber, denn er „Hat eh keinen Bock auf Kunst“ und schreibt lieber Regeln ab.
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Hallo?!
Also bei manchen Situationen greift man sich echt an den Kopf und fragt sich, wo man gelandet ist. Und da ist unsere Schule noch eine sehr gute, in der nur wenige Schüler solche Macken haben. Zu meiner Hortzeit habe ich schon härtere Fälle erlebt. Und trotzdem ist man jedes Mal wieder schockiert und fragt sich, was das soll.
Wieso sind manche Schüler so?
Waren wir auch so als Kinder?
Wird das noch schlimmer?

Sicherlich kann man nicht alle Kinder über einen Kamm scheren. Auslöser gibt es viele. Aber manchmal ist es echt schwer, darauf zu reagieren. Ich will nicht sagen, dass die Prügelstrafe wieder eingeführt werden sollte, aber…manchen Schülern würde so ein kleiner Klaps sicher gut tun.
Wenn sie grinsend vom Regeln schreiben zurück kommen merkt man ja, dass das nicht gefruchtet hat. Am nächsten Tag – oder sogar in der nächsten Stunde, geht das Drama dann weiter. Unterstützung vom Elternhaus? Meist Fehlanzeige.

Aber…ich will nicht schwarzmalen.
Es gibt auch tolle Kinder, die sich bemühen, mitarbeiten und anstrengen. Die am Ende der Stunde nach vorne kommen und sagen: „Ich freu mich schon auf die nächste Stunde mit dir!“ oder „Das hat Spaß gemacht, Frau A.!“. Schüler die dann bei der Aufsicht nicht von meiner Seite weichen und mir von ihren Hasen, Geschwistern oder Lieblingsspielen erzählen. Die mich anstrahlen und das Gefühl geben, etwas richtig gemacht zu haben.

Man darf das also alles nicht pauschalisieren. Es gibt solche und solche. Und alles hat seine Vor- und Nachteile. Was aber definitiv feststeht ist, dass man als Lehrer einer ersten Klasse sehr viel mehr Energie braucht, als in den anderen Klassenstufen. Da sind noch so viele Dinge unklar, dass die Schüler häufig Unterstützung brauchen…und mehr als 20 Kinder in eine erste Klasse zu stecken finde ich schon sehr bedenklich. Aber was sag ich da – da hat man eh keinen Einfluss drauf. Die Zahlen werden von oben festgelegt und basta.
Wenn im nächsten Schuljahr noch die Verweiler zurück gehen, sind in manchen Klassen dann 25 Schüler. Das ist ne ganze Menge für ne zweite Klasse.

Nun ja. Was hab ich heute gelernt?
Erste Klassen können sehr anstrengend sein, wenn Störenfriede ihr Ding durchziehen.
Störenfriede müssen ausgesondert werden, weil sonst kein Unterricht möglich ist.
Sanktionen bringen nur kurzfristig was.

[Kleiner Exkurs: an manchen Schulen gibt es Räume, in die Störer geschickt werden. Dort erledigen sie ihre Aufgaben unter Aufsicht eines Lehrers und dürfen dann danach wieder in die Klasse zurück. Find ich ne gute Sache – dann sind die erstmal aus dem Verkehr gezogen, der Unterricht kann weiter gehen & die Störer können sich runterfahren – im Idealfall. Natürlich braucht man dazu Lehrer, Stunden und einen Raum. Daran scheitert es an vielen Schulen…]

Morgen bin ich wieder in meiner ruhigen zweiten Klasse – das wird entspannt. Freu ich mich schon drauf. Und ich freu mich auch auf Mittwoch – da werde ich mal meine Kolleginnen aus dem Hort (in dem ich vor dem Ref gearbeitet habe) besuchen gehen. Die hab ich seit Januar 2012 nicht mehr gesehen. Bin gespannt was es Neues gibt und wie sich die Schüler entwickelt haben 🙂

In diesem Sinne: Adios Amigos!
Frau A.

Nachtrag:
Natürlich sind Strafen nicht die ideale Lösung, um mit schwierigen Schülern umzugehen. Man sollte versuchen mit Motivation, Ursachenforschung und einer großen Portion Verständnis an die Schüler heranzugehen.
Das würde und werde ich auch später einmal tun.
Im heutigen Fall war ich eine Vertretung in einer mir unbekannten ersten Klasse. Dass man da keine neuen Methoden oder Systeme einführen kann, ist mir klar. Ich habe Ideen, aber es ist nicht meine Klasse & nicht meine Aufgabe dort etwas umzukrempeln.
Deshalb: cool bleiben.
Das spiegelt nicht das dar, was ich später mal machen will. Ich bin mir der Alternativen bewusst, aber wie gesagt…es waren 90 Minuten.

Und: es waren 4 Störer – von denen schrieben 2 aufgrund ihres Toilettenverhaltens (vom Chef befohlen) und 2 aufgrund ihres Verhaltens im Unterricht. Themenbezogen und mit Gespräch nach der Stunde. War also kein leeres Blabla, sondern mit Reflexion.
Ich bin auf nächste Woche gespannt, da bin ich nochmal drin…bis dahin:
Ich freue mich, dass ihr so eifrig diskutiert & Vorschläge macht. Aber bedenkt auch die von mir geschilderten Rahmenbedingungen. 🙂

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45 Antworten to “Erstklässler”

  1. Salina 10. Juni 2013 um 19:59 #

    Jetzt muss ich auch mal meinen Senf hier abgeben…

    Den Ausführungen von annuis kann ich mich nur anschließen, da ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Wenn die Kinder selbst mit- und abstimmen können, was es für eine Konsequenz bei Nichteinhaltung der für alle gültigen Regeln gibt, finde ich, halten sie sich viel besser daran. Sie haben die Konsequenz klar vor Augen und es ist womöglich etwas, was sie wirklich lieber vermeiden würden (was auch immer das dann im konkreten Fall ist).

    Aber ich würde gern noch einen Schritt zurück gehen und zwar auf die Frage:

    Warum machen die Kinder das?

    Warum benimmt sich ein Schüler daneben, wenn im Sportunterricht nach den Regeln der Lehrerin gespielt wird?
    Warum stören die Kinder den Kunstunterricht so immens und schreiben dann sogar lieber irgendwelche Regeln ab?
    Und ja, warum kommen Schüler in der Pause auf die Idee das Klo zu verstopfen?

    Wisst ihr, warum das so ist?
    Ich glaube wir wissen, warum das passiert und ich glaube, dass es die Reaktion der Schüler auf unser „verkorkstes“ Verständnis von Schule, Bildung und Lernen ist.

    • bambooos 10. Juni 2013 um 20:02 #

      …oder einfach Unerzogenheit.

      Wenn sich nicht mal zu Beginn des Unterrichts kurz beruhigt werden kann, wenn ich nicht mal zu Wort komme – dann liegt das nicht an mir oder meinem (noch nicht einmal begonnenen) Unterricht – sondern ganz allein an den Schülern.
      Was genau dazu führt – dafür gibt es vielfältige Gründe. Aber im o.g. Fall suche ich die Schuld definitiv nicht bei mir.

  2. selma 5. Juni 2013 um 11:19 #

    kind als mensch sehr viel wohlwollen und sympathie entgegen bringen, das auch kommunizieren, zugewandt bleiben. gleichzeitig das unerwünschte verhalten deutlich als inakzeptabel markieren (*nicht* das kind als person). kurz:
    kind als person: annehmen, mögen, wohlwollen, zuwendung, verständnis.

    unerwünschtes verhalten des kindes: begründet und mit logischen folgen sofort und direkt konsequent und angemessen sanktionieren, verbal und durch handeln verhalten begründet als inakzeptabel markieren. deutlich machen, dass man sich sicher ist, dass das kind sich anders verhalten kann („ich weiß, das fällt dir heute besonders schwer, aber ich bin mir sicher, dass du fünf minuten xyz machen kannst, wenn du dich sehr bemühst. schaffst du das?“).

    …das ist auch das, was mich an deinem post ein bisserl erschreckt: du klingst sehr ablehnend diesen störenden kindern gegenüber. klar, sie nerven kolossal. und ja, man darf dann auch mal sauer werden. aber auf keinen fall ablehnende haltung kommunizieren (die merken das!) – sie geben sich dann in der regel alle mühe, deinen (negativen) erwartungen zu entspechen (die geschilderten fälle aus kunst und sport). gerade diese kinder sind jede mühe wert. allein schon, weil man hier wirklich erfolge (veränderungen) sieht.

    • bambooos 5. Juni 2013 um 11:34 #

      Natürlich sind die Mühe wert – und ich gebe mir große Mühe. In dem beschriebenen Fall war ich zum ersten Mal in die Klasse, die Schüler waren nicht mal zum Stundenbeginn ruhig zu kriegen und da sie in geballter Form auftraten musste eben eine etwas rabiate Lösung gefunden werden.
      In mir bekannten Klassen praktiziere ich das anders (sie Blogartikel vom Folgetag), aber das Methodenrepertoire zum Reagieren auf Störungen etc. muss sich nun mal entwickeln – und ich stehe erst am Anfang.
      Aber: ich lerne jeden Tag dazu und freue mich sehr, wenn ich bei den Schülern Erfolge sehe – deswegen liebe ich den Job ja auch so sehr 🙂

      • selma 5. Juni 2013 um 12:01 #

        sowieso. du machst das schon. 🙂 trotz sparpolitik und wenig stellen. vertretung wird sich sicherlich eine ergeben, oder (befristeter angestelltenvertrag)?! bleib dran, das ist dein job.

  3. annuis 4. Juni 2013 um 20:49 #

    Hallo!
    Ich verfolge die Geschichte hier auch schon seit gestern. Mein persönliches Fazit: Kritisieren ohne Alternativen anzubieten ist eher mittelmäßig.
    Ich denke, dass keiner von das Patentrezept hat, weil es das gar nicht gibt.
    Was ich bei einer guten Fortbildung zum Umgang mit schwierigen Kindern gelernt und seitdem angewendet habe, ist Folgendes:
    Jeder Fachlehrer macht zu Beginn des Unterrichts SEINE Regeln transparent. Ich beschränke mich da meistens auf die drei mir wichtigsten. Das kann ja jeder selbst entscheiden. Danach mache ich klar, was bei Nichteinhaltung der Regeln passiert: Es gibt Konsequenzen. Ich frage, welche Konsequenzen die Kinder kennen und ergänze gegebenenfalls. Bei Quatschen statt Arbeiten während der eigentlichen Unterrichtszeit gibt es zum Beispiel die Konsequenz, in der Pause nachzuarbeiten. Eine andere – gut funktionierende – Möglichkeit ist es, die Störenfriede für einen bestimmten Zeitraum in eine andere Klasse zu schicken. Das muss natürlich im Kollegium bekannt sein.

    Ich habe damit bislang gute Erfahrungen gemacht – auch in sogenannten „Hammerwerfer-Klassen“. Man gibt ja Verantwortung an die Kinder ab: Jedes Kind ist selbst für sein Handeln verantwortlich, es kennt die Regeln und weiß, was ihm bei Verstoß dieser blüht.
    Und dann bloß konsequent sein. So ein Pausenverbot mit nacharbeiten schmerzt schon ganz schön… 😉

    In diesem Sinne…

    • annuis 4. Juni 2013 um 20:53 #

      Kurzer Nachtrag: Ich halte von DREIMALIGEM Regelverstoß nichts. Denn dann „dürfen“ die Kinder im Prinzip dreimal das nichterwünschte Verhalten an den Tag legen.
      Es gibt – wie im Fußball – eine gelbe und eine rote Karte.
      Das mache ich auch direkt klar.

    • bambooos 5. Juni 2013 um 04:27 #

      Vielen Dank für deine Tipps! Werd ich mir merken!

  4. Alexandra 4. Juni 2013 um 15:26 #

    Jetzt habe ich mir alle Kommentare, die nach meinem eigenen gekommen sind, noch einmal durchgelesen aber keine wirkliche Alternative für die von der Frau A., beschriebenen Situation gefunden. Schade, ich hatt gehofft, all die Kritiker von Strafen „hätten andere Maßnahmen in Petto“ (um mal B. zu zitieren….)

    LG Alexandra

    • Jettalein 4. Juni 2013 um 16:17 #

      Naja, Frau A. hat ja Alternativen gefunden und auch schon ausprobiert. 🙂

  5. auchlehrer 4. Juni 2013 um 15:20 #

    Und was soll uns das jetzt sagen? Die Schulen den Schülern? Als Aussage von Journalisten, die die Schule auch nur aus Schülerperspektive kennen?

    Buchempfehlung für B.: M. Winterhoff „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“

  6. Adira 4. Juni 2013 um 13:14 #

    Ich denke, gerade bei den Kleinen geht so viel über die Beziehungsbene – und die ist in einer Vertretungsstunde noch nicht so da. Dann hat eine erfahrene Kollegin schon so viel Handwerkszeug in ihrem Verhaltensrepertoire, das sie auch in Vertretungssituationen einsetzen kann – eine Referendarin baut sich das ja gerade erst auf….

    Insofern finde ich die Diskussion hier auch als sehr konstruktiv und unterstützend.
    Verwundert bin ich darüber, dass bei euch Referendare im Vertretungsunterricht eingesetzt werden. Aus den oben genannten Gründen machen wir das nicht.

  7. B. 4. Juni 2013 um 11:55 #

  8. nickel 4. Juni 2013 um 09:42 #

    Also nach meiner Erfahrung steckt hinter solchen Kindern, besonders wenn sie noch in der 1. Klasse sind, oft mehr als die bloße Lust am Provozieren und Blödsinn machen. Um herauszufinden, was los ist, müsste man aber Zeit in die einzelnen Schüler investieren. Stimmt was nicht daheim? Fühlen sie sich gelangweilt oder überfordert? Sind sie noch nicht ganz bereit für Schule?
    Eine Klasse von 23 Schülern ist für die erste Klasse eigentlich ja auch zu groß. Aber daran kann man vorerst ja nix ändern, schon gar nicht kurzfristig.

  9. R. 3. Juni 2013 um 21:33 #

    Hi Frau A, erstmal Glückwunsch zur bestandenen Prüfung 🙂 ich hätte noch eine Idee… ich weiß nicht, ob es auch für Vertretungsstunden funktioniert aber für die eigene Klasse bestimmt. Gelesen bei: http://ueberlebenimreferendariat.wordpress.com/ … du steckst eine Extraaufgabe in einen Umschlag, der erste der stört bekommt diesen und gibt ihn weiter, wenn wieder einer stört…. wer am Ende der Stunde den Umschlag hat, muss die Aufgabe erledigen z.B. eine extra Hausaufgabe. Sie macht es bei ihrer weiterführenden Schule, aber vielleicht wäre sowas ähnliches ja was für dich?

    • bambooos 3. Juni 2013 um 21:35 #

      Habe ich damals auch schon gelesen, danke fürs Erinnern. Probiere ich nächste Woche aus, super! :)))

    • diereferendarin 4. Juni 2013 um 10:39 #

      Die Idee gefällt mir, aber könnte das nicht bewirken, dass derjenige mit Umschlag andere provoziert, weil dann der andere stört und der mit Umschlag diesen abgeben kann usw?

      • bambooos 4. Juni 2013 um 11:02 #

        Ich werde das nächste Woche in der ersten Klasse mal probieren. Vielleicht nicht mit nem Umschlag zum rumgeben, sondern mit so nem roten Aufsteller, auf dem Strafarbeit oder sowas steht. Überleg ich mir noch. Vielleicht gibts auch zwei davon.

        Sehe eher das Problem, dass ich wie blöd durch die Klasse rennen muss, um das Ding von einem zum anderen Schüler zu transportieren…

        Naja: ausprobieren! 🙂

  10. B. 3. Juni 2013 um 20:19 #

    Na klar, ich stell mich vor die Klasse und lese aus Juul vor. Wie bescheuert so eine Aussage ist… Wenn es keiner hier lesen will, muss man ja auch nicht. Aber wenn ich hier lese, wie schwierig die Schüler sind, tut mir das genau für eben diese leid. Wie wäre es damit jeden mal als den zu sehen, der er ist. Ein Kind. Das man gleichwürdig behandeln sollte. Was bringen denn Strafen? Nix! Man könnte sich ja vorher auch mit der Klassenlehrerin besprechen. Die muss in ihrer Klasse ja auch was machen. Aber hier hat auch keiner was anderes im Petto als Strafen und die sind natürlich ok… Schade!

    • bambooos 3. Juni 2013 um 20:24 #

      Die Klassenleiterin hat mir genau das empfohlen. „Wenn sie nicht hören, lässt du sie schreiben“ – und ihr kennt die Kinder in der Klasse nicht, da gibt es einige Brandherde. Die mussten so schnell wie möglich gelöscht werden & wenn die Klassenleiterin diese Lösung vorgibt, dann mach ich das.
      Für ausführliche Analysen war keine Zeit & die Jungs waren auch nach moralischen und kameradschaftlichen Motivationspunkten unbelehrbar. Ist ja nicht so, dass ich es nicht versucht hätte anders zu lösen.

  11. BunterVogel 3. Juni 2013 um 20:19 #

    Hab mir jetzt die Kommentare durchgelesen und habe dazu folgendes zu sagen:
    -„abschreiben“ als Strafe ist nicht wirklich sinnvoll
    ABER
    – es war eine Vertretungsstunde mit fremden Schülern, da ist das ok. Hätte man öfters bei denen Unterricht, wäre man auf die zwei (und andere) besser vorbereitet
    🙂

  12. ixsi 3. Juni 2013 um 19:52 #

    Ist es möglich, dass die betreffenden Schüler ihre Tat in einem Bild darstellen und eine Alternative zeichnen? Dann bräuchten sie keine vorgegebenen Sätze abschreiben und merken sich den Inhalt vielleicht besser. Ggf. kannst du dir auch die Bilder erklären lassen.

  13. Günther Neubauer 3. Juni 2013 um 18:40 #

    Guten Tag Frau A.,
    ich lese schon lange ihren Blog und teile als ehemaliger Grundschullehrer viele ihrer Ansichten. Allerdings hat mich ihre Aussage: „Ich will nicht sagen, dass die Prügelstrafe wieder eingeführt werden sollte, aber…manchen Schülern würde so ein kleiner Klaps sicher gut tun.“ doch schockiert.
    So eine überholte Meinung hätte ich ihnen nicht zugetraut! Wäre es für sie denn auch in Orndung, wenn im Gegenzug die Mentoren ab und zu einen kleinen Klaps an ihre Referendare verteilen dürften, wenn diese nicht so funktionieren wie sie sollen?
    Mal im Ernst, diese Aussage vertreten sie doch wohl als ausgebildete Pädagogin nicht wirklich… Kinder suchen immer nach Anerkennung und Aufmerksamkeit jedes auf eine andere Art, aber dann sollte man gerade bei diesen Kindern eher die Stärken fördern, damit es so positive Aufmerksamkeit ehält und negative nicht nötig hat.
    Viele Grüße, Günther

    • bambooos 3. Juni 2013 um 18:43 #

      Das war etwas überspitzt formuliert, keine Sorge! Natürlich würde ich sowas nicht tun!

      • Günther Neubauer 3. Juni 2013 um 19:01 #

        Verstehen sie mich nicht falsch, ich halte sie eigentlich für eine gute Pädagogin und mir ist bewusst, dass sie das niemals tun würden. Weshalb dann aber doch so eine Aussage?

      • bambooos 3. Juni 2013 um 19:07 #

        …einfach als funktionierende Alternative. Wenn schon das Abschreiben altertümlich ist (aber kurzfristig funktioniert), dann vielleicht auch das?!
        Nee Quatsch. Das war ne dumme Aussage, stimmt schon!

  14. Jettalein 3. Juni 2013 um 18:01 #

    Du hast ja schon selbst festgestellt, dass das Abschreiben von Regeln nix bringt. Das hat uns ja damals auch schon der gute Herr L. mit seinen Folien im Audimax erklärt. 😉 Ich bin übrigens auch Verfechter folgender Dinge:
    – nonverbal eingreifen: als Lehrer lernt man echt schnell, nach rechts unglaublich böse zu gucken und Millisekunden später nach links ein Kind für seinen tollen Beitrag anzulächeln. Auch bestimmte Handbewegungen verstehen die Kinder sehr schnell und wissen, dass sie ihr Spielzeug in den Ranzen zu stecken haben.
    – Fruchtet das nicht, kommt die ECHTE Wahl: Entweder, ich nehme das Spielzeug weg und deine Eltern müssen es bei mir abholen, ODER du tust es ganz tief unten in den Ranzen. WICHTIG: Das ganze im Flüsterton mit dem Schüler ausmachen, sonst stört man als Lehrer seinen eigenen Unterricht.
    – LOB und positive Verstärkung á la „Ich freue mich über…“ und auch positives Lästern ist toll „Mensch Lotta, hast du gesehen, wie toll Lars heute seinen Tisch aufgeräumt hat? Das sieht doch toll aus, oder?“ Lotta wird schnell merken, dass ihr Tisch sch++++ aussieht und etwas dagegen tun.
    – Die „Gegen welche Regel hast du verstoßen?“, „Warum hast du das getan?“, „Was möchtest du ändern?“ kann man auch in Klasse 1 schon machen… z.B. durch Bildchen, mündlich in der Hofpause. Positiv hier: Man erhält Einblicke in das Köpfchen des Kindes. Manchmal ist es ja echt spannend, was da so abgeht. Und die Kinder danken es einem auch, denn sie merken „Die interessiert sich für mich!“ statt „Die bestraft mich!“
    Eine Sache muss ich auch noch loswerden: Du hast von 4 Störenfrieden geredet, doch nur 2 mussten die Strafarbeit machen. Sowas wird dann schnell als unfair empfunden, wodurch sich Fehlverhalten verstärken kann.
    Aber du hast eben Recht, als Lehrer muss man in einer Unterrichtsstunde mehrere tausende Entscheidungen treffen…. und zwar von jetzt auf gleich! ABER darauf hat uns ja die mündliche Prüfung vorbereitet. 😉

  15. EXLAA 3. Juni 2013 um 17:47 #

    Also aus meiner Erfahrung hilft dieses Abschreiben eher weniger- höchstens es wurde durch die Klasse (Klassenregeln und ihre Konsequenzen) so festgelegt. Gerade in der ersten Klasse hilft es mit positiver Verstärkung zu arbeiten. Also einfach gutes Verhalten loben, da ziehen die anderen Kiddies zu 98 % nach.
    Außerdem muss sich eine „pädagogische Maßnahme“ immer auf das Fehlverhalten beziehen und als direkte Konsequenz empfunden werden. Also ein dummes Beispiel: Wer die Tische beschmiert muss sie wieder säubern. Sicher muss man im Einzelfall immer schnell entscheiden, aber man muss dies gut überlegt tun. Hier hat man als Lehrer großes Einfluss auf die Kinder und setzt mit seinen „Strafen“ ein Zeichen, in welche Richtung dieses Zeichen geht liegt dann an dem Lehrer. Wenn zum Beispiel der Schüler keine Lust auf die Regeln im Sport hat, ist die Konsequenz sich umzuziehen und nicht mehr am Sportunterricht teilzunehmen natürloich sehr fragwürdig. Was hat er daraus gelernt? Wenn ich kein Bock auf das Einhalten der Regeln habe muss ich mich nicht mehr sportlich betätigen und kann in aller Ruhe zu schauen?????????????????????
    Abschließend: Ich denke die positive Bestärkung derer, die die Regeln oder das richtige Verhalten zeigen bringt mehr als Abschreibübungen usw.. Aber in bestimmten Fällen haben pädagogische Maßnahmen ihre Berechtigung, aber sie müssen etwas mit dem Fehlverhalten zu tun haben, denn an dieser Konsequenz muss das Fehlverhalten aufgezeigt werden.

    • auchlehrer 4. Juni 2013 um 15:07 #

      „Außerdem muss sich eine “pädagogische Maßnahme” immer auf das Fehlverhalten beziehen und als direkte Konsequenz empfunden werden. Also ein dummes Beispiel: Wer die Tische beschmiert muss sie wieder säubern.“

      Wer den Unterricht stört, muss ihn selbst halten?? Und wo ist da die positive Verstärkung?;-)

      • EXLAA 4. Juni 2013 um 17:17 #

        Lies bitte den ganzen Text!!!! Pädagogische Maßnahme hat nichts mit positiver Verstärkung zu tun.

  16. BunterVogel 3. Juni 2013 um 16:13 #

    …und das mit den Störungen ist ein Kapitel für sich, besonders in der 1.Klasse. Da stören ja quasi alle noch durch die Bank weg; aber eben nicht mit Absicht.

  17. BunterVogel 3. Juni 2013 um 16:12 #

    Ich hab auch häufig die Kleinen unterrichtet: Es ist so schwer im Vergleich zu der Zeit, als ich in der 1.Klasse war. Heute sind das so kleine, winzige Wesen, die noch gut ein bis zwei Jahre in der Kita verbringen könnten (eigentlich müssten). Dazu kommen noch (zumindest ist das meine Erfahrung) die wenig ausgereiften Kompetenzen, die man eigentlich aus der Kita schon mitbringt…Die andere Seite ist, das ich oft erlebt habe, dass ihnen viel zu wenig zugemutet wird. Sie wurden teilweise wirklich wie Babys behandelt und konnten eigentlich schon so viel mehr, wenn man sie eben gefordert hat.
    Alles nicht so einfach…ich glaub, erste Klasse ist nix für mich;-)

  18. B. 3. Juni 2013 um 15:14 #

    Ich finde Abschreiben aus oben genanntem Grund auch nicht in Ordnung. Gerade in der 1. Klasse sollte Schreiben Spaß machen und keine Strafe sein.
    Die Frage ist doch, warum stört ein Schüler? Ich finde deshalb den Ansatz auch nicht richtig zu fragen wieso manche Schüler so sind und ob das noch schlimmer wird. Vielmehr sollte man hinterfragen warum ein Schüler stört. Da gibt es Unmengen an Erklärungen. Vielleicht versteh er etwas nicht. Der Unterricht ist zu schnell, langsam, er hängt meilenweit hinterher oder es ist ihm schon bekannt… Und noch 1000 DInge, die nicht unbedingt im Unterricht passiert sind, können Störungen verursachen: Probleme zu Hause, Streit in der Pause,…
    Gerade wir Junglehrer sollten doch zu anderen Methoden greifen als zu Strafarbeiten! Wenn dich dazu mehr interessiert, dann lies mal Jesper Juul „Miteinander“ und auch noch „Schulinfarkt“.

    • bambooos 3. Juni 2013 um 15:49 #

      Verstehe ich alles.
      Aber ich muss auch unterrichten & kann nicht bei 4 mir vollständig fremden Schülern in 90min Vertretungsstunde Ursachenforschung betreiben.
      …und wenn gutes Zureden & ermahnen nicht hilft, dann eben diese Variante. Ich muss ja auch ab die anderen Kinder denken, die mitmachen & Hilfe brauchen.

      • Alexandra 3. Juni 2013 um 16:54 #

        Find ich auch – liest sich immer so gut zu sagen „es gibt Ursachen,warum er stört“, „wir müssen das Kind als Individuum begreifen“, „dann muss der Unterricht so gestaltet werden, dass jedes Kind eigenaktiv, interessengeleitet, auf seinem Niveau usw. gefördert wird“ etc… Die Argumentationskette kann man ewig so weiter führen und an dessen Ende steht oft der Lehrer, der unfähig ist, den Unterricht entsprechend zu gestalten.
        Mich nervt das, obwohl diesen Aussagen der Wahrheitsgehalt nicht abzusprechen ist.

        Aber wie du schon schreibst: Die 20 anderen in der Klasse, die lernen wollen, müssen die Chance erhalten eigenaktiv und individuell gefördert und unterrichtet zu werden und das geht in einer Situation wie der von dir beschriebenen oft nur dadurch, dass man die Kinder, die dies nicht wollen oder können (aus welchen Gründen auch immer) beschäftigt, ablenkt oder rausnimmt.
        Hier findet auch Erziehung dieser Kinder statt: Sie lernen, dass ihr Verhalten nicht toleriert wird und zu Konsequenzen führt. Das ist ebenso wichtig.

        Auch alle Leute die Abschreiben als wenig motivierend und sinnbringend beschreiben haben natürlich Recht. Das Verhalten der Kinder ändert sich langfristig dadurch wahrscheinlich nicht – aber eine auf die Schnelle durchzuführende Alternative (schließlich sollen die 20 anderen ja schnell zu echter Lernzeit kommen) hat hier für deine Situation noch keiner genannt.
        Ich bin auch gespannt, denn zum schnöden Schreiben suche ich besonders auch in Vertretungsklassen/ Fachklassen (in denen manchmal auch bestimmte Regeln und Rituale fehlen) nach Alternativen.

        LG Alexandra

      • B. 3. Juni 2013 um 17:52 #

        Dass du das nicht kannst, ist doch klar. Aber du solltest andere Maßnahmen im Petto haben. Wir sprechen hier von Kindern, 1. Klasse. Das sind keine kleinen Erwachsenen. Vielleicht lag es ja auch an dir. Weiß man doch alles nicht. Ich hoffe, dass du es bei deiner eigenen 1. Klasse anders machst. Ich bin auch Junglehrerin und auch Mutter. Mich würde es einfach ärgern, wenn man meinem Kind so das Schreibenlernen mies macht. Ich glaube du bist eine gute Lehrerin, aber es scheint mir so, als wenn du bei Strafen noch die alte Schiene fährst und das fänd ich einfach schade, bei dem was du bisher erreicht hast.

    • Z. 3. Juni 2013 um 16:01 #

      @ B.
      Natürlich beschreiben Bücher immer die schöne Theorie und dass man mit einfachen Mitteln auf ein Kind eingehen kann und es positiv verstärken anstatt tadeln soll – das haben wir alle fein auswendig gelernt, die diesen Beruf ausüben und wir haben viele Bücher gelesen – sicherlich auch Frau A. Manchmal sieht die Realität aber anders aus. Und nun finde mal in einer (!) Vertretungsstunde heraus, worauf das Kind reagiert oder welche Laus ihm über die Leber gelaufen ist. Was machst du in derzeit mit den 24 anderen? Wie hättest du reagiert? Dich hingestellt und erst mal Jesper Juul gelesen? 🙂
      Ich finde es wird immer sehr schnell und voreilig kritisiert – wäre es nicht hilfreicher zu sagen: „Hey, Frau A. ich mache in solchen Momenten … oder bei meinen schwierigen Schülern hilft … Viel besser als Abschreiben ist meiner Erfahrung nach…“ ?!
      Gäbe es Lösungsbücher für schwierige Schüler, hätten wir wohl keine schwierigen Schüler mehr …

      • diereferendarin 4. Juni 2013 um 10:36 #

        Zum letzten Absatz nach dem 🙂
        Genau das fehlt mir, wenn ich in Foren und Blogs unterwegs bin. Ich habe bis vor kurzem an einer englischen Schule gearbeitet und dort hatten die Lehrerinnen auch so einige Probleme mit ihren Schülern. Aber vom Kollegium kam Unterstützung, und zwar NICHT überheblich und besserwisserisch, sondern wirklich konstruktive Vorschläge. Und da konnte man auch mal untereinander sagen: Jamie is a little shit!

  19. herr_mess 3. Juni 2013 um 14:15 #

    Dieses sture Abschreiben bei uns ist auch verpönt. Ich hab bei uns am Gymi was superunangenehmes, das bis zur sechsten Klasse super fruchtet. Einen Vordruck, auf dem die Schüler einen Aufsatz verfassen müssen (400 Wörter!!!), was sie gemacht haben, warum das gestört hat, was das für sie und andere bedeutet, und wie sie sich bessern können. Der Aufsatz muss von den Schülern UND den Eltern unterschrieben werden und mir zurückgegeben werden. Wenn das öfters passiert, holt mal die Eltern inklusive Kind rein, breitet die Aufsätze mit den Versprechen des Schülers aus, lehnt sich zurück und konfrontiert den Kleinen/die Kleine mit den Vorsätzen. 🙂

    • bambooos 3. Juni 2013 um 14:38 #

      Guter Ansatz. Das geht ab Klasse 3…bei den Einsern macht das noch keinen Sinn, das müssen andere Sachen her.
      Werde mir dazu noch Strategien überlegen, wer Tipps hat, immer her damit.

  20. Carina 3. Juni 2013 um 13:48 #

    „Als Konsequenz ließ ich 2 der Störer schreiben. Einen bestimmten Satz. Mehrfach auf einen Zettel.“

    Mich würde mal interessieren, warum du dich für diese Konsequenz entschieden hast?
    Ich finde, es klingt schon ziemlich nach „alter Strafarbeit“.
    Besonders schade finde ich, dass wohl viele Lehrer „schreiben“ als Konsequenz nutzen. Aber gerade die Erstklässler sollen doch mit Freude und positiven Gefühlen schreiben und es nicht mit „Strafe“ verbinden. Das ist zumindest meine Einstellung.
    Wenn schreiben, wenn vielleicht so?

    – Gegen welche Klassenregeln hast du verstoßen?
    – Überlege dir, was du tun kannst, damit es nicht mehr vorkommt.

    Viele Grüße

    • bambooos 3. Juni 2013 um 13:53 #

      Bin mir nicht sicher, ob es da Klassenregeln gibt. Von Sprecher- & Zuhörerregeln wussten sie schon mal nichts & quatschten sogar, als ein Schüler etwas vorlas…

      Warum schreiben?
      Das fiel mir als erstes ein. So ist erstmal Ruhe & sie sind beschäftigt. Wenn ich sie sich „was überlegen“ lasse, quatschen sie munter weiter.
      Sicher ist das schreiben nicht Ideal, aber es funktioniert kurzfristig & Hauptziel war für mich, dass der Rest der Klasse nicht unter den Hanseln leiden muss.

      Und: freie Sätze schreiben lassen fällt denen noch sehr schwer. Da schreibt es sich leichter mit Vorgabe. Grundsätzlich teile ich deine Meinung ja, aber…manchmal muss man schnell reagieren & dann wird’s nicht so pädagogisch wertvoll – aber immerhin ruhig.

      • Carina 4. Juni 2013 um 14:54 #

        Schade, dass keine/wenige Klassenregeln existieren.

        In Vertretungsklassen greife ich dann doch noch schneller zum Hausaufgabenheft und schreibe eine Mitteilung an die Eltern. Das zieht 😉
        Oder eben nur ein paar Sätze schreiben lassen (was habe ich gemacht?) und dann mit der Bitte um Unterschrift an Eltern (wenns ganz hart kommt, vorher kopieren und notfalls per Brief schicken, falls der Zettel „verschwindet“).
        Und natürlich auch Info an Klassenlehrer.

        Viele Grüße

  21. D. R. 3. Juni 2013 um 12:52 #

    Auch für den Unterricht in Klasse 1 bekommt man nicht nur einfach Geld – man muss es sich Tatsache verdienen. Vielleicht sollten auch mal solche Leute den obigen Erfahrungsbericht lesen, die sonst nur ein müdes Lächeln für unsere Arbeit an den Grundschulen übrig haben.

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