Resignation

22 Mrz

Ich möchte heute mit einem Kommentar beginnen, der mich in der letzten Nacht von „E.Ha.“ erreicht hat und den ich heute morgen kurz vor dem Aufstehen gelesen habe.

„Ich bin der Meinung, dass jemand, der hier so öffentlich sein Leben postet auch damit leben muss Kritik einzustecken!!! […]  Ich verstehe nicht das hier eine Note angezweifelt wird, die doch mindestens drei unabhängige Prüfer voneinander gegeben haben… Außerdem kenne ich genug Leute, die in Thüringen mit wirklich sehr guten Noten abgeschlossen haben! Ich denke es ist durchaus wichtig sich an die eigene Nase zu fassen und festzustellen, dass es mit größter Wahrscheinlichkeit nicht nur an der schriftlichen Arbeit gelegen haben kann, dass man anscheinend soo schlechte Noten für !!beide!! Stunden berkommt. Vor allem, wenn man liest, dass die vorherige zweite benotete Lehrprobe auch schon schlecht gelaufen ist… Auch dass die Prüfungsvositzende dich so toll fand und dir eine Stelle versprochen hat finde ich äußerst seltsam, da sie doch diejenige ist, die die Note festlegt! Seltsam ist doch auch, dass dir hier Leute schreiben, wie gut du doch bist und dass du eine tolle Lehrerin bist, obwohl sie dich zum größten Teil weder kennen, noch jemals deinen Unterricht gesehen haben… Wie kann man sich da ein unabhängiges Urteil über die Qualität deines Unterrichts erlauben. Besser geht dies doch wohl,wenn man deine Blockeinträge liest, sieht wie egal dir der Theoriekram immer war, wie blöd schon die zweite Lehrprobe lief und wie dann deine Prüfungslehrprobe gelaufen ist… Das zog sich doch in der letzten Zeit durch… Ich selber bin seit mehreren Jahren Lehrer in Thüringen und habe selber bereits viele Lehramtanwärter gehabt… Ich stehe in engem Kontakt zu dem Studienseminar und zum Schulamt und bezweifle doch stark die von dir beschriebene Unfähigkeit der Seminarleiter zwei verschiedene Prüfungslehrproben in ihrer Vollständigkeit zu bewerten. Niemand schaut NUR auf den theoretischen Entwurf!!!!! Ich denke, liebe Frau A., Sie finden sich selber vielleicht einfach ein wenig zu super und Kritik, auch nicht konstruktive, nehmen Sie nicht so gerne an – ist nur mein Gefühl und ich habe Vieles von Ihnen gelesen…“

—————————
Damit begann heute mein Tag.
Und ich muss sagen, dass ich das inzwischen auch so sehe.
Wenn ALLE Bewertenden vom Seminar mir STÄNDIG sagen wie schlecht ich bin – dann ist es wohl einfach so. Dann muss ich das akzeptieren, dass ich „objektiv“ so eingeschätzt werde.
Ja, ich habe überlegt, Widerspruch gegen die Bewertung in der Prüfung einzulegen. Nicht aufgrund der Note am Ende, sondern weil ich die Argumentation, die zur Note geführt hat nicht verstehe bzw. die Wichtung nicht nachvollziehen kann.
Was wäre gewesen, wenn mein Entwurf und meine Ziele PERFEKT gewesen wären, die Kinder aber über Tische und Bänke gegangen wären. Wäre das dann ne 1 gewesen? Was wäre gewesen, wenn… das ist die Frage, die mir gerade oft durch den Kopf geht.

Aber: es bringt nichts drüber nachzudenken.
Was im Kommentar steht, scheint zu stimmen. Vielleicht finde ich mich selbst besser, als ich tatsächlich bin. Vielleicht bin ich wirklich so ne Lusche, wie es mir das Studienseminar zu verstehen gibt. Vielleicht. Langsam fange ich selbst an, das zu glauben.
Und ganz ehrlich? Es tut weh. Verdammt weh.
Heute war ein schöner Tag in der Schule, wir haben tolle Sachen mit den Kindern gebastelt, waren Osternester suchen usw. Letzter Schultag vor den Osterferien. Während der Zeit in der Schule war alles okay, es hat Spaß gemacht.
Aber auf der Fahrt hin und zurück war mein Herz einfach nur leer. Keine Freude mehr, keine Zuversicht. Ich bin einfach nur. Ohne Adjektiv. Ich bin. Nicht mehr und nicht weniger.

Es ist hart wenn man beginnt, sich nicht mehr zu wehren und zu versuchen, das Gegebene, Unumkehrbare zu akzeptieren. Alles in mir hat sich aufgebäumt gegen diese Beurteilung, diese pseudo-objektive Bewertung. Ich weiß, dass ihr da nicht den vollen Einblick habt. Den kann ich euch leider auch nicht geben. Aber wenn ihr wüsstet, wie sich einige Prüfer verhalten haben, würdet ihr meine Wut verstehen.

Gestern wurde meine Resignation mehr oder weniger besiegelt. In einem Gespräch mit meiner VfA (Verantwortlichen für Ausbildung) sagte sie mir nämlich plötzlich, dass sie mir auch nur ne 4 gegeben hätte. Zwar keine 4-, aber immernoch eine 4.
Ich wusste in dem Moment gar nicht, wie ich reagieren sollte. Letzte Woche stand sie selbst noch kopfschüttelnd da in der Auswertung und fand es nicht nachvollziehbar (trotz Mitbestimmungsrecht) – und gestern knallt sie mir sowas vor den Latz. Wow. Sie scheint die Abwertung meiner Person schneller aufgenommen und sich damit abgefunden zu haben als ich.

Diese Aussage heißt für mich aber auch: sollte ich Widerspruch einlegen, würden alle Beteiligten nochmal angehört werden. Aber wenn meine VfA jetzt auch noch ins selbe Horn bläst – dann bringt mir das gar nichts mehr. Dann ändert sich nichts.

Mein Fazit:
Ich habe keine Kraft und keine Lust mehr zu kämpfen. Ich bin erschöpft von diesem ewigen Hin und Her, von den Anforderungen und Einschätzungen. Ich kann die Welt nicht retten, nicht gegen diese hohen Wellen, die mir permanent entgegenschlagen. Es tut mir leid für die, die nach mir kommen – weil sie ebenfalls durch dieses subjektive System gepeitscht werden. Ohne Einflussnahme. Ohne Mitbestimmung. Ohne Chance.
Ihr müsst euren eigenen Weg finden und gehen und ich wünsche euch, dass ihr eine gewisse Person NICHT in eurer Kommission sitzen habt. Dass ihr jemanden vor euch habt, der von der oberen Notenskala ansetzt, nicht von unten. Dass ihr jemanden vor euch habt, der euch motiviert, weiter zu machen und an euch zu arbeiten. Jemanden, der euch Mut macht und euch in eurer Entscheidung, diesen anspruchsvollen Beruf auszuüben, stärkt.

Für mich bleibt an dieser Stelle die bittere Erkenntnis, dass ich wohl so schlecht bin, wie es mir notentechnisch permanent vermittelt wird. Immerhin sind die Noten von erfahrenen, „objektiven“ Leuten erstellt worden, die wissen was sie tun.
So wie es gerade aussieht, wird am Ende auf meinem Zeugnis wohl nur das Prädikat „befriedigend“ stehen. Ich bin also keine „gute“ Lehrerin, sondern nur Mittelmaß.
Glauben kann ich es erst, wenn ich es am Ende vor mir sehe, schwarz auf weiß.
Es zerreißt mir jetzt schon das Herz.

Aber es soll wohl so sein.

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45 Antworten to “Resignation”

  1. Mr. K. 4. April 2013 um 19:57 #

    Ohje, da kam mir gerade so ziemlich alles hoch, was ich mühevoll verdaut hatte.
    Ich bin 2 Jahre durch die Hölle gegangen (psychisch-kranke Mentorin, männerhassende Fachleiterin) und habe ständig die Fehler bei mir gesucht. Habe alles geglaubt was mir gesagt wurde und dann auch den Prüfungstag nicht bestanden. Ich musste ein Jahr dranhängen – das habe ich nur unter der Bedingung, das Seminar und die Schule zu wechseln, gemacht. Siehe da, es gibt auch gute Fachleiter und Mentoren – ich brauchte einige Monate bis ich es geglaubt habe, aber was vorher passiert war, war einfach ungerecht und NICHT meine Schuld. Ich habe im Januar eine wirklich gute Prüfung hingelegt und im Anschluss eine Vertretungstätigkeit aufgenommen – es ist SO ein gutes Gefühl, es ist traumhaft, endlich nicht alles in Frage stellen zu lassen. Kurz gesagt: Man kann das Können und Nichtkönnen eines Lehrers nicht in einer Note festhalten! Man kann es auch weder durch Beobachten zweier Stunden (auch nach 50 Std. vermutlich nicht) noch durch Lesen eines Blogs beurteilen.
    Übrigens: In NRW wird die Note für das zweite Staatsexamen nicht begründet, damit niemand Einspruch einlegen kann. Friss oder stirb 😉

    Toller Blog übrigens, hätte ich damals einen geschrieben, hätte man mir vermutlich kein Wort geglaubt. Ich komm jetzt öfters vorbei!

    • bambooos 4. April 2013 um 20:05 #

      Danke für deinen Beitrag und herzlich Willkommen! 🙂

  2. Katta 1. April 2013 um 12:53 #

    Nachtrag:
    Inzwischen sind meine Stunden übrigens deutlich besser als im Referendariat, fokussierter, strukturierter – u.a. weil ich inzwischen Reihen vernünftig planen kann, was mir im Ref nicht vermittelt wurde und aus verschiedenen Gründen habe ich länger gebraucht, mir das selber anzueignen.
    Eine gewisse Selbstkritik ist absolut notwendig für den Beruf.
    Und auch der Wille, besser zu werden.
    Man muss nur die Balance halten zwischen zielgerichteter Selbstreflexion und selbstzerfleischender Kritik. 😉

    • bambooos 1. April 2013 um 12:57 #

      Danke für deinen Beitrag!
      Ich glaube das wird mir später auch besser gelingen – einfach weil ich dann selbst planen kann und nen Überblick über die Einheiten und das Schuljahr habe. Das fehlt mir derzeit noch, wodurch ich meist nur stundenweise unterrichte und so das „große Ziel“ hinter allem nicht immer kenne…
      Ich freu mich schon auf die Zukunft & den Entwicklungsprozess. 🙂

  3. Katta 1. April 2013 um 12:46 #

    Lehrer sein umfasst mehr, als die ‚perfekte‘ Stunde.
    Natürlich soll ich im Referendariat zeigen, dass ich weiß, wie man sinnvolle Ziele für eine spezifische Lerngruppe aufstellt und wie man diese Ziele sinnvoll erreicht bzw. den Kindern helfen kann, diese zu erreichen.

    Wenn man sich die Lehrerfunktionen jedoch mal anguckt, ist das eben nur ein Teil. Vom beurteilen, beraten, diagnostizieren, erziehen etc pp mal ganz abgesehen.
    Das Refendariat – zumindest so wie ich es kenne (und Thüringens System kenne ich gar nicht) – prüft aber eigentlich nur einen kleinen Teil ab (zumindest in den Prüfungsstunden, den Rest macht zumindest bei uns eher die Schule als das Seminar).

    Und vielleicht zum Trost:
    Nein, ich habe auch keine guten Lehrprobenstunden gehalten. Eher so mittelmäßige, teilweise sogar richtig schlechte.
    Dennoch weiß ich (und auch mein Schulleiter und die Kollegen), dass die Schüler bei mir etwas lernen (also auch in etwa das, was sie sollten 😉 ). Ja, bei anderen lernen sie vielleicht mehr oder besser (zumindest einige Schüler, jeder Lerntyp reagiert ja auch unterschiedlich auf unterschiedliche Lehrer). Dennoch bin ich keine schlechte Lehrerin. Meine Stärken liegen z.B. in der Erziehungsarbeit, darin, auch gerade mit schwierigen Klassen und Schülern zuarbeiten, dabei zu helfen, dass ein Klassenklima nicht völlig vor die Hunde geht usw. Ich habe in inzwischen mehreren Jahren Unterrichtserfahrung nur ganz selten erlebt, dass die Beziehungsebene zwischen mir und meinen Klassen nicht stimmte. Und erkenne immer mehr, dass dieser Aspekt sehr wichtig ist. Auch in der Oberstufe (ja, da darf man fachlich keine Pfeife sein, aber wenn die Beziehungsebene da nicht stimmt, hilft einem das auch nicht immerr viel).

    Ich will sagen: Lehrer sein umfasst sehr viele verschiedene Bereiche. Es gibt sehr wenige, die wirklich alle diese komplexen Bereiche sehr gut beherrschen. Die meisten haben ihre Stärken und auch ein paar Schwächen.
    Wenn die Schule insgesamt der Meinung ist, dass du das schon ganz in Ordnung machst, dann hast auch du Stärken. Die musst du erkennen und dann darauf aufbauen.

    Wenn natürlich sowohl Seminar als auch Schule schlechte Rückmeldungen geben (und damit meine ich nicht unbedingt (nur) die Noten), ja, dann sollte man sich Gedanken machen, ob man da richtig ist.
    Denn nur, weil man viel Arbeit in etwas steckt, ist das Ergebnis noch lange nicht gut und den Arbeitsprozess zu bewerten macht nicht immer Sinn.

  4. rup 24. März 2013 um 10:53 #

    Hi Fräulein Avocado,

    ich vermute, dass die Notenvergabe auch oft politisch motiviert ist, i.e.S. dass es ein Notenkontigent für die Prüflinge gibt. Das ist allerdings nur eine Vermutung. Es wäre also interessant, welche Durchschnittsnote in deinem Studienseminar insgesamt rausgekommen ist. Sicherlich irgendwas um 2,6 – würd ich zumindest tippen.
    Lass dich weiterhin von dem ‚flaming‘ nicht verunsichern. Ich laß zwischen den Zeilen immer eine Freude in hohem Maß an deinem Schaffen – behalte dir das so lange es möglich ist! Für das aufgebrachte Engagement – das im Ref. gewöhnlich sehr hoch ist – erhofft man sich dann eben eine ansprechende Anerkennung in Form einer passenden Note. Daher verstehe ich den Ärger nur zu gut.
    Ein letzter Tipp: Falls alles mit einer Anstellung klappt, sei in ferner Zukunft nicht jemand, der sich über Jahrzehnte hinweg noch über seine LP ärgert. Abhaken und weitermachen.

    Schöne Ferien!
    cheers r

  5. B is for beauty 24. März 2013 um 07:55 #

    Liebe Frau A,

    mich würde mal interessieren, ob die Leute in deinem Seminar und auch die Prüfer von deinem Blog wissen. Du bist ja hier sehr spezifisch. Man kennt dein Bundesland und wenn man vielleicht auch dein Seminar kennt, weiß man vielleicht auch wer Frau a in Real-Life ist.

    Deine Schule weiß ja von dem Blog.

    Ich frage mich nur, ob dir das Bloggen vielleicht geschadet haben könnte?

    • bambooos 24. März 2013 um 08:00 #

      Keine Ahnung. Sollte es so sein zeigt es mir nur, wie kritikunfähig und fies dieses System ist.
      Wir als LAA müssen uns permanent kritisieren lassen, dann sollte „das System“ auch mit ein paar offenen Worten zurecht kommen.
      Ich hab auch schon darüber nachgedacht…es wäre ungeheuerlich wenn meine Note durch meine Worte hier beeinflusst worden wäre.

  6. nickel 23. März 2013 um 18:12 #

    Ach man, wenn ich deine letzten Posts und manche Kommentare hier lese, werd ich ganz traurig. Ich finde es völlig okay, wenn man Kritik übt, aber bitte auch in einem angemessenen Ton. Zerreißen bringt nichts. Ich weiß gar nicht, wie man so drauf sein kann, auf den Blog einer völlig fremden Person zu gehen und teilweise echt fiese Sachen zu schreiben.

    Und zu dir: Ja, die Prüfung ist scheiße gelaufen. Deine Note ist freilich nicht schön. Du könntest heulen oder kotzen oder alles beide. Du bist wütend, auf das System, auf die Prüfung, auf dich. Das ist auch okay. Aber irgendwann musst du die Scheiße hinter dir lassen und nach vorn sehen.
    Und selbst, wenn du jetzt „nur“ Mittelmaß sein solltest: was solls? Das heißt noch lange nicht, dass du den Kindern nichts beibringen kannst oder dass du in ihnen keine Lernfreude weckst. Und das heißt nicht, dass du den ganzen theoretischen Aufbau nicht noch mit Erfahrungen lernen kannst.
    Heb den Kopf wieder hoch, schmeiß das dämliche Selbstmitleid weg, Bauch rein, Brust raus und lass dich von der Freude der Kinder an deinem Unterricht tragen und inspirieren. Die Prüfung ist nicht so gelaufen, wie du das wolltest. Aber das Entscheidende: sie ist gelaufen, Vergangenheit. Lass es auf sich beruhen und gib dich um Himmels Willen nicht einfach auf. Und schon gar nicht wegen ein paar doofer Kommentare!
    Und am besten hörst du auf den Rat von ChristinaInAustralien. 😉

    Alles Liebe!

  7. erzaehlmirnix 23. März 2013 um 18:01 #

    Klar, ein öffentlicher Blog mit offenen Kommentaren bedeutet eben, dass jeder seine Meinung abgeben kann. Am Ende bist aber die Einzige, die dabei war du selbst. Das was an Kommentaren kommt spiegelt, finde ich, sehr wider was einem selbst in so einer Situation durch den Kopf geht „Das war unfair, ich bin besser“ – „Warst du das? Oder redest du dir das nur ein? Vielleicht warst du ja schlecht“ etc.
    Wichtig ist aber, dass man sich nicht zu lange mit solchen Analysen aufhält. Dass du dich mit der Kritik so intensiv beschäftigst ist m.E. die wichtigste Eigenschaft die man in jedem Beruf braucht. Dass du mit den Schülern einen Draht hast ist ebenfalls etwas, das man kaum lernen kann. Der ganze Rest, also das was im Endeffekt bewertet wurde, ist etwas was man ändern kann wenn man der Meinung ist, dass das nötig ist.
    Grade bei Lehrern ist es auf eine Art gut, wenn sie so eine Erfahrung gemacht haben, denn es hilft vielleicht, beim nächsten Schüler mit ähnlichen Gefühlen die richtigen Worte zu finden.

  8. ChristinaInAustralien 23. März 2013 um 13:06 #

    Na ja. Für manche ist das Internet so eine Art Bahnhofsklo, wo man mal eben auf der Durchreise einen feschen Spruch an die Tür schmiert, um sich dann schlau und irgendwie rebellisch und bestärkt zu fühlen. Da hilft nur Ata und ein feuchtes Tuch, hätte meine Oma früher gesagt. Einfach wegputzen, drüberstehen, weitermachen. Mit Zensur hat das nichts zu tun, aber Geschichtsunterricht kannst Du den Leuten nicht auch noch erteilen, das müssen sie schon woanders lernen. Ebenso wie Manieren. Einen gewissen Umgangston sollte man schon pflegen, wenn man sich an einem Gespräch beteiligen will, vor allem wenn es in einem Raum geführt wird, wo man Gesagtes nicht einfach abmildern kann, mit einer Handbewegung oder ähnlichem. Und wo man letztlich die Personen, mit denen man sich unterhält, nicht wirklich kennt, egal wie vertraut sie einem vorkommen und egal wie oft man glaubt, eine bestimmte Geschichte schonmal gehört zu haben.

    Ich gebe jetzt mal auch noch einen ungebetenen Ratschlag. Einfach für ein paar Tage hier dicht machen, ein Eis essen, weiter an der Rehabilitierung/Resozialisierung arbeiten, ein paar Schokoladenhasen erjagen, und generell mal das Gesicht in den Frühling halten. Eine Internetdiät, vielleicht. (Das sagt gerade die Richtige, aber ich schweife ab 😉 ) Ich kann mir vorstellen, dass in dem Moment, wo das Wort „Anfechten“ hier fiel, sich im Seminar die Reihen geschlossen haben, und man auf einmal einer Meinung war. Das ist allerdings nur eine Vermutung; wirklich wissen werden’s nur die Personen selbst, und wirklich sagen werden sie’s keinem von uns. Und nach Ostern mit frischem Elan von der ersten Stunde nach den Ferien berichten. Den Blog hier nutzen, um Deine Ideen zu zeigen, und Deine Persönlichkeit als Lehrer, um Diskussionen anzustossen — das ist Dein bester Bewerbungsbrief. Das kannst Du.

  9. stellinchen 23. März 2013 um 11:27 #

    Liebe Frau A.

    ich habe diesen Blog erst grade eben entdeckt und dieser Gegenwind ist wirklich schwer verdaulich :/
    Ich hoffe, du verlierst den Mut nicht, bzw. findest ihn wieder 🙂
    Und bloggst weiter!!

    Herzliche Grüße,
    stellinchen

    • bambooos 23. März 2013 um 11:29 #

      Na dann herzlich Willkommen hier! 🙂
      Lass dich vom aktuellen Geschehen nicht täuschen – normalerweise geht es hier friedlich und fröhlich zu!
      Viel Spaß beim Lesen,
      Frau A. 🙂

    • stellinchen 23. März 2013 um 11:39 #

      Danke 🙂
      Ach du, ich kenn das bestens aus eigener Erfahrung 😉

  10. Dudeldö 23. März 2013 um 11:17 #

    Ich schließe mich dem Kommentar von „kecks“ an und füge noch hinzu:
    -wir sind alle nicht perfekt und machen nicht immer alles richtig und gut; trotzdem ist das System (das du berechtigter weise kritisierst) total doof
    -Ich hatte auch so meine Zweifel, ob ich für Grundschule geeignet bin, da ich immer wieder von meiner Mentorin kritisiert wurde. Ich wollte es einfach nicht verstehen bis mein freund gesagt hat „vielleicht ist es ja wirklich so“. Ich habe dann gedacht: Ich möchte aber in der Grundschule unterrichten, also muss ich gucken wo ich mich „bessern“ kann und aber trotzdem auf meine Art und Weise den Schüler gegenübertrete. Daraus folgt:
    Das passt leider nicht jedem. Jeder hat eine andere Vorstellung vom Lehrer sein und von gutem Unterricht. Jeder hat sich dabei was anderes gedacht und arbeitet tagtäglich mit seinen schwächen und stärken. Es ist so unglaublich schwer für alle Beteiligten, die ganze Sache einzuschätzen. Und dann, wenn man so viel Herzblut wie du in die ganze Sache gesteckt hat, fühlt man sich ungerecht behandelt und möchte eigentlich nur noch den Kopf in den Sand stecken.
    Sicher ist Theorie wichtig, aber zum Lehrer sein gehört eben noch mehr als Theorie.

    Wir alle müssen noch viel lernen und jeden Tag an uns arbeiten. Ich wünsche dir für die nächste Zeit viel Kraft!!!! Mache dich deiner Stärken bewusst und versuche dann, deine „schwächen“ zu bearbeiten.

    http://strichkommapunkt.blogspot.de/ (mein noch leerer Blog)

  11. Eva 23. März 2013 um 09:23 #

    Ich verfolge deinen Blog schon etwas länger im Stillen… Seit über einem jahr bin ich selbst im Ref und stecke momentan in den letzten Zügen. Daher kann ich einges richtig gut nachvollziehen. Die Höhen und Tiefen, die Sternstunden und die „Ich schmeiße alles hin“-Stunden.
    Ich finde es sehr schade, dass du auf Grund einer Note so stark resignierst. Noten sind immer subjektiv und sie sagen nichts über deine Person im Privaten aus. Oder ob du nun n guter Mensch bist oder nicht etc…. Ich weiß das ist hart und man denkt es ist unmöglich, aber: Nimm dir das nicht so sehr zu Herzen. Du wurdest auf Grund deiner beruflichen Fähigkeiten beurteilt. Mehr nicht.
    Und ganz ehrlich, ich danke dir für all deine Posts, Ideen, Motivation, Teilhabenlassen an deinem Leben! Oft kam ich müde und kaputt vom Seminar nach Hause und musste lachen oder schmunzeln, weil ich nur einen Satz von dir lesen durfte, der mir wieder gezeigt hat, dass das auch anderen so geht. Dass ich nicht die Einzige bin, die sich die Nächte um die Ohren schlägt und Entwürfe, etc schreibt. Du hast mir das Gefühl gegeben, dass man das nicht alleine durchstehen muss und dass es hart ist, aber man am Ende wieder weiß wofür man sich das antut: Wegen der Liebe zu den Kids! Wenn sie dich nur einmal an Tag anlachen, weißt du, du hast den schönsten Job der Welt!
    Lass dir das nicht nehmen!
    Kopf hoch, weitermachen! Es gibt immer Leute die dich unterstützen und die helfen können. Die das gerne tun und auch gerne was weitergeben wollen. Nutze das und schaff dir neue Kraftquellen!

  12. Ninni 23. März 2013 um 09:11 #

    Seltsam ist doch auch, dass dir hier Leute schreiben, wie schlecht du doch bist und dass du eine keine tolle Lehrerin bist, obwohl sie dich zum größten Teil weder kennen, noch jemals deinen Unterricht gesehen haben… Wie kann man sich da ein unabhängiges Urteil über die Qualität deines Unterrichts erlauben.

    Nur mal so am Rand angemerkt, um aufzuzeigen, dass hier offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird. 😉 Wie kann man zu dem Schluss kommen, dass drei *unabhängige* Prüfer im Recht sind, ohne sie und die Situation wirklich zu kennen? Ich kenne deine genaue Situation auch nicht, aber ich kenne die meiner Freundin aus dem Referendariat: Bei mir lief alles recht glatt und sie hatte Pech mit ihrer Ausbildungsschule, die sie wegen eines massiven Vorfalls wechselte. Daraufhin schien sie bei unseren Ausbildern vom Studienseminar unten durch zu sein. Einzelaspekte, die in meinen Stunden gelobt wurden, wurden in ihren bekritelt – das war für uns unerklärlich. Deshalb weiß ich, dass jemand, der auf einem Posten sitzt, der gewisse Anforderungen mit sich bringt, noch lange nicht diese Anforderungen erfüllen muss. Ich kann mir vorstellen, dass unter Ausbildern genauso getuschelt und gehetzt wird, wie bei manchen meiner Kollegen, in jeder Schulklasse und in jeder Gruppe. Es gibt nicht nur die tollen, fairen, netten Leute. Es gibt auch die nervigen, unfairen, miesen Typen. Und es gibt die, die zu den einen so und zu den anderen so sind, nur weil ihnen bei den einen die Nase nicht gefällt.

    Deshalb würde ich versuchen, mir diese negativen Kommentare nicht so sehr zu Herzen zu nehmen. Die kennen doch auch nur einen Teil der Wahrheit und ziehen aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen, Stellungen im Leben und Erwartungen ihre eigenen Schlüsse und basteln sich ihre Sichtweise.

    Ich blogge auch, aber weitaus weniger öffentlich. Ich mache das gerne und nutze es, um meine Gedanken zu sortieren, die Geschehnisse und mein Verhalten zu reflektieren und Dinge aus dem Kopf zu bekommen, damit ich wieder Raum für anderes habe. Zugang dazu hat aber nicht das ganze Netz, sondern ausgewählte Personen, die mir Rückmeldungen geben, mit denen ich was anfangen kann.

    Meine Prüfung ist auch nicht optimal gelaufen, meine Note war auch schlechter, als ich es erwartet hätte. Ich weiß, dass ich im entscheidenden Moment weniger flexibel war als in den Unterrichtsbesuchen davor, und ärgere mich darüber. Ich weiß aber auch, wie diese Unflexibilität zustande kam: Ich hatte vorher unendlich viel Zeit darein gesteckt, alle Varianten zu durchdenken – viel mehr als sonst – und war deshalb extrem überzeugt davon, dass jeder andere mögliche Weg schlechter gewesen wäre. Außerdem hatte ich die schriftliche Hausarbeit in den Sand gesetzt, denn sobald ich etwas schreiben muss, dass länger als 15 Seiten ist, verliere ich den Überblick und komme nicht mehr zurecht. War schon immer so.

    Nach der Prüfung hätte mir nur jemand extrem unsensibles noch mehr Kritik entgegengeschleudert. Allen, sogar denen, die noch nie ein Referendariat gemacht hatten, war klar, dass hinter mir Monate lagen, in denen ich permanent von den verschiedensten Seiten kritisiert wurde, mal berechtigt, mal unberechtigt, mal weil was extrem doof war, oft wegen dämlicher Kleinigkeiten. NIcht immer konnte ich das richtig einordnen.

    Inzwischen interessiert beides keinen mehr. Unsere Schulamtsdirektorin saß mit in meiner Prüfung und hat mir sofort einen Vertretungsvertrag verschafft, außerdem dafür gesorgt, dass ich im Kreis gehalten werde. Im Gegensatz zu den Ausbildern fand sie nämlich meine Stunde und meine Art toll. Das hat sich letztendlich als viel wichtiger erwiesen als die Note.

    Wäre mir jemand so doof gekommen, wie das so viele hier tun, hätte ich die Kommentare gar nicht veröffentlicht, sondern einfach gelöscht, beziehungsweise – meine Plattform erlaubt auch das – diejenigen ausgesperrt. Falls dann irgendwer rumflennt, wegen Meinungsfreiheit und Zensur und blabla, sein Problem. Ich habe in meinem Blog das Hausrecht. Ich schreibe wie ich will. Ich entscheide, was für mich als Kommentar okay ist und was nicht. Wem das nicht passt, der darf gerne wegbleiben. Und wenn ich dann halt mal unbegründet rumjammere oder mich über irgendwen tierisch aufrege, dann tue ich das eben, weil ich es zu diesem Zeitpunkt brauche. Pech für den Rest. Da kann ich ganz egoistisch sein. Ich zwinge ja niemanden dazu, das zu lesen. Man kann ja jederzeit weitergehen, ohne zu lesen.

    Ich kann auch nicht so ganz verstehen, was das für Menschen sind, die so viel Energie dafür aufwenden, anderen das Leben noch schwerer zu machen, als es eh schon ist. Wenn das dann auch noch Lehrer sind, dann möchte ich ja nicht wissen, wie hilfreich diese sind, wenn sie Schüler haben, die gerade mal eine schwere Zeit durchmachen, in der es nicht so läuft. Ob sie dann auch nur sagen könne, wie schlecht die Schüler doch sind oder ob sie das Feingefühl haben, den Schülern etwas mit auf den Weg zu geben, was die Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung weiterbringt?

    Ich glaube, an deiner Stelle, würde ich hier mal zumindest für einige Zeit die Kommentarfunktion abstellen, damit ich zur Ruhe kommen kann.

  13. bikibike 23. März 2013 um 09:09 #

    „Theorie heißt bei mir das ganze Gefasel und Geschreibe rundherum um den Inhalt. Das aufdröseln der Lernbedingungen, das didaktische Reduzieren etc. Das weiß ich alles – mich hat es nur genervt, das alles ausführlichst niederschreiben zu müssen. Für Leute, die das mehr oder weniger überblättert haben.
    DAS meine ich mit Theorie. :)“

    Wäre nicht JETZT die Zeit, genau das zu lernen? Sich damit auseinanderzusetzen? Du schreibst, dass Du Spaß an der Arbeit mit Kindern hast. Sie haben ein Recht auf didaktisch gut strukturierten Unterricht. Den hast Du nicht gehalten bzw. hast es nicht so aufgeschrieben. In der Ausbildung ist das aber wichtig weil man im Alltag später dann noch weniger daran arbeitet.
    Und nein, ich glaube nicht, dass Du das alles weißt und kannst. Du stehst am Anfang Deines Berufes.

    Also schau aus der Distanz auf Deine bisherige Arbeit, erkenne Lücken und arbeite daran. Dazu darf man auch mal ein diaktisches Buch lesen, sich auf die Sachanayse konzentrieren und es aufschreiben. Im Kopf springt man viel zu schnell zu „Was mache ich in der Stunde und welche Materialien brauche ich dazu.“

  14. Bibi 23. März 2013 um 07:20 #

    Sei doch nicht immer am nörgeln. Deine Note interessiert keinen mehr, wenn du erstmal eingestellt bist und das wirst du ja, wie es aussieht.
    Und dann kannst du ja immer noch eine gute Lehrerin werden. Stell dir vor, du wärest jetzt perfekt, das wär ja langweilig.
    Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass du dich wirklich mit Theoriekram auseinandersetzen solltest, denn später bei Elterngesprächen wirst du das brauchen. Und Eltern merken, wenn man keine Ahnung hat.

    • bambooos 23. März 2013 um 07:25 #

      Mit Theorie meine ich nicht den Lehrplan und auch nicht die Unterrichtsinhalte. Die sind wichtig und da bin ich auch kompetent – anders könnte ich auch nicht unterrichten.
      Theorie heißt bei mir das ganze Gefasel und Geschreibe rundherum um den Inhalt. Das aufdröseln der Lernbedingungen, das didaktische Reduzieren etc. Das weiß ich alles – mich hat es nur genervt, das alles ausführlichst niederschreiben zu müssen. Für Leute, die das mehr oder weniger überblättert haben.
      DAS meine ich mit Theorie. 🙂

      • Bibi 23. März 2013 um 07:29 #

        In welchem Kreis willst du dich eigentlich bewerben? Vielleicht sehen wir uns ja an der gleichen Schule 🙂

      • bambooos 23. März 2013 um 07:31 #

        Man kann sich ja nur beim entsprechenden Schulamt bewerben…und die Schulamtsbereiche sind seit der Reform ja riesig. Mal sehen wo es mich hinverschlägt. Mein Heimatkreis wäre natürlich ideal. Und natürlich werde ich den hier nicht nennen 😉

  15. Souly 23. März 2013 um 06:35 #

    Ich kann mir kein Urteil über deinen Unterricht erlauben, weil ich ihn nie gesehen habe. Sehr wohl kann ich mir aber erlauben zu sagen, dass ich den Eindruck habe, dass du dir sehr viele Gedanken um deinen Unterricht machst, und das ist mehr als manch anderer es tut – und das wiederum ist sehr lobenswert.

    Ich finde es von E.HA unverschämt und unverständlich, auf der einen Seite zu behaupten, und ich zitiere „Seltsam ist doch auch, dass dir hier Leute schreiben, wie gut du doch bist und dass du eine tolle Lehrerin bist, obwohl sie dich zum größten Teil weder kennen, noch jemals deinen Unterricht gesehen haben… “ und auf dem Fuße kehrtwendet und genau dieses selbst tut – nämlich dich offensichtlich an Blogeinträgen festmacht und sich glaubt ein Urteil über dich und deinen Unterricht bilden zu können, obwohl er dich offensichtlich ja auch nicht kennt.

    Jetzt mal zum Thema schlechter Note – auch wenn es abgedroschen klingen wird:
    Ein Seminar muss nach seinen Kriterien bewerten. Bewertungen, dass wissen wir als Lehrer, sind leicht subjektiv, egal wie sehr wir versuchen objektiv zu bleiben. Leider. Aber ich denke es ist nur ein geringes Maß an Subjektivität, da wir uns in der Regel unserer Befangenheit bewusst sind, und versuchen gegenzusteuern. Das Noten also völlig ab vom Schuss sind, ist unwahrscheinlich. Doch jetzt kommt mein großes ABER – Seminare, egal in welchem Bundesland – haben ihre Kriterien für guten Unterricht. Natürlich haben die ihren Sinn, denn sie sollen uns ja ein Leitfaden sein und uns die Grundlagen beibringen. Deren Einhaltung ist des Referendars höchstes Gebot – in den Augen der Fachleiter. Deren Nichteinhaltung erfordert also Höchststrafe. Geht man dan später in den Unterrichtsalltag, behaupte ich mal, fallen die Hälfte aller Kriterien im alltäglich Unterricht unter den Tisch, weil es zeitlich mit voller Stelle und anderem Kram nicht möglich ist, diese umzusetzen. SIND WIR DESHALB DANN SCHLECHTE LEHRER?“

    Nein, sind wir nicht. Die Qualität des Unterrichts kann man meiner Meinung nach nur bedingt an Hilbert Meyers Kriterien für guten Unterricht festmachen. Letztendlich zählt viel mehr der Lehrer als Mensch und seine Bindung zu seiner Schule, zu seinen KIndern und zu dem Stoff, den er vorbereitet hat – das sind 80% (wissen wir spätestens seit der Hetty-Studie) des Lernerfolgs. Außerdem sollte doch unser wichtigstes Kriterium sein: Hatten die Kinder Spaß beim Lernen und waren motiviert? Ist das was gelernt werden sollte, hängengeblieben? Konnten alle mitarbeiten? Das sind Kriterien, die für mich zählen.

    Hast du die erfüllt? Wenn du ehrlich ja dazu sagen kannst, dann bist du in meinen Augen eine gute Lehrerin. Denn mehr leisten wir in unserem Alltagsunterricht auch nicht!!!

    Ganz viele liebe Grüße von einer Junglehrerin (4 Jahren im Beruf), die gerade ihren dritten Referendar ausbildet. Fühl dich gedrückt und nimm dir die positiven und neutralen Kommentare bitte genauso zu Herzen, wie die negativen, damit die Waagschale nicht nur zur einen Seite kippt. Ich bin mir sicher, dass du eine gute Lehrerin sein wirst!

    Evi

  16. MissA 23. März 2013 um 00:26 #

    Liebe Frau A.,
    es zerreißt mir das Herz zu sehen, wie dich einerseits das System und andererseits dieser Blog hier (bzw. bestimmte Mitleser) fertig machen.
    Ich befinde mich momentan selbst in den letzten Zügen des Referendariats. Immer wieder gibt es Momenten, in denen man an sich zweifelt. Natürlich sind wir nicht perfekt – wer von den ‚fertigen‘ Lehrern war das am Anfang schon? (Und wer von denen ist es denn bitte schön heute?) Das Lehrerdasein ist so schon schwierig genug, warum sollte man sich dann noch zusätzlich von anderen Menschen fertig machen lassen? Wir alle lernen ständig dazu, in jeder Situation / jeder Klasse ist etwas anderes wichtig. Und dass die Prüfer manche Entscheidungen anders getroffen hätten, das erleben wir gerade während der Lehrproben (das sind bei uns die benoteten Besuche) andauernd. Mal kann man es nachvollziehen, mal nicht. Im besten Fall hat man dann ein gutes Kollegium, andere Refis, Freunde, …, die einen dann wieder auffangen. Und dann hat man noch die Klassen, die einem immer wieder zeigen, dass man so schlecht ja gar nicht sein kann. Denn Kinder/Jugendliche finden meiner Meinung nach Fehler/Probleme viel schneller als jeder Prüfer..
    Ich lese deinen Blog sehr gerne, finde deine Ehrlichkeit sehr erfrischend. Wenige trauen es sich, auch die nicht so schönen Seiten aufzuzeigen. Heute hatte ich jedoch zum ersten Mal das Gefühl, dass es dir vielleicht besser gehen könnte, wenn du diesen Blog schließen würdest (auch wenn ich das sehr schade finden würde).
    Fühl dich unbekannterweise gedrückt – du schaffst das und hinterher (entschuldigung) können die dich alle mal!
    MissA

  17. Julia K. 22. März 2013 um 22:48 #

    Kann der Mail, die dich erreicht hat, nur zustimmen. Und finde dein Gelaber hier danach unerhört. Was willst du? Mitleidige Kommentare, die dir wieder sagen, was für eine tolle Lehrerin du bist und du nicht auf alle hören sollst? Man man man. Werde erwachsen, du musst nicht alles hier posten, was dich erreicht, nur um zu erreichen, dass wieder die Hälfte hier dir das Gegenteil einredet. Die Welt ist nicht bunt und alles toll und jeder macht Fehler. Es wird nur langsam Zeit, sie endlich mal einzugestehen.

    • bambooos 22. März 2013 um 23:01 #

      Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?!
      Was meinst du bitte was da oben in diesem Text steht?!
      Und das war keine Mail, sondern ein öffentlicher Kommentar unter dem Artikel „Licht und Schatten“, kannste gerne selber suchen.
      Mir reicht es langsam mit diesen Unterstellungen. Ich schreibe hier nicht um mir „was einreden zu lassen“, sondern um ein Bild darzustellen, wie es im Ref laufen kann. Mehr dazu in den jeweiligen Kategorien.
      Ich wiederhole es gerne nochmal: sucht euch ein anderes Hobby, wenn ihr hier nicht mehr als Unterstellungen und Beleidigungen loszuwerden habt. Oder einfach warten bis sich die Hormone normalisiert haben. Um auch mal was zu unterstellen.

      • ABC 23. März 2013 um 06:33 #

        So läuft es aber nicht bei jedem im Ref, dein Bild ist äußerst einseitig. Und doch, es geht um dein Ego. Du willst dir grad von allen den Bauch schmeicheln lassen. Schade. Es ist immer alles schlimm. Nix ist auch mal gut, was mit dem Studienseminar zu tun hat…

      • bambooos 23. März 2013 um 06:41 #

        Hä?
        Weißt du, warum es einseitig ist und um mich geht? Weil es MEIN Blog ist, in dem ich MEINE Sicht der Dinge aufschreibe.
        Ich hab schon viel Gutes über mein Seminar geschrieben. Die schlechten Sachen beziehen sich derzeit nur auf die Prüfungssituationen und das System. Mehr nicht.
        Es tut mir leid für dich, wenn dir keine Empathiefähigkeit mitgegeben wurde – manche können sich eben in andere versetzen und das Gute sehen – andere können nur mit der Schaufel von außen drauf hauen, weil sie fremde Erlebnisse nicht verstehen/können wollen… Mein Bauch muss nicht gepinselt werden, aber es ist interessant, wie die Leser auf meine derzeitige Situation reagieren. Interessant, wie verquer manche Menschen das hier auffassen und sich offensichtlich sinnloserweise angegriffen fühlen und dann rummotzen.

        Nun ja. Ich kann damit leben. Sehr gut sogar. Immer wenn eine neue Meckernachricht kommt, habe ich ein grinsen auf den Lippen. Danke dafür!

    • Jürgen 23. März 2013 um 19:44 #

      Krass.

    • Smut 26. März 2013 um 19:40 #

      Was willst du denn verpiss dich einfach aus diesem Block ihr seid alle nur Neider und wenn euch das so aufregt was sie schreibt dann lest es einfach nicht keiner zwingt euch hier zu spannen und zu lästern. Armes Deutschland meld dich doch mal bei RTL 2 da sucht man Leute wie dich. Na wie gefällt die mein Kommentar? Ich kenn sich nicht und Urteile Denk einfach nach wenn der Grips reicht!!!!!

  18. Claudia 22. März 2013 um 21:31 #

    Also 1. wird niemand gezwungen, diesen Blog zu lesen, wenn er zu egozentrisch scheint. Ich finde, es wurde und wird immer wieder klar geschrieben, dass dies ein PERSÖNLICHER Blog von Frau A. ist.

    Und E.Ha. – Super deutsch! Schön, von wem unsere Kinder so unterrichtet werden!

    • Claudia 22. März 2013 um 21:33 #

      Und 2. hab ich zweitens vergessen. Warum? Weil: Nobody is perfect 😛

  19. Pusteblume 22. März 2013 um 21:26 #

    Auf manche Kommentare einfach nicht hören, sie nicht beachten! Diese Menschen kennen dich nicht. Sie können sich zwar ein eigenes Bild machen, aber am Ende wissen sie nichts über dich und wollen trotzdem über dich urteilen. Das macht doch keinen Sinn! Fremde Meinungen und Tipps können hilfreich sein, aber manche Mitleser bilden sich ein, sie wüssten alles besser und werden dann irgendwie respektlos und intolerant! Lass dich nicht unterkriegen und genieß die Ferien!!!

    • Jürgen 23. März 2013 um 19:43 #

      Ja.
      Und sie soll ihr Herz wieder füllen.

  20. kecks 22. März 2013 um 20:57 #

    …versuch doch einfach mal, das aus einer metaperspektive zu sehen.
    a) du wirst nicht als person beurteilt, sondern es geht um deine leistungsfähigkeit als lehrkraft. vielleicht gibt es da wirklich noch große baustellen, vielleicht nicht – wie auch immer, das bist nicht *du* als *person*, als ganzer mensch, der da beurteilt wird, sondern nur du in deiner rolle als lehrerin. du bist nicht dein job. diese total-identifikation mit lohnarbeit ist i.a. eine schlechte idee, wenn einem die eigene psychische gesundheit wichtig ist.
    b) wenn es für dich persönlich schmerzt, von außen in deiner rolle negativ beurteilt zu werden, dann mache dich auf ursachensuche und arbeite an den ursachen, die du beeinflussen kannst. alles andere führt nur zu „mimimi“ (darf auch mal sein, ist aber keine dauerlösung), oder alberner „resignation“. es gibt nicht nur die optionen resignation oder kampf – es gibt vor allem die (sinnvolle) option „rationale, distanzierte auseinandersetzung mit der gesamtsituation aus einer metaperspektive“ ;).
    c) mögliche ursachen: du hast da fachlich was verbummelt und hast das für unwichtiger gehalten, als die prüfer das tun. vermutlich ist an der sicht der prüfer ein bisserl was dran. an deiner vermutlich auch. maßnahme zur ursachenbehebung wäre hier dann also arbeit an den fachlichen grundkompetenzen deinerseits bzw. eine neubewertung von deren wichtigkeit durch dich.
    d) mögliche ursache: die prüfer wollen dich fertig machen. kann sein. ist aber unwahrscheinlich und die typische reaktion von schlecht(er) als erwartet bewerteten personen (externalisierung). maßnahme zur ursachenbehebung: reflektion der eigenen reaktion auf bisherige negative bewertungssituationen im leben, bedeutung von bewertungssituationen allgemein für dich und für dein selbstwertgefühl, eventuell neubewertung dieser situationen durch dich (siehe oben).
    e) mögliche ursache: ein prüfer mochte dich wirklich nicht und die anderen sind dann nach und nach umgefallen; u.u. auch, weil du dich hier öffentlich drüber auslässt. das ist dein gutes recht. das hat aber im deutschen schulwesen meist negative konsequenzen für dich. finde ich persönlich nicht gut, aber ist leider eine tatsache. maßnahme zur ursachenbehebung: klärendes gespräch über dein blog mit deinen vorgesetzten.

    in jedem fall: alles wird gut. du bist gern lehrerin und offensichtlich nicht völlig mies. alles geht vorüber. 🙂

  21. Frau Ell 22. März 2013 um 20:45 #

    es ist der falsche weg, alles auf sich selbst zu nehmen – weil zu einseitig. es gibt nicht nur eine komponente, die den unterricht ausmacht. nicht nur der LAA ist verantwortlich für die qualität. ich selbst habe auch mitunter schlechte beurteilungen erhalten – deren ursprung aber definitiv nicht nur bei mir liegt. wieso gibt es denn in keinem seminar gute und schlechte beispiele für die einzelnen verlangten punkte im entwurf? so ist es doch logisch, dass die fehlerstellen erst bei besuchen aufgedeckt werden. wieso ist es möglich, dass man das gefühl hat, die uni hat einen lediglich fit für die sachanalyse gemacht? es ist doch wohl klar, dass man nicht von heut auf morgen lernausgangslagen bestimmen kann, nur weil man ja jetzt im ref ist! und die tatsache, dass didaktikvorlesungen besucht wurden sichert nicht automatisch ein „ich kann auf die lernausgangslage (die ich nicht so gut bestimmen kann) sehr gut mit methodischen konsequenzen reagiern“ – die lehrerausbildung sollte sich von anfang an intensiver um die schüler drehen, damit man nicht erst in den letzten monaten vor abschluss merkt, wie viele aspekte man beim bestimmen einer lernausgangslage unter den tisch fallen lassen kann. dazu sind die uni-praktika ungeeignet. oder hat jemand von euch da draußen zu uni-zeiten außer dem „soll-stand “ der schüler aus entwicklungspsychologischer und lehrplantechnischer sicht sowie den lehreraussagen über defizite der schüler, die fürs aktuelle thema wichtig sind… schon mehr für die lernausgangslage gecheckt?
    ich könnte noch einige andere gedanken anbringen, die mich und auch dich, frau a., dazu ermutigen, external zu attribuieren! auch die viel zitierte und diskutierte hattie-studie gibt einem, auch wenn die note mies ist, die hoffnung, trotzdem gut zu sein, da es zu oberst auf den lehrer ankommt. und außerdem – noten werden in unserer gesellschaft überbewertet!

    lass dich nicht hängen, sein nicht beleidigt ob der tatsache, dass es so aussieht als müsstest du alles auf deine kappe nehmen. höre in dich, wie dein gefühl fürs lehren ist – und wenns dir immer noch spaß macht, kindern ein „ich wills wissen“ oder „ja! ich wills machen!“ in die augen zu zaubern, ihnen freude am lernen und fähigkeiten zum lernen beizubringen – dann ist doch alles gut. es kommt eine zeit, in der musst du dich nur noch vor eltern rechtfertigen, nicht jede stunde mit nem anderen mentor absprechen… und das sogar bald – den letzten rest zum ziel schaffen wir hocherhobenen hauptes und mit einem breiten lächeln auf den lippen.

  22. Summer 22. März 2013 um 20:23 #

    Drück‘ dich!

  23. ABC 22. März 2013 um 20:20 #

    Und auch mit diesem Text sieht man wieder. Du siehst nur dich. Du nimmst dich zu ernst. Du bist Lehrerin für die Kinder, für deren Bildung, nicht für dein Ego!

    • bambooos 22. März 2013 um 20:31 #

      Hä?!
      Was hat das bitte mit meinem Ego zu tun?! So ein Blödsinn!
      Ich denke hier im Blog sollte deutlich werden, dass ich mir den Hintern für die Kinder aufreiße und mir 1000 Sachen überlege, um ihnen etwas beizubringen / zu lernen…Dass ich mir Gedanken mache, um die Starken, um die Schwachen, um alle.
      Dieser Kommentar war absolut überflüssig.

      • Jürgen 23. März 2013 um 19:41 #

        Richtig.

    • Smut 26. März 2013 um 19:35 #

      Spar dir die sinnfreien Kommentare ich hab sie erzogen bei Fehlern schaut sie immer zuerst bei sich nach so wie ich ihr es gelernt habe. Was gibt es für dämliche Pädagogen und Unwissende die Jemanden der seit der 1. Klasse Lehrerin werden will und zielstrebig seinen Weg gegangen ist anderen immer hilft und sie unterstützt so zu entmutigen. Armes Deutschland

  24. sauerkirsche 22. März 2013 um 19:33 #

    Es tut mir ehrlich leid für dich, dass dein Blog zur Zeit ein so zweischneidiges Schwert für dich ist. Ich habe neben deinen Posts auch die Kommentare gelesen, sowohl die mutmachenden als auch die kritischen bis (auch ich habe es so empfunden) dich zerreißenden. Und ich finde es schade, dass es nun so weit gekommen ist, dass du dir völlig allein die Schuld zu geben scheinst. Sicher ist manche Kritik hier und bezüglich deiner Lehrprobe nicht unbegründet, doch wenn man gelesen hat, was du alles in die Stunde hineingesteckt hast, welche Gedanken du dir gemacht hast und es wird tatsächlich mit einer 4 (wenn ich das jetzt richtig herausgelesen habe) bewertet, dann gebe ich dir recht: Hier läuft etwas völlig falsch. Und das tut mir so leid für dich, wo man doch hier deutlich merkt, welche Freude es dir macht, mit Kindern zu arbeiten, ihnen etwas beizubringen und deine Stunde im Nachhinein betrachtet gar nicht so schlecht gewesen sein kann, wenn die Kinder deine Fragen beantworten konnten!
    Zudem hast du vor allem das System kritisiert und bist keinesfalls so unter die Gürtellinie gegangen, wie die Person, deren Kommentar du zitiert hast. Wie die Person schon gut beschrieben hat, kann man als Außenstehender nicht deinen Unterricht beurteilen – aber hat sie nicht genau DICH beurteilt? Ehrlich, das brauchst du nicht. Du brauchst konstruktives, ehrliches Feedback und genauso Menschen, die dir hier Mut machen, wenn es nicht gut gelaufen ist. Und: Es ist dein gutes Recht zu sagen, dass du mit der Theorie weniger gut klarkommst – es heißt nicht, dass du sie nicht nutzen willst.
    Du hast dich hier immer offen und ehrlich gezeigt und ich finde es schade, dass das Menschen so verreißen (weil sie sich angegriffen fühlen?). Die Kritik von hier oben finde ich nämlich alles andere als konstruktiv! Und auch, wenn ich dich nicht kenne: Du bist vielleicht nicht super und perfekt, aber wer ist das schon? Eines bist du jedenfalls nicht: schlecht. Lass. Dir. Das. Bloß. Nicht. Einreden!
    PS: Ich habe gerade ein ähnliches Problem wie du. Trotz umfangreicher Absprachen, großen Aufwandes und viel Einsatz habe ich eine Note (noch im Studium) bekommen, die aus meiner Sicht natürlich dazu nicht im Verhältnis steht. Ich fühle mich auch schlecht, werde aber dennoch (wahrscheinlich leider mit etwas mehr Erfolg als du) dagegen vorgehen. Von so etwas darf man sich nicht unterkriegen lassen, selbst wenn es nicht wie gewünscht ausgeht!

    • Jürgen 23. März 2013 um 19:41 #

      Ich denke auch, dass man/frau sich von den Bewertungen nicht zu sehr beeinflussen lassen soll. Sie ist doch gerne Lehrerin, oder?
      Das, was im Seminar gelehrt und gelernt wird, kann hinterher zu 90% über Bord geworfen werden. Wichtig ist ein Coach, der einen an der neuen Schule an die Hand nimmt und einen über ein/zwei Jahre in die Gepflogenheiten einführt.

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