Zahn und Zug

19 Mrz

Der heutige Tag war eigentlich ganz in Ordnung. Meine Kinder haben die Abschlussarbeit zum Thema Zähne geschrieben und eigentlich wollte ich euch heute mit den lustigen Antworten beglücken…inzwischen bin ich aber müde, bald in meinem Pensionszimmer und nicht mehr allzu schreibmotiviert.

Warum ich trotzdem schreibe?

Ich warte noch auf eine wichtige Unterschrift. Und hier ist WLAN…
Fragt nicht 😉

Jedenfalls waren die Schülerantworten im Test zum schießen. Ich hab noch nicht alle korrigiert, aber schon herzlich gelacht.

Das Problem: Transferfragen.
Das sind in Tests die Aufgaben, die logisches Denken oder zumindest Schlussfolgerungen erfordern – und somit den Unterschied zwischen Note 1 und 2 ausmachen.

In unserem Fall lautete die Aufgabe:
Der Mund ist wie ein Bahnhof. Die einen gehen, die anderen kommen. Erkläre.

Jepp. Wüsstet ihr die Erklärung?

Schon während der Arbeit fand ich grübelnde Kinder vor… „In den Mund passt doch kein Zug rein!“…“Fährt der Zug hinten im Gebiss los oder vorne?“…usw.
Die Köpfe rauchten.

Nach der Stunde hatte ich ne Freistunde und begann mit der Korrektur. Schon bei der ersten Arbeit musste ich den Zettel lachend zur Seite legen und Schatzi anrufen. (Der sagte mir am Vorabend übrigens, dass er die Frage total bescheuert findet…aber so war sie nun mal vorgegeben…)

Jedenfalls stand da als Antwort:
Die Kauflächen sehen aus wie Schienen.

Okaaaay… 😉

Auf einem anderen Blatt stand als Lösung:
Die Zahnbürste ist wie ein Bahnhof. Sie putzt innen und sie putzt außen.

Interessant!

Bei der Auflösung nach der Arbeit fielen dann einigen Kindern die Bretter vom Kopf ab.
Die Antwort: Die Milchzähne gehen, weil die bleibenden Zähne kommen war ja plötzlich auch ZU einleuchtend… 😉

Auch interessant übrigens, wie die Kinder Punkte verschenken, indem sie statt Sätzen einfach Wörter hinknallen. Steht in der Aufgabe „Antworte im Satz“ wird dieser ebenfalls bepunktet. Auch so kann man sich die Note versauen.

Im Allgemeinen ist mir aufgefallen, wie schwierig es ist, eine Arbeit gerecht und den Anforderungsbereichen entsprechend zu bepunkten.
Für die Aufgabe einen Punkt? Oder lieber nur nen halben? Was muss man zur Lösung alles beachten? Etc pp.
Gar nicht mal so einfach.

Hier ist es immer wieder schön, dass ich meine Mentorin um Rat fragen kann. So habe ich heute durch ihren Rat z.B. das Kriterium „Antworte im Satz“ hinzugefügt und die Punkte noch leicht abgeändert. Passt!

Mal ne Frage:
Dürfen Egtl nur Schüler mit offiziellem sonderpäd. Gutachten differenzierte Arbeiten schreiben, oder könnte ich generell den schwachen Schülern Lernhilfen / Differenziertes zur Bearbeitung auf Note geben?
Interessiert mich grade.

Nun ja. Es ist 21:15 und das Bett ruft. Morgen steht ein Studienseminartag an – Prüfungsvorbereitung für die Mündliche…das geht jetzt Schlag auf Schlag und dann ist’s vorbei 😉
Heißt: früh aufstehen!

Also ab ins Bett!
Da hier wo ich grade bin kein Internet mehr ist, werde ich diesen Text erst Mittwoch früh veröffentlichen können.
Macht aber nix!

In diesem Sinne: Gute Nacht!

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7 Antworten to “Zahn und Zug”

  1. ABC 21. März 2013 um 15:06 #

    Hab ich das richtig verstanden, dass das eine vorgefertigte Arbeit war? Man kann Transferaufgaben nämlich auch besser stellen. Denn immerhin gehen die Zähne ja nur einmal (sollten sie zumindest 😉 ). Und Züge kommen und gehen mehrmals.

  2. Ninni 20. März 2013 um 19:01 #

    Differenzierte Klassenarbeiten – keine Ahnung, ob es da Unterschiede in verschiedenen Ländern gibt – dürfen wir in Hessen schreiben. Man muss sich nur überlegen, wie man das dann mit den Noten handhabt – gerade bei schwachen Schülern. Manchmal muss man, auch wenn das unpädagogisch ist und man es eigentlich nicht möchte – auch dokumentieren, wie schwach ein Kind ist, um Argumente in der Hand zu haben, wenn es um eine Wiederholung geht, die bei uns bislang noch Voraussetzung für die Feststellung des Förderbedarfs war.

    Eine Variante, die ich gut finde, aber noch nicht getestet habe: Jedes Kind darf zu Beginn der Arbeit einen selbstgemachten „Spickzettel“ bei mir hinterlegen. Benutzt es den Spickzettel (einmaliger Blick darauf), bekommt es Punktabzug. Toll daran: so einen Spickzettel zu erstellen bedeutet, dass man sich mit dem Thema noch mal auseinandersetzt. Ähnlich könnte man das mit dem Punktabzug handhaben, wenn beispielsweise in Mathe mit Material gearbeitet wird. Wobei ich mit mir selbst nicht einig bin, wie ich das dann werten würde. Bei dem Spickzettel würde es mir genügen, wenn der Punktabzug eine Note ausmacht. Wird mit Material gearbeitet, hätte ich schon Schwierigkeiten, noch eine Zwei zu geben. Differenzierung verkompliziert die Bewertung um ein Vielfaches.

  3. diewiderspenstige 20. März 2013 um 14:20 #

    kommt das jetzt arg dumm, wenn ich sage, dass ich (Klasse 10 Gymnasium) bei deiner „Der Mund ist wie ein Bahnhof“-Aufgabe ganz schön grübeln musste? 😀

    (Eine Antwortmöglichkeit wäre doch auch: Die Bakterien gehen, wenn die Zahnbürste kommt. 😉 )

    • bambooos 20. März 2013 um 14:22 #

      Wenn das da so stehen würde wäre es ja vielleicht noch okay, aber… Steht da ja nicht 😉

      • diewiderspenstige 20. März 2013 um 19:32 #

        welche Klasse war das denn? 3.? 4.?

        (sorry falls das irgendwo da oben steht, ich find´s nur grad einfach nicht… 😉 )

      • bambooos 20. März 2013 um 20:56 #

        2 😉
        Und wir haben 8 Unterrichtsstunden lang über die Zähne gesprochen…

  4. Willi 20. März 2013 um 05:46 #

    Wenn die Schüler mit Förderbedarf, diesen in Bereich Lernen oder geistige Entwicklung haben werden sie zieldifferent unterrichtet. Sie müssen keine fachlichen Anforderungen und Normen des Lehrplans erreichen. Sie müssen auch keine Arbeiten schreiben, jede Differenzierung ist erwünscht!
    Haben sie einen anderen Förderschwerpunkt (Sprache, Hören, Sehen, emotionale/ soziale Entwicklung) werden sie zielgleich unterrichtet und müssen den Anforderungen der Klasse entsprechen…

    Soweit zur rechtlichen Seite (in NRW). Ich persönlich (als Sonderpädagoge) würde bei Bedarf im Unterricht immer Differenzierungsmöglichkeiten/ Hilfestellungen anbieten. In Arbeiten könnte es so aussehen: Eine korrekte Arbeit aber mit Nutzung der Hilfestellung kann eben nur eine 2 oder so sein.

    Vielleicht hilft dir das ja…

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