Was mich ärgert.

13 Feb

Ich ärgere mich gerade.
Warum?
Weil ich mich manchmal frage, ob ich der Depp für alle bin.
Egal um welche Aufgaben es im Studienseminar geht, so ziemlich jeder duckt sich ab und will nichts tun. Hauptsache keinen Finger extra krumm machen. Irgendjemand wird sich schon drum kümmern und dafür melden.

Dieser irgendjemand bin in meiner Gruppe meist ich, in der anderen Gruppe auch eine ganz bestimmte LAA.

Heute ärgert es mich besonders, weil die einzige Aufgabe gewesen wäre etwa 10-15 Minuten länger dazu bleiben, um den neuen LAA einige Fragen zu beantworten, und aus der bisherigen Erfahrungen zu berichten. Da wir inzwischen die „Großen“ sind die bald fertig sind, wäre es ein Leichtes gewesen, die Fragen kompetent zu beantworten. Stattdessen verschwanden alle kurz nach Seminarende im Eilmodus und und so standen nur noch ich und die andere LAA dort. Super.
Das ärgert mich auch, weil im Voraus eine E-Mail der ist Seminarleitung einging, in der gewünscht wurde, dass diese Aufgabe diesmal Lehramtsanwärter übernehmen, die in der Nähe des Studienseminars wohnen und keine weite Heimreise haben.
Aber nein. Ich, die zweieinhalb Stunden nachhause fährt und die andere Lehramtsanwärterin, die einen Zug kriegen und auch noch eine Weile nachhause fahren musste, waren da. PLUS eine weitere Person aus unserem Jahrgang. Das war’s.
Ein Armutszeugnis, oder?!
Ich verstehe echt nicht, wieso es manchen Leuten zu schwer fällt, etwas von ihrer Zeit zu opfern um anderen zu helfen. Das kostet nichts, macht keinen Aufwand und hilft anderen enorm weiter. Aber dafür müsste man mal die Perspektive wechseln und sich in andere hineinversetzen. Scheinbar können das nicht so viele – oder sie wollen es einfach nicht.
Das finde ich echt schade, weil es dann immer wieder die selben Personen sind, die sich engagieren. Die sich Gedanken machen. Die sich austauschen. Die ihr Wissen weitergeben.

Ganz ehrlich, ich will dafür keinen Dank keinen Preis und keine Lorbeeren – ich finde es einfach schön anderen zu helfen. Ob ich dann 10 Minuten früher oder später nachhause komme ist mir ziemlich egal. Es freut mich, in den Gesichtern der anderen zu sehen, dass Fragen geklärt wurden und sie etwas optimistischer in die Zukunft schauen. Dass sie weniger Angst vor den Herausforderungen haben.
Einfach etwas gutes getan zu haben.

Es nervt mich einfach, dass bei jeglichen Aufträgen und Aufgaben der Blick zuerst zu mir geht, ob ich mich melde und die Aufgabe freiwillig übernehmen. Oder dass mir ein “machste doch, oder?!“ zugeflüstert wird.
Ja, ich mache es.
Weil ich nicht nur an mich denke, sondern auch mal an andere.
Diese Mentalität scheint in meinem Jahrgang fast vollständig zu fehlen. Finde ich schlimm.

Aber wie Schatzi eben gesagt hat: „Die meisten sind eben sich selbst die nächsten.“

Hm.

Und damit das jetzt nicht falsch interpretiert wird, oder als Lästerei angesehen – ich mag die Leute aus meinem Jahrgang. Wirklich sehr. Jeden einzelnen. Aber manchmal wünschte ich mir ein bisschen weniger meckern und ein bisschen mehr tun. Ein bisschen mehr Initiative.

Nun ja. Da ich ja fast immer das Positive versuche zu sehen:
Wäre ich eher aus dem Seminar weggekommen, hätte ich umso länger im Stau gestanden. Und so konnte ich beim Warten diesen Text hier tippen.
Von daher: alles okay.

Aber manchmal muss ich mich auch einfach mal aufregen.

Liebe Grüße,
Frau A.

Ps.: geht’s euch auch manchmal so oder duckt ihr euch auch lieber ab?

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14 Antworten to “Was mich ärgert.”

  1. Silke 14. Februar 2013 um 11:14 #

    man muss sich dabei doch die Frage stellen, wie die Leute, die immer abhauen und sich vor Mehrarbeit drücken im Schulalltag klarkommen, in dem es fast jede Woche irgendwas gibt, wo man sich einzubringen hat…genauso hab ich es im Ref auch erlebt. Keiner wollte Gruppensprecher werden, weil man da ja 3-4 Mal in 1 1/2 Jahren an einer Sitzung teilnehmen muss, um der Seminarleitung Feedback zu geben…So ists nunmal!

  2. lottamachtkrach 14. Februar 2013 um 10:59 #

    Ich war anfangs auch immer diejenige, die alles gemacht hat. Exkursionen geplant und nachbereitet, die Gruppenhospitation übernommen, das Frühstück geplant … Ich war im Vermittlungsausschuss und ein Semester lang Seminarsprecherin.

    Und irgendwann wurde es mir zu blöd. Das meiste waren kleine Sachen, aber die können genau so gut andere übernehmen. Ich war auch die, die 70km Anfahrtsweg mit Bus und Bahn zum Seminar hatte, und wollte dann nach einem halben Jahr nicht mehr bis 21 Uhr bei den Konferenzen vom Seminar sitzen (ohne Stimmrecht versteht sich), um halb 12 zuhause sein, um am nächsten morgen um 4:30 aufzustehen, um pünktlich um 8 an der Schule zu sein, während andere in fußläufiger Entfernung gewohnt haben.

    „Nein sagen“ können und andere ohne all zu schlechtes Gewissen zu enttäuschen, ist eine der wichtigsten Lektionen die ich im Ref gelernt habe.

    • bambooos 14. Februar 2013 um 21:16 #

      Ich glaub das merke ich mir jetzt auch für die Zukunft. Vielleicht hat das Engagement ja nen kleinen Einfluss auf die Note & wird von „oben“ anerkannt. Das wäre wenigstens etwas. Von den anderen kommt da kein Dank oder so.
      Aber man lernt ja immer neu dazu, ne?! 😉
      (Ich hab neben dem „Sprecher sein“ auch noch diverse andere Baustellen…eben WEIL ich war verändern will, aber…NAJA! 😉

  3. pausenkaffee 14. Februar 2013 um 10:27 #

    Kann ich leider nur voll und ganz bestätigen. Ich war genauso der Depp, wenn es darum ging, irgendwelche Sonderaufgaben zu erledigen. Ich weiß bis heute nicht, warum das so ist und was einige Leute da für Probleme haben. Zum Beispiel hab ich mich bemüht, dass wir LiV uns öfter mal treffen, entweder in ner Kneipe oder sonstwo, um den ganzen Stress loszuwerden, uns auszutauschen oder einfach nur mal richtig zu lachen. Auf meine Rundmails an ca. 50-100 Anwärter (kam drauf an, ob ich ALLE oder nur mein Semester angeschreben hab) kamen dann meistens 5-6 Antworten (wenn überhaupt) und kurz vor dem Treffen dann davon noch 2-3 Absagen. Es hat mich ziemlich genervt und irgendwann hat man dann auch keine Lust mehr auf sowas. Leider. Das Gleiche galt einem von mir ins Leben gerufenem Methodenpool, an dem sich alle beteiligten konnten. Natürlich hab nur ich fleißig gesammelt und die anderen haben sich dann unter Umständen noch beschwert, dass ich das doch hätte anders machen müssen (wobei sie nur die Funktionalität von Evernote nicht verstanden haben). Ebenso ein Materialpool für meine beiden Fächer, der ignoriert wurde, eine Sammlung von Entwürfen für Unterrichtsbesuche… Scheinbar gilt dieses blöde Vorurteil doch, dass jeder Lehrer sein eigenes Süppchen kochen will.

    • bambooos 14. Februar 2013 um 21:18 #

      Sowas finde ich echt schade, weil dadurch jeder alleine auf die „Jagd“ nach guten Sachen gehen muss – dabei könnte man es sich SO leicht machen, gerade in der heutigen Zeit… Schlimm!

  4. Jürgen 13. Februar 2013 um 19:03 #

    Sprechen Sie das doch vor versammelter Mann/Frauenschaft an!

    • bambooos 13. Februar 2013 um 19:35 #

      Wir haben da so ne Facebook-Gruppe, da hab ich das jetzt mal in den Raum geworfen. Wird schon diskutiert. 😉

  5. Jettalein 13. Februar 2013 um 18:57 #

    Ich kenn das auch. Ne Freundin hat mich im Studium sogar mal damit aufgezogen, dass ich die Stille nicht aushalte, wenn nach irgendwas gefragt wird und dann niemand antwortet… und ich mich dann eben bereit erkläre. 😉 ABER für den Vorbereitungsdienst hatte ich mir etwas mehr Eigennutz vorgenommen und es auch durchgezogen. Manchmal fällt es schwer und irgenwie gehört auch Rückgrat dazu einfach mal NEIN zu sagen, wenn es eben nicht geht. Und ganz ehrlich: bestimmte Sachen können einfach auch mal andere machen. Wichtig (und das gilt eigentlich fürs ganze Leben) ist: ärgern über die anderen bringt gar nix, man muss deutlich sagen, was man will oder eben nicht will. So handhabe ich das zumindest.

    • bambooos 13. Februar 2013 um 19:38 #

      Haste Recht.
      Sonst hab ich ja auch kein Problem damit. Aber wenn die Seminarleitung schon ne Mail rumschickt mit der Bitte, dass das LAA übernehmen, die in der Nähe wohnen – dann könnten die das ja auch mal machen. Aber nö. War nicht möglich. Und dann bin ich halt so sozial und bleibe. Weil ich es unfair fände irgendwie.
      Naja, muss ich wohl dran arbeiten.

  6. zappelbein 13. Februar 2013 um 18:01 #

    Oh man, das kenne ich zu gut. Ich bin auch so eine kleine Helfernatur, gerade wenn es ums Referendariat oder ähnliche berufliche Fragen geht. Das liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass ich mir damals selbst gewünscht hätte, an solche Insider-Informationen zu kommen.
    Ich gebe aber zu, dass ich mich manchmal auch drücke und froh bin, wenn es andere machen – aber nur, wenn mir die Arbeit bis zum Hals steht und es eh schon quasi unmöglich ist, das alles zu schaffen. In allen anderen Fällen (also in den meisten Fällen) bin ich wie du immer dabei.
    Dann genieß deinen Feierabend!

    • bambooos 13. Februar 2013 um 18:07 #

      Ich muss noch ne Stunde fahren Bis
      ich daheim bin… 😉 Die anderen essen bestimmt grad schön.

      • zappelbein 13. Februar 2013 um 18:16 #

        Dann trotzdem guten Heimweg! Dann ist ja hoffentlich was Schönes für dich zum Essen vorbereitet! 😉

      • bambooos 13. Februar 2013 um 18:17 #

        Danke! 😉
        Ich glaube Schatzi macht was. 🙂

  7. Nobelix 13. Februar 2013 um 17:59 #

    Tja, ich glaube, ich bin auch oft derjenige, der länger bleibt. Oder der, der beim Aufbauen hilft. Oder oft sogar beides.
    In letzter Zeit ist auch immer mal wieder gern dabei gewesen, irgendwo zu einem Thema einen Vortrag zu halten…so um die 20 Minuten. Sowas muss natürlich vorbereitet sein, auch wenn ich zu den Menschen gehöre, die mit minimaler Vorbereitung auch viel aus dem Ärmel schütteln können.
    Trotzdem habe ich bei einigen Sachen angefangen, ein Honorar auszuhandeln…vielleicht solltest du das auch mal probieren 😉 (auch wenn die Erfolgswahrscheinlichkeit nicht so wahnsinnig groß ist…).

    Ansonsten bleibt nur eines: zu versuchen, den schmalen Grat zwischen Hilfsbereitschaft und eigenem Nutzen zu gehen.

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