Fazit Infoveranstaltung

24 Jan

Wie angekündigt stand ich heute in Erfurt zur Infoveranstaltung „Übergang von Studium ins Referendariat“ an der Uni auf der Matte. 

Zuerst war es ganz eigenartig, wieder an der Uni zu sein. Mein letzter Besuch ist jetzt schon knapp 2 Jahre her und es haben sich einige Dinge geändert. Gerade im Lehrgebäude 2 wurden viele Dinge weggerissen und verändert – vieles ist aber auch noch im Rohbau & sieht nicht gerade einladend aus. 
Der Hörsaal war noch so wie „damals“ – Klappstühle aus Holz, Klapptische und viel Platz für Studenten…Nur dass ich mich diesmal nicht in die Bankreihen quetschen musste, niemand für mich aufstehen musste, nein. 
Mein Platz war ganz vorne. Vor den Studenten. An einer Reihe Tische, mit Blick ins Publikum. 
Ein wirklich interessanter Blickwinkel, auch wenn es ungewohnt ist im ersten Moment. 

Nun ja, zum Ablauf: 
– Begrüßung durch tlv
– Gesetzliches Informationen
– Informationen vom Jobcenter (Hartz4 & so)
– Informationen vom Studienseminar
– Infos von 2 Lehramtsanwärtern (inkl. mir)
– Fragerunde 

Ein bisschen fühlte ich mich zurückversetzt in die Zeit, als ich in der Veranstaltung saß und mir die vielen, vielen, vielen uninteressanten Folien angucken musste. Die haben sich seit dem nicht wirklich geändert. Manöverkritik wird demnächst geäußert, denn viele Dinge, die  dort vorkamen, hätte man wesentlich abkürzen können. Außerdem hören sich manche Leute ja auch selbst gerne reden oder finden Dinge interessant, die einen fast-fertigen Studenten (noch) nicht betreffen… Einkommensrunden und sowas.

Dementsprechend war an manchen Stellen auch die Aufmerksamkeit der Studenten. Da wurde geschnattert, geklappert, mit dem Handy gespielt…das Übliche eben. 

Dann waren „wir“ an der Reihe. Echte Lehramtsanwärter 😉 
Ich durfte anfangen zu erzählen. 
Und plötzlich war Totenstille im Raum. Kein Klappern, kein Gemurmel, nichts. 
Einfach nur ein Saal voller Leute, die an meinen Lippen hingen. 
Der Wahnsinn! 
Ich erzählte von meinem Werdegang nach der Uni, den Problemen und Sorgen. Ich gab Tipps zu einigen Bereichen (Kindergeld, priv. Krankenversicherung etc.) und redete ein bisschen darüber, wie das so läuft. Unter anderem auch darüber, was man denn verdient als Referendar. 

Was soll ich sagen… ich fands cool. 
Echt. 
Es war ein schönes Gefühl, die Aufmerksamkeit zu haben und zu merken, dass das alles Dinge sind, die die Studenten interessieren, die für sie wichtig sind. 
Wie viel tatsächlich geholfen hat & angekommen ist, weiß ich natürlich nicht. 
Aber sie haben wann immer ich im Verlauf noch was zu sagen hatte zugehört.
Das war toll, echt. 

Anschließend beantwortete ich noch ein paar typische Fragen persönlich. Sowas wie „Welche Note muss ich denn dann dort eintragen?“ oder „Wann kriegt man Bescheid?“. 
Überraschend war die Frage einer Studentin, ob das Ref wirklich SO schlimm ist. Ob man überhaupt durchkommen kann. Ob viele durchfallen. 
Sie schien wirklich verängstigt von dem, was auf sie zu kommt. 
Natürlich habe ich sie beruhigt. SO schlimm ist das Ganze nicht. Verheimlicht, dass es teilweise sehr viele Aufgaben sind, habe ich aber auch nicht. Gehört alles dazu. Aber es ist machbar. 

Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?
Ich würde den Studenten gerne noch mehr Mut machen. Und Vorfreude darauf, sich endlich auszuprobieren, Hilfe zu bekommen, vor einer Klasse zu stehen. 
Das sind alles tolle Sachen, die man während des Studiums aus den Augen verliert oder gar nicht erst kennenlernt, weil kaum Zeit für Praxis ist. Dabei ist gerade DAS wichtig. 

Nun ja. Es ist schon spät jetzt, ich hab mir zur Belohnung nen Schokopudding gekocht & dann gehts gleich ab ins Bett. 
Ich freu mich schon auf die Schule morgen. Hab in Mathe was schönes geplant und in HSK wird die Einheit „Das Jahr“ mit einer Leistungskontrolle zuende gebracht. Natürlich nicht einfach durch hinknallen und „SCHREIBT!“, sondern anders. 
Dazu aber demnächst mehr. 

Für heute bin ich sehr zufrieden. 
Es ist ein schönes Gefühl, sein Wissen und seine Erfahrungen mit anderen zu teilen und ihnen damit ein Stück weit zu helfen. 
Sowas mach ich gerne wieder! 

In diesem Sinne, 
Gute Nacht & bis bald, 
Frau A. 🙂 

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10 Antworten to “Fazit Infoveranstaltung”

  1. Biene 25. Januar 2013 um 13:59 #

    Auch ich war gestern zur Infoveranstaltung. Und ja, endlich hat Frau A. ein Gesicht 🙂 Naja anonym bleibst du deshalb ja trotzdem. Aber es war schon lustig. Man sitzt da so in seiner Reihe und denkt sich, das ist, als würde da jemand stehen, den ich schon ne Weile kenne, obwohl ich dich da ja zum ersten Mal gesehen hab. Bin seit einiger Zeit begeisterte Leserin deines Blogs und hoffe, du machst auch nach dem Ref. noch weiter. Finde es wirklich toll, dass du dich trotz des Stresses im Ref. auch um sie zukünftigen LAAs kümmerst und uns auch hier in deinem Blog so viel vom Leben als LAA in Thüringen berichtest.
    Ich hab mich gestern gefragt, ob du dir da vorn an deinem Tisch dann auch so gedacht hast, wie viele hier im Hörsaal lesen wohl meinen Blog 🙂 Ich denke es sind einige, zumindest kenne ich schon ein paar Kommilitoninnen, die es tun.

    Mach weiter so und Dankeschön!

    • bambooos 25. Januar 2013 um 19:07 #

      Gerne, wenn es euch geholfen hat, umso besser 🙂

      Und du hast Recht – hab schon überlegt, ob da jemand sitzt, der den Blog kennt. Ursprünglich wollte ich das Thema auch kurz ansprechen, aber weil unsere Vorredner schon den Großteil aus unserer PowerPoint vorweg genommen hatten, haben wir das dann weggelassen. Ansonsten wär der Blog als weiteres Informationsmedium thematisiert worden. 😉

      War schön, dass ihr so gespannt zugehört habt 🙂

  2. Lisa 25. Januar 2013 um 12:18 #

    Ich war gestern bei der Infoveranstaltung und als du von deinen Fächern und so erzählt hast, habe ich mir gedacht, dass du identisch mit Frau A. bist. 🙂
    Ich fand eure Erfahrungsberichte wirklich super und im Gegensatz zu den anderen Beiträgen sehr hilfreich. Ich werde jetzt fertig und war letztes Jahr schon bei der Infoveranstaltung, die uns damals alle ziemlich deprimiert hatte. Durch eure Beiträge gestern hat man aber tatsächlich mehr Mut für den Vorbereitungsdienst und vor allem auch die Zeit, bis man einen Platz bekommt, erhalten. Also ich fand deinen und den Beitrag der anderen LAA wirklich toll und an dieser Stelle vielen Dank dafür. 🙂
    Liebe Grüße, Lisa

    • bambooos 25. Januar 2013 um 19:09 #

      Kein Problem!
      Mir ging es damals auch so wie dir letztes Jahr, deswegen wollte ich es wenigsten ein bisschen besser, praxisnaher machen. Wenn das gelungen ist: super 🙂

  3. lottamachtkrach 25. Januar 2013 um 12:14 #

    Sehr gut, dass es sowas an der Uni gibt.
    Sowas hätte ich zu der Zeit auch sehr gut gebrauchen können. Uns wurde bis zum bitteren Ende gesagt, dass die Note des 1. Staatsexamens gar nichts zählen wird und dann erfährt man im Referendariat, dass sie 50% der Endnote ausmacht, von der abhängt, ob man zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wird.
    Ich finde es toll, dass du dich so engagierst!

    • bambooos 25. Januar 2013 um 19:01 #

      Irgend jemand muss es ja machen…und wenn sonst keiner Lust drauf hat… 😉

  4. zwischenbuechern 24. Januar 2013 um 22:33 #

    schön das so zu hören. Und schön, dass die Studenten das auch so interessiert hat 😉 Gäbe es bei uns eine solche Veranstaltung, ich würde sie sicher besuchen… Mal eine Frage, von wem wurdest du denn eingeladen? Bzw. weißt du, wer das organisiert hat? Vielleicht könnte man bei uns auch mal was in der Richtung machen, bisher weiß ich eigentlich noch kaum was darrüber, wie das in meinem Bundesland so aussieht 😉

    • bambooos 25. Januar 2013 um 06:48 #

      Der Fachschaftsrat der Lehrämter hat beim tlv (Thüringer Lehrerverband) angefragt. Ist schon ne kleine Tradition an der Uni geworden. Zusätzlich war ein Vertreter des Jobcenters & die Leiterin eines Studienseminars da. Und eben wir zwei LAA.
      Ich bin Mitglied im tlv & deshalb angefragt worden. Es gibt leider nicht viele Leute in Thüringen, die sich da engagieren.
      Aber mir hat das Spaß gemacht irgendwie 😉 Wissen weitergeben fetzt, vor allem wenn ma selbst noch weiß wie man sich damals gefühlt hat…

      • zwischenbuechern 25. Januar 2013 um 20:02 #

        Vielen Dank für deine Antwort 🙂 Mal schauen, vllt lässt sich sowas auch für uns organisieren 🙂

      • bambooos 25. Januar 2013 um 20:03 #

        Schlag es einfach mal vor – es hilft auf jeden Fall 🙂

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