Die 2. Lehrprobe

18 Jan

Ja, wo fang ich an. Schwierig, nach diesem Tag.
Heut stand die zweite Lehrprobe auf dem Programm. Darauf freute ich mich schon. Nicht auf die Lehrprobe mit 4 Gästen, aber auf die Stunde und auf das, was ich mit den Kindern vor hatte.
Ich unterrichtete wie geplant, ging auf ungeplante Zwischenfragen (souverän) ein, alles lief.
Am Ende wurde die Zeit knapp (weil ich zu viel in die Stunde gepackt hatte), sodass ich die Arbeit abbrach und die Weiterarbeit auf Montag verschob.
Soviel zur Kurzform.

Danach hatte ich wieder 40min Zeit, um „mir zur Stunde Gedanken zu machen“. Direkt im Anschluss, keine Pause, nix.
„Auf Wiedersehen“ zu den Kindern und dann gleich Auswertung, Auswertung.

Ich war vorbereitet, hatte mir die Reflexionsspinne in eine Tabelle umgearbeitet, um effizient auswerten zu können.
Ich fand Kritikpunkte, Problemstellen, analysierte Schülerarbeiten & schrieb Verbesserungsvorschläge auf.

Dann das Auswertungsgespräch.
Ich brachte alles an, was mir aufgefallen war, reflektierte, sagte was mir zur Stunde einfiel, machte Vorschläge.
Dann waren die Fachleiter dran.
Nach 3 Sätzen zu meiner ach-so-tollen Lehrerpersönlichkeit „(„Die Kinder lieben Sie!“) ging das Gemetzel los.
Der Entwurf? Miserabel!
Die Umsetzung? Oh Gott!
Der Lernzuwachs? Gab es nicht!
Die Reflexion? Unzureichend!
Die Zielformulierungen? Lachhaft!
Das Pensum? Zu hoch!
Die methodische Analyse? Murks!
Die Sachanalyse? Unvollständig!
und und und.
Also volle Breitseite, mitten ins Gesicht.
BÄM.

Ich saß da, hörte zu, biss mir LANGE LANGE LANGE auf die Zunge, lenkte mich mit Nase putzen ab.
Aber dann war das Maß voll & mir stiegen die Tränen in die Augen.

Wie blöd bin ich eigentlich?
Zu dämlich, Ziele zu formulieren.
Zu inkompetent zu erkennen, was die Schüler bewältigen müssen.
Zu was weiß ich nicht alles.

Aber: meine Lehrerpersönlichkeit ist toll.

Nur blöd, dass die nicht bewertet wird, sondern dass es so läuft:
„Frau A., Sie werden an Ihrem Entwurf gemessen!“

Dann ist es auch nicht wichtig, dass ich in der Stunde differenziert habe – es stand ja nicht im Entwurf.
„Wann ist Ihnen das denn eingefallen?!“
Das hatte ich die ganze Zeit geplant und nur vergessen, es aufzuschreiben.
„Das muss alles in den Entwurf. So geht das nicht!“

Puh. Und so ging das ungefähr anderthalb Stunden.
Dies war schlecht, das war noch schlechter. Das war zu viel, das war zu wenig.
Wirklich gut war nix… oh doch, mein Tafelbild, yeah! Und natürlich die Lehrerpersönlichkeit.

Kurz: Es war ganz schön heftig.
Vor allem, dass sich so an dem Entwurf festgeklammert wurde & alles schlecht geredet wurde.
Okay, ich sehe ein, ich habe wichtige Teile vergessen bzw. war mir deren Bedeutung nicht bewusst.
Ich war zu sehr auf HSK und die Ziele diesbezüglich fixiert.
Ich habe in Deutsch nicht deutlich genug auf die Lernwörter hingewiesen & nicht klar genug im Entwurf ausgearbeitet.
Okay.
Alles klar.
Aber ich habe auch selbstständig Fehler gefunden und schon geplant, wie es weiter gehen soll.
Ich habe gesehen, wo es Probleme gab und überlegt, wie man sie lösen könnte.
Ich habe differenziert.
Ich bin auf Zwischenfragen eingegangen.

Aber das war alles egal. Wirklich wurscht. Davon wurde rein GAR NICHTS erwähnt.
Nur drauf gehauen.

Jepp.
Dann durfte ich den Raum verlassen.
Rief heulend Schatzi an.
„Ach komm, das zählt doch eh nichts. Mach dich nicht so fertig! Ich hab dich trotzdem noch gern!“
Beruhigte mich einigermaßen.
Nach gefühlten 100 Stunden wurde ich dann reingebeten und mir die Noten eröffnet.

Ich zitiere:
„Also wenn das Ihre Prüfung gewesen wäre, wären Sie durchgefallen.“

BÄM.
Okay, nach dem Gespräch dachte ich mir schon, dass es nicht so prall war – gerade wegen des Entwurfes, aber…
Als dann die Noten kamen… Wow!

Die genauen Zahlen sag ich euch nicht, aber nur so viel: pro Fach wären 15 Punkte das Maximum gewesen.
Sprich: insgesamt hätte ich bei 2 Einsen mit Sternchen 30 Punkte sammeln können.
Was habe ich bekommen?
9 Punkte.
INS.GE.SAMT. 

Krass, oder?

Besonders schön finde ich hier noch, dass es DAMALS am Ende der 1. Lehrprobe von der selben Person noch hieß:
„Ich traue Ihnen durchaus zu, eine Einserkandidatin zu werden.“
Davon war heute nichts mehr zu sehen oder zu hören oder zu spüren.
Ich bin zur Fünferkandidatin mutiert.

Was ich schade finde an der ganzen Sache ist, dass die positiven Dinge kaum in die Wertung eingingen.
Der Entwurf war zentral, nicht meine Stunde.
Ich gebe zu, dass ich Fehler gemacht habe, ja.
Aber hätten sie den Entwurf nicht gehabt, wäre es nicht so schlimm ausgegangen.
Niemals!
Und das ist so… ätzend. Ebenso wie der Spruch: „Der Entwurf soll ja heute nicht mit in die Bewertung eingehen.“ Ha. Ha.

ABER: Schwamm drüber. Die Noten gehen nirgends ein… wobei: „Sie hinterlassen natürlich einen Eindruck“
Super.
Krieg ich ein Minus mehr auf meine Liste.

Ich bin sowieso gespannt, wie das Seminar mich/uns einschätzen wird. Das stelle ich mir sehr spannend vor.
Besonders die Begründungen… Zusammen mit dem Notenvorschlag der Schule wird das nämlich 40% meiner Endnote ausmachen.
DAS ist also wichtig. Lehrerpersönlichkeit und sowas.

Die „richtige“ praktische Prüfung zählt insgesamt dann „nur“ 20%. Kann einem trotzdem die Beine brechen.

Nun ja. Wie sagt man so schön: „Don’t look back in anger“.
Heißt: ich guck nach vorne & versuche, es beim nächsten Mal besser zu machen…und vor allem kleinschrittige und traumhaft schöne Ziele zu formulieren. Das wird bei mir immer als Problem gesehen. Meine Zielformulierung.
„Ihnen ist nicht klar, was Sie erreichen wollen. Und das merkt man.“ 

Hmmm… Klar weiß ich, was die Schüler am Ende können sollen. Es muss nur so verpackt werden, dass die Fachleiter es akzeptieren.
Und „WAS – WIE – WARUM“ ist auch nicht immer richtig. Es muss auch 100% passen und erfüllbar sein.
Mir fehlen da noch konkretere Vorgaben. Handfeste Dinge. Aber hier ist nicht der Ort, das zu besprechen, das muss ich woanders anbringen.

Meine Fazits des Tages: 
Was einen nicht umbringt, macht einen stärker.

Nächstes Mal – zur Prüfung, mit dann 6 Leuten hinten drinne – wird es besser werden.
Ich hab im letzten Jahr schon SO viel gelernt und es ist einfach ärgerlich, dass ich es jedes Mal durch diese blöde theoretische Planung verhaue.
Jedes Mal.
Es ist nie richtig.
Nie perfekt.
Nie passgenau.
Zum Haare raufen, echt.

Weiteres Problem: wenn „die“ kommen, versucht man immer, das was man begonnen hat abzuschließen. Es soll fertig werden. Meine Sache heute war aber kein Ding von 90 Minuten, das braucht länger. Ich hätte also weniger ansetzen sollen und das dann auf mehrere Stunden verteilen. Und dafür mehr und besser erklären sollen. Hätte ich normalerweise auch gemacht. Aber wie gesagt, sobald da jemand hockt, will man ja ein Ergebnis vorweisen.
Und in manchen Fällen führt das denn eben zu „Durchgefallen“.

Hm.
Egal.

Jetzt erstmal: WOCHENENDE!
In 4 Wochen sind Ferien.
Dann flieg ich nach London.
Und danach geht die heiße Prüfungsphase los.
Bis dahin hab ich die nächsten Wochen bisher NOCH keine größeren Termine, kann also endlich (seit November) mal wieder versuchen, mir einen Alltag aufzubauen, in dem ich nicht jeden Abend Entwürfe tippend vorm PC hänge.
Wird auch langsam Zeit.

In diesem Sinne:
Alles wird gut! Irgendwie, irgendwo, irgendwann.

Eure Frau A.

Ps.: Ich habe manchmal das Gefühl, dass das alles aus nem Grund passiert. Nämlich dem, dass ich euch von allen Facetten des Refs berichten kann. Und dazu gehört halt scheinbar auch mal ne versaute Prüfung.

Pps.: Falls hier Fachleiter jeglicher Studienseminare mitlesen: 
Mein Freund hat heute gesagt, dass dieses wirklich extreme Rumhacken heute vielleicht eine Retourkutsche ist, für meine Äußerungen bezüglich Studienseminar und Ausbildung hier im Blog. Und dass es vielleicht besser wäre, zu manchen Dingen öffentlich den Mund zu halten. 
Das werde ich natürlich NICHT tun. Ich habe eine Meinung und finde, es wäre sträflich, sich abzuducken, alles ohne murren auszuhalten und zu versuchen, irgendwie durch das System durchzukommen. 
Ich finde, dass es die Leute verdient haben, auch mal hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wie es abläuft und wo es Probleme gibt. 
Dabei sind meine Ausführungen nicht personenbezogen. Es geht um das System, in dem man zu einem umsichtigen, kompetenten, mitfühlenden, vorausschauendem, tollen Lehrer ausgebildet werden soll. Das System, dass einen in den 18 Monaten unter einen enormen Druck setzt, der einfach manchmal zu viel wird. 
Ich will hier niemanden angreifen oder lächerlich machen. Ich schreibe hier anonym über meine Erlebnisse und tausche mich mit anderen aus. 
Nicht mehr und nicht weniger. 
Und ich hoffe, dass dieses „Retourkutsche“-Ding nur ein sinnloser Gedanke war, in dem kein Fünkchen Wahrheit steckt. 
Alles andere wäre…gelinde gesagt…unverantwortlich. 

 

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30 Antworten to “Die 2. Lehrprobe”

  1. Willi 22. Januar 2013 um 09:33 #

    habt ihr nur 2 lehrproben vor der prüfung??? das ist ja nichts! wie soll man sich da entwickeln/ darauf einstellen was von seminarseite gewünscht ist?
    in nwr haben wir 13….

    • bambooos 22. Januar 2013 um 10:24 #

      Wir haben pro Fach noch 4 Unterrichtsbesuche, in denen aber keine Note vergeben wird. Da wird zu Zielen und Stunde beraten, aber ohne den ewig langen Entwurf…

  2. Käfer 21. Januar 2013 um 16:24 #

    Ein Tipp von einem fertig gewordenen LAA mit Nebenfach Werken: du kannst die Prüfungsstunde schon wochenlang vorher planen, immerhin müssen ja einige Materialien zur Anschauung oder methodischen Reihe zurecht geschnitten/ gesägt/ genäht werden.
    Ich würde in Werken eh nur Einführungsstunden machen, denn da kannst du sicher sein, dass alle beim Gleichen beginnen. Und wenn du den Prüfungstermin ungefähr weißt, setzt du in dem Zeitraum in deiner Prüfungsplanung eben so ein allgemeines Thema ein, wie „Sägen von Sperrholz mit der Laubsäge“ an. Dir wird keiner vorschreiben, welches Werkstück du nimmst, das kannst du dir schon vorher überlegen! So oder so ähnlich heißt dann auch das Thema, dass du 10 Tage vorher bekommst.
    Ich habe mir dann schon Wochen vorher einen Plan gemacht, was ich mit den jeweiligen Halbgruppen erreichen will. Natürlich hätte dieser unter normalen Umständen nicht funktioniert, weil auch bei mir einzelne Sachen länger gedauert haben oder die Kollegin, die die andere Halbgruppe betreut krank war, so dass ich die ganze Klasse „an der Backe hatte“. Ich habe einfach mit den Halbgruppen beliebig hin und her getauscht, so dass ich die Kinder hatte, die ich gerade gebraucht habe. Trotzdem wurde es zwei Wochen vorher kritisch, denn mit Halbgruppe A wollte ich schon mal ne Generalprobe machen und die Stunde testen, die ich mit Gruppe B in der Prüfung machen wollte. Ich hatte zum Glück super Unterstützung im Kollegium, so das sich mir meine Prüfunsggruppe nochmal zwei Tage vorher aus einer anderen Stunde „ausborgen“ konnte, um das zu Schaffen, was ich geplant hatte. So konnte ich die Stunde in den Herbstferien planen und vorbereiten und dann in der Prüfung genauso umsetzen. Ich bin mir sicher, wenn dich dein Kollegium auch schon so unterstützt, dann müsste es bei dir auch möglich sein!
    (Leider ging das bei mir nur in Werken, das andere FAch müsste ich wirklich in einer kürzeren Zeit planen. Machst du denn auch Werken in der praktischen Prüfung?)
    LG, Käfer

    • bambooos 21. Januar 2013 um 16:29 #

      Leider nicht. Ich werde Mathe und Werken in der mündlichen Prüfungen machen, weil ich beide Fächer sehr strukturiert finde und denke, dass man dazu gut lernen kann. Gerade was die allg. mathematischen Kompetenzen etc. betrifft.

      Zur Prüfung wird es also Deutsch / HSK sein – und du hast Recht, da kann man nicht viel voraus planen. Aber ich denke, dass ich das auch so hinkriegen werde.

      Anhand des Prüfungstermins weiß ich ja immerhin das Thema & kann dann die Einheit besonders genau vorbereiten – dann sollte das klappen!

      Liebe Grüße!

  3. Paulina 20. Januar 2013 um 14:01 #

    Mein Ref ist nun etwas über ein Jahr her und ich bin einfach nur froh, dass diese Zeit vorbei ist. Mich wundert es, dass die Aubildung so unterschiedlich ist, von Bundesland zu Bundesland. Ich habe mein Ref in NRW gemacht. Das waren noch 24 Monate und insgesamt 10 Unterrichtsbesuche vor der Prüfung in zwei Fächern. Scheint bei euch total anders zu sein…
    Ich kann mich auch noch sehr gut an einen versemmelten Unterrichtsbesuch erinnern, man fühlt sich einfah furchtbar danach und auch sehr allein gelassen…
    Halte durch!! Du wirst das gut machen!!

    Viele Grüße
    Paulina

  4. Alex 20. Januar 2013 um 12:09 #

    @anonym:
    Ich war bis vor kurzem selbst LAA in Thüringen und habe das Ref. glücklicherweise abgeschlossen. Wenn ich hier allerdings so unqualifizierte Kommentare lese, die auf die Diffamierung anderer Referendare abzielt, frage ich mich ernsthaft, ob DU nicht deinen Beruf verfehlt hast!?

    Kannst du mir beispielsweise erklären, wie man eine didaktische- bzw. Sachanalyse bereits vor Zulassung des Themas schreiben soll? Ich weiß ja nicht, in welchem Studienseminar du dich befindest, aber bei uns war das schlicht unmöglich. Die Themen könnten ja genauso gut abgelehnt werden.

    Wenn du weiterhin ein persönliches Problem mit dem Verfasser dieses Blogs haben solltest (und so scheint es unweigerlich), dann kläre es auch persönlich und nicht anonym!

    Beste Grüße
    Alex

  5. andersundso 19. Januar 2013 um 17:36 #

    Dieses Problem kenne ich aus dem Ref nur zu gut. Dafür dass dies ausgebildete Pädagogen sind, haben die echt keine Ahnung, wie man sinnvoll Kritik und wie die Situation der Referendare wirklich ist. Ich habe gerade im Dezember bei den letzten Unterrichtsbesuchen in unserem Seminar nur schlimme Sachen gehört. Und gerade im letzten Besuch vor der Prüfung braucht man sowas ja nicht unbedingt zu hören

    Unterrichtsentwürfe Wochen vorher vorbereiten? Also ich kenn aus dem Seminar keinen der das macht 😉 Selbst 10 Tage vorher ist noch etwas, dass ich noch gar nicht gehört hab :O

  6. Lotte 19. Januar 2013 um 15:49 #

    Ich verstehe deinen Ärger und kann auch deine Wuttränen verstehen! Dennoch denke ich entgegen vieler Kommentare, dass die Lehrerpersönlichkeit eine Voraussetzung für unseren Beruf sein muss (auch wenn natürlich nicht die Realität wider spiegelt…). Neben der Freude und Begeisterung, die selbstverständlich sein müsste, ist gerade im Anfangsunterricht die fachliche Kompetenz entscheidend. Nur so können wir Lernen planen, strukturieren und Hilfen gezielt einsetzen, um alle Kinder zum Lernerfolg zu führen. Sei nicht traurig und lasse dich nicht unterkriegen. Aber nimm auch die Kritik an, dass z.B. Zielformulierungen tatsächlich exakt sein müssen (und wenn es nur in deinem Kopf ist), um Lernzuwachs erreichen zu können.

  7. Anneka 19. Januar 2013 um 12:09 #

    Also ich habe mein Ref in Berlin gemacht. Dort musste in jedem Seminar drei Besuche absolviert werden. Der erste war toll, der zweite wurde in der Luft zerrissen, der dritte ging wieder… Dann kam die Prüfung. Mach dir keinen Kopf, du schaffst das.

  8. nickel 19. Januar 2013 um 10:11 #

    Wie haben wir im Theater immer gesagt? Wenn die Generalprobe nicht scheitert, dann wird die Premiere auch nix!
    Also: aus Fehlern lernt man. Merke es dir für die „richtige“ Prüfung, lass dich nicht entmutigen. Du schaffst das schon. Beim nächsten Mal bist du eben etwas „kleinlicher“ und schreibst jeden noch so scheinbar bedeutungslosen Kram auf.
    Klar ärgert man sich über sowas; so ein Anschiss ist, wenn man mal streng ist, auch nicht gerade pädagogisch wertvoll. Bei der Prüfung zeigst du es ihnen.
    Du wirst eine gute Lehrerin, daran glaube ich ganz fest! Und die besten zeichnet es nunmal aus, auch mit Tiefschlägen klarzukommen. Immer nur perfekt wär auch langweilig wie bolle! 😀

    Alles Liebe!

  9. umblaettern 19. Januar 2013 um 10:05 #

    Was ich nicht verstehen kann, ist, wieso es bei uns genau andersherum läuft – in meinen Lehrproben (benotet) waren Lehrerpersönlichkeit, Spontanität in der Stunde bei unerwarteten Entwicklungen, meine Selbstkritik hinterher und überhaupt die Stunde AN SICH das entscheidende, die Ausarbeitung ein Nebending, von dem ich den Eindruck hatte, dass das gerade einmal durchgeblättert und auf Vollständigkeit überprüft wurde.
    Was sagt ein Unterrichtsentwurf über mich als Lehrer aus? ist es nicht wichtig, dass ich in der Praxis mit einem groben Entwurf frei arbeiten kann, mich an den Schülern orientiere, mich spontan umentscheiden kann, wenn ich merke, da klappt was nicht, die brauchen eine weitere Erklärung?
    Diese Art von Bewertung verstehe ich absolut nicht und halte sie für praxisfern. Kopf hoch. Man merkt, dass du das unbedingt willst und dass du eine super Lehrerin wirst. (:

    • nickel 19. Januar 2013 um 10:19 #

      Da stimme ich zu. Lehrkompetenzen und soziale Kompetenzen sind sehr viel wichtiger als der Zettelkram vom Entwurf. Die Prüfer hier haben merkwürdige und nicht nachzuvollziehende Präferenzen. Das sollten sie unbedingt überdenken, denn so etwas öffnet Lehrern, die eben nicht gut erklären und lehren können (und somit streng genommen nicht unbedingt als Lehrer geeignet sind), Tür und Tor.

      Lieber hab ich nen pädagogisch super Lehrer als einen, der schicke Entwürfe basteln kann.

  10. Sansa 19. Januar 2013 um 00:24 #

    Ich finde es auch toll, dass du alles (!) berichtest. Und auch die Dinge, die vielleicht nicht schön und oft sehr hart sind. Noten oder Punkte sind nicht alles, zeigen überhaupt nichts. Aber leider wird immer nur darauf geachtet! Ich frage mich allerdings auch, wie man eine didaktisch-methodische Analyse und die Sachanalyse vorher schreiben soll. Interessant, wie sich manche Menschen einmischen und eigentlich keinen Plan haben. Da fällt mit vor allem ein Spruch ein: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal…!!! Lass dich nicht unterkriegen, du wirst eine tolle Lehrerin, da bin ich mir sicher! 🙂

    P.S. Übrigens zeigt es von enormer Stärke als anonyme Person solche Sachen zu schreiben!

  11. Maria 18. Januar 2013 um 21:35 #

    anonym hat offensichtlich keine Ahnung vom Referendariat.solche aussagen regen mich echt auf

    • bambooos 18. Januar 2013 um 21:55 #

      Cool bleiben. Sowas erlebt man immer wieder, da muss man drüber stehn 🙂

  12. Frau S. 18. Januar 2013 um 20:01 #

    Das traurige ist nur, dass so eine doofe Auswertung trotz aller tröstenden Worte voll runterzieht.
    Und noch trauriger ist, dass da eben NICHT die entscheidenden Dinge bewertet werden.
    Fazit also: Im schlimmsten Fall verdirbt uns so eine Auswertung am Ende noch die Freude am Unterrichten.
    …und das sollte ja nun wirklich nicht das Ziel der Ausbilder sein!

  13. MissA 18. Januar 2013 um 19:18 #

    Ich finde es bewunderswert wie ehrlich du über die verschiedenen Bereiche des Referendariats berichtest! Bei manchen Blogs kann man nämlich den Eindruck bekommen, dass da immer alles super läuft.
    Und wegen des Zeitmanagements: Macht dir nichts aus den Aussagen mancher anonymer (!) Leute. Wir bekommen genau 3 Werktage vor der Lehrprobe Bescheid..

    • bambooos 18. Januar 2013 um 19:20 #

      3? Ist ja noch besser…da ist 10 ja noch totaler Luxus!

  14. diewiderspenstige 18. Januar 2013 um 17:48 #

    oh je, das tut mir leid für dich, so etwas ist ärgerlich.
    Aber über den Teil mit der Lehrerpersönlichkeit kannst du dich echt freuen, denn ein gutes Schüler-Lehrer-Verhältnis ist irgendwo immer noch das Wichtigste. Ein Lehrer kann eine noch so gute Zielformulierung haben, wenn der Draht zu den Schülern fehlt, nützt ihm diese nichts…

    Kopf hoch! 🙂

  15. Lauri 18. Januar 2013 um 16:46 #

    Och mensch du arme:-( kenne ich auch zu gut
    Ich verstehe bis heute nicht, warum zum Henker dieser blöde Entwurf so unglaublich wichtig ist. Und wenn man dann noch einen Mentor hat, der einem die Entwürfe kurz vorher zerpflückt, in eigene umwandelt und dann im Lehrerzimmer erzählt er hätte das alles geschrieben, der doofe Praktikant hätte keine Ahnung….ach, ein Jammer ist das

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, das hast du dir verdient!

  16. Maria 18. Januar 2013 um 16:10 #

    ich finde, es gut, dass du auch von de schlechten seiten berichtest und deine fehler zugibst. das referendariat ist leider mnachmal wirklich hart. ich habe aber ziemlich viel glück gehabt, ich habe super tolle ausbilder. und ich wurde noch nie zerrissen. es wird immer das positive hervorgehoben und gemeinsam werden alternativen gesucht. in den unterrichtsbesuchen und in den gemeinsamen unterrichtsbesuchen (GUBs), die wahrscheinlich so öhnlich wie die lehrprobe sind. ich mache mein ref in niedersachsen.
    @anonym: eine woche sollte für einen entwurf eigentlich reichen.

  17. anonym 18. Januar 2013 um 15:52 #

    Vielleicht einfach bei der Prüfung etwas eher mit dem Entwurf anfangen als nur 1 Woche…

    • bambooos 18. Januar 2013 um 15:56 #

      1. Da sich Stunden im normalen Unterrichtsalltag verschieben & man umplanen muss, kann man keine 3 Wochen vorher planen.

      2. In der richtigen Prüfung bekomme ich mein Thema 10 Tage vorher, dann wird das auch so laufen.

      3. Habe ich vor 11 Tagen noch meine Abschlussarbeit schreiben müssen. Parallel zu planen wäre da sehr schlecht möglich gewesen.

      • anonym 18. Januar 2013 um 19:19 #

        Ein gutes Zeitmanagement ist eben alles. Einfach alles früher und nicht auf den letzten Pfiff. Arbeit vor Weihnachten fertig, dann wäre alles anders. Ich kenne genug LAA die eher damit beginnen und gut damit gefahren sind. Aber jeder ist ja anders. Ich meinte nur, dass es eben auch auf den Entwurf ankommt und du diesbezüglich vielleicht etwas umdisponieren müsstest. Auch bei deinen Prüfungen kann man didaktische- und Sachanalyse schon machen bevor man die Themen bekommt. Ausreden bringen dich nicht weiter.

      • bambooos 18. Januar 2013 um 19:21 #

        Wie macht man ne Sachanalyse VORHER zu einem Thema, dass man erst 10 Tage vor der Prüfung bekommt?

      • bambooos 18. Januar 2013 um 19:24 #

        Und was die Abschlussarbeit betrifft: aufgrund schulischer Gegebenheiten konnte ich erst im November anfangen & im Dezember schreiben. Und wenn Weihnachtsferien sind, kann ich die ja dazu nutzen. Die Unterrichtsthemen für die letzten beiden Wochen habe ich eh erst am ersten Schultag dieses Jahr erfahren, von daher: es ging einfach nicht anders.

    • Smut 18. Januar 2013 um 18:15 #

      Oh wie war Zeitmanagement ist wichtig. Aber sie lernt ja noch

  18. sauerkirsche 18. Januar 2013 um 15:49 #

    Oh man… Zu was sollte dieses Rumgehacke eigentlich dienen? Kritikpunkte soll man ansprechen, schon klar, aber mal ehrlich, was bringt es deinen Fachleitern dich herunterzuputzen? Das passt ja mal super damit zusammen, wie nett wir mit den Kindern umgehen sollen und so… Lass dir davon die Freude am Unterrichten nicht nehmen, man merkt an deinen Veröffentlichungen hier, dass es dir Spaß macht und die Kinder dich toll finden. Das zählt wirklich, wenn es auch leider nicht in irgendwelche Noten eingeht. Und lass dir auch keinen Maulkorb verpassen, es ist gut, wenn jemand mal darüber schreibt, wie’s in den Studienseminaren, etc. wirklich abläuft – zumal du nicht immer nur kritisiert hast, sondern auch Dinge hier präsentiert hast, die du dort wirklich gut fandest. Also: Schön das Köpfchen oben behalten! (:

    • nickel 19. Januar 2013 um 10:12 #

      Da stimme ich zu! Bei Lehrern, die ich mochte, habe ich immer wesentlich mehr gelernt und da hat mir auch der Unterricht sehr viel mehr Spaß gemacht, als bei solchen „och nee“- Lehrern.
      („Och nee, bei dem schon wieder…“) 😉

  19. Herr H. 18. Januar 2013 um 15:44 #

    Das Leben geht weiter und die Aussagen eines Fachleiters oder Prüfers sind nur auf Augenblicke des Lehrerdaseins beschränkt. Am Ende zäht nicht der Entwurf, sondern wirklich die Lehrerpersönlichkeit. Den die muss 40 weitere Berufsjahre aushalten und nicht die Fähigkeit gute Berichte zu schreiben. Wir sind Menschen und keine Computer.

    Zudem kann ich aus Erfahrung sagen, dass es machmal besser ist schlecht vorzulegen, um dann richtig rein zu hauen.

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