Tschüss Abschlussarbeit!

6 Jan

So ganz traue ich mir ja noch nicht, euphorisch zu sein – immerhin ist die Abschlussarbeit weder gedruckt, noch gebunden, noch unterwegs ins Studienseminar, aber…
Ich freue mich verkünden zu dürfen, dass ich sie heute morgen um 1:58 Uhr fertig gestellt habe. Die „schriftliche Prüfung“ ist somit beendet!

…und wenn sich das jetzt nach „aaaaach, so schlimm war’s doch gar nicht“ anhört… Es war schlimm!

Ich fasse mal kurz die betreffenden Monate zusammen:
OKTOBER
Ab 4. Oktober durften wir offiziell mit der Bearbeitung der Abschlussarbeit starten. Das ging bei mir natürlich nicht so einfach, weil montags entweder ein Unterrichtsbesuch oder ein anderes Thema in Werken anstand. Dann waren da auch noch 2 Wochen Herbstferien, in denen nicht viel passierte – außer die dezente Vorbereitung auf die Unterrichtseinheit, die nach den Ferien starten sollte.

NOVEMBER
Dann ging es los. Geplant waren 2 Doppelstunden, sprich: an 2 Montagen hintereinander wollte ich mit den Schülern an meinem Thema arbeiten. In Werken. Dazu mussten Absprachen mit Kollegen getroffen werden (normalerweise wechseln die Werkgruppen wöchentlich, wir wären also nur alle 3 Wochen drin gewesen… müsst ihr nicht verstehen…). Das klappte aber ganz gut, sodass ich den Werkraum 2 Mal für mich hatte.
Dafür gab es ein anderes Problem: die erste Doppelstunde verlief traumhaft, sodass ich in der zweiten Doppelstunde den Anspruch erhöhte – und die Schüler damit vollstens überforderte. Am eigentlichen Thema (grob gesagt: „Bewertungskriterien“) konnte ich fast gar nicht arbeiten, sodass die Arbeit an diesem Punkt eigentlich schon den Bach runter ging.
ABER: ich lasse mich ja nicht so leicht unterkriegen und setzte deshalb noch eine weitere Doppelstunde an, in der sich die Schüler zum selben Thema, aber in einem anderen Lernbereich beweisen konnten. Fazit: das was ich erreichen wollte, habe ich geschafft. Nur der Weg dort hin & das drum herum waren nicht ganz so optimal 😉 Durch die dritte Doppelstunde schleppte ich mich mehr oder weniger & war am Tag darauf den Rest der Woche krank geschrieben…(was sich im Nachhinein als „positiv“ herausstellen sollte)

DEZEMBER
Im Dezember stand an jedem Wochenende in meinem Planer „HAUSARBEIT SCHREIBEN“. In Ansätzen habe ich das auch gemacht – aber neben der normalen Unterrichtsplanung, Alltag und Freunden & Familie, die Aufmerksamkeit fordern war das gar nicht so leicht. Andere hätten hier vielleicht die Priorität auf vollstes ein-igeln und Kontaktabbruch zur Außenwelt reagiert – aber das wollte ich auch nicht. Das Problem dabei, mit Freunden auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, statt zu arbeiten ist aber dieses: wenn der Ausflug nicht zur vollsten Zufriedenheit ist, ärgert man sich im Nachhinein über die verschwendete Zeit, die man lieber am PC verbracht hätte. (Ich erinnere an dieser Stelle gerne an den äußerst depressiven Artikel im Juni). Trotzdem war es gut, auch mal raus zu kommen.
Dann standen die Weihnachtsferien an. In Thüringen ab dem 24.12.2012. Mein Plan, mir bis zum 26.12. Ruhe zu gönnen und erst ab dem 27.12. durchzustarten ging auf. Ich war mir dessen bewusst, dass bis zur Abgabe am 4.1. nicht viel Zeit war, hatte aber an manchen Teilen der Arbeit (gerade am Praktischen) schon gut vorgearbeitet. Also verschob ich meinen Tagesrhythmus so, wie er zu Uni-Zeiten schon war: tagsüber schlafen / entspannen, nachts WACH. Das klappte ganz gut, weil mich tagsüber einfach zu viel abgelenkt hätte. Momentan kämpfe ich noch mit den Nachwirkungen und versuche, den Tagesablauf wieder zu normalisieren…
Pünktlich vor Silvester, am 31.12., schickte ich einen vorläufigen Entwurf zur Korrektur / Meinungsbildung an eine ehemalige Studienkollegin & konnte den Silvesterabend entspannt verbringen.

JANUAR
Den Entwurf, den ich meiner Freundin geschickt hatte, korrigierte ich natürlich auch selbst. Dabei fielen mir an vielen Stellen Fehler auf. Der Hammer kam dann aber erst, als ich den kommentierten Entwurf per Mail zurück bekam – allein in der Einleitung 13 Anmerkungen und ein rot geschriebener Text untendrunter. Ups. Insgesamt hatte sie an über 80 Stellen etwas zu meckern – berechtigterweise. Also setzte ich mich dran, arbeitete einiges um, fügte hier & dort was hinzu und verlängerte die Arbeit an vielen Stellen noch einmal. Dann druckte ich es zur letzten Korrektur aus & schickte es ein letztes Mal an meine „Miss Korrektur„. Gestern war es dann soweit – die finale Korrektur stand an.

Multitasking Deluxe – links oben die Endfassung, rechts oben die Version mit Anmerkungen von Miss Korrektur und unten meine ausgedruckte Fassung mit meinen handschriftlichen Kommentaren.
Dann arbeitete ich die Arbeit noch einmal komplett durch. Miss Korrektur hatte noch einmal 118 Anmerkungen gemacht. Zum Glück meist nur Wortwiederholungen und nette Kommentare wie „Das klingt total behindert“ 😉 Als ich alles eingearbeitet hatte, kümmerte ich mich noch um die Nummerierung der Seitenzahlen. Die müssen ja mal hier arabisch und dort römisch und dann wieder arabisch sein – ätzend.
Die Seitenzahlen auf Deckblatt und Themenblatt habe ich dann ganz einfach mit einem kleinen weißen Kästchen verdeckt, dass ich über sie gezogen habe – sieht doch kein Mensch, wenn das gedruckt ist 😉

Gegen 1:20 dann der Super-Gau.
„Word funktioniert nicht mehr.“ 

Ich dachte ich muss sterben.
Natürlich hatte ich immer wieder sorgfältig auf Laptop UND externer Festplatte gespeichert, aber… die letzte Version war von 1:02. Und in den 18 Minuten war viel passiert. Ich hatte formatiert, die Fußnoten überarbeitet, eine Leistungspyramide eingefügt. Alles weg. Und es bliebt auch weg. Ich hatte ja 18 Minuten nicht gespeichert.
Also den ganzen Kram nochmal von vorne. Juchu! 😉

Danach wollte mich Adobe noch ärgern und verschob ständig die Seiten, wenn ich als pdf speichern wollte… kurz: es war ein echter Kampf.

1:58 speicherte ich die word und pdf-Versionen dann zum letzten Mal, ging rüber zu Schatzi, schloss die Festplatte an & ließ ihn die Arbeit auf eine CD brennen (daran wird dann Plagiatsüberprüfung betrieben). Mit ruhigen Händen bastelte ich einen Umschlag für die CD, beschriftete sie und packte sie ein.

Dann ging ich wieder nach drüben ins Wohnzimmer zu Schatzi und bemerkte dort erst meine eiskalten, zitternden Hände. Ich hatte es geschafft. Ein riesiger Stein plumpste von meinem Herzen & ich musste erstmal heulen. Aber nur ein bisschen. Und nur, weil ich es endlich geschafft habe. Puh.
Dann entdeckte ich die Flasche Batida, die uns unsere Gäste (ja, wir hatten auch noch Besuch gestern) mitgebracht hatten und genehmigte mir zum ersten Mal seit langer Zeit ein Glas Batida-Kirsch. Es schmeckte herrlich 🙂

Inzwischen war es schon 2:45 und Schatzi wollte ins Bett. Ich konnte aber noch nicht schlafen, also griff ich zu einem Buch und las. Ich habe ein Buch gelesen. Einfach so.
Warum ich mich darüber so freue? Das war in der letzten Zeit nicht möglich. Vor lauter Abschlussarbeit und Schreiben und Planen kam ich einfach nicht mehr dazu, irgendwas „für mich“ zu lesen… Kurz: es war schön 🙂

Und das Beste: ich schlief dann ein wie ein Baby und wachte erst kurz vor 13 Uhr auf (okay, ich hatte nen blöden Alptraum, aber immerhin KONNTE ich durchschlafen – ein Wunder!).

Momentan sitze ich an der Planung für die nächste Woche – das Leben geht ja auch nach der Abschlussarbeit weiter. Aber es ist schon schön zu wissen, dass man den ersten (benoteten) Schritt Richtung Ziel hinter sich gebracht hat. Es folgt noch
– Bewertung durch Schulleitung und Studienseminar
– praktische Prüfung (2 Stunden vor Kommitee halten)
– mündliche Prüfung (mit Praxisproblemen etc.)
Also habe ich ein Viertel hinter mir. Das ätzendste Viertel, meiner Meinung nach 😉

Jetzt muss nur noch am Montag beim durcken & binden alles gut gehen & dann bin ich zufrieden!

In diesem Sinne,
freudige Grüße
Frau A. 🙂

Ps.: Jetzt muss ich erstmal die liegen gebliebenen Sachen aufarbeiten – Rechnungen, Monatsberichte, Schreibtisch aufräumen. Aber alles ist besser, als Abschlussarbeit schreiben.

Pps.: Zum Schluss noch mein Dank. Der geht insbesondere an die großartige, fantastische, phänomenale Miss Korrektur, die mir mit ihren Einwürfen, Ideen und Meckereien die Augen geöffnet und mich auf grobe Mängel hingewiesen hat. Ich bin so dankbar dafür, dass du das auf dich genommen und mir geholfen hast – DANKE! (das Paket für dich ist bald unterwegs). Mein zweiter Dank geht an Schatzi. Dafür, dass er mich in den Hintern getreten, getröstet und vor allem mit leckerer Nahrung versorgt hat. Und dafür, dass er mich immer unterstützt und Verständnis für die vielen Stunden am Schreibtisch hat. 
Es ist schön, dass es Menschen wie euch beide gibt & dass ich euch kennen darf. 🙂 

Advertisements

7 Antworten to “Tschüss Abschlussarbeit!”

  1. sabine 5. Januar 2016 um 22:00 #

    ich hab es gerade noch vor mir – heul… aber im Februar ist es dann hoffentlich auch überstanden… witzig, dass Abschlussprüfungen so unterschiedlich ablaufen…

  2. Susi-q 7. Januar 2013 um 18:09 #

    Herzlichen Glückwunsch zur fertig geschriebenen Arbeit! =) =) =)

  3. lottamachtkrach 7. Januar 2013 um 12:54 #

    Tschakka! Du hast es geschafft! Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Abgabe der letzten Hausarbeit deines Lebens! (Es sei denn du hast noch vor irgendwann eine Doktorarbeit zu schreiben. Man weiß ja nie 😉 )

  4. umblaettern 6. Januar 2013 um 14:07 #

    Herzlichen Glückwunsch (: Ich hab meine ja schon nach den Herbstferien abgeben können, das war ein echt befreiendes Gefühl, als sie dann wirklich und unwiderruflich bei meiner Schule lag 😀

    • bambooos 6. Januar 2013 um 14:10 #

      Danke :)))
      Ich werde auch nicht nochmal rein gucken. Ich geb dem Drucker-Mann das am Montag und werde nur noch die letzte Seite aufschlagen, um meine Unterschrift drunter zu setzen – mehr nicht 😉
      Und dann muss ich es zum Studienseminar schicken – leider nicht zur Schule, das wäre einfacher & billiger, aber naja 😉

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: