Abschluss. Arbeit

29 Dez

Ja, ich hocke dran an dem Ding. Es ist gerade 2:36 Uhr und ich habe noch zu tun. Letzte Nacht war ich bis 3:00 aktiv, wurde dann müde und wälzte mich noch sagenhafte 2 Stunden hin und her, bevor ich endlich einschlafen konnte.
Aber bemitleiden müsst ihr mich nicht.
Ich gestalte meine Tage derzeit relativ reizarm.
Heißt: lange schlafen, hier und da was aufräumen, essen, wieder schlafen und dann setze ich mich abends an den PC und schreibe ein paar Seiten.
Sicher wäre es schlauer, den Tag zu nutzen und zu arbeiten, aber da lenkt mich einfach zu viel ab. Obendrüber der spielende Junge, draußen die Autos und Nachbarn, in Treppenhaus Getrampel, E-Mails und Facebook, Anrufe, SMS…die üblichen Dinge eben.
Nachts zu arbeiten ist toll.
Hab ich zu Uni-Zeiten auch schon immer so gemacht. Nach der Uni erstmal ausgiebig Mittagschlaf gemacht und mich dann Abends dran gesetzt. Nicht unbedingt nur zum Schreiben von Arbeiten, sondern auch um mit Freunden zu chatten, Videos zu schauen oder zu lesen.
Nachts ist die Welt so schön ruhig. Gerade gibt es keine Geräusche außer meinem Tippen auf der Tastatur und dem leichten Rauschen des Lüfters. Sonst nichts. Herrlich!

Jetzt sollte man meinen, dass ich dann auch gut voran komme.
Hm.
Ich würde sagen es geht. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Ich schaffe jeden Tag ein paar Seiten. Beim Schreiben des praktischen Teils ging das alles irgendwie flüssiger. Das waren ja Dinge, die ich selbst gemacht und erlebt habe – darüber konnte ich sehr gut berichten und reflektieren. Anders sieht es da beim wissenschaftlichen Teil aus. Das ist irgendwie zäh und anstrengend.
Mein Problem: ich habe zu den Themen ja ne eigene Meinung – die ist aber nur bedingt relevant und sollte mit irgendwelchen Zitaten von irgendwelchen Leuten aus irgendwelchen Büchern untermauert werden. Mit den richtigen Büchern ist das gar nicht SO schwer – trotzdem muss man viel lesen, blättern, suchen und die Zitate in den Kontext der Hausarbeit einbauen.
Ist alles machbar, ja.
Aber ich mag es nicht so.
Zu Uni-Zeiten habe ich mal ne Hausarbeit zu einem Roman abgegeben, in dem ich im Literaturverzeichnis lediglich den Roman stehen hatte. Keine weiteren Werke. Und ich fand meine Arbeit trotzdem toll. 😉 Der Dozent war davon nicht so überzeugt, gab mir eine 4,0 und meinte dann, als ich die Hausarbeit abholte und er nochmal drüber schaute: „Also Frau A., eigentlich hätte ich Sie durchfallen lassen müssen.“ UPS!
Und warum? Unwissenschaftlichkeit. Genau.
Irgendwie hängt mir das bis heute noch nach. Meine schriftlichen Arbeiten sind nie wirklich toll gewesen. Einsen waren nur in den Praktikumsberichten dabei – und da ging es auch um die Auswertung von Dingen, die ICH gemacht habe. Kein wissenschaftliches Blabla.
Nun ja. Sicher hat die Wissenschaft ihre Bedeutsamkeit und ist wichtig – bei meinen schriftlichen Arbeiten nervt sie aber 😉
Trotzdem freue ich mich jedes Mal, wenn ich wieder einen schlauen Satz von einem schlauen Menschen klug in die Arbeit verpackt habe. Irgendwie wertet das den ganzen Schnulli ja schon auf. Gerade, weil ich mich auch nicht gerne so geschwollen ausdrücke.
Ich denke man merkt auch im Blog, dass ich mich relativ einfach ausdrücke. Klar und deutlich. Verständlich. Dieses „aufgrund der Tatsache“ und „bei näherer Betrachtung“ oder „Laut XYZ…“ ist einfach nicht mein Ding. Klar klingt es gut. Aber das bin nicht ich.

Wahrscheinlich werde ich demnächst bei einer Infoveranstaltung vor einigen Studenten ein paar Worte zu mir, meiner Laufbahn & meinen Erfahrungen sagen.
Wenn ich mir das in meinem Kopf vorher schon ausmale, sehe ich mich eher als Spaß machend und so redend wie jetzt. Eine geschwollene, feierliche Rede wird mir wohl nie über die Lippen kommen. Zumindest nicht in der Form, wie das so üblich ist 😉

Nun ja.
Heute habe ich mich noch damit befasst, wie/wo/wann ich die Abschlussarbeit zum Druck & zum Binden bringe. Hier zeigte sich mal wieder die (sorry) Bescheuertheit der Abgabetermine. Der normale Termin ist der 4.1.2013 (also genau 3 Monate nach dem offiziellen Beginn am 4.10.2012). Leider hat mir eine Druckerei komplett abgesagt und die andere hat FERIEN. Bis. zum. Vierten. Januar.
Na prima!
Aber – Fuchs wie ich bin – hab ich dort ne Mail hingeschickt & sogar prompt ne Antwort bekommen. Zu meinem „Glück“ war ich im Oktober mal 4 Tage krank geschrieben, habe ne Verlängerung um die 4 Tage beantragt und darf deshalb die Arbeit nun am 8.1.2013 abgeben. Schwein gehabt. Ansonsten hätte ich nicht gewusst, wie ich das machen soll. Keine Ahnung, wie die anderen das dann hinkriegen… Ich hab jedenfalls nen Termin am 7.1. zum Binden. Danach werde ich das Ding gleich zur Post schaffen, damit es seinen Weg ins Seminar findet.
Eine Alternative wären übrigens Online-Druckereien gewesen. Bei 3 Exemplaren Hardcover mit 60 Seiten hätte ich da aber irrsinnige 75€ hinlegen müssen. Verrückt. Dort wo ich es machen lasse, wird es mich maximal 25 Euro kosten. Also: immer schön die Preise vergleichen.

Einen Tipp hab ich noch für die Erfurter Studenten: ich habe meine Masterarbeit dort in der Kreativwerkstatt des cjd binden lassen. Dort arbeiten „Menschen mit und ohne Behinderung, die durch einen Mediengestalter fachlich unterstützt werden.“ Warum man da hingehen sollte? Erstens ist die Qualität gut & der Preis super – Zweitens ist es ein Fest zu sehen, wie dort die Abläufe sind. Wie mit den behinderten Menschen umgegangen wird, wie stolz sie auf ihre Arbeit sind (damals waren 2 Frauen dafür zuständig, den Preis auszurechnen. Dann haben sie ihre Ergebnisse verglichen & sich gefreut, dass die das selbe Ergebnis hatten – SO GOLDIG!). Ich fands dort wirklich toll! Für das Fachliche ist ein Mediengestalter da (netter Typ!), also kann eigentlich nichts schief gehen. Tolle Sache!

Jepp. Jetzt hab ich die Zeit bis um 3 wieder einmal rumgekriegt. Mal sehen, ob ich heute schneller einschlafen kann. Müde bin ich immerhin schon mal (letztes Nickerchen war von 19-21 Uhr).

In diesem Sinne: Gute Nacht!
Frau A.

Ps.: Frage an euch:
Arbeitet ihr gerne wissenschaftlich? Oder liegt euch mehr die Praxis? Mögt ihr schriftliche Arbeiten? Und Zitieren? 😉

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3 Antworten to “Abschluss. Arbeit”

  1. Franzi 9. Januar 2013 um 14:33 #

    Mensch, da fühl ich mich sofort angesprochen. So gehts mir nämlich auch. Die wissenschaftlichen Apsekte einzubeziehen, fällt mir schwer. Aber da muss ich wohl noch einige Male durch. Trotzdem schön zu wissen, dass es nicht nur mir so geht. Am Anfang des Studiums hat mich das ziemlich geknickt, aber mittlerweile bin ich froh, dass das seltene Unterrichten (bin im 5.Semester) so gut klappt und das Lehrersein wirklich das Richtige für mich ist.

  2. diewiderspenstige 29. Dezember 2012 um 11:24 #

    klingt, als wärst du ´ne Nachteule 🙂 Ich kann abends auch besser arbeiten, aber im normalen Alltag ist es ein bisschen schwierig, bis 3 Uhr nachts aufzubleiben, wenn um 6 der Wecker klingelt – zumindest auf die Dauer… 😉

    Ich bin auch eher der Praxistyp, habe ich in der Schule die Wahl zwischen Referat (vorne stehen, labern, die Menge unterhalten…) oder Hausarbeit (seitenlang tippen, jeden Satz belegen…) läuft es immer auf Ersteres raus 😀

    Na ja, du hast in diesem Fall ja nicht die Wahl, deswegen schick ich dir mal ne riiiiesige Packung Motivation für die Abendstunden 😀
    *daumen drück*

    • bambooos 29. Dezember 2012 um 11:29 #

      Zum Glück muss das Ding fertig sein, bevor die Schule wieder losgeht – sonst ginge das wirklich nicht. Deshalb hab ich es auch bis jetzt rausgezögert – im normalen Schulbetrieb wäre das nicht möglich gewesen.
      Ich unterrichte gerne, aber Referate fand ich zu Uni-Zeiten auch ätzend. Deshalb hab ich mich meistens für das Schriftliche entschieden 😉 Und dann gequält 😉

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