Privatpatient – Freud & Leid

22 Nov

Es ist immer wieder interessant, wenn eine neue Arztrechnung eintrudelt. Was da so alles berechnet wird…

Wenn ich mir die Rechnung so anschaue, ergibt sich für meine Ärztin ein Lohn von knapp 10€… pro MINUTE.

Schlüsseln wir das mal auf:

– Rezept abholen: 3,15€
– Anruf Terminvereinbarung: 10,72€
– Abtasten: 21,46€
– …

Interessant finde ich auch die Faktoren, die dort angewandt werden. Ein normaler Kassenpatient kriegt das ja nicht mit. Der geht hin & geht wieder weg – den Rest klärt die Kasse.
Privat kriegt man Einblick.

So kostet der Anruf für die Terminvereinbarung für nen GKV (gesetzliche Krankenversicherung) nur 4,66€…ich zahle mit 10,72€ das 2,3-fache. Einfach nur dafür dass ich frage, wann der nächste Termin frei ist. Verrückt.

Fotobeweis:
20121122-134628.jpg

Der Grundbetrag (vor dem Schrägstrich) wird immer mit den Steigerungssatz (hinter dem Strich) multipliziert, dann kommt man auf den Endbetrag ganz rechts.

Knapp 146€ für 15 Minuten beim Arzt.
Vorteile?
Ich musste nicht die üblichen 2Stunden (trotz Termin) warten, sondern durfte „schon“ nach 15 Minuten rein.
Ansonsten: nichts.

Schön finde ich auch diese Formulierung:

20121122-135054.jpg

„Erlauben wir uns zu berechnen…
Interessant 😉

Naja, ich will mich nicht beklagen – ich muss die ganze Kohle zwar vorstecken, kriege aber fast alles von PKV und Beihilfe wieder.
Und: Freunde in anderen Bundesländern bzw großen Städten haben für einen Arztbesuch dieser Kategorie auch schon 500€ auf den Tisch legen müssen – da bin ich mit meinen knapp 150€ ja noch gut dran 😉

Im nächsten Leben werd ich dann aber Zahnärztin, die hat mir letztens für 10 Minuten fast 250€ berechnet… 25€ pro Minute – davon können wir Lehrer (und besonders die Lehramtsanwärter) nur träumen 😉

In diesem Sinne: Adios Amigos 😉
Die schnupfige Frau A.

Ps.: ich bin schon gespannt, was mein Arzt für die Krankschreibung berechnet bzw. ob die extra kostet…

Zum Schluss noch die Frage an euch:
Wie hoch war eure höchste Arztrechnung?

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24 Antworten to “Privatpatient – Freud & Leid”

  1. Zitronenkojotin 1. Dezember 2012 um 12:51 #

    Ja, diese Rechnungen kenne ich zur Genüge. Ich hab früher Beihilfe berechnet. Man war immer die Böse, die nicht alles bezahlen wollte (DURFTE war wohl ehr angesagt, aber wenn man sein Geld nicht kriegt, wird man ja schnell persönlich).

    Dass man als Privatpatient aber in der Regel gemolken wird ohne Ende, ist vielen nicht bewusst. Das fängt bei solchen Kleinigkeiten wie der Terminvereinbarung auf: die darf er gar nicht berechnen (siehe hier: http://www.e-bis.de/goae/defaultFrame.htm).
    Außerdem geht es regelmäßig über 3,5fache Höchstsätze für Kleinigkeiten sowie Doppelabrechnungen weiter. Viele Gebührenziffern sind nämlich nebeneinander gar nicht berechnungsfähig. Dieses wird aber häufig einfach mal ignoriert. Merkt schon keiner….

    Also Leute, ich rate euch: Prüft eure Rechnungen kritisch! Ein Blick in die Gebührenordnung für Ärzte ist auch für einen Laien nicht unmöglich.(http://www.e-bis.de/goae/defaultFrame.htm) Bleibt kritisch!

    Hilfreich ist auch ein Online-Rechnungsprüfer: http://www.derprivatpatient.de/arzt/arztrechnung/pruefprogramm-goae.html

    Eine Reanimation beim Zahnarztbesuch solltet ihr schon am eigenen Leib mitkriegen und nicht einfach nur die Rechnung blind bezahlen (alles schon gehabt…). Ups, da haben wir uns vertan, das tut uns aber leid! Streichen Sie es bitte aus der Rechnung. Ja nee, is klar! Auch die Uterusentfernung seiner Tochter bei einer Vorsorgeuntersuchung hätte Papa einfach blind bezahlt, wenn ich ihn nicht darauf hingewiesen hätte, was das für ein Quatsch ist (der mal eben ein paar hundert Euro kostet..)

    • bambooos 1. Dezember 2012 um 12:53 #

      Danke für die Hinweise – werd ich drauf achten 🙂

  2. Dipl.-Psych. Thorsten Kerbs 29. November 2012 um 11:37 #

    Als Privatpatient wäre noch einen weiterer Punkt zu bedenken. Da privat Versicherte für niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser die profitableren Patienten sind, könnte der behandelnde Arzt mitunter der Versuchung ausgesetzt sein, mehr zu behandeln als heilkundlich geboten wäre. Denn je mehr er diagnostiziert und therapiert, desto größer fällt sein Verdienst aus. Der Zusammenhang ist bekannt, er spielt für Privatversicherte jedoch eine stärkere Rolle als für gesetzlich versicherte.

    Es ist einfach ungut, wenn Ärzte sich in einem inneren Zwiespalt zwischen einerseits dem medizinisch angemessenem und andererseits dem ökonomisch gebotenen Handeln bewegen müssen. Weil auch Ärzte nur Menschen sind, könnte hin und wieder die hippokratische Tradition der ärztlichen Zurückhaltung, des „primum non nocere“, gegenüber ökonomischen Erwägungen in den Hintergrund treten.

    Schade, dass in unserem Gesundheitssystems (was im übrigen vielfach auch für das Bildungssystem gilt) der Beziehungsaspekt eine so untergeordnete Rolle spielt. So als wären die Beteiligten mehr Maschine als Mensch. Dabei spielt die sowohl mit Blick auf den Behandlungserfolg wie auch ökonomisch eine zentrale Rolle.

  3. umblaettern 25. November 2012 um 09:45 #

    Knapp über 1000 €: Gastroskopie, Endoskopie + Labor. Einmal Bauchabtasten beim Hausarzt dazu: 30 Euro. (;
    Warte immernoch, dass die Krankenkasse den A*** hochkriegt. Wahrscheinlich kriegen die bei der Diagnose gerade die Krise (;

    • bambooos 25. November 2012 um 11:20 #

      Angeblich soll ja nach maximal 6 Wochen die Kohle da sein. Hoffentlich noch vor Weihnachten, sonst wird’s knapp 😉

  4. Summer 23. November 2012 um 18:43 #

    Die höchste Rechnung hat mir mein Zahnarzt gestellt: 900€ …

  5. Anneka 23. November 2012 um 07:07 #

    Krankschreibung nach op: 26,80
    Kkh Aufenthalt 3 Tage plus op: 3477,80
    Nochmal irgend was von op: 115, 41
    Gyn mehrere Termine: 450,20

    Und das alles vor Weihnachten…

    • bambooos 23. November 2012 um 08:16 #

      Ich habe ja noch Hoffnung, dass mir PKV und Beihilfe die eingereichten 350€ noch vor Weihnachten überweisen – sonst wird’s eng.
      …und im Januar werd ich 25 & das Kindergeld fällt weg. Mist :-/

  6. Zuckerkatze 22. November 2012 um 23:38 #

    Bei diesen Preisen freue ich mich echt, dass ich als chronisch Kranke gesetzlich versichert bin! 😉

    • bambooos 23. November 2012 um 08:18 #

      Kannst du auch. Vor allem hast du nicht diesen Papierkrieg mit Rechnungen bezahlen, aufheben, einreichen, warten – sondern gehst einfach hin & gut 😉
      Die paar Minuten weniger Wartezeit als private Reißens dann doch nicht raus…

  7. Fräulein Ratgeber 22. November 2012 um 21:50 #

    Hochinteressant… Also ich guck mir meine Rechnungen immer sehr genau an, aber ich bin mir sehr sicher, dass ich noch nie etwas für eine Terminvereinbarung bezahlt habe… Hab nächste Woche Zahnarzt und darauf Impfungen vor mir… Da achte ich mal darauf. Ich freu mich auf den Jahresabschluss. Und im Januar folgt noch Augenarzt… Yeah. Höchste Rechnungen im Ref waren bisher definitiv immer die heißgeliebten Frauenarztrechnungen… Da bin ich auch mit etwa 150-180 Euro dabei.

    • bambooos 22. November 2012 um 22:19 #

      Das steht unter „telefonische Beratung“ drinne… Zumindest bei mir. Meistens am Anfang der Rechnung. Sag mal Bescheid wenn du’s weißt 😉

  8. bikibike 22. November 2012 um 19:23 #

    Oh, da hatte ich schon irrsinnige Summen. Mit der Konsequenz, dass ich manche Ärzte sicher nicht mehr besuche. Man wird sowas von rundum untersucht und muss wirklich widersprechen wenn es Unsinn ist! Und genau hinschauen, was man sich verschreiben lässt. Beim Gyn z.B. wird den Ärzten eine Verschreibung gerne durch die Hersteller „vergütet“. Und ob man nun die Spirale braucht oder nicht ist dem Arzt dann im schlimmsten Fall egal. Letzten Monat erlebt.
    Höchste Rechnung: € 26.000,- bitte mal eben vorstrecken …

    • bambooos 22. November 2012 um 19:27 #

      26.000€????
      Ach du scheisse. Ich bin jetzt ruhig mit meinen 150€ 😉

      • Jürgen 22. November 2012 um 19:49 #

        Bei mir bisher um die 5000.- € …
        Aber wie gesagt, wir sind noch gut dran. Die ärmsten Schweine sind die chronisch Kranken.

      • bambooos 22. November 2012 um 19:54 #

        …da ist die Private wohl eher ungünstig, oder?

      • habibi 24. November 2012 um 14:40 #

        Ich glaube, da kann man aber eine Abschlagszahlung beantragen

      • bambooos 24. November 2012 um 15:56 #

        Hab gehört, dass Krankenhausrechnungen direkt mit der PKV / Beihilfe geklärt werden – wer hat denn schon 26.000€ auf der hohen Kante? 😉

  9. Frau LA² 22. November 2012 um 17:07 #

    Ich war seit Beginn des Refs nur einmal beim Arzt. Hab von unterwegs angerufen und ihr ins Telefon gehustet: 10,74€ für telefonische Beratung. Wo ich dann dort war, war sie entgegen Ankündigung noch in der Praxis und hat mich 10 Sekunden abgehorcht: weitere 10,74€ für die Bestätigung, dass ich Husten hab. Und die Hustentropfen, die sie mir verschrieben hat, haben 14,14€ gekostet.

    Wenn ich das bei dir immer so lese, traue ich mich ja gar nicht mehr zum Arzt zu gehen. 🙂

    • bambooos 22. November 2012 um 18:05 #

      Wenn man krank ist, muss es halt sein. Ich zögere Arztbesuche auch immer weit raus, aber manchmal muss es sein – trotz komischer Rechnungen. 😉

  10. Lawweline 22. November 2012 um 15:03 #

    Echt krass! Bin sprachlos.

    • bambooos 22. November 2012 um 15:50 #

      Und wie gesagt: bei uns in der Kleinstadt ist es noch billig. Theoretisch dürften Ärzte bis zu nem Faktor von 3,0 berechnen… 😉

  11. Lawweline 22. November 2012 um 14:22 #

    Wie?? Die berechnen was für die Terminvereinbarung? Das kann ja wohl nicht sein?! Soll man lieber ohne Termin kommen?

    • bambooos 22. November 2012 um 14:27 #

      Der erste Punkt war Rezept abholen & Termin machen persönlich. Der zweite Punkt war telefonisch. Krass, oder?!
      Und trotz Termin wartet man dort ewig…

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