Rotstift oder nicht Rotstift…

14 Nov

…das ist hier die Frage!

Nachdem ich mit den Kindern den Igel kennengelernt und einen Steckbrief gestaltet hatte, ging es ans freie Schreiben. Das war für mich eine neue Sache, die ich gerne mal ausprobieren wollte. Die Kinder hatten im Vorfeld schon SEHR viel zum Igel zu erzählen und deswegen war es keine Überraschung, dass sie sich gleich fleißig ans Schreiben machten.
Meine Aufgabe: „Schreibe einen kleinen Sachtext oder eine Geschichte über den Igel.“
Als Impulse waren viele Bilder an der Tafel, die zu verschiedenen Lebensbereichen des Igels gehörten (Nahrung, Lebensraum, Besonderheiten, Aussehen etc.).

Nun ja. Die Kinder schrieben wie wild und hatten tolle Ideen.
Am Stundenende wurden einige Geschichten vorgelesen.

Weitere Planung: am Donnerstag dürfen die Kinder sich die Geschichten der anderen einmal durchlesen.
Hausaufgabe: Die Geschichten sauber und möglichst ohne Fehler auf ein Blatt übertragen, damit sie in einem Geschichtenhefter gesammelt werden können.

Mein Problem bei der Sache: 
Ich habe jetzt die Hefte der Kinder hier liegen. Wirklich tolle Geschichten, aber tausend kleine bis große Fehler. (was nicht verwundert, sie sind am Anfang von Klasse 2 und Rechtschreibregeln standen noch nicht auf dem Plan)

Beispiel:

Einestages hate ich ein Igel gefunden ich nante in Paule er sas so alein da ich habe neine Hadschur angezogen und nam in mit wir sint wieder da ich gab im ein Afel und ich hate in kleinen päterhaufen gemacht und das wasauchschon

Jetzt sagt mir mal, wie ich das korrigieren soll.
Wie würdet ihr das machen?

Ich habe jetzt sowohl meine Mentorin, als auch meine Fachleiterin gefragt und beide raten mit vom Rotstift ab.
Den hätte ich eh nicht in die Hand genommen, weil das den Kindern wahrscheinlich jegliche Freude am freien Schreiben nimmt, wenn das Blatt durchgängig rot abgemalt ist. Rechtschreibung war ja nicht das Ziel der Stunde – es ging ja um die Geschichte.

Da die Kinder am Ende aber einen möglichst fehlerfreien Text haben sollen, muss ich ja trotzdem Veränderungen vornehmen.
Ich werde jetzt also den Bleistift zücken und mich durch die Texte arbeiten.

Vielleicht habt ihr ja Ideen/ Hinweise/ Erfahrungen, was Korrekturen betrifft und könnt mit Tipps dazu geben – das wäre toll!

In diesem Sinne: schönen Abend noch!
Eure Frau A.

Ps.: Lächeln des Tages:
Bei der Heimfahrt von der Inspektion (150€) liefen 2 kleine Jungs die Straße entlang. Ich musste an der Kreuzung bremsen (Vorfahrt beachten) und wurde langsamer. Die beiden winkten mir wie verrückt. Also winkte ich zurück, machte das Peace-Zeichen und grinste. 
Reaktion? 
„YEAAAAAH!!!!“ und freudiges Lachen. 
Wie einfach es doch ist, Kinder glücklich zu machen! 🙂 

Advertisements

8 Antworten to “Rotstift oder nicht Rotstift…”

  1. Jolly 15. November 2012 um 14:22 #

    Also ich benutze ja immer türkise Tinte 😉

    Naja, aber sonst würde ich hier nicht korrigieren! Es geht beim freien Schreiben (was übrigens eigentlich ein Schreiben OHNE Aufforderung ist…also frei gewählter Zeitpunkt und freies Thema) und beim kreativen Schreiben (passt hier besser, denke ich) ja um den kreativen Prozess. Die Kinder sollen zum Schreiben angeregt werden und Freude am Prozess des Schreibens entwickeln. Durch Fehlerkorrektur würden hier einige Kinder sicher wieder ausgebremst.
    Daher finde ich die Ideen, mit dem Abtippen durch die Lehrerin klasse!

    In meiner vierten Klassen wurden die Texte, welche beim kreativen Schreiben entstanden sind, zunächst in kleineren Schreibkonferenzen überarbeitet. Das wäre vielleicht auch eine weniger krasse Möglichkeit, als der „Türkisstift“ der Lehrperson 😉

  2. B wird Lehrerin 15. November 2012 um 07:25 #

    Ich würd auch die Bleistiftkorrektur nicht machen. Die Idee von Sinshinemuffin ist doch super. Die Idee vom freien Schreiben vor der Rechtschreibeinführung ist doch solche „Fehler“ zuzulassen. Die nächste Entwicklungsstufe kommt doch noch

  3. Jettalein 14. November 2012 um 17:48 #

    Nunja… Umgang mit kreativen Texten ist ja immer so ne Sache. Rotstift???? Auf keinen Fall. (Übrigens auch nicht grün, pink etc. ;-))
    Ich habe das in Klasse 1 so gemacht: Wer wollte, konnte seinen Text vorlesen (vor Klasse oder in 4er-Gruppen). ICH habe die Texte der Schüler dann abgetippt und ausgedruckt. Immer 1 Text je Seite (A5). In der nächsten Stunde (auch gut für Angebotslernen) hat jeder Schüler einen Text gelesen (Autor stand drunter) und ein passendes Bild dazu gemalt (sinnverstehendes Lesen). Das Ganze habe ich gebunden und mit Titel etc. versehehen.
    Das macht man natürlich nicht jedes Mal, damit es was Besonderes bleibt. In Klasse 1 sind so 3 Bücher entstanden. Schön finde ich die Nachhaltigkeit: Die Kinder nehmen heute noch gern die Bücher in der Lesezeit in die Hand.
    Um an der Rechtschreibung zu arbeiten gibt es bei mir dann auch immer ein paar Wörter aus dem eigenen Text in die Rechtschreibkartei, so dass jeder an seinem individuellen Wortschatz arbeiten kann.
    Man muss eben immer gucken, was man gerade will… 😉

  4. bambooos 14. November 2012 um 17:06 #

    Ich mache es gerade so: dezente Bleistiftkorrektur im Text und dann tippe ich die Werke richtig ab und werde sie den Schülern ins Heft legen.
    Ich denke, das ist ein guter Weg.
    Danke an euch für den Tipp! 🙂

  5. Lawweline 14. November 2012 um 17:02 #

    Was sunshinemuffin schreibt kenne ich auch und halte ich für eine gute Lösung.
    Im Sinne einer nachhaltigen Rechtschreibförderung der einzelnen Schüler finde ich es gut, wenn jedes Kind ein paar der falsch/anders geschriebenen Wörter in seine Wortkartei aufnimmt und es öfters Einheiten gibt, in der die Kinder diese Wörter üben….

  6. Nussi 14. November 2012 um 16:15 #

    Hi (zuerst: toller Blog!)
    Als Tipp: ist vielleicht recht viel Arbeit, aber schreibe den Kindern doch eine verbesserte Fassung unter ihren Text, dann können sie diesen Text sauber für das Geschichtenheft abschreiben. Vielleicht musst du das ja nicht bei jedem Schüler machen.

  7. sunshinemuffin 14. November 2012 um 16:11 #

    Bei mir in der Grundschule hat unsere Lehrerin die Geschichten immer einmal fehlerfrei abgetippt und ausgedruckt (da passten dann ja auch mehrere auf eine Seite). Die hat sie dann in die Hefte geheftet, also nur an einer Seite, damit man es umklappen kann. Fand ich gut und finde es jetzt noch besser, weil ich mir bei einigen Sachen gar nciht mehr sicher bin, was ich damit sagen wollte 😉

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: