Kopfklopfen

8 Nov

Neeeein, keine weitere Krankengeschichte von mir (okay nur kurz: das Auge zuckt nicht mehr, dafür gestern die LIPPE. Links unten. Eigenartiges Gefühl)… Stattdessen heute wieder eine Schulhofgeschichte.

Donnerstag habe ich ja Hofaufsicht. Dabei ist der Hof in 2 Bereiche geteilt, die von je einem Kollegen beaufsichtigt werden.
Meistens läuft das so ab: die Kinder sehen, dass ich Aufsicht habe und kommen angerannt & wollen gedrückt werden. Oft kommen auch Kinder, die ich nur vom sehen kenne, aber nicht aus dem Unterricht. Egal – ich mag sie ja alle 😉
Nach spätestens 10 Minuten dann die ersten Stürze, aufgeschrammten Knie oder Hände, angeschlagenen Köpfe und Tränen.
Bei Stürzen ist meine Strategie derzeit so: Ich lass mir zeigen, was weh tut. Lass die Kinder das Bein/den Arm / den Fuß etc. bewegen. „Tut das weh?“
„Ein bisschen.“
„Na dann macht jetzt mal langsam und geht ein bisschen über den Hof. Wenns dann noch weh tut, kommt ihr nochmal vorbei.“

Funktioniert ganz gut. Gerade die Erstklässler erleben wahre Wunderheilungen, wenn man sie kurz bemitleidet…

Dann gibt es aber auch andere Fälle, von etwas härterem Kaliber. Heute traf es meine wilden Zweier.
Ein Mädchen kam weinend zu mir, umringt von ihren Freundinnen. Aufgeregtes Geschnatter. Tränen. Wut.
„Der Nick hat mich voll hier hin geschlagen! Das tut voll weh!“
„Was ist denn passiert?“
„Wir haben fangen gespielt und der hat mich gehauen.“ 
„Und was hast du gemacht?“
„Nichts!!!“
„Holt mir den Nick mal her.“ 
Nick kommt. Ich frage was los war.
Nick schreit aufgebracht: „Die hat mir auf den Kopf gehauen beim Anschlagen. Einfach so! Ich hab gar nichts gemacht!“
Bevor ich noch was sagen konnte, stürmte er wutentbrannt davon. Auch später beim Reingehen lief er vor mir weg. Sowas hasse ich ja.

Heißt: Aufgreifen des Pausenproblems im Unterricht. Wertvolle Unterrichtzeit: Adé! Schön geplante Stunde: verkürzt. Hmpf.

Fazit der Auswertung:
Das „Kopfklopfen“ war eine Racheaktion wegen eines gestrigen Problems. Ohne wirklichen Zusammenhang zu heute. Die beiden gehen sich erstmal aus dem Weg und überlegen sich eine Lösung. Man schlägt sich nicht, und schon gar nicht auf den Kopf. Wah!
Bei solchen Dingen bin ich übrigens immer froh, dass meine Mentorin noch mit drin sitzt und da auch noch was dazu sagen kann. Gerade solche sozialen Streitfragen sind manchmal echt schwierig zu lösen und in geordnete Bahnen zu lenken.
Was immer gut ist: die Kinder (auch nicht direkt betroffene) fragen, was man nun am besten tun könnte.
Die haben IMMER Ideen.

Naja, der Rest der Stunde lief ziemlich gut. Das Ende musste verkürzt werden, 2 Übungen haben wir nicht mehr geschafft – aber ich bin trotzdem zufrieden. Die wichtigen Dinge waren dabei, der Rest wird nachgeholt.

Heute muss ich noch den schriftlichen Entwurf für den Unterrichtsbesuch D/HSK morgen fertig schreiben, ein paar Igelbilder raussuchen, drucken, laminieren und noch ein bisschen differenziertes Material fertigstellen. Sollte klappen. Allzu viel ist ja nicht mehr zu machen, weil ich gestern Abend schon fleißig war – was mich sehr wundert, nach dem Tag…:

Gestern:
Aufstehen 5:00.
Abfahrt 5:45.
Ankunft am Seminarort 8:00.
Abfahrt vom Seminarort 16:45.
Ankunft zuhause 19:15.
…dann wollte ich gleich mit den Vorbereitungen für heute beginnen, war aber SO müde, dass ich mit dem Kopf auf dem Schreibtisch eingeschlafen bin. Glücklicherweise habe ich in meiner letzten wachen Sekunde noch einen 30min-Timer gestellt – sonst wäre ich wahrscheinlich erst heute aufgewacht. 
Vorbereitungen im Arbeitszimmer: 19.45
Drucken, Laminieren, Schneiden: 21:30
Feststellen, dass die neuen Patronen vom Drucker nicht erkannt werden: 22:30
Tausend Diagnosesachen ausprobiert zur Reparatur: 23:00
Drucker repariert: 23:45
Stundenplanung fertig gemacht: 0:15
Ins Bett: 0:30
Mit Schatzi gequatscht bis ca. 1:00
Aufgestanden heute: 6:00
Abfahrt heute: 7:00

…und so geht das jeden Tag auf’s Neue 😉
Ich freu mich schon auf den Samstag. Ausschlafen. Das ist meine Lieblingsbeschäftigung derzeit.
Hab ja gelesen, dass man auch am Wochenende und in den Ferien so früh aufstehen sollte, wie zu Arbeitszeiten – um den Körper nicht so verwirren und ihn an den Tagesablauf zu gewöhnen, aber… Nee. Wenn ich schlafen kann, dann schlafe ich.
Tief, fest und lang.

In diesem Sinne: Ab zum Mittagschlaf! Danach geht’s weiter!

Adios Amigos!

Ps.: Frage an euch:
Seid ihr nach den Ferien auch immer EXTRA müde? Oder woran liegt das derzeit? 

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4 Antworten to “Kopfklopfen”

  1. Josephine 9. November 2012 um 05:32 #

    Bei mir ist das die anhaltende Dunkelheit. Im Sommer kann ich mit den Hühnern aufstehen, auch in den Ferien un am Wochenende. Wenn es aber morgens sooooo dunkel ist, dann sagt mir mein Körper, dass er noch nicht bereit ist 😉

    • bambooos 9. November 2012 um 13:24 #

      Echt? Wenn ich schlafe, ist für mich alles dunkel – auch wenn’s draußen hell ist. Außer meinem Wecker kriegt mich keiner wach 😉 Nicht mal die Sonne 😉

  2. Fräulein Ratgeber 8. November 2012 um 13:45 #

    Aber Hallo! Also entweder ist es der November-Blues oder keine Ahnung. Ich konnte auch Sonntag mal gar nicht schlafen und die Woche jetzt auch nicht wirklich gut. Liegt aber nicht an der bevorstehenden Prüfung (okay, vielleicht ein klitzekleines bisschen), denn ich hab das Problem eigentlich immer nach den Ferien, weil ich da ja aufstehe wie ich will und das war meistens nicht vor 11 Uhr 😀

    • bambooos 9. November 2012 um 13:23 #

      Ich glaub der Körper braucht das auch irgendwie. Also meiner zumindest. Dieses nur 5 Stunden Schlafen während der Schulzeit ist sonst auf Dauer gar nicht machbar.

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