Y wie Baby

10 Okt

Heute ging’s endlich mal wieder ans Studienseminar. Im September hatten wir ja Seminar-frei, um verschiedene Aufträge in der Schuleingangsphase bzw. Klasse 1 zu erledigen.
Die wurden heute ausgewertet.

Unter anderem ging es auch um Anlauttabellen, also diese Dinger, mit denen die Kinder heute schreiben lernen.
Das Prinzip: Man zerlegt ein Wort in seine Laute, sucht sie in der Anlauttabelle und schreibt sie dann auf.

Ein Beispiel: „Oma“ wird zerlegt in O- M- A. Diese Laute findet man dann neben dem Ohr, der Maus und dem Affen. Und dann schreibt man das Wort OMA auf.

Soweit klar?

Ach ja, es sind keine Buchstaben sondern Laute, weil ja auch Sachen wie Au(to), Ei(s) und andere Umlaute repräsentiert werden müssen. Man muss gut zwischen beidem unterscheiden im Anfangsunterricht.

Was ich eigentlich sagen will:
Es gibt zu so ziemlich jedem Lehrwerk, sei es fibelgebunden oder nicht, eine eigene Anlauttabelle. Hab mir heute mehrere angeschaut & war ehrlich gesagt etwas schockiert.

Hier ein Beispiel:

20121010-193516.jpg

Problematisch finde ich hier die Repräsentanten für X (Taxi) und Y (Baby). Klar kommen die Buchstaben in den Worten vor, aber es heißt ja nicht umsonst ANLAUTtabelle… Bei dieser Version könnte ein Kind, dass Baum schreiben will, statt dem B ein Y schreiben, weil da ja ein Baby zu sehen ist.
Blödsinn.

Naja, hier noch ein weiteres Beispiel:

20121010-193916.jpg

20121010-193926.jpg
Diese Anlauttabelle finde ich ganz okay. Dabei stört mich aber irgendwie diese comic-hafte Gestaltung und das Muster. Ist mir nicht übersichtlich genug irgendwie.

Kommen wir also zu Beispiel 3. das fand ich ganz interessant, weil – wie ihr gleich sehen werdet – die Lautbilder auch mit Zeichensprache dargestellt werden…:

20121010-194148.jpg

20121010-194156.jpg

Gut finde ich hier auch, dass Laute, die nur im Wort oder am Ende vorkommen können, durch einen Anstrich gekennzeichnet sind. Das fehlt bei den anderen beiden völlig.

Zum Ende zeige ich euch mal meinen heutigen Tagesfavoriten. Sowohl die optische Aufbereitung, als auch die fachliche Umsetzung gefällt mir sehr gut.

20121010-194427.jpg

20121010-194435.jpg
Bild und Laut hervorgehoben und ein Beispiel ist auch dezent beigefügt. Finde ich toll. Und übersichtlich.

Ich bin – zumindest was Arbeitsmaterialien und Unterrichtsablauf betrifft – ein sehr strukturierter Mensch & habe gerne meine Ordnung & Übersichtlichkeit. Das finde ich bei der Zebra-Variante echt toll.

Aber: das ist alles subjektiv.
Deshalb die heutige Frage: welche Anlauttabelle gefällt euch am besten? Warum?

Liebe Grüße,
Frau A.

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12 Antworten to “Y wie Baby”

  1. B wird Lehrerin 15. Oktober 2012 um 14:39 #

    Ich hatte bei der Didacta ein wenig Zebra-Material bekommen und mir gefiel das auch ganz gut. Das mit dem Y – Baby hat mich auch irritiert in unserer, da ist das genau so.

  2. 'ne mama 11. Oktober 2012 um 15:02 #

    Ich finde die Zebra-Tabelle auch am übersichtlichsten. Für die Buchstaben, die mehrere Laute repräsentieren können, würde ich mir aber auch mehrere Bilder wünschen. Und dann, so das Lehrwerk es den Kindern abverlangt, auch Laute in der Mitte oder am Ende des Wortes zu identifizieren, auch hierzu Beispiele (ich saß hier vorhin mit einem wütenden Kind, das sich weigerte, in der Erdbeere mehr als ein ‚e‘ zu hören – „Ich weiß ja, dass das so geschrieben wird, aber ich hör‘ da kein e“ – sprach er und beharrte auf seinem konsequent ausgefüllten Arbeitsblatt).
    Was mir zur Erheiterung hier fehlt ist die Anlauttabelle meiner Kinder (ich glaube, die gehört zu Konfetti), die hier schon einige kulturhistorische Exkurse provoziert hat – nun wissen meine Jungs, was Ölsardinen sind, wie zu Omas Zeiten Telefone aussahen (Wählscheibe!) und wie Stereotype ausgebildet werden (warum malen dumme Schulbuchredakteure Chinesen mit Zopf und Schlitzaugen?). Fazit meines älteren Sohnes: die Leute, die die Schulbücher machen, sind vermutlich so alt, dass sie schon Zombies sind… erst war ich ja entgeistert, aber gerade die Stereotypen-Erläuterung kam auf diese Weise gerade rechtzeitig, bevor das Thema auch im realen Leben anfing, aufzukeimen.

  3. lottamachtkrach 11. Oktober 2012 um 14:27 #

    Wenn die Kinder zu mir kommen, sind sie ja meist schon über die Anlauttabellen hinaus, deswegen kann ich zum Gebrauchswert wenig aus eigener Erfahrung beitragen.

    Ich kenne aber die Anlauttabelle mit den Sprechgesten von meinem Cousin (sonderpädagogischer Förderbedarf geistige Entwicklung (Trisomie 21)) und war anfangs wirklich begeistert, weil ich das Gefühl hatte, dass er seitdem er in die 1. Klasse gekommen ist und diese Art zu reden gelernt hat, viele Wörter wirklich besser artikulieren konnte. (Natürlich weiß ich nicht inwieweit das wirklich mit der Anlauttabelle und den Handbewegungen zu den Lauten zu tun hatte, oder inwieweit da einfach die vielen neuen Erfahrungen und Eindrücke der Grundschule den Entwicklungssprung vorangetrieben haben) Allerdings ist er mittlerweile 12 Jahre alt und macht, wenn er ganz normal spricht, immer noch extrem viele Gesten. Weil er mittlerweile relativ gut und vor allem schnell spricht, werden seine Eltern häufiger mal gefragt, ob ihr Kind irgendeinen Tick hat, weil es beim Sprechen nicht still halten kann.

  4. Lisa 11. Oktober 2012 um 12:28 #

    Ich habe im letzten Semester eine Hausarbeit zur Zebra-Schreibtabelle geschrieben und kenne Zebra auch aus meiner Praktikumsschule. Zebra erfüllt ziemlich viele Kriterien guter Lauttabellen (z.B. Vermeidung von Konsonantenhäufungen, lautorientierter Aufbau, keine Wörter, bei denen der Laut dem Buchstabennamen entspricht – z.B. Katze für K). Abgesehen davon finde ich sie auch von der Gestaltung gut, da sie meiner Meinung nach übersichtlich ist und nicht so vollgestopft. Es gibt bei Zebra übrigens auch ein Lied für die Lauttabelle, dass den Kindern helfen soll, sich die Begriffe schnell zu merken.

    • tini 11. Oktober 2012 um 12:45 #

      Hmm, ich war noch nicht in der 1 eingesetzt, aber ich würde mir wahrscheinlich beim Zaubereinmaleins mit dem Anlauttabellengenerator eine eigene Anlauttabelle entwerfen. Die ist dann so, wie ich will…

  5. Ninni 10. Oktober 2012 um 19:34 #

    Wir arbeiten zur Zeit im ersten Schuljahr mit Zebra und haben das schon ein wenig bereut. Egal wie genau man sich vorher überlegt, wofür man sich entscheidet, die wirklichen Nachteile bemerkt man erst bei der Arbeit. Meines Erachtens liegen die nicht so sehr in der „Anlauttabelle“ (hier ist bei „ch“ auch der Auslaut benutzt), sondern eher im Drumherum. Diese Feinheiten lernen KInder erstaunlich schnell in der Anfangszeit, in der sie sich mit der Tabelle beschäftigen. Und ob da jetzt beim Y ein Yak ist, das keiner kennt, oder man sich für diesen Buchstaben den Auslaut merken muss, das geht. Was mich bei der ersten da eher stört, ist dass es keine Hierarchie in den Buchstaben gibt. Das schätze ich an der Zebratabelle sehr.

    Wir haben beschlossen, beim nächsten Durchgang mit der von uns dann doch noch für besser gehaltenen Anlauttabelle zu Tinto zu arbeiten, aber ohne den lästigen Ordner, mit unseren eigenen Materialien. Wir sind zu dritt und wenn wir zusammenwerfen, dann haben wir immer mehr als genug zu allen bereichen. Tinto ist von der Tabelle her ähnlich gut strukturiert wie Zebra, aber es gibt noch so ein wirklich sehr eingängiges Lied dazu.

    • bambooos 10. Oktober 2012 um 19:39 #

      Wir arbeiten bei uns mit der Jojo-Fibel – hat mir eigentlich auch ziemlich gut gefallen.
      Die Lehrwerke zu den Anlauttabellen habe ich nicht gesehen…kann dazu also nichts sagen 😉

  6. D. R. 10. Oktober 2012 um 18:46 #

    Im ersten Moment war ich E = wie erschrocken 😉
    Doch nun habe ich V = wie verstanden, wie das mit dem Y = wie Baby gemeint war.

    • bambooos 10. Oktober 2012 um 19:01 #

      Das ist s wie sehr und l wie lustig 😉

  7. zwischenbuechern 10. Oktober 2012 um 18:13 #

    Ich habe in meinem Studium auch ein paar kennengelernt, habe aber bis heute nicht (in meinen Augen) die „Optimale“ entdecken können… Die Zebra Schreibtabelle ist bei denen, die du hier aufgeführt hast, in meinen Augen ebenfalls die „Beste“.

    Die mit der „Zeichensprache“ – es sieht mir (als Sonderpädagogik Studentin), eher nach unterstützende Kommunikation aus bzw. ein Hinweis jeweils, wo der Laut gebildet wird (ganz klar erkennbar bei G oder bei ch) oder was zu dem Laut dazu gehört (Nase zB.). Auch sind es meist keine Zeichen sondern vielmehr Gesten.
    Das ist für Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten/Schwierigkeiten sehr hilfreich! In der normalen Zeichen – bzw. Gebärdensprache werden die Buchstaben nur mithilfe der Hand gebildet, d.h. der Rest des Körpers ist nicht involviert. An sich ist so eine Tabelle auch für Schüler, die keine sprachlichen Auffälligkeiten zeigen, sinnvoll, da durch die Verwendung der Gesten noch einmal die Artikulationszonen deutlicher gemacht werden können – und den Kindern selbst etwagige Aussprachefehler schneller auffallen.

    • bambooos 10. Oktober 2012 um 19:03 #

      Ich finde das mit den Zeichen auch irgendwie cool. Habe es absichtlich so genannt, Gebärdensprache ist es ja bestimmt nicht – so gut kenne ich mich da aber auch noch nicht damit aus 😉

      • zwischenbuechern 11. Oktober 2012 um 09:44 #

        Das mit den Zeichen ist auch (für die Lehrer wie auch für die Kinder) ziemlich leicht zu lernen, an der Schule, an der ich Praktikantin war und die das dort genutzt haben, hatte ich das auch nach ein paar Tagen drauf… Es sind ja auch „sinnvolle“ Zeichen, die man dort verwendet 😉 Und den Kindern macht es unheimlich Spaß, das ganze als „Geheimsprache“ zu verwenden – wer errät am schnellsten, welches Wort grade dargestellt wird? Lässt sich auch super zum synthetisieren der Wörter verwenden in der Anfangsphase… also wenn das „Erlesen“ von Wörtern grade aktuell ist 😉

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