Krieg auf dem Schulhof

27 Sep

Uuuuh, heute ein brachialer Titel für den Artikel…aber irgendwie fühlte es sich so an…

Kurzer Rückblick: 
In einer der letzten Dienstberatungen sagte mein Schulleiter:
„Sie wollen doch ne richtige Lehrerin sein, oder?“
Ich: „Na klar!“
Seitdem hab ich auch Hofaufsicht. 😉

Nachdem letzte Woche friedlich verlief, sah das heute schon ganz anders aus [an dieser Stelle nur ein AUSZUG! aus den 20 Minuten]:

Streit 1 („Der hat mich geschubst!“) geschlichtet. Wer sich nicht verträgt, sollte sich aus dem Weg gehen.

Streit 2 („Die Großen ärgern mich!“) kurz beobachtet. Gesehen, dass die Großen den Kleinen wirklich über den Schulhof gejagt haben. Alle 3 beigepfiffen, sie zur Rede gestellt & wieder entlassen. War nicht schön, die angsterfüllten Augen des kleinen Jungen zu sehn. Nee, sowas geht gar nicht. Also jemanden jagen, obwohl gar nicht fangen gespielt wird.

Situation 3 („Ich bin hingefallen. Mein Knie tut weh!“)
kurz getestet, Knie für heil befunden. Angewiesen, dass nicht auf die Holzdinger gegangen wird, wenn es nass ist. Da sind die nämlich sau rutschig. Ich dachte, sowas weiß man. Nun ja.

Situation 4 („Guck mal, an dem Apfel sind braune Stellen.“)
mit „Dann beiß nur von der anderen Seite ab“ gelöst. Auf die Idee wäre die Kleine nämlich nicht gekommen. Dann schien sie zufrieden zu sein.

In Situation 5 kam niemand zu mir, das beobachtete ich selbst. 3 Schüler aus Klasse 4, die sich gegenseitig in die Magengegend traten und wirklich übel umherschubsten. Eine davon weinte. Also ein kurzes, lautes „HEY!!!!“, alle 3 beigepfiffen und mir auch von einem Unbeteiligten die Situation erklären lassen. Dabei den Arm tröstend um das weinende Mädchen gelegt. Fazit: Alle 3 hatten irgendwie Schuld, auch wenn der Auslöser (wie eigentlich immer bei sowas) pillepalle war. Also ermahnt, dass nicht getreten & geschubst wird. Und gefordert, dass sich gegenseitig entschuldigt wird. Ein Mädchen stellte sich quer & zickte. Nach der Ansage: „Wenn das jetzt nicht klappt, kannst du auch gerne die Schulregeln abschreiben“ fügte sie sich aber.

Dann kam das erlösende Klingeln am Ende der Pause. Puh.

Da war es fast schon gut, dass ich heute keine eigenen Stunden halten musste. Normalerweise steht das so auf dem Plan, aber für heute war ein Wandertag angesetzt, der aber wetterbedingt verschoben wurde. Die Stunden waren natürlich nicht vorbereitet, aber meine Kolleginnen hatten eh schon ihre Stunden geplant. Also läuft ab morgen wieder alles nach Plan (1x Ma, 1xD) und dann passt das 🙂

Highlight des Tages: 
Nach Unterrichtsende war ich wieder in meinem Lieblingsraum, um den nächsten Unterrichtsbesuch in Werken vorzubereiten. Montag werde ich wieder in Mathe & Werken beobachtet. Für die 2. Klasse steht ein Laufigel auf dem Programm. Den wollte ich heute schonmal vorbereiten (Sachen in Werken sollte man IMMER vorher einmal selbst ausprobieren, ganz wichtig!). 
Auf dem Weg nach oben, um Papier zu holen, lief mir der Hausmeister über den Weg. Er schob gerade die Tischtennisplatte aus der Turnhalle, um Platz für den morgigen Unterricht zu machen.
Auf sein: „Spiel´mer ne Runde?“ antwortete ich mit „Klar!“…Er: „Kannst du das?“ Ich: „Na sicher!“
…dann schoben wir die Platte wieder rein & spielten ein paar Runden. Meistens führte ich & verlor dann nach einem 10:10. Verdammt!  Ich glaube wir haben 6 Sätze gespielt…am Ende stand es 5:1 für ihn – aber immer knapp!
Trotzdem hat es Spaß gemacht – Tischtennis fand ich schon immer toll. Mein Papa hat sogar ne Platte in der Garage stehen, dort spielen wir im Sommer immer mal…

Nun ja. Danach wurde ich noch auf einen Tee ins Hausmeisterzimmer eingeladen (wenn ich groß bin, will ich auch ne Werkbank mit Schraubstock & Co…), rupfte dort ein bisschen Papier für den Igel, quatschte und verließ dann gegen halb 3 die Schule. Sehr schön!

Heutiges Fazit: 
Hausmeister & Sekretärinnen sind toll. Zumindest alle, die ich bisher kennenlernen durfte.

Deshalb die Frage des Tages an euch:
– habt ihr auch so nen netten Hausmeister? 
– ist eure Sekretärin auch so ein Goldschatz?
– oder kommt ihr mit diesen Leuten nicht so zurecht?
– UND: was waren eure krassesten Schulhofszenen? 

Schonmal vielen Dank für die Antworten,
Liebe Grüße,
Frau A. 🙂

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7 Antworten to “Krieg auf dem Schulhof”

  1. lottamachtkrach 28. September 2012 um 20:20 #

    An meiner Schule gibt es den weltbesten Hausmeister und die weltbeste Sekretärin. Die sind beide wirklich das Herz der Schule und unterstützen vor allem uns Referendare wo sie nur können. Und die Kinder lieben die beiden.

    Heute hat er meinen Tag nicht nur einmal gerettet und mir direkt mehrmals Mut zugesprochen.

    Zum Thema Schulhofereignisse…
    Ich hatte einmal eine Massenprügelei zwischen ungefähr 12 Acht- und Neuntklässlern. Das war richtig schlimm. Da kommt man ja auch kaum durch, wenn der Rest der Schuke grölend drum rum steht.
    Da habe ich mir auch per Durchsage Hilfe geholt, die glücklicherweise in Form von einigen männlichen Kollegen kam.

    Ansonsten gab es ein paar Situationen, die mich besonders schockiert haben.
    Zehntklässler, der eine Fünftklässlerin verprügelt haben, war zum Beispiel eine davon.
    Die andere, die mich immer noch richtig wütend macht, war, als eine halbe Klasse eine Mitschülerin immer weiter getriezt und provoziert haben, sodass sie am Ende diejenige war, die zugeschlagen hat. Der Kommentar der Mitschüler war dann, dass sie jetzt von der Schule fliegt.
    Das war natürlich totaler Quatsch. Da das Mädchen aber geistig behindert ist, hat sie es geglaubt und war in Tränen aufgelöst.
    Generell diese Tendenz immer die Schwächsten im großen Stil fertig zu machen, macht mich SO wütend. 10 Achtklässler, die ein geistig behindertes Mädchen fertig machen, das ist ein fairer Kampf ….

    • bambooos 28. September 2012 um 20:23 #

      Schlimm sowas. Als die 4er den Erstklässler verfolgten dachte ich auch, ich seh nicht richtig. Zum Glück kann man die noch einigermaßen zurechtweisen – geht sowas bei 10.Klässlern überhaupt noch? Oder lachen die einen aus, wenn man die anmeckert?
      Habt ihr da nen bestimmten Ablauf? Strafarbeiten oder so?

      • lottamachtkrach 29. September 2012 um 12:52 #

        Je nach Stand an der Schule kriegt man Zehntklässler noch dazu etwas zu tun oder zu lassen. Wenn die einen nicht kennen oder nicht respektieren oder man wahlweise nicht den Ruf des Kinderfressers hat, dann hören die nicht die Bohne.
        Ich komme mit den älteren Schülern zum Glück ganz gut klar, bzw. habe in den oberen Klassen den Ruf eine nette, aber strenge / konsequente Lehrerin zu sein, sodass die Jungs sich dann zerstreut haben, als ich sie aufgefordert habe das Weite zu suchen.

        Ansonsten gibt es kein besonderes Vorgehen bei solchen Situationen.
        Ich habe den Klassenlehrern Bericht erstattet, mir die Sicht der Fünftklässlerin angehört. Es gab ein Gespräch mit den Zehntklässlern, deren Klassenlehrerin, der Klassenlehrerin der Fünftklässlerin, mir und der Sozialpädagogin.

        Konseuqenz war dann die Erziehungsmaßnahme, dass die Zehner jeweils 10 Stunden in der Frühbetreuung für die Fünft- und Sechstklässler aushelfen müssen.
        Also Brote schmieren, Tee kochen, Fegen und Aufräumen und Gesellschaftsspiele mit den Kleinen spielen.
        Das gibt es bei uns immer ab 7 Uhr, 5 Tage in der Woche. Jeder von ihnen war 2 Wochen dran, mit der Aussicht auf eine Teilkonferenz, wenn sie nicht erscheinen oder sich noch etwas zu Schulden kommen lassen.

        Meine Schule ist glücklicherweise recht schnell mit Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen. Bevor das so war, gab es hier wohl ganz andere Probleme.

      • bambooos 29. September 2012 um 14:27 #

        Wow, das klingt echt vernünftig & nach ner guten Lösung.
        Nett, aber streng – das ist auch mein Ziel, klappt bisher ganz gut 😉

  2. doro 28. September 2012 um 18:28 #

    Liebe Frau A.,

    jetzt ist es so weit – ich als stille Mitleserin MUSS mich zur Hausmeisterfrage äußern. „Mein“ Hausmeister ist die Seele der Schule, bei Schülern, Eltern, Kollegen beliebt. Es gibt nichts, was er nicht wieder gerade biegen kann, Tim Taylor würde vor Neid erblassen… 😉 Statt eines Tischtenismatches habe ich letzte Woche mit „meinem“ einen Diaprojektor repariert… Gut, dass ich damals durch Papas Handwerkerschule musste und da auch als Mädel nicht verschont geblieben bin. Auch ich habe am frühen Nachmittag nach einem Sit-in im gemütlichen Hausmeister“büro“ gegen 15:00 tief zufrieden die Schule verlassen.
    „…und wenn de mal nen Unterrichtsbesuch hast, sachste Bescheid, dann räum ich dir die Sachen hin und so, ne?“ Ja, mach ich. Das tut gut.

    • bambooos 28. September 2012 um 19:59 #

      Das klingt toll! Es ist wirklich schön, solche Menschen um sich zu haben…mit einem Lächeln begrüßt zu werden & zu wissen: „Wenn was ist…“ dann wird einem geholfen 🙂

  3. Fräulein Ratgeber 27. September 2012 um 14:43 #

    Unsere Sekretärin ist auch ein Engel. Sie macht alles für einen. Gestern war ich noch nach dem Wandertag bei ihr, da hatte sie ihren kleinen Engel (2. Klasse) da. Auch ein Goldstück. Ich war bestimmt eine halbe Stunde im Sekretariat und hab mich mit dem Kleinen über Schule, Hobbies und in welche Klasse ich gehe (mit einem angsterfüllten Blick, als seine Oma ihn aufklärte, wer ich bin – hoho, der hat wohl Angst vor Lehrern) unterhalten 😉

    Der Hausmeister ist auch okay, hatte aber noch nicht soviel mit ihm zu tun. Ich glaube, er würde gerne selbst Lehrer sein. Manchmal kommt er einfach rein, stellt sich hin, beobachtet die Klassenszene, sagt dann irgendwas und geht wieder ^^

    Kenne aber auch Schulen, an denen das nicht so ist…

    Krasse Klassenszenen hatte ich noch keine… Ich bin nur dafür da die Schüler abzuhalten reinzugehen (vor der 1. Stunde) oder sie aus den Büschen zu zerren (5. Klasse) und zu fragen, ob ich mal zu ihnen nach Hause kommen soll und den Garten zetreten soll :p Das fänden sie nicht so toll, haben sie mir gesagt 😀

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