Die Sache mit der Anonymität.

17 Sep

Nachdem ich viele von euch am Freitag sicher mit verwunderten Blicken zurückgelassen habe, möchte ich heute ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.
Dazu muss ich aber etwas ausholen.

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich angefangen, hier im Blog öffentlich Tagebuch zu schreiben. Die Gründe habe ich bereits HIER erläutert. Nun ist es ja so, dass anfangs kaum Leute mitlesen, weil niemand davon weiß. Also erzählt man es Freunden, postet den neusten Artikel auf Facebook und kommentiert in anderen Blogs, um irgendwie an Leser (und somit Meinungen zum Thema) zu kommen. Für Freunde & Facebook ist man nicht anonym, dort wissen die Leute wer diese Texte hier wirklich schreibt.
Das finde ich auch nicht weiter schlimm, weil alles hier Dinge sind, die ich auch meinen „realen“ Freunden bei nem Treffen erzählen würde. [inzwischen wissen viele aber schon durch den Blog Bescheid…]

Nun ja. Irgendwann wächst und gedeiht der Blog, das Schreiben wird zu einem alltäglichen Ritual, man denkt nicht weiter drüber nach. Es kommen immer mehr Leser hinzu. Inzwischen wurde mein Freund sogar beim Zahnarzt auf mich & den Blog angesprochen… Verrückt.

Der Leserkreis hat sich im Februar 2012 mit dem Beginn meines Referendariats um eine weitere Person vergrößert – meinen Schulleiter. Jetzt stellt ihr euch sicher die Frage: „Wieso das? Dann kann sie ja gar nicht über ihn schreiben…“. Stimmt. Will ich aber auch gar nicht. Ich habe ihn gefragt, weil ich mir nicht sicher war, wie das rechtlich aussieht. Darf ich überhaupt über die Schule schreiben? Ich bekam sein Okay & seitdem liest er mit. Hallo Chef! 😉

Das war bis vor kurzem auch kein Problem.
Irgendwann kamen allerdings kleine Spitzen á la „Ich weiß über 2 Urlaube genau Bescheid. Meinen & den von Frau A.“ – und das in der Dienstberatung. Meine Kolleginnen drehten sich verwundert um, manche fragten später, was das heißen soll. Hmpf. Erklärungsnot. Auch Aussagen wie „Das weiß ich schon. Aber du kommst nie drauf woher“ führten Kolleginnen auf meine Spur, wenn ich die Einzige war, die etwas noch hätte wissen können.
Letzteres führte am Freitag dazu, dass mich eine Kollegin im Schulhaus suchte & fragte, ob ich „irgendwo“ was veröffentliche oder schreibe oder ob ich dem Chef was erzählt hätte. Ich war total baff, weil ich absolut nicht wusste, was ich dazu sagen sollte. Nun ja. Mein Schulleiter hatte DIESEN Artikel gelesen und eine Erzählung ihrerseits mit „Das weiß ich schon“ kommentiert. Ihr stellte sich dann die Frage: WOHER?!

Da stand ich nun am Freitag & musste mich aus dem Nichts rechtfertigen. Was gar nicht so leicht ist, wenn die Kolleginnen dem Internet nicht allzu viel abgewinnen, von Blogs keinen Schimmer haben, schonmal schlechte Erfahrungen gemacht haben und auch sonst dem Veröffentlichen von Dingen kritisch gegenüber stehen.
Ich versuchte dann, die Situation etwas abzukühlen und sagte, dass ich nichts Schlimmes schreiben würde (tu ich ja auch nicht!), dass alles anonym ist (ist es für 90% der Leser ja auch) und dass sie sich keinen Kopf machen brauche. Dann las ich ihr den Abschnitt vor, in dem es um die Situation aus dem Lehrerzimmer ging (wer nochmal nachliest wird sehen: das war ein absolut positiver Artikel) und sie akzeptierte es & war beruhigt.

Trotzdem habe ich irgendwie Angst, dass diese Sache, also dieses Aus-Dem-Nichts-Bloßstellen, das Verhältnis untereinander schädigen kann. Das Bewusstsein „Die schreibt irgendwo was über mich“, ohne zu wissen was/wie/wo ist sicherlich kein gutes. Vor allem weil ich so spontan kaum die Möglichkeit hatte, das Thema umfassend zu erläutern.

…und ehrlich gesagt hätte es ja auch gar nicht so weit kommen brauchen.
Das sah mein Schulleiter heute in einem kurzen Gespräch glücklicherweise auch ein.

Seinen Standpunkt: „Das kann doch jeder im Internet lesen, also kann ich auch drüber sprechen.“ verstehe ich durchaus.
^^
Das stimmt prinzipiell ja auch. Aber wenn das die Leute, die es betrifft, nicht wissen – dann lesen sie das auch nicht mit und wissen nicht, was er und andere schon über ihren Tag wissen könnten.
Versteht ihr mich? 😉

Nun ja. Fazit des Tages:
– ab sofort keine Kommentare mehr seitens Schulleitung.
– in der nächsten Dienstberatung lege ich die Karten auf den Tisch und gebe (leider!) einen Teil meiner Anonymität auf. Zumindest an meiner Schule. Manche wissen es eh schon & ich will Halbwissen vermeiden.

Prinzipiell finde ich das auch gar nicht schlimm, wenn meine Kolleginnen mitlesen würden. Sie sind ja nicht das Thema des Blogs. Es geht ja um meine Entwicklung und meine Erfahrungen. Trotzdem habe ich Angst, dass sie sich mir gegenüber dann anders verhalten könnten. Naja.

Ich bin wirklich froh, dass ich das Thema heute (wenn auch nur kurz) ansprechen konnte. Die letzte Nacht habe ich schlaflos & mit Bauchschmerzen verbracht und mir ging`s wirklich nicht gut bei der ganzen Sache. Man spricht ja nicht jeden Tag seinen Chef auf ein sensibles Thema an. Aber ich freue mich, dass er meinen Blickpunkt versteht und meinen Wunsch auf „weniger Kommentare“ akzeptiert. Yo. Soviel dazu.

Jetzt meine Frage an euch: 
– Wie anonym seid ihr? Wer weiß von euren Blogs? Wem würdet ihr davon erzählen?
– Würdet ihr euch auch im Kollegium outen?
– Was haltet ihr vom anonymen Schreiben?

Ich freue mich auf eure Kommentare und hoffe auf eine interessante Diskussion – es ist schon irgendwie ein schwieriges Thema, oder?!

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31 Antworten to “Die Sache mit der Anonymität.”

  1. sunshinemuffin 21. September 2012 um 20:35 #

    Ich bin zwar keine Lehrerin, sondern sitze quasi auf der anderen Seite des Pultes, aber anonym blogge ich trotzdem.
    Wenn ich das nicht tun würde, hätte ich vermutlich ein großes Problem, da mein Blog eben mein Blog ist, voller Subjektivität und kleiner Alltagsgeschichten. Ich möchte nicht, dass sich irgendwer auf den Schlips getreten fühlt. Eigentlich möchte ich nur meine Schulzeit „behalten“.
    Allerdings bin ich nicht so anonym, das man mich nicht finden könnte, was vor einiger Zeit auch jemand getan hat und was darin resultierte, dass ich nun eine andere URL benutze. Denn irgendwie ist es eben doch privat.
    Wissen tun nur zwei Menschen von meinem Blog, die eine bloggt seitdem selber und die andere verfolgt ihn und freut sich über die schrägen Geschichten und darüber, dass sie manchmal eben auch Dinge erfährt, die ich ihr nicht erzählt habe.

  2. Thommy 20. September 2012 um 22:34 #

    Wenn ich du wäre, würde ich in Erwägung ziehen, diesen Blog hier (unter dem Vorwand, dass es dir zeitlich zu viel wird o.ä.) zuzumachen und nach einer gewissen Zeit an anderer Stelle, unter anderem Namen und ohne erkennbare Verbindung zu dersteinigeweg weiterzumachen; dann genügend anonymisiert, d.h. mit Verfremdung der Gegebenheiten, zeitlicher Verschiebung von Geschehen und Blogartikel etc.
    Schriftstücke wie krakelige Kinderschriften würde ich abschreiben; so, dass man die „Macken“ der Kinder noch erkennt, aber dass es eben doch durch deine Finger kommt. Bei Basteleien würde ich allenfalls meine eigene Vorlage veröffentlichen, falls überhaupt 😉
    Das ist nicht böse gemeint, aber ich kann mir vorstellen, dass sich das Verhalten deiner Kollegen zu dir verändert, wenn sie wissen, dass du Geschichtchen veröffentlichst, in denen sie auch vorkommen könnten.
    Ich finde, es kann nur zwei Arten von „Lehrerblogs“ geben: Entweder total anonym wie Krise und Freitag oder öffentlich mit Absprache mit allen Beteiligten wie Jan-Martin Klinge. Aber so ein Zwischending kann eben Probs machen (erstrecht, wenn man eine Helikopter-Mama auf dich Aufmerksam wird…).

  3. lottamachtkrach 19. September 2012 um 09:36 #

    Ich bin vollkommen anonym.
    Das hat direkt mehrere Gründe.
    Zum Einen ist mein Blog ja nicht in erster Linie Schulblog, sondern der Ort, an dem ich meinen geballten, seelischen Kompost aufschütte.

    Das hat natürlich oft mit der Schule und dem Referendariat zu tun. Aber eben auch mit meiner Beziehung, mit Freundschaften, Urlauben und Erlebnissen.
    Eben mit dem ganzen Paket Lotta.

    Und das ganze Paket möchte ich den wenigsten Leuten zeigen.

    In der Schule bin ich für die meisten Kollegen Frau Krach. Da möchte ich das Päckchen „Lotta-ganz-privat“ nicht öffnen. Klar, einige Kollegen sind im Lauf der Zeit zu Freunden geworden und wissen auch über den Rest bescheid. Aber meine Schulleitung oder auch andere Kollegen müssen das nicht wissen. Und sie müssen auch nicht wissen, wie ich über die Schule schreibe, wenn ich einen schlechten Tag hatte. Oder wie ich über bestimmte Erlebnisse in der Schule schreibe. Das sind schließlich alles sehr subjektive Empfindungen von mir. Ich möchte mir nicht vorwerfen lassen wahlweise zu dramatisieren oder schön zu reden. Auf meinem Blog darf ich alles genau so aufschreiben, wie ich es wahrgenommen habe. Ohne irgendwelche Kompromisse zu finden.
    Dadurch, dass niemand weiß an welcher Schule ich unterrichte, kann sich auch niemand um die Außendarstellung sorgen, wenn einer meiner Artikel den Schulalltag nicht weichzeichnet, sondern realistisch bis etwas zu hart darstellt.

    Da ich in der internetaffinen Sekundarstufe 1 arbeite, bestüne zusätzlich die Gefahr, dass mich Schüler finden könnten, würde ich hier mit Klarnamen und Schulbezeichnung schreiben. Dass es die Schüler absolut gar nichts angeht wie mein Heiratsantrag abgelaufen ist, oder welche Bedenken ich früheren Freundschaften gegenüber habe, versteht sich dann von selbst.

    Freunde von mir wissen nicht, was ich für einen Blog habe. Weil ich mir freihalten möchte über unsere Freundschaft zu schreiben, sobald sie mir diskussionswürdig erscheint. Und dann eben auch ungeschönt. Zu wissen, dass die betreffende Person mitliest, würde mich da doch sehr hemmen.

    Mein Verlobter weiß vom Blog. Er kennt die Plattform wordpress und den Namen unter dem ich blogge. Er könnte mitlesen, aber er hat mir versprochen es nicht zu machen. Manchmal lese ich ihm Einträge vor.

    Es ist schwierig zu erklären, warum, aber ich sehe meinen Blog als meine Privatsphäre an. Eine Privatsphäre, die ich mit jedem xbeliebigen, anonymen Menschen teilen möchte, aber nicht mit Menschen, die ich kenne.
    Das klingt total absurd, aber so ist es.

    • LAV 21. September 2012 um 21:35 #

      Und ich hatte schon gedacht, dieser Blog wäre inzwischen völlig frei von Humor 😀 Frau Krach nennt sich LottamachtKrach und macht n Foto rein, um ihre Anonymität zu waren 😀 Findest du nicht, dass du gerade die Intelligenz deiner Kollegen unterschätzt?! 😀 Wir sehen uns nächste Woche 😉 Hab noch ein schönes Wochenende, Lotta!

      • LAV 21. September 2012 um 21:44 #

        „wahren“… natürlich 😀

      • lottamachtkrach 22. September 2012 um 21:43 #

        Vielleicht habe ich die tatsächlich unterschätzt.
        Naja, shit happens 🙂

      • bambooos 23. September 2012 um 06:04 #

        Wurdest du gerade enttarnt? Das verwirrt mich… 😉

      • lottamachtkrach 25. September 2012 um 15:18 #

        Ich glaube nicht 😉

  4. MissMaybe 18. September 2012 um 17:34 #

    Habt ihr Lehrerseminar kein Schulrecht wo die entsprechenden Gesetze und Verordnungen besprochen werden?!

    • bambooos 18. September 2012 um 17:41 #

      Hatten wir ganz am Anfang nur kurz. Da hieß es, dass ich meinen Chef fragen solle & dass das dann klar geht.
      Den Chef hab ich bekanntlich ja gefragt – also sollte das okay sein.
      Denke ich.

      • MissMaybe 18. September 2012 um 17:46 #

        Solltest du wegen den Gesetzen oder den Blog fragen?!

      • bambooos 18. September 2012 um 17:50 #

        Ich habe die für Gesetze zuständige Fachleiterin gefragt, ob Blog schreiben okay ist & sie sagte, wenn mein Schulleiter es erlaubt, ja.

  5. B. 18. September 2012 um 15:06 #

    Klar bestehen Zeugnisse aus Floskeln, ich bin auch Lehrer, ich weiß das. Aber ich bin auch Mutter. Und würde ich mich hierher verirren, dann würde ich die Schrift meines Sohnes und auch sein Zeugnis kennen. Und ich bin mir sicher, dass du das nicht einfach so veröffentlichen darfst und meinen Sohn so zur Schau stellst. Du kannst sowas im Studienseminar diskutieren, aber nicht im öffentlichen Internet. Natürlich ist es anonym, ich weiß ja nicht wer du bist und über wen du genau da schreibst. Aber auch Eltern lesen Blogs, sie googeln danach was Zeugnissätze bedeuten,…natürlich bist du eine unter vielen und es muss sich niemand hierher verirren. Und dennoch kann es passieren. Und dann finde ich die Kombination aus Zeugnis und Schrift eben nicht mehr anonym, wenn ich die Mutter dieses Kindes bin. Verstehst du was ich meine? Gesetze gibts da bestimmt dazu. Müsste ich jetzt raussuchen. aber schau doch einfach mal in der Thüringer Schulverordnung usw nach.

    • B. 18. September 2012 um 16:40 #

      Ach ja, Lehrerdienstordnung ist evtl noch wichtig zu lesen

  6. Hackentrick 18. September 2012 um 14:19 #

    Bei einem sehr persönlich gehaltenen Blog mit Gedanken über die eigene Person und das Lebensumfeld würde ich generell die Anonymität gegenüber Freunden, Bekannten, Kollegen, etc. wahren, sonst entstehen auf jeden Fall früher oder später Probleme (und wenn es nur kleine Spitzen wie „Du musst aber viel Zeit haben, wenn Du auch noch einen Blog betreuen kannst!“ sind).

    Die meisten Blogger vergessen, sich anfangs eine wichtige Frage zu stellen: Was berichtet der Blog und an wen soll er sich wenden? Ein ‚Tagebuch‘ sollte da nicht unbedingt für jeden Mitmenschen einsehbar sein…

    Da Dein Blog jedoch im persönlichen Umfeld bereits bekannt ist, lautet mein Rat: Vor dem Veröffentlichen betreffende Personen kurz darüber informieren, dass eine sie betreffende Situation oder sie selbst dargestellt werden!

    Damit fährt man langfristig am besten. Und es hilft auch, sich darüber klar zu werden, ob man einen bestimmten Artikel tatsächlich ‚für alle Ewigkeit‘ öffentlich ins iNet stellen will…

    • bambooos 18. September 2012 um 17:44 #

      Anfangs lag der Sinn größtenteils im „für mich“ schreiben, inzwischen hat sich das ein bisschen erweitert. Ich weiß, dass viele Studenten mitlesen und will auch ihnen einen realistischen Einblick geben in das Referendariat, das überall als so böse, schrecklich & grausam dargestellt wird.
      Ich will zeigen, dass es auch anders geht.
      Ich hoffe, das gelingt.

  7. B. 18. September 2012 um 12:48 #

    Das meinte ich damals mit Bloßstellen. Du schreibst ja durchaus über andere Lehrer. Die könnte das aber stören, weil sie nicht gefragt wurden. Ich erinnere mich daran, dass du schriebst, eine Lehrerin soll nicht durch den Raum brüllen, dass du auf diesen einen Schüler aufpassen sollst. Das ist natürlich richtig. Aber dann musst du ihr das auch sagen und das nicht in deinen Blog schreiben. Denn ich wäre dir zwar nicht böse, wenn es so da steht, aber ich wäre froh, wenn du es mir gesagt hättest und nicht in aller Öffentlichkeit Preis gibst UND vor dem Chef. Denn das finde ich das eigentlich schlimme, sowas passiert jedem Lehrer mal. Auch schwierig finde ich, dass du Schülerarbeiten öffentlich machst (mit Foto). Was ist denn, wenn die Mutter dieses Schülers zufällig auf deinem Blog landet? Ich als Mutter würde das so gar nicht gut finden!

    Warum hast du den Artikel zu dem ich dir das geschrieben habe eigentlich gelöscht?

    Ich finde es dennoch gut und mutig, dass du die Karten auf den Tisch legen willst.

    • bambooos 18. September 2012 um 13:44 #

      Ist es wirklich schlimm, wenn ich das Gesägte eines Schulkindes namenlos fotografiere, um zu dokumentieren, was Kinder einer 4. Klasse können?

      • B. 18. September 2012 um 13:53 #

        Nein, das meine ich nicht. Ich meine die Schriftprobe von „Florian“ und seinen Zeugnisauszug. Das könnte ich als Mutter dieses Kindes durchaus wieder erkennen. Und das könnte dir richtig Ärger bereiten.
        Das Gesägte zu zeigen ist überhaupt nicht schlimm. Solche Dinge finde ich und bestimmt viele andere auch, sehr gut. Weil man sie als Idee weiter nutzen kann.
        Das soll auch gar kein Angriff sein. Ich will nur, dass du siehst, wo es evtl. „gefährlich“ werden kann. Du glaubst gar nicht weswegen Lehrer heute alles verklagt werden. Bei den Werkensachen sehe ich kein Problem. Bei Sachen mit Wiedererkennungsmöglichkeit durchaus.

      • bambooos 18. September 2012 um 14:08 #

        Hast du irgendwas schriftliches, z.B. ein Gesetz o.ä., in dem ich mich dazu belesen könnte?
        Ich brauche solche Dinge schwarz auf weiß, „könnte problematisch werden“ ist mir zu schwammig.
        Gibt es dazu Gesetze / Richtlinien?
        (Ich verstehe deine Bedenken, finde aber, dass die Anonymität hier doch in gewisser Weise schützt. Zeugnisse bestehen übrigens fast ausschließlich aus Floskeln & lassen ohne Zusammenhang keine großen Rückschlüsse zu)

  8. Nobelix 18. September 2012 um 06:30 #

    Tja, so ist das mit der „Anonymität“.
    Von meinem Blog wissen einige Freunde (darunter auch Kollegen) und mein Chef – allerdings hat der damals am Anfang die ersten Einträge gelesen, so etwas wie „so lange man keine Rückschlüsse auf Namen ziehen kann ist mir das egal“ in seinen Bart gemurmelt und sich seitdem weder darum gekümmert noch das Thema „Blog“ jemals wieder erwähnt.
    Ich bin mir allerdings durchaus bewusst, dass man – mit ein wenig Recherche – durchaus herausbekommen kann, wer ich „wirklich“ bin und was dahintersteht. Ist auch nicht so, dass das noch nie passiert ist…
    Eines Tages wurde ich nämlich auf dem Bogenstand angesprochen, ob ich denn nicht bloggen würde…

  9. Souly 17. September 2012 um 20:21 #

    An meiner Schule wissen mittlerweile viele meiner Kollegen Bescheid, dass ich blogge und auch für Matobe arbeite. Vor allem die jungen Kollegen lesen mit. Allerdings poste ich nichts, auch nicht anonym, über Kollegen oder aus Lehrerzimmergesprächen, sondern beschränke mich rein auf die pädagogische Arbeit in meiner Klasse.

    • bambooos 17. September 2012 um 20:26 #

      So mache ich das ja eigentlich auch. Also keine Gespräche oder sowas, muss ja auch nicht sein. Mir geht es auch um meine Entwicklung & den Einblick in die heutige Schule. Die Figuren rundherum sind egtl austauschbar & kommen so oder so ähnlich an jeder Schule vor.

  10. Biki 17. September 2012 um 20:10 #

    Ich schreibe in meinem Blog nur über meine Freizeit. Leider hat jemand aus meiner Schulleitung oder die Abteilungsleiterin den Blog gefunden. Inzwischen weiß in dieser Etage jeder davon. Wer wirklich mitliest weiß ich nicht, 3 sind es mindestens.
    Seitdem schränke ich mich sehr ein. Ich möchte nicht, dass Kollegen so viel von meinen Freizeitaktivitäten wissen. Zumal schon kritische Bemerkungen kamen, ob ich denn dieses oder jedes schaffen würde wenn ich so viel Motorrad fahre, wie ich in den Ferien paddeln könnte wo ich doch korrigieren müsste.
    Es gipfelte im Vorwurf, ich hätte in einer Schulwoche eine Tour gemacht und nicht meine Arbeit erledigt. Die Daten von Fotos wuden überprüft – allerdings das Jahr übersehen …

    Zu viel Kontrolle für mich. Und zu viel Glauben, dass im Netz immer die Wahrheit steht. Manche Geschichte sind ja auch schon alt verändert oder ergänzt. Nur wenige haben Erfahrung mit Blogs und Internet-Inhalten.

    Ich überlege jetzt, nicht weiter zu scheiben bzw. alle Artikel nur als privat für mich zu schreiben. Die Kollegen anzusprechen würde mich nicht weiterbringen. Es bliebe für mich immer die Unsicherheit, dass weiter mitgelesen wird.

    Schade.

  11. Theni 17. September 2012 um 18:47 #

    Aua. Verständlich, dass dich das bedrückt…
    Ich will mir lieber nicht vorstellen, was passiert, wenn einer meiner Lehrer meinen Blog findet und mich dann noch erkennt. Deshalb wissen von meinem Blog eigentlich auch nur drei gute Freundinnen, ein paar andere wissen zwar, dass ich blogge, aber nicht wo. (und das darf gerne so bleiben…) Je annonymer, desto besser.
    Bei deinem Blog kann ich mir aber vorstellen, dass das deine Kollegen ganz interessant und gut finden dürften, du lästerst ja nicht oder so… ^^
    LG, Theni

  12. MissHalfway 17. September 2012 um 17:28 #

    Größtmögliche Anonymität wäre, wenn ich noch schreiben würde, für mich das Wichtigste. Sonst müsste ich mich in meinen Äußerungen und Meinungen zu sehr einschränken. Man kann ja nie wissen wer still mitliest. Es ist schließlich das Internet.

  13. B wird Lehrerin 17. September 2012 um 16:06 #

    Ja mich gruselt es auch ein Bisschen, wenn ich das so lese. Vor allem, da ich ja die Anonymität gewählt habe um auch (selbst)kritisch zu schreiben, meine Probleme aufzuzeigen, damit andere, die es Lesen und in ähnlichen Situationen stecken, sich vielleicht wieder finden. Getreu dem Motto, geteiltes Leid ist halbes Leid.

    ich versuche neben ein wenig Kritik aber auch vieles mit Humor zu nehmen und natürlich die schönen Seiten zu beschreiben. Trotzdem würde ich mich sehr unangenehm berührt fühlen, wenn plötzlich mein Kollegium mitlesen würde. Zwar denke ich, nichts zu verbergen zu haben, aber ich hätte das Gefühl, bloßgestellt zu sein.

    So wird es dir vielleicht auch gehen, deshalb finde ich es gut, dass du nun die Karten auf den Tisch legst und in die Offensive gehst. Du hast nie irgendwo etwas geschrieben, das andere verletzen könnte.Dein Blog ist super und für viele Referendare eine schöne Hilfe.

  14. Frau LA² 17. September 2012 um 15:10 #

    Ich muss ehrlich sein, ich finde deinen Artikel etwas beunruhigend. Mein Blog ist ja nun noch nicht so alt und ich habe noch nicht die Erfahrung wie du, aber ich gebe mir eigentlich auch Mühe anonym zu bleiben. Natürlich – einige (allerdings sehr wenige!) Freunde und die Familie wissen natürlich Bescheid. Ich füchte allerdings auch, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich im Studienseminar enttarnt werden, da ich ja auch Dinge erwähnt habe, die zwangsweise auf mich schließen lassen. In dem Fall vertraue ich allerdings darauf, dass meine Identität durch die „Entdecker“ nicht großartig publik gemacht wird, damit ich auch weiterhin schreiben kann 😉

    Ob ich mich irgendwann vor dem Kollegium in der Schule outen würde, kann ich derzeit nicht sagen. Ist aktuell aber auch uninteressant, da mein Blog ziemlich unbekannt ist (zum. bis ich bei dir im Blogroll gelandet bin, seitdem haben sich die Zugriffe vervielfacht (natürlich freue ich mich darüber) 😉 Sollte ich allerdings irgendwann in deiner Situation stecken – ich glaube ich würde ebenfalls den Schritt nach vorne wagen (müssen!). Zumindest im Kollegium aufklären und dort Frage und Antwort stehen. (An dieser Stelle: Vielleicht ist es hilfreich, wenn du zur Dienstberatung dann auch direkt Einblicke in deinen Blog gibst, damit sich die Kollegen ein konkretes Bild davon machen können. Vlt. stellenweise zitieren – wenn das auch keine spaßige Aufgabe ist)

    Grundsätzlich ist gegen anonymes Schreiben ja nichts einzuwenden. Im Normalfall bleibt es ja anonym, um eben Privatsphäre & Co zu schützen. Allerdings, und auch hier bin ich ehrlich, in deiner Haut möchte ich gerade nicht stecken.

    Viele hilfreiche Tipps kann ich dir leider auch nicht geben. Natürlich denk ich an dich und hoffe, dass sich das wieder einrenkt und es keine weiteren Probleme gibt. Kopf hoch!

  15. Frau Ella 17. September 2012 um 14:51 #

    Ich kann Fräulein Ratgeber nur zustimmen: Ich finde es auch wichtig, anonym zu schreiben. Zum einen aus den Gründen, die im Kommentar, aber auch in deinem Artikel, schon genannt wurden: Die Anonymität sollte nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen gewahrt bleiben, da das Missverständinissen etc. vorbeugt. Zudem möchte ich auch frei schreiben können und mir keine Gedanken machen müssen, ob ich diesen oder jenen Satz so schreiben, diese oder jene Situation so wiedergeben kann. Das würde mich doch stark einschränken. Nur meine engsten Freunde wissen, wer sich hinter meinem Blog verbirgt – und das soll auch weitestgehend so bleiben.

    Ich finde es sehr mutig, den Schritt aus der Anonymität zu wagen (vor allem im Kollegium). Ich bin sehr gespannt darauf, ob sich dadurch etwas verändern wird 🙂

  16. Smut 17. September 2012 um 14:51 #

    Ja liebe Fr. A. ich finde es unverantwortlich wenn man jemanden fragt und ihm vertraut und er das Vertrauen leichtfertig aufs Spiel setzt und das von einem Pädagogen. Ich war so froh das du dich dort so wohl gefühlt hast, obwohl es eine enorme Anstrengung bedeutet nur den Weg zur Arbeit aufzunehmen. Nicht mal eine Ahnung davon hat wieviel Mühe, Zeit und privates Geld du investierst um den Schülern den bestmöglichen Unterricht zu geben. Du mit deinem Umfeld glücklich Bist mit deinen Kollegen gut auskommst von der Sekretärin bis zum Hausmeister. Total unverständlich wie man mit unbedachten oder vielleicht auch gezielten Äußerungen einem engagierten jungen Menschen die Freude an seiner Aufgabe zerstört. Ich weiß wie du dich wirklich fühlst wie verletzt und traurig du darüber bist. Aber du bist auch stark und wirst das überstehen. Wer dich wirklich kennt weiß das du nichts Böses im Schilde führst. Und Ich kann dir schon jetzt sagen du bist so eine gute Lehrerin wie deine Frau Möller aus der 1. Klasse damals und sie wäre sehr stolz auf dich. Lass dich nicht unterkriegen ich hab dich lieb und bin sehr stolz auf dich. Dein Mutt

  17. Fräulein Ratgeber 17. September 2012 um 14:34 #

    Okay… Das ist einer der Gründe, warum mein Chef von meinem Blog nichts weiß… Davon mal abgesehen hätte er eh keine Zeit den zu lesen, der hat mit der Schule soviel zu tun… Und auf solche Kommentare seinerseits hätte ich nämlich gar keinen Bock, am Ende denken die Kollegen noch, ich hätte eine Affäre. Und ja, ich weiß, dass deiner den Kommentar hier vielleicht gerade liest – naja, meine Meinung.

    So, weiter zu deinen Fragen: Bei mir liest kaum einer mit… Meine Einladungen zu dem Blog wurden weitestgehend ignoriert („Äh, noch so ein blöder Blog!“), also ist nur eine minikleine Leserschar zugange… 90% davon kennen mich, nur eine Unbekannte liest und kommentiert ansonsten eifrig, was mich sehr freut.
    Wenn ich vor die Wahl gestellt werden würde, dann würde ich mich wahrscheinlich outen, aber mein Kollegium ist ü50, da ist kaum einer im Internet zugange.
    Anonymes Schreiben finde ich wichtig, vor allem für die Personen, über die man schreibt.

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