Zusammenarbeit.

13 Sep

Schule ist toll. An allen Ecken und Enden sieht man, wie gelernt wird. Dabei lernt jeder von jedem. Jedes Gespräch, jeder Kontakt bringt einen weiter, hilft, nützt. Das Wissen wird weiter gegeben, einsortiert und vielleicht auch wieder genutzt. Manchmal früher, manchmal später.

Heute 3 Beispiele für gelungene Zusammenarbeit.

1. Im Unterricht. 
Eines der 7 Angebote  meiner beiden Deutsch-Stunden in Klasse 2 lautete „Lerne das ABC-Gedicht auswendig! Du darfst mit einem Partner zusammen arbeiten.“
So sieht es aus:

A, B, C, D, E, F, G
Puderzucker ist kein Schnee.

H, I, J, K, L, M, N, O, P
Badewasser ist kein See.

Q, R, S, T, U, V, W
Limonade ist kein Tee.

X, Y, Z
Die Schulbank ist kein Bett.

…und ich hätte nie erwartet, dass es den Kindern so viel Spaß machen würden. Am schönsten war zu sehen, wie sich ein Junge in eine Ecke zurück zog, um das Gedicht zu lernen. Langsam kamen noch 3 andere Kinder dazu…und dann lernten sie es gemeinsam. Jedem wurden durch sie selbst 2Verse zugeordnet, die wurden unter kritischen Augen der Gruppenmitglieder geübt.
Natürlich durften sie am Stundenende zu viert vor der Klasse das Gelernte präsentieren – es war echt goldig. Auch der Stundenabschluss, zu dem ich das Gedicht mit allen Schülern gemeinsam gesprochen habe – war toll! 🙂 Die viele Arbeit zu den Angeboten (suchen, schnippeln, kopieren, Lösungen erstellen) hat sich definitiv gelohnt!

2. Im Lehrerzimmer. 
Dort fanden sich „der Neue“ und zwei alteingesessene Kolleginnen ein, um einen Fragebogen zu ihrem Unterricht auszufüllen. „Der Neue“ half den beiden dabei, sich durch die Begrifflichkeiten und neumodischen Sachen durchzufuchsen. Er hab hilfreiche Tipps, diskutierte und berichtete aus seinen Erfahrungen (ist echt interessant, an welchen Schulen er schon war & was er so erlebt hat). Das war echt eine angenehme Runde und schön zu sehen, wie jung (ich), mittel (er) und alt (die beiden Damen) zusammenarbeiten können. Da kann jeder von jedem profitieren – das war toll & sollte es viel viel öfter geben! 🙂

3. Nochmal im Lehrerzimmer. Nur später. 
Dort saß ich nach der 6. Stunde mit meiner Mentorin. Auswertung meiner D-Stunden, Besprechung der anstehenden Stunden & absprechen meines Stundenplanes… Es war schon halb 3 als wir die Schule verließen. Zufrieden verließen. 🙂

Das Feedback zu meinem Angebotslernen heute war weitgehend positiv. Natürlich gibt es IMMER Kleinigkeiten, die ich noch beachten muss…unter anderem heute:

– Zielorientierung vergessen? (der alte Fehler – hab ich in den Ferien verdrängt)
– Wohin kommen die bearbeiteten Blätter? (großes einheften, kleines einkleben)
– War der Sitzkreis zum Vorstellen von 7 Angeboten passend? (natürlich nicht!)
– …

Wieder alles berechtigte Einwände, die ich mir gerne zu Herzen nehme und versuche, anzuwenden. Ich lerne dort wirklich JEDEN einzelnen Tag etwas dazu. Verrückt!

Auch mein „neuer“ Stundenplan wurde unter die Lupe genommen. Dann wurden die Stunden festgelegt, die ich IMMER fest unterrichten werde. Also „meine“ Stunden.
Die Verteilung sieht derzeit so aus:
– 4x Werken
– 2x Mathe (das klappt schon ziemlich gut)
– 4x D/HSK (da muss ich noch viel üben)
– und 6x Hospitation in diversen Fächern.
MACHT: 16 offiziell geplante Stunden in der Schule. Pensum also erfüllt.

Die erste Stunde ist an allen Tagen bisher frei geblieben – aber ich werde (solange das Wetter noch passt) sicher auch oft zur 1. Stunde da sein – einfach um noch mehr zu lernen und noch mehr zu hospitieren. Und solange mich die Hausarbeit & die Vorbereitung der 2. Lehrprobe nicht auffressen, wird das auch gut klappen, denke ich 🙂

Mit dem heutigen Tag bin ich sehr zufrieden. Es war toll zu sehen, wie vieles in unserer Schule Hand in Hand geht. Wie die Lehrer untereinander quatschen. Wie natürlich und unverkrampft alles ist. Wie es funktioniert. Wie sich abgesprochen wird. Welche Blicke getauscht werden. Wie man Lösungen findet… am liebsten würde ich euch all die netten Menschen mal vorstellen. Ich glaube, ihr würdet sie auch mögen 🙂

Frage an euch: 
Ist das bei euch eigentlich auch so schön? Oder herrscht in euren Lehrerzimmern Krieg?

Weitere Neuigkeiten: 

– habe eine neue Fachleiterin in D/HDK bekommen.
(ist ein bisschen blöd, dass denen das 2 Monate vor der 2. Lehrprobe einfällt. Bin gespannt, wann sie sich meldet & wie sie als Einzelperson außerhalb des Seminars ist. Dort kenne ich sie schon aus Deutsch-Seminaren. Meine Einschätzung: hart aber fair. Man darf gespannt sein.)

– ein weiterer Meilenstein!
Ja, echt! Ich bin nämlich seit kurzem Besitzerin von 2 eigenen beschrifteten Fächern im Lehrerzimmer. Da steht mein Name drauf! Mega cool! Eins für Briefe, Kopien & Schnulli. Und ein großes mit Tür für meinen anderen Kram. Fetzt total! Gibt einem irgendwie das Gefühl, dazu zu gehören… 🙂 

– die liebe Gesundheit
Ich bin ja nicht der Typ zum jammern, aber… es geht wieder bergauf. Mein Hirn ist klar (das ist die Hauptsache), meine Nase nervt zwar noch (durch die nasale Aussprache nicht nur mich 😉 ), aber im Allgemeinen wird das schon wieder. Muss ja, ne?!

…und jetzt schaue ich auf die Uhr & stelle fest, dass ich noch kein Nickerchen gemacht habe. Dabei ist es schon kurz nach 5… nee nee nee. Aber jetzt flotti kurz die Augen zu, damit ich nachher fleißig die nächste Woche planen kann 🙂

In diesem Sinne: Adios Amigos & bis bald!
Eure Frau A.

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6 Antworten to “Zusammenarbeit.”

  1. Fräulein Ratgeber 13. September 2012 um 16:00 #

    Öh, nur 8h? Wir mussten damals von Mitte August bis zu den Oktoberferien auf 12h kommen, die wir selbst machen. Du bist doch jetzt auch schon ein halbes Jahr dabei, oder ist das bei der Grundschule alles einfacher?

    Bei uns im Lehrerzimmer ist es auch harmonisch, die, die komisch sind, tauchen eh nie dort auf, sondern ziehen sich in ihr Kabuffderle zurück…

    Zwei Fächer hab ich übrigens von Anfang an bekommen, ich hätte gar nicht gewusst, wohin mit meinem ganzen Kram und mein Schulleiter sicherlich auch nicht, wohin mit dem Kram an Briefen etc., die er für mich hatte 😉

    • bambooos 13. September 2012 um 16:22 #

      Schnucki, kommste morgen mal bei mir in der Schule vorbei? Dann zeigen dir meine Zweitklässler dass 4+2+4 nicht 8 ist 😉
      Gefordert sind 10-12h eigentständiger Unterricht (wenn ich mich richtig erinnere), also liege ich mit 10 im Rahmen. 😉
      Das große Fach hab ich auch schon von Beginn an, das andere seit Beginn dieses Schuljahres. Und seit letzter Woche klebt mein Name drauf. Find ich supercool 🙂

      • Fräulein Ratgeber 13. September 2012 um 16:54 #

        Höhö… Die 2 hat mir meine Lesegeschwindigkeit definitiv unterschlagen ^^
        Achso… Na gut, bei uns sind genau 12 gefordert, nichts zwischen drin, deshalb hab ich nachgefragt 😉 Es wird auch mega Stress gemacht, wenn man nur 11 hat oder 13 ^^

  2. Miss_Mi (@Miss_Middleman) 13. September 2012 um 15:20 #

    Lustig, das ABC-Gedicht habe ich schon in der Grundschule gelernt (und das ist echt lange her!) und ich kann es immer noch. Klingt sehr harmonisch bei euch. Ist es bei uns leider nicht immer, da gibt es häufiger mal Reibereien zwischen „Alten“ und „Jungen“. Nicht ständig und nicht zwischen allen, aber vielleicht bleibt das bei über 100 Kollegen nicht aus. Da stoßen ja nicht nur Generationen aufeinander sondern auch Persönlichkeiten.

    • bambooos 13. September 2012 um 16:25 #

      Ich kann mir das gar nicht vorstellen…100 Kollegen? Wahnsinn. Wir sind inkl. Hausmeister & Sekretärin nicht mal 20 😉
      Ich finde es schön zu sehen, dass einander geholfen wird. Wenn man Sozialkompetenz von den Schülern fordert, dann sollte man sie auch vorleben können, finde ich. Inklusive „Guten Morgen“ & Co.
      Find ich schade wenn das nicht immer klappt!

Trackbacks/Pingbacks

  1. Die Sache mit der Anonymität. « Der steinige Weg - 17. September 2012

    […] baff, weil ich absolut nicht wusste, was ich dazu sagen sollte. Nun ja. Mein Schulleiter hatte DIESEN Artikel gelesen und eine Erzählung ihrerseits mit “Das weiß ich schon” kommentiert. […]

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