„Zu meiner Schulzeit…“

24 Aug

…das ist der Name der Reihe, unter der in Frau Falkes Blog immer mal wieder Geschichten aus der Schulzeit ihrer Leser veröffentlicht werden.

Letzte Woche habe auch ich einen kleinen Teil dazu beigetragen…und das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Hier also eine kleine Erinnerung unter dem Titel:

„Zusammenhalt“

Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, ist mir eine Sache besonders im Kopf geblieben. Ich kam durch einen Umzug an eine neue Schule, keine Bekannten, keine Freunde, nichts. Trotzdem wurde ich (damals noch mit Brille & Zahnspange, ganz schlimm…) freundlich aufgenommen und alles war gut.
Mit einer Freundin hatte ich mir sogar einen coolen Namen ausgedacht, den wir überall hinkritzelten… „TienzZz`n`BienzZz rulezZz“
Oh ja, mit großen und kleinen Z´s, total teenie 😉
Eines Tages beschlossen wir, das heilige Klassenbuch mit unserem Emblem zu verschönern, schlugen es auf und malten auf eine komplette Seite im Klassenbuch unser „Logo“. Die Klasse schaute uns dabei belustigt zu, wir fanden uns cool.
Dann klingelte es.
Meine Lehrerin kam herein, öffnete das Klassenbuch und bekam einen zornesroten Kopf. „WER WAR DAS????“.
Ups.
Eigentlich war laut werden nicht ihre Art, deshalb waren wir ganz schön erschrocken, als sie wegen unserer Zeichnung so ausflippte. (Inzwischen auf der anderen Seite stehend weiß ich, dass ein Klassenbuch ein offizielles Dokument ist, was von der Schulleitung regelmäßig geprüft wird…).
Entziffern konnte sie unser kryptisches Gemälde nicht. Aber es war auch egal. Jemand hatte das Klassenbuch beschmutzt.
Alle schauten betreten auf die Bank. Mir wurde heiß. Meine Freundin schaute sich nicht zu mir um, auch ihr Kopf war gesenkt. Das Blut pochte förmlich in meinem Kopf. Und wir warteten darauf, was passieren würde. Verdammt! ALLE wussten, dass wir es waren. Alle!
„Egal wer es war, das ist eine Sauerei. Sowas macht man nicht! Wer war das?“
Der Druck stieg allmählich, es war totenstill im Raum…
…und doch meldete sich niemand.
Keiner verpetzte uns. Keiner machte den Mund auf.
Wow!
Meine Lehrerin fuhr sich einigermaßen herunter und begann mit dem Unterricht.
Ich schämte mich. Zutiefst.
Diese tolle Frau und Lehrerin durch so einen Blödsinn so zu verägern war nicht unsere Absicht gewesen. Es war mir peinlich, dass wir sie so provoziert hatten.

Nach der Stunde war Hofpause.
Wir überlegten, was wir tun könnten, um das wieder gut zu machen…und entschieden uns (nachdem wir unser Werk ausradiert hatten – zum Glück war es nur Bleistift gewesen), uns zu stellen. Mit gesenkten Köpfen klopften wir an ihrer Tür, sie empfing uns freundlich und mit einem ehrlichen Lächeln…
„Was gibt´s?“
Dann beichteten wir unsere Tat. Holten uns eine kurze Standpauke ab…und ein Lob für unseren Mut, uns zu stellen und ihr die Wahrheit zu sagen. Eine Strafe gab es nicht. Die Scham war uns anzusehen, das schien gereicht zu haben.

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2 Antworten to “„Zu meiner Schulzeit…“”

  1. Smut 25. August 2012 um 16:50 #

    Sehr interessant das hast du sogar dem mutt verschwiegen. Nur gut das du zur besinnung gekommen bist. Was gute Erziehung so ausmacht. Ich bin stolz auf MICH

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