Blogparade: Reflektierende Praktiker

13 Aug

Ich stöbere ja immer mal im Netz rum und bin über Twitter auf Herrn Larbig gestoßen, der dort eine interessante Frage gestellt & zur Blogparade aufgerufen hat (nachzulesen alles HIER):

„Frage an LehrerInnen: Wer führt zur Unterstützung eigener Praxisreflexion ein Arbeitsjournal? Oder: Wie sieht eure ReflexionsROUTINE aus?“ — herrlarbig (@herrlarbig) August 6, 2012

Hier mein Beitrag dazu! 🙂

Wenn ich das Wort „Reflexion“ höre, fällt mir seit dem Beginn des Vorbereitungsdienstes / Referendariats im Februar nur noch eins ein:  Die Reflexionsspinne! 
So wird der/die/das Mindmap bezeichnet, was uns inbesondere nach Unterrichtsbesuchen und Lehrproben einen „roten Faden“ für die Reflexion an die Hand geben soll.

So sieht sie aus:

 

…und prinzipiell ist sie auch ganz hilfreich für die genannten Zwecke.

In der Unterrichtsroutinedie ich als angehende Lehrerin / LAA sicherlich noch nicht habe, ist sowas aber nur schwer machbar. Sich nach jeder Stunde hinzusetzen und nach dem Schema auszuwerten ist einfach nicht möglich. Zumindest bei uns nicht.
Die Pausenzeiten reichen gerade mal, um das Tafelbild zu verändern oder kurz was zu essen – lange Auswertungen dieser Art? No way!

Bei Unterrichtsbesuchen und Lehrproben wird einem dann ein bisschen Zeit eingeräumt, um sich Gedanken zur Reflexion zu machen. In einer Lehrprobe 20min pro gehaltener Unterrichtsstunde. Auch nicht wirklich viel, um nochmal zu durchdenken was / wo /wieso anders gelaufen ist, als geplant. Aber besser als nichts.

Im normalen Unterrichtsalltag schreibe ich mir an/unter meine Planungen deshalb meist nur,
…wie weit ich gekommen bin…was besonders schwer/leicht war… wo die Fragestellung geändert werden muss… wo Material fehlte/unpassend war…und Ideen, die mir noch dazu gekommen sind.

Dazu kommen lose Zettel, auf denen ich mir Ideen / Beispiele von Kolleginnen notiere bzw. auf mich passend umwandle, um sie dann auch mal auszuprobieren. Sowas geht auch und ist ganz nützlich.

Was wird noch reflektiert?
-> Die Methoden aus dem Studienseminar.
Dort werden wir ja ständig aufs Neue mit allerhand Sachen konfrontiert, seien es Sitztänze, Platzdeckchen- oder Ampelmethoden. Da ist dann oft was dabei, was mir persönlich zu affig wäre. Und auch „meinen“ Kindern in der Schule. Singen und tanzen, okay. Aber wie ein Cowboy auf dem Stuhl rumreiten? Nee, danke.

Ein Tipp meiner Kolleginnen ist übrigens: alles dokumentieren! Jeder Elternkontakt, jedes Gespräch, jeder Brief. „Um auf der sicheren Seite zu sein.“ Inwiefern da auch reflektiert wird, weiß ich aber nicht – das ist bisher noch ein Bereich, in den ich wenig Einblick habe. Meine Verantwortung ist bisher ja noch nicht so groß…

Bei vielen Dingen muss man auch einfach kritisch hinterfragen, ob das wirklich machbar ist. Seien es die vielen Methoden und Ideen oder aber auch die Reflexionsspinne (die sicherlich ihre Berechtigung hat).

Meine ganz persönliche Reflexion der Praxis findet aber hier im Blog statt. Hier habe ich die Zeit und den Raum, um mir nochmal ausführlich Gedanken über meine Stunden und den Tag zu machen. Und von den Erkenntnissen kann ich auch nach Wochen noch zehren, weil die Artikel ja nicht einfach so verschwinden. Durch sie kann ich (auch persönliche) Entwicklungen nachvollziehen und mich über meine „Meilensteine“ in inzwischen knapp 160 Artikeln freuen.

Schon ganz praktisch, so ein Blog! 😉

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4 Antworten to “Blogparade: Reflektierende Praktiker”

  1. Jan-Martin Klinge 16. September 2012 um 07:32 #

    Kann ich alles, bis ins Detail nachvollziehen. 🙂

  2. Herr Rau 20. August 2012 um 15:52 #

    Ich hab mir die Reflexionsspinne mal kopiert, um gelegentlich darauf zu schauen und an frmde Zeiten zu denken. Ich kenne keinen keinen Lehrer, der so gründlich reflektiert, mich natürlich eingeschlossen. Wäre vermutlich besser, wenn man das so täte, aber man gewöhnt sich das schnell ab – am Anfang hat man keine Zeit dazu und später das Gefühl, dass man das nicht braucht.

    • bambooos 20. August 2012 um 16:32 #

      Wir nutzen es auch nur für die „offiziellen“ Anlässe – dann ist es aber eine große Hilfe. Man bräuchte einfach mehr Zeit für Reflexion und solche Dinge.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Reflective Practitioner « paedreflex - 4. September 2012

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