Meine erste Mathearbeit

21 Jun

Heute war es soweit – meine Mathekinder haben das erste Mal das erste Mal eine von MIR erstellte Klassenarbeit geschrieben.
Allein das Wort „Test“ oder „Klassenarbeit“ flößt ihnen ja schon Ehrfurcht ein, also hatte ich mir heute morgen vorgenommen, das Ganze als etwas „Schönes“ zu verpacken. So nach dem Motto: „Heute dürft ihr zeigen, dass ihr die vielen Sachen, die wir in den letzten Wochen geübt haben, schon richtig gut könnt!“ 

Und zu meinem Erstaunen war es wirklich so – sie konnten es!

Simultan zum Abgeben saß ich vorne und korrigierte zusammen mit der Klassenlehrerin die Arbeiten. Hilfreich dabei: erstmal eine Arbeit korrigieren (also wirklich nochmal genau durchrechnen) und diese dann als Vorlage zum Abgucken nutzen… Oder noch besser: vorher schon eine Vergleichsarbeit anlegen und die dann nutzen.

Jupps… der erste Schüler war nach 10 Minuten fertig, bei der letzten Schülerin haben wir nach 40 Minuten abgebrochen. Das fand ich besonders schade, weil sie ALLES, was sie geschafft hatte auch richtig gelöst hat. Sie ist einfach nur „zu langsam“ und träumt, statt zu rechnen. (wobei das nicht nur beim Rechnen so ist, sondern in ihrer ganzen Person. Wenn ich morgens „Guten Morgen“ zu ihr sage, braucht sie mind. 20 Sekunden um ein kleines „Guten Morgen“ rauszubekommen. Keine Ahnung, wie man da was machen kann…)

Nun ja. Die Ergebnisse stehen auch fest.
12 Einsen. 5 Zweien. 3 Dreien. Und ein Kind muss noch nachschreiben.

Meine Reaktion: Cool!
Reaktion meiner Mentorin: Die nächste Arbeit müssen wir schwerer machen!

…finde ich persönlich nicht, weil das alles Aufgaben & Aufgabentypen waren, die wir in der letzten Zeit geübt hatten und von denen es mir wichtig war zu sehen, ob sie es können.
Und weil sie es offenbar ziemlich gut hinkriegen (bis auf die üblichen Leichtsinnsfehler), können wir jetzt in andere Gefilde vordringen. 🙂

Achso, hier die Arbeit.
(so wie ich sie jetzt im PC habe – die Punkte und die zu addierenden Zahlen bei Aufgabe 4 habe ich per Hand vor dem Kopieren eingetragen, ebenso wie einen kleinen Pfeil bei Aufgabe 5. Die „Note“ wurde in Klammern eingetragen und zählt natürlich nichts. Noten gibt es erst ab Klasse 3 in Thüringen.):
Bild

Übrigens: so eine Arbeit konzipiert man nicht „frei Schnauze“, dabei müssen Vorgaben beachtet werden. Es gibt ja in den „allgemeinen mathematischen Kompetenzen“ 3 verschiedene Anforderungsbereiche (ABs):
AB 1: Reproduzieren (also in dem Fall einfaches Rechnen, Aufgabe 1-3)
AB 2: Zusammenhänge herstellen (z.B. durch andere Aufgabenformate, Aufgabe 4-6)
AB 3: Verallgemeinern und reflektieren (hier durch eine Sachaufgabe, Aufgabe 7)

Diese müssen in bestimmten Anteilen in so einer Arbeit vorkommen. Die Empfehlung liegt bei 25-50-25 Prozent, aber die genauen Vorgaben sind von Schule zu Schule unterschiedlich. [Kurze Erklärung HIER, mehr dazu in den Lehrplänen!]

Jupps…also muss man sich vorher schon ein bisschen nen Kopf machen, um alle Anforderungsbereiche einzubauen. Natürlich ist der AB auch immer davon abhängig, wie oft man etwas schon geübt und trainiert hat. In einem Jahr wären die Aufgaben 4 und 5 vielleicht in den Anforderungen nur noch „Reproduktion“…

Nun ja. Ich bin zufrieden. 🙂

So, zum Schluss noch ein kurzes Schmankerl aus dem Unterricht:

Lehrerin: „Warum sollte man nach dem Essen denn nicht gleich toben?“
Schülerin: „…weil sich sonst das Gehirn umdreht!“

Na ENDLICH weiß ich jetz auch, warum mir das als Kind immer verboten wurde… Danke Kleine! 🙂

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5 Antworten to “Meine erste Mathearbeit”

  1. Anonym 22. Juni 2012 um 15:48 #

    Ok ich frag mich jetzt seit einem Tag wie ich die Grundschule geschafft habe 🙂 Was genau sollten die Kinder bei Aufgabe vier machen?

    • bambooos 22. Juni 2012 um 16:02 #

      Hehe, okay… 😉
      In der Mitte steht ne Zahl und auf den Strichen nach außen standen auf der gedruckten Arbeit noch Sachen wie „+6“ oder „+9″… Und das Ergebnis gehört dann in das äußere Kästchen 😉

      (Im Text stand, dass ich das vor dem kopieren noch per Hand eingetragen habe)

      Würdest du’s mit den Hinweisen jetzt schaffen? 😉

      Liebe Grüße

      • Anonym 22. Juni 2012 um 16:56 #

        öhm vielleicht mit viel glück aber ich hab ja auch bei aufgabe 5 erstmal da gestanden und gedacht E und A müsste es dann nich -5 sein… dementsprechend ich würde auf NICHTS wetten bei mir

      • bambooos 22. Juni 2012 um 17:04 #

        E steht für Eingabe, A für Ausgabe. Was das soll weiß ich auch nicht, meine Mentorin hat das so eingeführt 😉
        Wenn bei A 15 steht, müssen die 5 eben abgezogen werden, damit man auf E kommt…
        …solang die Kinder es verstanden haben ist alles okay 😉

      • Anonym 22. Juni 2012 um 17:09 #

        öhm tja, verstehendes Lesen anscheinend auch mangelhaft… ich glaub ich muss echt wieder in die Schule 🙂
        Aber ein schöner Schnitt da freut man sich.. in dem Alter dürfen die Kleinen auch ruhig noch Erfolgserlebnisse haben (von wegen zu leicht)

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