1. Lehrprobe: Mein Fazit.

4 Jun

Heute war es also soweit. 4.6.2012 – meine erste Lehrprobe. 
Die Vorbereitungen habe ich ja gestern schon beschrieben, heute ging’s ans Eingemachte 😉

Mathe
Die Stunde lief ganz gut, die Kids waren im Sitzkreis n bisschen unruhig, gearbeitet haben sie aber gut.
NEU heute: Am Stundenende sollten sich die Kids selbst einschätzen, ob sie sich an die Arbeitsregel (Flüsterton) gehalten haben. Dazu hatte ich ja  für jedes Kind ein magnetisches Namenskärtchen geschrieben & laminiert.
Die Selbsteinschätzung war wirklich interessant – manche Kinder, die ganz leise gearbeitet haben, haben sich beim mittleren Smiley gesetzt. Ganz anders, als ich sie eingeschätzt habe. Auch die Frage: „Warum hast du dich dort eingeordnet?“ war interessant. Sie haben wirklich gut reflektiert, warum sie wo standen. War gut! 🙂

Fazit: 
– die Erwärmung / Wdhlg. für die anstehenden Angebote nutzen (Zählübungen passen nicht zum Zehnerübergang)
– die Angebote besser den Anforderungen zuordnen
– den Fragestuhl anders positionieren
– Zielformulierungen überarbeiten
– Methoden in die Sachanalyse einbringen
…und noch ein paar Sachen mehr.

ABER: Prinzipiell war die Stunde gut, der Umgang mit den Kindern toll, die Vorbereitung super, die Angebote passend.

Note?
Hm… na gut, ich sag’s euch: Ich habe 12 Punkte bekommen. Das entspricht einer 2 (wenn ich mich nicht täusche sogar einer 2+)
–> Cool! 🙂

Danach gings weiter mit ner Doppelstunde Werken.
Das angesetzte Pensum war hoch. Methodische Reihe, Feinsäge erklären, Anreißen mit Schablonen,  Stahlmaßstab und Anschlagwinkel, Gestaltung, Fügen… einiges. Dass das nicht ganz machbar war, war mir von vornherein schon klar. Trotzdem habe ich versucht, die Kinder zu animieren – wobei… die mussten nicht animiert werden, die haben von Natur aus richtig Lust auf Werken & die Arbeit.
Geschafft haben wir’s trotzdem nicht. Am Stundenende hatten zwar fast alle geklebt, aber die Gestaltung war nur in Ansätzen vorhanden. Die Bewertungskriterien / Auswertung waren dann natürlich nicht wirklich machbar. Das werde ich aber nächsten Montag nachschieben – da kriegen die Kids nochmal 45min für Gestaltung etc. Und dann wird nochmal über alles gesprochen. Mal ganz ohne Besuch, Aufsicht und Zeitdruck. Da freu ich mich schon drauf.

Reserven in Werken:
– Zielformulierungen (haha, wie immer – ob ich das jemals lernen werde?!)
–  Umgang mit der Feinsäge (prinzipiell habe ichs richtig erklärt, nur einen Doofi-Fehler gemacht. Da fehlt noch Kompetenz)
…und noch ein paar andere Sachen. Wäre zu ausführlich an dieser Stelle.

Note? 11 Punkte. Also auch eine 2 🙂

Mein persönliches Tagesfazit also:
1. Angst vor der Lehrprobe zu haben ist unbegründet.
Die Leute, die da zu Besuch kommen sind ALLE nur da, um zu helfen und Tipps zu geben. Ich bin weder angefeindet, noch zerlegt, noch fertig gemacht worden. Im Gegenteil. Ich habe viel gelernt, über mich, meinen Unterricht und Dinge, die nützlich sind.

2. Planungen nach dem vorgegebenen Schema machen
Ich habe nämlich (absichtlich) 2 verschiedene inhaltliche Abläufe abgegeben und es ist tatsächlich aufgefallen. (Hehe, nicht nur ich wurde getestet, ich HABE auch getestet…hehehe). Wie gesagt: am Schema festhalten.

3. Die Bedenkzeit nach den Stunden nutzen
Nach den gehaltenen Stunden hat man 40min Zeit, um die Stunden zu überdenken, Arbeitsergebnisse der Kinder anzuschauen und sich Gedanken zu machen. Habe ich meine Ziele erreicht? Was kann ich besser machen? Was habe ich verändert?
Eigentlich wollte ich die Zeit zum Essen nutzen (ein kleiner Grießpudding halb 8 reicht nicht bis Mittags…), aber ich habe dann wirklich komplett gesessen, überlegt und geschrieben.
Fand ich für die Auswertung danach SEHR nützlich, weil ich dann aussagekräftig war. (das war auch die Schwierigkeit in D/HSK: 5min nach Stundenende ohne Aufzeichnungen zu reflektieren ist echt schwierig. Kein Wunder dass man da heulen muss… 😉 )

4. Schriftlicher Entwurf
Laut den beiden Damen, die mich heute besucht haben, darf man auch Vorder- und Rückseite bedrucken bei den Entwürfen. Also Papier sparen (wenigstens ne Kleinigkeit, wo man sparen kann. Im Mai habe ich 370€ vertankt…).

Joar. Wenn mir noch was einfällt, sag ich Bescheid.
Achso, zeitlicher Ablauf…
Meine Stunden gingen insgesamt von 8:20 bis 11:15. Die Gespräche gingen um 12 los, je Unterrichtsstunde sind maximal  60min Auswertung eingeplant. Da haben wir uns auch gut dran gehalten. Gegen 14:15 Uhr war Feierabend.
Also wenn ich so drüber nachdenke: 6 Stunden Dauerbeobachtung – schon verrückt!

Aber für die, denen es noch bevorsteht: macht euch nicht verrückt. Wir sind noch in der Ausbildung, wir KÖNNEN noch gar nicht alles perfekt machen können und wissen. Fehler sind total normal und auch gut, solange man aus ihnen lernt (immer schön mitschreiben in der Auswertung!).
Deswegen bin ich mit meinen beiden Zweien auch sehr zufrieden. Die Mängel waren berechtigt und werden beim nächsten Mal verbessert und dann hat die Dame vom Studienseminar vielleicht irgendwann Recht.
Sie hat nämlich gegen Ende gesagt:

Ich traue Ihnen durchaus zu, eine Einser-Kandidatin zu werden.

Thihihihihi… 😀

In diesem Sinne: Alles gut, weiter geht’s! 🙂

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7 Antworten to “1. Lehrprobe: Mein Fazit.”

  1. Effi 6. Juni 2012 um 16:31 #

    Wow, das hört sich total super an!
    Macht mir Mut 😉
    LG

  2. Lisa 5. Juni 2012 um 07:14 #

    Herzlichen Glückwunsch zur bestanden 1. Lehrprobe. 🙂
    Ich finde deinen Blog super interessant.
    Ich bin gerade im 2. MaL Semester in Erfurt und so langsam gehts dem Ende zu. Dein Blog nimmt wirklich ein bisschen die Angst vor dem Referendariat, auch wenns mir schon übel wird, wenn ich die aktuellen Einstellungszahlen für August sehe…
    Liebe Gruße,
    Lisa

    • bambooos 5. Juni 2012 um 10:19 #

      Ich musste ja auch ein Jahr warten…aber inzwischen seh ich das so: durch den „Zwischenjob“ als Erzieherin hab ich richtig viel gelernt, weil ich die Kinder mal von der anderen Seite gesehen habe. Das hilft einen wirklich sehr. Auch, dass man keine Vorbereitungen machen muss & nur für die Kinder da ist – schon cool! 🙂 Also nicht traurig sein, wenns nicht gleich klappt – es macht alles irgendwie Sinn! 🙂

  3. B wird Lehrerin 5. Juni 2012 um 06:42 #

    Erst mal herzlichen Glückwunsch! Lief doch alles am Schnürchen! Aber wundert mich auch nicht, wie man auf deinem Blog siehst bist du super motiviert nd hast super Ideen!!!

    Aber eins verstehe ich nicht:
    Methoden in die Sachanalyse einbringen

    Hä??? Also mir verschwimmt der Begriff der Sachanalyse immer mehr. Für Methoden ist doch die methodische Auseinandersetzung da. Boah, Sachanalyse ist und bleibt mein Schwachpunkt, war schon in der Uni so

    • bambooos 5. Juni 2012 um 10:16 #

      Ja, hat mich auch gewundert was das soll. Dazu ist meiner Meinung nach auch die didaktisch-methodische Analyse da, deswegen heißt die ja so 😉
      Naja, aber wenn dies so haben wollen – von mir aus 😉

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