Ein Berg voll Arbeit.

30 Apr

…der hat sich aufgehäuft und sieht so aus:

Monatsbericht schreiben ✔
Fahrkostenabrechnung für die letzten 3 Monate machen (ih.)
Portfolioaufträge für Mittwoch fertig machen (wäh.)
Stundenplanung für Donnerstag (uff.)
– nicht so viel aus dem Fenster in die Sonne gucken. (hmpf)

Der Monatsbericht macht zum Glück nicht SO viel Arbeit, weil ich in der Schule ne separate Liste führe, in der ich jeden Tag dokumentiere, bei welcher Klasse/welchem Lehrer/in welchem Fach ich war. Das hilft immens, wenn das Studienseminar den Monatsbericht (bis zum 3. Werktag des Folgemonats) haben will.

Die Fahrtkostenabrechung macht nach den neusten Informationen (KLICK!) nicht mehr wirklich Sinn.
Ich zitiere mal kurz aus der Mitteilung vom tlv:

Bei Fahrten der Lehramtsanwärter zu den Ausbildungsveranstaltungen der Staatlichen Studienseminare handelt es sich jedoch nicht um Dienstreisen i. S. d. § 2 Abs. 1 Satz des ThürRKG. Eine Dienstreise wird in § 2 dem Thüringer Reisekostengesetz definiert als „Reise zur Erledigung von Dienstgeschäften außerhalb des Dienstortes …“.

…und weil wir keinen wirklichen Dienstauftrag haben, gibts auch keine Erstattung. (wenn ich das richtig verstanden habe.)
Manchmal frag ich mich, wie „die“ sich das vorstellen… Man kriegt n bisschen Geld, muss (wie ich) zum Studienseminar einmal komplett durch Thüringen fahren (eine Strecke: 170km) und darf das alles noch selbst bezahlen. Hätte ich keine günstige Unterkunft dort, müsste ich bei 2-tägigen Veranstaltungen also 4x fahren…oder mir ein Zimmer nehmen.
Wer bezahlt das? Na klar, wir!
[Nebenbei: zur Schule fahre ich auch täglich insgesamt 110km – dafür krieg ich auch keinen Cent. Warum auch?! Ich kann doch froh sein, überhaupt ne Stelle bekommen zu haben… *hust*] 

Ist schon ne verrückte Welt.
Mich stört ja nicht mal das umhergefahre – mich stört diese Selbstverständlichkeit, mit der man durchs komplette Bundesland geschickt wird, alles selbst bezahlt & dann noch schief angeguckt wird, wenn man mal gähnt (aufstehen um 5,  Abfahrt um 6, dann 2:20h Fahrt, dann 8h Seminar aka. Informationsüberflutung, dann 2:20h zurück – also so gegen 19:30 Uhr endlich Ruhe. Ach nee, Haushalt & Vorbereitung für den nächsten Tag, klar.). 

Nun ja. Wie könnte mans besser machen? (die Frage stelle ich mir nach jeder Stunde auch)

– LAAs auf Studienseminare in ihrer Nähe verteilen
…und wenn dann eben mehr Leute z.B. nach Erfurt wollen, dann muss eben mehr Personal in Erfurt bereitgestellt werden, oder nicht?!
…und wenn mehr Räume benötigt werden, wird sich doch wohl in der 200.000 Einwohner Stadt noch ein Raum für 20 Mann finden lassen – oder nicht?!
…und wenn dafür zu wenig Geld da ist, muss der BILDUNGSminister eben welches dafür locker machen, oder nicht?!

– LAAs Schulen in ihrer Nähe zuweisen
Ich bin nämlich nicht die Einzige, der es so geht. Die jeden Tag um 5 raus muss, weil noch ne Stunde Fahrt zur Arbeit ansteht. Klar, wir sind nicht die einzigen, die pendeln müssen – aber wäre es nicht im Sinne von uns allen, wenn die LAAs ihre Zeit nicht auf der Autobahn/Landstraße, sondern beim Nachdenken über gute Stunden/Ziele/Materialien verbringen würden?!
Das sind jeden Tag knapp 2 Stunden, die sowohl Zeit als auch Ressourcen (Ja, Sprit. Heute übrigens für knapp 70€ vollgetankt. Und ich fahre Corsa, nicht Porsche.) verschwenden.

Muss das sein?! 

Wenn diese beiden Sachen erfüllt wären, müssten wir uns ja gar keinen Kopf über sowas machen. Da würden wir unsere 15-20min zur Schule fahren und vll n bisschen länger ans Studienseminar – aber wenn man JEDE Woche knapp 800km fahren (und die auch noch bezahlen) muss – da fragt man sich echt, ob das noch ne Relation hat.

Inzwischen geht ein gutes DRITTEL von meinem Lohn für Sprit drauf. Nur Sprit, nicht Versicherung, Raten usw. Nur-für-Sprit. Dann noch ein Batzen für Miete, Nebenkosten etc… und dann braucht man auch noch Arbeitsmaterialien, Bücher, (Schreiblern)-Hefte etc. pp.
Und ganz am Ende dann natürlich auch noch Essen & was zu trinken. Klar.

Wirklich „gut“ leben tut man also als LAA nicht wirklich.
Aber wen interessiert das schon?!
.

.

.

Ps.: Nein, ich bin kein Wutbürger. Das sind nur alles Dinge, die man beheben könnte, würde es jemanden interessieren. Da es aber keinen interessiert, werde ich wohl oder übel eines Tages in die Politik wechseln müssen – damit wenigstens zwei Leute (neben mir noch Katharina Weber, die die Petition ins Leben gerufen hat) sich für das engagieren, was uns junge Lehrer in Thüringen betrifft.
Ansonsten bewegt sich ja leider nichts & niemand.
Leider.

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8 Antworten to “Ein Berg voll Arbeit.”

  1. Webmaster 17. Oktober 2012 um 06:50 #

    Ob der Verzicht auf Reisekosten für die Referendare Sinn macht, wollen wir dann doch erst noch genauer herausfinden: http://reinindiegew.de/2012/10/wie-weiter-bei-reisekosten-der-lehramtsanwarter-2/

    • bambooos 17. Oktober 2012 um 07:05 #

      Ich glaube da nicht mehr dran. Zumindest nicht, während ich noch in der Phase stecke…

  2. B. 2. Mai 2012 um 16:38 #

    Du machst doch ne Steuererklärung.
    Bei uns gabs noch Geld zurück vor 2 Jahren. Ich musste aber nur von Weimar nach Erfurt. War auch LAA in Thüringen 🙂

    • bambooos 4. Mai 2012 um 10:42 #

      Das wurde leider abgeschafft.
      Ich muss das Geld ja trotzdem ein ganzes Jahr vorstrecken. Jeden Monat ein Berg voll Geld. Und dann krieg ich immernoch nicht alles zurück. Aber naja – hauptsache ne Stelle 😉

  3. B wird Lehrerin 2. Mai 2012 um 07:57 #

    Willkommen I’m Club der Weit-Fahrer und Viel-Tanker. Ist echt anstrengend und geht ins Geld!!!

    • bambooos 2. Mai 2012 um 08:29 #

      Oooooh ja!
      Heute knapp 5 Stunden im Auto.

  4. Jürgen 30. April 2012 um 15:42 #

    „Ansonsten bewegt sich ja leider nichts & niemand.“
    Wie wahr. Bildung bringt ja auch keinen schnell realisierbaren Profit; langfristig denken ist dem System fremd.

    • bambooos 30. April 2012 um 15:59 #

      …aber meckern warum die Lehrlinge nichts mehr können, warum Grundfertigkeiten fehlen, das können sie dann wieder.

      Aber mal überlegen, wie man als Lehrer den Lehrplan erfüllen soll, wenn „normale“ Schüler (die auch schon in sich genug Gefälle haben) und Förderschüler (die ohne spezielle Förderung gar nicht mitkommen können) in einer Klasse sind… Da denkt niemand drüber nach.

      Hauptsache groß Integration und Phrasen rumposaunen, klar.

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