Penis.

24 Apr

Das war die Antwort, die mir Karla gab, als ich ihr den Hinweis gab, dass der Frühblüher auf dem Schild mit einem „P“ beginnt.
Penis.
Hm. *
„Das fängt zwar auch mit einem P an, ist aber nicht richtig.“ war meine Reaktion.
*gesucht war die Primel.

Das war nur eine der vielen Stellen an denen ich heute dachte, dass irgendwas nicht stimmt.

Dabei fing der Tag mal wieder Super an. Mathe in der lieben 1. Klasse. Gleich am Anfang was Neues, Motivierendes… Tafelfußball!
Allein die Klasse in 2 Teams zu teilen & einen kleinen Wettkampf zu starten, verzückte die Kleinen so, dass es richtige Gefühlsausbrüche gab. Verrückt!
Aber es macht Spaß – sowohl ihnen als auch mir. Am Ende siegte die Wandreihe & Freitag geht’s in die nächste Runde.
Allgemein beginnt mir Mathe inzwischen richtig Spaß zu machen – hätte ich nie gedacht. Verrückt.

Naja, zurück zur anderen Klasse, der wilden Klasse 1.
Allein die Tatsache, dass die Kinder dachten, sie hätten nur 4 Stunden – und ich kam & wollte noch ne 5. Stunde dran hängen – allein DAS war für 75% der Kinder schon höchst demotivierend.
Hiermit ein Dank an die Eltern, die ihren Kindern nicht eintragen, dass es Dienstags die nötige Ergänzungsstunde wieder gibt. Merci.

Nun ja. Mein in der vorherigen Stunde geübtes Tafelbild (Zitat: „Ist doch in Ordnung. Gut gemacht!“) sollte prinzipiell nur auf das vorbereitete AB übertragen werden. Vorher ein Unterrichtsgespräch (lief gut) & dann loslegen.
Schritt für Schritt ging ich mit ihnen JEDE Zeile durch.
„Was steht da? Was setzen wir da ein?“
Etc pp.
Wirklich detailliert.
Dass an manchen Stellen (bzw bei Kindern mit breiter Schrift) die Zeilen nicht ausreichten, war nicht mein Verschulden (das AB bekam ich gestellt).
Ob das, was am Ende rauskam nun auf meine Kappe geht oder nicht, weiß ich auch nicht so genau.
Jedenfalls war es erschreckend.
Aber zuerst das Tafelbild.

20120424-151525.jpg

Geht, oder? Die vorherigen Versuche erspare ich euch lieber. 😉

Naja, ziehen wir das Grauen mal vor.
Ich präsentiere: das Ergebnis mancher Schüler (zu meiner nochmaligen Verteidigung – noch kleinschrittiger hätte ich’s nicht machen können!)

20120424-151722.jpg

20120424-151734.jpg

20120424-151752.jpg

Krass, oder?
Ich hab wirklich keine Ahnung, wo die Kinder das abgeschrieben haben bzw. wo sie mit ihren Gedanken waren.

Das es nicht (nur) an mir lag, zeigen mir aber die Ergebnisse einiger Mädchen – die haben das echt gut gemacht.
Hier:

20120424-151941.jpg

Weil ich morgen ja am Studienseminar sein werde & das Erlebnis nicht mit meiner Mentorin besprechen kann, habe ich ihr einen kurzen Brief geschrieben. Mal sehen, was sie am Donnerstag dazu sagt.

Mein Stunden- und auch Tagesende war leider eine einzige Schimpferei, wenn auch auf emotionaler Basis („Ich bin wirklich enttäuscht von euch!“) – und da war mir der Umfang der Ergebnisse noch nicht bewusst.
Aufmerksamkeit herzustellen ging fast nur noch über das Drohen mit einem schwarzen Punkt (Eine Methode meiner Mentorin)… Mag ich eigentlich nicht so (also rummeckern & drohen), aber ging nicht anders.

Naaaaja. Ich werde die Wilden schon noch zähmen – irgendwie, irgendwo, irgendwann 😉

Immerhin war das Tafelbild schon ganz okay, oder?

In diesem Sinne: Adios Amigos!

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3 Antworten to “Penis.”

  1. 'ne mama 29. April 2012 um 16:37 #

    Mein Zweitklässler wäre da auch tendentiell überfordert gewesen. Es braucht schon viel Übung, überhaupt Text von irgendwoher auf ein Arbeitsblatt zu übertragen, ohne auf dem Weg Zeile und Sinnzusammenhang zu verlieren. Das Thema ist auch nicht so motivierend für den Standardjungen (in der 2. Klasse hat er jetzt das Thema „Frühblüher“ schon zum zweiten Mal durchgenudelt). Aber das Hauptproblem ist tatsächlich das Hin-und-Her des Blicks.
    In seiner Klasse können so etwas tatsächlich auch nur die Mädchen (wobei: in seiner Klasse? Ich beobachte das noch bei Volontären, die ich betreue: die Frauen arbeiten fröhlich, brav und ordentlich ihre Aufgaben ab und die Männer denken erst einmal nach, entwickeln ein Konzept oder eine eigene Idee, verfolgen das dann und schludern im Detail. Nicht alle, aber bei ca. 80% trifft es so zu.)
    Wenn ich mir ansehe, was mein Sohn so tut – dann würde ich mir viel, viel weniger Arbeitsblätter wünschen und viel, viel mehr Schreiben in Hefte. Ganz ordentlich, nach einer Vorlage, die dem Ergebnis möglichst ähnelt. Wenn ich mit meinem Knäblein Hausaufgaben mache (allein die Tatsache, dass ich das tun muss – dass ein Zweitklässler Hilfe bei den Hausaufgaben braucht – lässt mich immer wieder leicht schaudern), dann geht regelmäßig mindestens 50% der Zeit auf das Dechiffrieren der Arbeitsblätter drauf. Nervig.

    Wenn ich übrigens bei einem solchen Ergebnis noch schimpfen würde, dann wäre das Ergebnis schlimmstenfalls eine Totalblockade. Erst ist er bei der Aufgabe frustriert und weiß nicht, was das soll, hat Probleme, den Kram irgendwie lesbar zu übertragen, hasst das Ergebnis und wird dann noch ausgeschimpft… wozu soll er dann beim nächsten Mal überhaupt noch etwas schreiben?

  2. Effi 27. April 2012 um 15:40 #

    Ich bin noch Studentin (SekI) und finde deine Eindrücke sehr interessant 🙂 Ich verlinke dich mal, damit ich dich wieder finde, ok?

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