don’t look back in anger

31 Dez

Offenbar ist jetzt mal wieder die Zeit gekommen, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen… okay, warum nicht?!

Angefangen hat es mit großer Erleichterung – die Masterarbeit musste schon im Dezember 2010 abgegeben werden, also war der Januar unimäßig ziemlich entspannt. Ende Januar musste ich mich von meinen Englisch-AG-Kids verabschieden…ein bisschen traurig war ich schon – aber auch stolz, als sie ein letztes Mal „Head and shoulders, knees and toes“ inbrünstig mitsangen, tanzten und sich dann auch nochmal die Karaoke-Version wünschten, in der kein Text vorgegeben war… schön war’s!

Im Nachhinein kann ich sagen, dass mich die Englisch-AG, die ich komplett eigenständig geleitet habe, nochmal in meiner Berufswahl bestärkt hat. Ich war das 1. Mal komplett alleine mit 1.+2.Klässlern, musste ohne Hilfe Stunden planen, für Disziplin sorgen, Materialien herstellen, Bücher kaufen… und es war toll 🙂 Schade, dass ich zu der Zeit noch nicht gebloggt habe – da gab es richtig goldige Erlebnisse…

Februar / März war dann die Uni-Zeit offiziell beendet. Es folgte der Auszug aus der WG – mit lachendem (endlich eigene Wohnung mit Schatzi) und weinendem (meine tolle Mitbewohnerin mit meinem griesgrämigen Mitbewohner alleine lassend) Auge.  Auch liebgewonnene Freunde zurück zu lassen war irgendwie merkwürdig – zum Glück wohne ich nicht unendlich weit weg, sodass ich alle, die mir wichtig sind, in diesem Jahr mindestens ein Mal wiedergesehn habe 🙂

Im April habe ich in einer Kunststofffabrik gearbeitet. Dadurch, dass ich das in den Ferien seit meinem 15. Geburtstag immer gemacht habe, kenne ich dort die ganzen Leute und Abläufe, sodass ich ein bisschen „aufgestiegen“ bin und statt an der Maschine diesmal im Büro Platz nehmen durfte. Das Erstellen von Arbeitsplatzbeschreibungen, Anweisungen, Erfassen von speziellen Daten etc. war zwar ganz okay – aber ich habe mal wieder gemerkt, dass ein Bürojob einfach nichts für mich ist. Ich brauche Menschen um mich rum, kleine junge Menschen, denen ich etwas beibringen kann. Der Maschinenkontakt bezog sich diesmal auf das Ablesen von Zahlen – das ist kompetenztechnisch wahrscheinlich im untersten Niveau anzusiedeln, aber naja. Irgendwo muss das Geld ja herkommen 😉

Unsere gemeinsame Wohnung konnte ich nicht wirklich nutzen, weil mein Arbeitsplatz in der Fabrik 100km entfernt von zuhause war. Also wurden im April nebenbei noch Bewerbungen geschrieben.

Der Mai brachte mir ein Bewerbungsgespräch inkl. neuem Arbeitsplatz. Stellenausschreibung „Horterzieher/in“. Ganz in meiner Nähe, nur 25min Fahrt. Cool!
Ich war ganz schön nervös – vorher musste ich mich noch nie vorstellen irgendwo. Die Uni-Bewerbung ging per Post weg und auch sonst zählte immer nur meine Note – nicht meine Person. Das war diesmal anders. Pünktlich erschien ich am vorgegebenen Ort, öffnete die Tür – und platzte erstmal in das vorherige Bewerbungsgespräch herein. Schonmal super Eindruck 😉 Als ich dann an der Reihe war, war ich zuerst überrascht. Vor mir saß ein ganzes Kommittee an Leuten, Bildungsbeauftrage, Direktorinnen, der Personalchef…insgesamt 6 Leute. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, aber gut 😉 Das Gespräch lief ganz gut, an einer Stelle war ich kurz irritiert (als es um meine Erfahrungen mit Eltern ging – hab ich nämlich keine. Dass wir ein Seminar zum Thema Elterngespräch hatten fiel mir dann zuhause wieder ein, naja 😉

Nach einer Woche kam dann der Anruf & ich konnte ziemlich schnell anfangen.

Von Juli bis Dezember „durfte“ ich mehrmals als Krankheitsvertretung die Schule wechseln, habe gute Erfahrungen gemacht, nette Kollegen getroffen, viel gesehen und noch mehr gelernt (über mich, den Erzieherberuf, den Lehrerberuf).

Im August kamen freudige Nachrichten von einigen Kommilitonen – sie hatten eine Zusage für das Referendariat bekommen.
Für mich kam etwas später die Absage vom Bildungsministerium. Ich bekam keinen Platz. Aus Kapazitätsgründen. 
Wirklich traurig war ich nicht – ich hatte ja schon damit gerechnet. Bei den Stellen, die Thüringen zur Verfügung stellt, war das abzusehen.

Parallel zu meiner Arbeit im Hort habe ich im September meine neue Bewerbung an das TMBWK in Erfurt geschickt. Mich im Oktober über die grausige Berichterstattung über uns (zukünftige) Referendare aufgeregt. Dadurch einen Artikel in der TLZ erreicht, der vielleicht manchen ein bisschen die Augen öffnen konnte.

Der Dezember brachte ein schönes Essen mit meinen tollen Kolleginnen, eine Weihnachtsfeier mit dem gesamten Lehrerkollegium, viele Geschenke von dankbaren Eltern und Kindern… Und das folgende Resummee:

Auch wenn nicht immer alles so verläuft, wie man es plant oder wünscht – irgendwann wird es einen Sinn ergeben, auch wenn man ihn erst Jahre später erkennen kann.

Steve Jobs hat das in seiner Stanford-Rede so wunderbar formuliert, dass ich das mal zitieren muss:

Again, you can’t connect the dots looking forward; you can only connect them looking backwards.
So you have to trust that the dots will somehow connect in your future. You have to trust in something — your gut, destiny, life, karma, whatever. This approach has never let me down, and it has made all the difference in my life.

Und damit hat er Recht. Solange man sich selbst vertraut, kann nichts schief gehen.

Vielleicht hat mir 2012 das nötige Handwerkszeug mitgegeben, um 2012 erfolgreich bestehen zu können – wer weiß?!
Ich habe den Erzieherberuf schätzen gelernt, in all seinen Facetten…

Positiv:
– viel Zeit mit den Kindern
– intensiv auf Probleme eingehen können bei den Hausaufgaben
– neue Spiele kennenlernen
– ein Gespür für die Kinder bekommen
– tolle Kollegen

Negativ:
– das Gefühl, das einem manche Eltern geben (Erzieher = minderwertig) –> ist wirklich so. Manche Eltern schauen einen so dermaßen von oben herab an, dass einem schlecht werden könnte…)
– wenig Freiraum, was Konsequenzen angeht

Trotzdem muss ich sagen: ich bin zufrieden und freue mich auf das neue Jahr. Vielleicht klappt es im Februar mit der Stelle im Vorbereitungsdienst (übrigens beginnt nächste Woche das Auswahlverfahren), vielleicht auch nicht. Spätestens im August wird es dann endlich soweit sein.

Steve Jobs sagte:

The only way to do great work is to love what you do. If you haven’t found it yet, keep looking. Don’t settle. As with all matters of the heart, you’ll know when you find it.

Ich glaube ich habe es schon gefunden, weil ich meinen Job wirklich gerne mache. So viel Freude, Lachen, Spaß, neue Erkenntnisse und kuriose Ereignisse können einem nur wenige Berufe bieten – und ich bin froh, dass ich in diesem Bereich gelandet bin.

Kommen wir nun zum offiziellen Teil:

Ich wünsche euch allen viel Spaß zu Silvester, den obligatorischen „Guten Rutsch“ und ein tolles Jahr 2012 – egal ob mit oder ohne Weltuntergang 😉

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