Es ist Zeit, sich zu wehren!

10 Okt

So, heute geht es mal nicht um mich & meinen Job, sondern um etwas, was mich persönlich grade sehr beschäftigt / aufregt / bewegt.

Seit ich vorgestern bei einer Kommilitonin DIESE Stellungnahme der GEW gelesen habe, ist mir nämlich schlecht. Warum? Weil ich wütend bin. Ganz einfach.
Ich zitiere mal aus den ersten paar Zeilen des Dokuments:

„Lehramtsstudenten bleiben Thüringen fern / Staatssekretär sucht Abhilfe
Die Zahl der Lehramtsstudenten, die ihre Ausbildung in Thüringen durch ein Referendariat beenden wollen ist enttäuschend gering. Dabei hatte das TMBWK extra den Einstellungstermin um den 1. Februar ergänzt und 200 Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt. Gerade den Absolventen der Universität Erfurt sollte so die Möglichkeit eröffnet werden, nahtlos vom Studium für das Grundschullehramt ins Referendariat überzutreten. Doch genau diese Gruppe schöpfte die Möglichkeit nicht aus.“

So. Alles klar?
Hier wird also behauptet, dass wir Absolventen der Uni Erfurt die Stellen, die EXTRA für uns bereitgestellt wurden nicht annehmen wollen… Okay… Es geht hier um die Stellen für Februar 2011, also um meinen Vorgängerjahrgang. Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das stimmt.
Das Problem ist nicht, dass wir die Stellen nicht wollen, sondern vielmehr: wir KÖNNEN sie teilweise gar nicht annehmen. Warum? Weil andere Bundesländer einfach schneller sind als Thüringen. Von Berlin erhält man 8 Wochen nach Bewerbungsschluss eine Zu-oder Absage. Heißt: man weiß schon im Mai/Juni Bescheid, ob es geklappt hat.
Und in Thüringen?
Tja, da erfährt man es Mitte Juli – und hat dann 2 Wochen Zeit für den (ggf. notwendigen) Umzug und alle anderen Formalitäten.

Stellt sich die Frage: Wenn ich von Berlin ein JA! bekomme – warte ich dann noch 6 Wochen, ob Thüringen auch JA sagt? Sicher nicht. Man muss sich meist innerhalb von 14 Tagen melden und zu/absagen.
Und: Wenn ich ein JA habe – dann kann ich froh sein & werde auch dort hin gehen. Auch wenn ein Umzug nötig ist.

Naja, offensichtlich scheint Thüringen das nicht zu wissen – stattdessen stellen sie uns LAA (Lehramtsanwärter – die neue Bezeichnung für Referendare) so hin, als ob wir „Bösen“ nicht hier bleiben wollen.

Hm. Ich kann nur für mich sprechen: Ich bin seit März 2011 fertig & würde gerne endlich anfangen. Aber NEIN – es gibt zu wenig Stellen. Meine Bewerbung wurde „aus Kapazitätsgründen“ abgelehnt & ich auf die Warteliste verfrachtet. Vielleicht habe ich im Februar Glück. Vielleicht aber auch nicht. Das Einzige, was sicher ist, ist, dass ich erst Mitte Januar eine Antwort erhalten werde. Olé! Der Herr im Ministerium konnte mir lediglich sagen, dass über 700 Bewerbungen eingegangen sind – mehr wissen die Mitarbeiter über eine Woche nach Bewerbungsschluss noch nicht.

Nun ja. Ich habe gestern einen 5-seitigen Brief geschrieben, in dem ich auf einen Großteil der Missstände in Thüringen in diesem Bereich aufmerksam mache. Diesen Brief habe ich an die zuständigen Gewerkschaften TLV & GEW, an Medien wie MDR, Freies Wort, TLZ, TA usw. gesendet. Auch unser Bildungsminister Christoph Matschie hat eine Mail von mir bekommen. Ob er sie jemals lesen wird ist fraglich. Als Antwort kam nämlich, dass meine Mail „…im Wahlkreisbüro von Christoph Matschie angekommen [ist]. Ich habe sie zuständigkeitshalber an das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur weitergeleitet. Von dort werden Sie auch eine Antwort erhalten“

Warten wir mal ab, was in nächster Zeit noch passieren wird.

Den Brief werde ich aus Platzgründen nicht hier veröffentlichen. Zu diesem Zweck habe ich bei Facebook die Gruppe „GEGEN die aktuelle Situation der LAA in Thüringen“ gegründet. Hier finden sich der Artikel und die bisherigen Rückmeldungen, die ich erhalten habe. Über ein „Gefällt mir“ würde ich mich freuen.

Warum mache ich das alles?
Hm. Zuerst möchte ich nicht, dass wir Studenten / Anwärter in den Medien falsch dargestellt werden. Es liegt nicht an uns, dass so wenig Stellen angeboten werden.
Und: Im Endeffekt führen diese wenigen Stellen dazu, dass viele Studenten abwandern in andere Bundesländer. Die Folge für Thüringen? Wir haben immer weniger Lehrer & die schulische Ausbildung wird zwangsweise darunter leiden. [Ich musste ja bereits trotz „Erzieher“-Status im Unterricht aushelfen. Mehr dazu HIER]
Jetzt sagt ihr euch bestimmt: Na und?!

Aber denkt mal nach.
Irgendwann werden auch viele von uns (wenn noch nicht geschehen) sesshaft werden und eine Familie gründen. Irgendwann sind das nicht „fremde“, sondern unsere eigenen Kinder, die unter der Situation zu leiden haben. Irgendwann werden wir als Eltern die Verantwortung haben und uns einsetzen müssen, weil die Umstände zu schlecht sind.

Ist es nicht besser, sich JETZT schon einzusetzen, BEVOR noch mehr schief geht in unserem System?!

Denkt mal drüber nach.

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