#15 Drei-Wochen-Fazit

25 Sep

Nun, da das Ende meiner Krankheitsvertretungszeit gekommen ist & ich wieder an „meine“ Schule zurück kann, gibts nen Bericht über das, was ich gelernt habe in der Zeit.

Wichtigste Lektion: Alles wird gut. 
So schwierig es auch manchmal sein mag. Egal wie ungerecht, gemein und hinterlistig die Kinder manchmal sind – man findet immer Wege & Mittel, um mit ihrem Verhalten zurecht zu kommen und entsprechende Konsequenzen, um ihnen ihre Fehler bewusst zu machen.

Für mich persönlich sahen diese Strategien in den letzten Wochen so aus:
– Ruhe durch Aussicht auf Belohnung (durch Bonbons, Fahrzeuge, Schlüsseldienst)
– Tischdienst als Möglichkeit, rumsauenden Kindern bewusst zu machen, dass sich ihre Sauerei nicht von selbst weg macht
– Androhung eines Elterngesprächs / eines Eintrags ins Hausaufgabenheft
– wirklich mit den Eltern reden / Eintrag machen
– Konsequenzen bei Fehlverhalten: Strafbank, Fahrzeugverbot, Reinigungsarbeiten, Strafarbeit
– …

Frau Ah’s Merksatz:
Es ist wirklich wichtig ist, sich ein großes Repertoire an Handlungsmöglichkeiten zu schaffen,
um im Konfliktfall schnell & richtig reagieren zu können.

Manchmal ist es einfach nicht möglich, lange zu überlegen was man denn nun mit Kind X macht, weil es Kind Y geschlagen hat. Von daher: die letzten 3 Wochen waren schon ne gute Schule für mich persönlich, um mich dahingehend weiterzubilden.

Aber selbst dann, wenn man denkt, dass einem so schnell nichts mehr umhauen kann – kann man noch überrascht werden. So geschehen an meinem „letzten“ Tag.
Wir waren wandern. 18 Kinder. Meine Kollegin & ich. Auf dem Heimweg (ich lief ganz hinten um die langsamen Kinder n bisschen zu animieren 😉 ) kam meine Kollegin zu mir & sagte: „Claudius hat Mella gewürgt. Unmöglich, dieser Kerl.“
Ich dachte ja, ich höre nicht richtig. Also bin ich zu Mella gelaufen (die sich den kompletten Heimweg den Hals gehalten hat) und hab nachgefragt. Und wirklich. Sie hatte ihn nur auf was Wichtiges hingewiesen & dann hat er sie gewürgt bis sie fast keine Luft mehr bekommen hat. Puh.
Was macht man denn da?

Zuerst habe ich die Kinder informiert, dass sie sowas IMMER melden sollen, (Das passiert nämlich nicht oft, weil viele große Angst vor ihm haben.) weil sonst nichts passieren wird. Wenn keiner etwas sagt, dann wissen Lehrer / Erzieher nicht über das brutale Verhalten Bescheid & es wird sich nichts ändern.
Ich denke mal, dass ihnen das n bisschen die Augen geöffnet hat – hoffentlich.
Schüler wie Claudius sind für eine „normale“ Schule einfach nicht tragbar. Nicht mal unbedingt wegen der Lerneinstellung (er will gute Noten & benimmt sich im Unterricht), aber wegen des Sozialverhaltens. Es kann nicht sein, dass der Junge ständig andere Kinder anschreit, schubst, stört, belästigt & noch würgt – und das ohne Konsequenzen. Warum? Naja, ich sag mal so… die Mutter hält die Hände über ihr Kind. (was ich prinzipiell gut finde – nur nicht, wenn andere Kinder dadurch gefährdet werden).

Naja. Ich schließe hiermit das Kapitel „Krankheitsvertretung“ ab & hoffe, dass ich für den Rest der Zeit bei „meinen“ Schülern & Kollegen in „meiner“ Schule bleiben kann. Sicher war es gut, mal andere Luft zu schnuppern & andere (extremere) Kinder kennenzulernen – aber wenn man weiß, dass man nur „kurz“ bleibt, weiß man auch, dass man nichts verändern kann. Das ist eben anders, wenn ich an „meiner“ Schule bin. Da kann man wirklich an / mit den Kindern arbeiten.

Jupps. Soviel zum Thema Selbstreflektion, hat euch bestimmt gelangweilt, aber muss ja auch mal was dazu gesagt werden 😉 lol.

Liebste Grüße & schönen Sonntag noch!

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Eine Antwort to “#15 Drei-Wochen-Fazit”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Ausblick: Zurück in die Höhle des Löwen. « Der steinige Weg - 23. Oktober 2011

    […] Höhle? Die, die die kompletten Stories von Artikel #6 bis #15 füllen konnte… Zur  Erinnerung: ich durfte musste im September als Krankheitsvertretung an […]

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